ThN
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Hallo!
Gestern gab es einen unerwartet schönen Beobachtungsabend - diesmal wieder in unserem "Anwesen" im bayerischen Wald. Eigentlich hatte ich ja für die nächste Zeit mit astronomischen Beobachtungen abgeschlossen - der "böse Mond" (Bad moon rising und CCC lassen grüßen
) sollte eigentlich alle Deeps-Sky Ambitionen zunichte machen.
Dank des guten Wetters wurde gegrillt und es wurde sehr gemütlich. Dabei fiel uns auch der noch recht neue Mond (so vier bis fünf Tage alt) auf, der hoch über dem Innenhof am Himmel stand. Da kam dann die Idee "Wenn schon nicht Deep-Sky, dann wenigstens Mond" auf. Obwohl noch hell (es war so gegen 20 Uhr) bauten wir unser 10"-Dobson auf und waren doch einigermaßen sprachlos, was sich uns da an Details bot!
Als erstes fiel ziemlich in der Mitte und direkt am Terminator ein markanter Krater, mit "Knopf in der Mitte" auf. Der Krater Theophilus. "Sieht ja aus wie der Anschluss für's Koaxialkabel" war der erste Eindruck. In Wirklichkeit sind das eine Reihe von Zentralbergen, die diesen Eindruck vermitteln. Leider waren die beiden Partnerkrater Cyrillus und Catharina nicht zu beobachten, sie lagen noch jenseits des Terminators.
Weiter unten (im Dobson gesehen, d.h. nördlich) wurde dann der Bereich zwischen dem Mare Crisium und Terminator in Augenschein genommen. Sehr spannend war der Doppelkrater Posidonius / Chacornac und eine ganze Reihe markanter, dunkler Krater in der Nähe. Am auffallendsten war jedoch eine markante schlangenförmige "weiche" Gebirgskette im anschließenden Mare Serenitatis. Diese Formation wurde von dem deutschen Astronomen Schroeter entdeckt. Leider konnte ich nur den englischen Namen "Serpentine Ridge" ergoogeln.
Das Schöne an der Mondbeobachtung ist, dass man sie schon im Hellen machen kann, ganz entspannt. Die Karten kann man praktischer Weise ohne Rotlicht studieren. Bin schon gespannt, was der Mond heute hergeben wird. Gleiches Programm: Grillen mit anschließendem Spechteln.
Der Rest des Abends sei auch noch geschildert: Mit voranschreitender Dämmerung kamen dann die Planeten dran: Saturn und Mars. Mars war nur ein kleines, hübsches Scheibchen. Saturn kam besser rüber: Cremefarbige Schattierungen und der Schatten des Rings und zwei Monde auf erstem Blick (muss noch nachgucken welche das waren).
So gegen 23 Uhr kam dann der Wunsch auf, "eine Galaxie zu sehen". Mein Einwand, dass es bei dem hellen Mond nicht so gut rüberkommt fand keine Gnade. Schließlich suchte ich dann M66 auf. Bei dem aufgehellten Himmel war das in dem 43mm Swan-Okular (etwas Untervergrößerung) nicht so prickelnd - nur ein schwaches Nebelchen gegen den recht hellen Hintergrund. Im 9mm sah's dann aber doch prima aus und mein Partner war beeindruckt, besonders von der Vorstellung, dass man da 30 Millionen Jahre in die Vergangenheit guckt. Wir guckten uns dann noch den Kugelsternhaufen M3 an. Toll, wie alle Kugelsternhaufen, wenn man sie schön auflösen kann.
Ich machte dann alleine weiter. So gegen Mitternacht stand der Mond schon ziemlich tief, hinter ein paar Bäumen, und störte nicht mehr so sehr. Von Lothar (Lots) bekam ich den Tipp mit dem großen T in der Jungfrau. Nach einigem Peilen und Rumrühren war das auch schön im Sucher zu sehen. Ich benutze die Detailkarte im Starguide-Katalog zum Aufsuchen von Galaxien. Das praktische am großen T: Gleich drei Messier-Galaxien stehen da drin: M98, M99 und M100. Ich hatte allerdings größte Mühe, die drei (besonders M98) zu entdecken. Der Himmel war halt immer noch ziemlich hell. Dank der guten Detailkarte gelang es denn und im 9er Okular kamen sie dann doch wieder ganz gut raus.
So gegen 1 Uhr, nach einigen Rumsurfen im Bootes, Schlange und Waage (Sternemuster suchen, Doppelsterne) war dann Schluss. Fazit: Auch in hellen Nächten geht so einiges!
