Tipps zum Teleskopkauf

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Phillip37

Neues Mitglied
Hallo zusammen :huhu:

mich würde interessieren, wie eure besten Tipps zum Teleskopkauf aussehen. Auf was muss ich achten. Welche Fragen sollte ich mir vor dem Kauf selbst stellen und wie kann ich mir die Fragen am besten beantworten. Wäre über viele hilfreiche Tipps dankbar !!
 
Hallo Philip,

Du solltest dem Forum noch Details zu Deinem Budget, Deinem Beobachtungsort und Deiner Mobilität zukommen lassen -> Wie viel Geld bist Du bereit auszugeben? Beobachtest Du vom Balkon, aus der Großstadt? Verfügst Du gegebenenfalls über ein Auto?

Dann kannst Du besser unterstützt werden. Viele Grüße und viel Erfolg!

Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Phillip,

es gibt eine ganze Reihe verschiedener Teleskope, die sich alle etwas unterscheiden: Sie brauchen mehr oder weniger Platz, sind mehr für Planeten oder für Galaxien oder Nebel geeignet, mehr oder weniger transportabel usw.
Größere Geräte machen generell schwächere Objekte sichtbar, wobei der Flächengewinn der Optik gegenüber dem Auge entscheidend ist. Ein Teleskop mit 8 Zoll Optikdurchmesser wird von vielen für ein sinnvolles Einsteigergerät gehalten.
Die Bauart Dobson hat dabei das beste Preis-Leistungsverhältnis.
Bei den Herstellern würde ich darauf achten, nicht zu importieren, da man bei Fragen oder Zubehör oft „in die Röhre“ sieht. Wenn Du in Deutschland wohnst, kann ich den Premiumhersteller Alluna empfehlen, der auch für Einsteiger interessant sein kann, da er exzellente Spiegel auch einzeln verkauft.
Ein anderer sehr guter Hersteller ist Dieter Martini, der Dobsons in allen möglichen Größen baut. Ich würde mal anfragen, ob er einen Bausatz mit einem selbst geschliffenen Spiegel schicken kann (wenn Du nicht an der Mosel wohnst); ich würde den Spiegel für den Transport aber versichern. Er hat meines Wissens Geräte ab 10 Zoll im Angebot, damit kann man schon viel machen.
Für etwas Einblick in die Praxis kannst Du auch bei einer Sternwarte in Deiner Region nachfragen, ob Du mal durch die Teleskope sehen kannst. Aber dort gibt es auch viele Geräte, die langfristig nicht so viel Spaß bereiten werden.
Viele Amateurastronomen bauen sich die Geräte auch selber, um sich nicht von einer Import-Massenware abhängig zu machen. Das ist auf jeden Fall besser, wenn das Budget nicht für ein fertiges Gerät aus qualitativ guter Fertigung ausreicht.

Viele Grüße,

Andreas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Andreas,

mit welchem Einsteigergerät von Alluna hast Du gute Erfahrungen gemacht? Nenne mir bitte die genaue Bezeichnung und den Preis.