Thomas
Gestern gab es einen unerwartet schönen Beobachtungsabend - diesmal wieder in unserem "Anwesen" im bayerischen Wald. Eigentlich hatte ich ja für die nächste Zeit mit astronomischen Beobachtungen abgeschlossen - der "böse Mond" (Bad moon rising und CCC lassen grüßen
Dank des guten Wetters wurde gegrillt und es wurde sehr gemütlich. Dabei fiel uns auch der noch recht neue Mond (so vier bis fünf Tage alt) auf, der hoch über dem Innenhof am Himmel stand. Da kam dann die Idee "Wenn schon nicht Deep-Sky, dann wenigstens Mond" auf. Obwohl noch hell (es war so gegen 20 Uhr) bauten wir unser 10"-Dobson auf und waren doch einigermaßen sprachlos, was sich uns da an Details bot!
Als erstes fiel ziemlich in der Mitte und direkt am Terminator ein markanter Krater, mit "Knopf in der Mitte" auf. Der Krater Theophilus. "Sieht ja aus wie der Anschluss für's Koaxialkabel" war der erste Eindruck. In Wirklichkeit sind das eine Reihe von Zentralbergen, die diesen Eindruck vermitteln. Leider waren die beiden Partnerkrater Cyrillus und Catharina nicht zu beobachten, sie lagen noch jenseits des Terminators.
Weiter unten (im Dobson gesehen, d.h. nördlich) wurde dann der Bereich zwischen dem Mare Crisium und Terminator in Augenschein genommen. Sehr spannend war der Doppelkrater Posidonius / Chacornac und eine ganze Reihe markanter, dunkler Krater in der Nähe. Am auffallendsten war jedoch eine markante schlangenförmige "weiche" Gebirgskette im anschließenden Mare Serenitatis. Diese Formation wurde von dem deutschen Astronomen Schroeter entdeckt. Leider konnte ich nur den englischen Namen "Serpentine Ridge" ergoogeln.
Das Schöne an der Mondbeobachtung ist, dass man sie schon im Hellen machen kann, ganz entspannt. Die Karten kann man praktischer Weise ohne Rotlicht studieren. Bin schon gespannt, was der Mond heute hergeben wird. Gleiches Programm: Grillen mit anschließendem Spechteln.
Der Rest des Abends sei auch noch geschildert: Mit voranschreitender Dämmerung kamen dann die Planeten dran: Saturn und Mars. Mars war nur ein kleines, hübsches Scheibchen. Saturn kam besser rüber: Cremefarbige Schattierungen und der Schatten des Rings und zwei Monde auf erstem Blick (muss noch nachgucken welche das waren).
So gegen 23 Uhr kam dann der Wunsch auf, "eine Galaxie zu sehen". Mein Einwand, dass es bei dem hellen Mond nicht so gut rüberkommt fand keine Gnade. Schließlich suchte ich dann M66 auf. Bei dem aufgehellten Himmel war das in dem 43mm Swan-Okular (etwas Untervergrößerung) nicht so prickelnd - nur ein schwaches Nebelchen gegen den recht hellen Hintergrund. Im 9mm sah's dann aber doch prima aus und mein Partner war beeindruckt, besonders von der Vorstellung, dass man da 30 Millionen Jahre in die Vergangenheit guckt. Wir guckten uns dann noch den Kugelsternhaufen M3 an. Toll, wie alle Kugelsternhaufen, wenn man sie schön auflösen kann.
Ich machte dann alleine weiter. So gegen Mitternacht stand der Mond schon ziemlich tief, hinter ein paar Bäumen, und störte nicht mehr so sehr. Von Lothar (Lots) bekam ich den Tipp mit dem großen T in der Jungfrau. Nach einigem Peilen und Rumrühren war das auch schön im Sucher zu sehen. Ich benutze die Detailkarte im Starguide-Katalog zum Aufsuchen von Galaxien. Das praktische am großen T: Gleich drei Messier-Galaxien stehen da drin: M98, M99 und M100. Ich hatte allerdings größte Mühe, die drei (besonders M98) zu entdecken. Der Himmel war halt immer noch ziemlich hell. Dank der guten Detailkarte gelang es denn und im 9er Okular kamen sie dann doch wieder ganz gut raus.
So gegen 1 Uhr, nach einigen Rumsurfen im Bootes, Schlange und Waage (Sternemuster suchen, Doppelsterne) war dann Schluss. Fazit: Auch in hellen Nächten geht so einiges!
Thomas