Grüße

Kurt
 
Hallo Kurt,

ich persönlich besitze ein Newton von Dörr, möchte mir später aber selber einen größeren Dobson bauen. Ich kenne von Teleskoptreffen Geräte verschiedenster Hersteller und auch den berechtigt guten Ruf bei uns hergestellter Optiken. Zur Zeit komme ich aber kaum aus der Stadt und meine Bedingungen sind auf etwa 5 mag begrenzt.
Alluna bietet auf Anfrage alle möglichen Größen an, darunter auch Beschichtungen für selbstgeschliffene Spiegel.
Die Preise scheinen etwas höher als bei Importen, langfristig ist es aber eine lohnende Investition, da der Gegenwert mehr als vorhanden ist. Sogar beim eventuellen Umsteigen auf größere Geräte muss ein Premium-10-Zöller nicht in der Ecke verstauben, weil er nichts mehr wert sei. Ob Alluna z. B. fertige 10-Zoll Parabolspiegel herstellt und was sie kosten, kann ich nicht sagen, zumindest Beschichten ist möglich.
Spiegelrohlinge bekommt man, wie auch Bausätze, z. B. bei Dieter Martini. Er liefert einen 10-Zoll Bausatz für 578 Euro ohne Spiegel. Diesen muss man natürlich noch dazu rechnen und auch schon vorher haben, aber wenn man beim Selbstschleifen ein gutes Ergebnis erzielt, hat man es in der Hand, sich auch später einen größeren zu fertigen. Bei einer Sternwarte in der Region kann man sich weiteren Rat einholen.
Es ist zwar für Einsteiger zunächst einmal die doppelte Arbeit, sich nicht nur mit der Astronomie, sondern auch mit der Optik zu beschäftigen, wenn man die Kosten im Rahmen halten will. Aber wenn das Vorgehen stimmt und das Interesse bestehen bleibt, kann man sich mit normalen Mitteln einen ganz guten Fuhrpark anlegen, wenn man möchte.

Viele Grüße,

Andreas
 
Hallo Andreas,

vielen Dank für die Informationen. Mir wäre der Preis eines Alluna-Newton-Teleskops gängiger Größe wichtig gewesen. Dass dieser wesentlich über dem fernöstlicher Ware liegt, ist mir klar, doch hätte ich das gerne etwas genauer gewusst.

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Phillip,

nun, die meisten Sternfreunde steigen am Ende doch von der Stange ein - und soviel spricht auch nicht dagegen. Im Normalfall würde der Thread sich gar nicht in diese Richtung entwickeln, weil erst einmal andere Fragen zu klären sind. Grundsätzlich sind viele Teleskope von der Stange "wie ein Bausatz". Das heißt sie funktionieren grundsätzlich, sind aber in verschiedenen Punkten noch nachzubessern und bedürfen aus Sicht des langjährigen Beobachters in einigen Dingen dringend der Nachbesserung - und als Einsteiger weiß man es halt erst einmal nicht besser und lebt damit.
Das deutet schon an, dass man sich Hilfe, besser jedoch Anschluss suchen sollte. Eine aktive Beobachtergruppe ist somit sehr hilfreich.

Wichtig bei der Teleskopwahl ist eine Vorstellung davon, wie das Teleskop genutzt wird:
Wer wird wo mit diesem Teleskop stehen? Wie kommt man mitsamt dem Teleskop dort hin und wie oft wird das sein? Gibt es noch weitere Orte für den Einsatz oder gar den ausdrücklichen Wunsch für große Reise?
Soll das Gerät auch fotografisch genutzt werden (ich färbe her gleich mal ein: Damit beginnt eigentlich immer das Elend) oder darf es ein rein visuell ausgelegtes Gerät sein? Muss es gewissen Designanforderungen genügen? Also Aufstellung sichtbar im Wohnbereich, gewünschtes Aussehen "wie ein Fernrohr", etc.?
Passen elektronische Hilfsmittel in Budget und Konzept? Wie sieht das Budget überhaupt aus bezüglich der Aufteilung zwischen Teleskop und Zubehör?

Schließlich stellt sich die Frage, ob man diese Fragen nur sich selbst stellt, oder ob man sich beraten lässt, und wenn ja, von wem. Wie unabhängig ist ein Berater und wie stark ist die Beratung von den persönlichen Erfahrungen des Beraters geprägt?

Clear Skies
Sven
 
Ich habe mal Preise von Alluna optics gegoogelt und siehe da: alleine die Beschichtung eines 8" Spiegels kostet dort 325€...

Ich komm bei solchen Empfehlungen für einen Einsteiger nicht mehr aus dem Staunen heraus und bin froh, solche Empfehlungen bei meinem eignen Einstieg erst nicht bekommen zu haben.

Ich geh mal raus und seh nach ob mein Chinadobson als Hauptspiegel eine silbrig lackierte Reisschüssel hat, mehr dürfte bei dem Preis nicht verbaut sein können, schaut man die Preise "brauchbarer" Optiken an....

Gruß Becky

P.S.: Als Einstieg in die visuelle Astronomie sehe ich einen immer gerne empfohlenen 8" Dobson in der Preisklasse um 400 € als gute Wahl an.
 
@: Kurt

Wahrscheinlich hast Du die Preisliste auch schon selbst gefunden.
Möchte sie aber auch anderen Mittlesern nicht vorenthalten.

Preisliste Alluna Newton-Astrographen.
Da sollte das Hobby einem aber auch wirklich am Herzen liegen.

Mir als Tüfftler, Rumknuffer und Auseinanderschrauber ist das ein klein wenig zu profitionell.:pfeif:
Aber jeder fängt nu mal klein an...... was eben unter "klein" sich der Einzelne so vorstellt.:gutefrage:
 
Zitat von Andreas68:
....Sogar beim eventuellen Umsteigen auf größere Geräte muss ein Premium-10-Zöller nicht in der Ecke verstauben, weil er nichts mehr wert sei...

Das Umsteigen auf größere Geräte kann natürlich schnell geschehen, wenn man die Gelegenheit hat seinen High-End 10" Newton mit einem halb so teueren 16" Chinanewton bei lichtschwachen Deep sky Objekten zu vergleichen...

Gruß Becky
 
Hallo Becky,

also vorweg meine ich auch, dass es nicht besonders sinnig ist, eine Einsteigerfrage vorweg gleich hin zu preislich nicht vergleichbaren Edel-Ausführungen zu lenken. Das sollte erst erfolgen, wenn man aus der Diskussion heraus eine besondere Qualitätsanforderung bemerkt.

Ansonsten sind die günstigen Geräte ja eine Art Einladung für den Bastler und auch das kann Freude bereiten. Normalerweise hat dann die größere Öffnung auch die Nase vorn - im Einzelfall kann aber auch ein Gerät derart "auf dem Hund" sein, dass es auch von deutlich kleinerer Öffnung versägt wird.

Der absolute Beratungsunfall ist jedenfalls dann passiert, wenn der Einsteiger edelste Öffnung zu teurem Preis, und daher dann naturgemäß wenig edelste Öffnung angeschafft hat, und dann beim Beobachten feststellt, dass seine Objekte nach Öffnung verlangen und zwar viel davon, die er in Massen hätte haben können, aber eben nicht als Edel-Öffnung. Da gab es ja mal den Schüler mit dem wirklich teuer zusammengesparten 90mm Apo, der dann zum ersten Mal durch einen billigen 8" Dobson schaute. Dass einem Schüler bei M13 und anderen Deepsky-Ikonen dann die Tränen kommen, ist einfach nüchtern nachvollziehbar. Das wäre dann ein Beratungsunfall.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

genauso ist es!

Zumal es nicht klar ist, ob ein Neueinseiger nicht nach kurzer Zeit genug von der Beobachtung zu hat und auf Fotographie umsteigt oder gar wieder ganz aufhört.

High End Geräte haben ganz bestimmt ihe Berechtigung und Reize, aber sie einem Anfänger zu empfehlen, da gehen emotional die Pferde mit mir durch...



Gruß Becky
 
Hallo zusammen,

bei manchen Beiträgen habe ich den Eindruck, dass sie nur deshalb geschrieben werden, um den Beitragszähler zu erhöhen, um so einer Freischaltung näher zu kommen. Wie ich unsere Moderatoren kenne, schauen die schon an, was geschrieben wurde und berücksichtigen ausgemachten Unsinn bei der Zählung nicht.

@ Michael

Die Alluna-Preisliste war mir bekannt. Trotzdem vielen Dank. Ich stellte meine Frage um zu erfahren, was in diesem Zusammenhang für ein "gängiges Alluna-Modell" gehalten wird, das zudem für Einsteiger geeignet sein sollte. Ich weiß wohl, dass Alluna weit davon entfernt ist, den typischen Einsteiger bedienen zu wollen.

Viele Grüße

Kurt
 
Hallo Phillip,

Folgende Fragen würde ich mir stellen:

1. Meine persönliche Erwartungshaltung
- Was möchte ich sehen, sind da spezielle Vorlieben oder einen Allrounder
2. max. Budget
3. bevorzugter Beobachtungsort
- Balkon, Terasse, Garten oder mit dem Auto auf's Feld ...

Ich will das jetzt noch nicht vertiefen, da Du bisher auch nicht mehr geantwortet hast, warte ich da erst einmal ab.

Gruß,
Holger
 
Hallo zusammen und vielen lieben Dank für eure Antworten.

Eure Anworten haben mir schon sehr weitergeholfen, sodass ich mir konkretere Fragen stellen kann.

So wie ich das sehen, scheint eine direkte Empfehlung eher schwierig zu sein, da ein Anfänger, so wie ich, wohl noch nicht so ganz wissen kann was er will.

Beim Budget wäre ich schon bereit etwas mehr (400 - 500 €) auszugeben. Welches Zubehör benötigt ein Teleskop ? Sind diese normalerweise im Lieferumfang enthalten.

Mobil (Auto) bin ich ebenfalls.

Gibt es Teleskope die sowohl als auch in der Stadt und im Gelände Verwendung finden können. Macht es für die Auswahl einen Unterschied ob ich auf dem Balkon oder auf der Terasse beobachte ?

Ich hatte eigentlich an einen Allrounder gedacht. Trotzdem würde mich interessieren, welche speziellen Vorlieben bzgl. Himmelskörpern es denn so geben kann.

Wie ich aus dem Thread herauslese scheint der Transport eine Teleskops nicht ganz unkritisch zu sein. Woran liegt das ? Sind manche Teleskope zu groß um in einem PKW transportiert zu werden ? ..oder sind eher potentielle Transportschäden ein Problem ?

Welche weiterne Kosten entstehen ? Wenn ich eure Antworten so richtig verstehe, wird man langfristig gesehen auch zum Teleskop-Bastler. Mit welchen Folgekosten kann man den da so rechnen. Gibt es Verschleißteile oder Komponenten die auch gerne mal kaputt gehen. Kann man an einem Teleskop wirklich alles selbst reparieren ? oder muss evtl. auch mal ein Fachmann ran ?

Noch eine Frage zum Schluß

In welche Richtungen kann sich ein solches Hobby denn noch weiterentwickeln ? Welches Zubehör benötigt ein Teleskop ? Sind diese normalerweise im Lieferumfang enthalten.

Gruß
Philip



 
Hallo Philip,

das sind aber noch eine Menge Fragen, da frage ich mich welche Vorerfahrungen Du schon gemacht hast ?
Woher kommt also das Interesse ?
Schon einmal durch ein Teleskop geschaut ?
Ein Besuch bei einer Sternwarte ?

Das Budget ist recht knapp, lag bei mir aber auch nicht höher.
Ich wollte dann das Geld mehr in die Optik stecken und habe mich für einen 8'' F6 Dobson entschieden.

Beobachtungsort: Garten und Aufbewahrung in der kühlen Garage.
Planeten, Mond, Nebel, Galaxien für mich war der Dobson die richtige Entscheidung. Beilagenokulare kann man ruhig erst einmal testen und dann später gezielt nachrüsten.

Mein Interesse wurde im Alter von ca. 16 Jahren bei dem Besuch einer Sternwarte geweckt. Das erste Teleskop war ein 114/900mm Newton mit dem ich viele Erfahrungen sammeln konnte.

Jetzt ist aber ein 8'' Dobson schon sehr günstig zu bekommen. Wäre das damals auch so gewesen, hätte ich mir den wahrscheinlich als Einstieg zugelegt.

Aber ich hatte meine ersten kleinen praktischen Erfahrungen vor dem Kauf gemacht und wusste nach dem 114er Newton schon recht genau was als nächstes Teleskop in Frage kommt, deswegen meine Frage nach Deinen bisherigen Erfahrungen mit Teleskopen und der ganzen Thematik.

Gruß,
Holger
 
Hallo Phillip,

Transportschäden - eher an Deinem Rücken! Es ist immer wichtig, dass man das Teleskop gerne mitnimmt. Ansonsten bleibt das teure Gerät zu häufig ungenutzt. Daher muss man schon abfragen, was Du bereit bist, zum Auto und wieder heraus zu tragen.

Zubehör: Bei den meisten Beobachtern wird das Zubehör teurer als das Teleskop. Für den Anfang aber muss man sich da einschränken. Dein Budget von maximal 500 Euro bedeutet, dass es für den sehr gern empfhohlenen Allrounder, den 200/1200 Dobson, eigentlich zu knapp wird. Denn der kostet mittlerweile 400 Euro und 100 Euro für sonstiges Zubehör ist sehr knapp:
Geliefert wird das Teleskop mit einem 50mm Sucher und zwei Alibi-Okularen. Die Okulare sind brauchbar, aber da so ein 200/1200 Dobson eigentlich Okulare zwischen 4mm und 42mm gut verkraften kann, muss man feststellen, dass man mit 10mm und 20mm Okularen nicht annähernd die Fähigkeiten des Teleskops ausloten kann. Es fehlen also in etwa zwei Okulare, nämlich ein Übersichtsokular für großen Himmelsausschnitt, was mit etwas Vorsicht und nicht so dunklen Himmel angenommen zwischen 30mm und 35mm Brennweite liegen sollte, und ein Okular für hohe (aber nicht zu grenzwertige Vergrößerung), so um 6mm. Das Übersichtsokular sollte dringend 2" Steckdurchmesser mehr als 65° scheinbares Gesichtsfeld haben. Beim 6mm Okular empfiehlt sich zwar auch ein größeres scheinbares Gesichtsfeld, damit man das von Hand nachgeführte Teleskop gut auf dem Objekt halten kann, es ist aber nicht so kritisch. Diese Okularzukäufe würden in die verbleibenden 100 Euro gerade so und vielleicht gebraucht hinein gehen, und dann bleibt noch so einiges an Zubehör offen:
- Leuchtpunktsucher statt oder zusätzlich zum 50mm Sucher
- Sternatlas / Jahrbuch / drehbare Sternkarte
- Rotlichtlampe
- Hocker / Beobachtungsstuhl
- Warme Kleidung / Handwärmer
- OIII-Filter für Deepsky-Objekte
- Graufilter 8x gegen Blendung bei Mond- und Jupiterbeobachtung

Es wird also knapp, andererseits ist man mit einem 200/1200 eigentlich so gut aufgestellt, dass es besser sein kann, den mit zu knappem Zubehör zu beschaffen und nachzurüsten, als auf ein kleineres Teleskop zurückzufallen, welches dann allzu leicht eher ein Spielzeug als ein Instrument ist. Da gibt es ja leider auch den Trend, kleinere Instrumente mit Elektronik-Firlefanz auszustatten, so dass diese im Paketpreis zwar um die gewünschte Stufe günstiger sind, aber optisch drei Stufen drunter anzusiedeln sind, weil neben der teuren Elektronik dann dafür beinah überhaupt kein Geld mehr da ist.

Stadt/Gelände: Das bleibt sich gleich, ein Dobson allerdings braucht einen ebenen Ort zur Aufstellung - nicht mit Wasserwaage gerade, aber so dass man mit Unterleg-Brettchen auf einem Wanderweg hinkommt.

Spezialbeobachtungen: Manche Sternfreunde beobachten vornehmlich Mond und Planeten, andere jagen gerne Kometen oder Asteroiden, bei den Deepsky-Objekten gibt es wieder einzelne Objekttypen wie Sternhaufen, Kugelsternhaufen, planetarische Nebel, Galaxien, Supernovaüberreste oder sogar Dunkelwolken, die mit der Zeit eine spezielle Faszination ausüben können. Für viele Sternfreunde ist es auch ein schönes Erlebnis, eine seltene Himmelskonstellation zu beobachten, sei es mit dem Feldstecher in der Abenddämmerung eine schwierig zu beobachtende Begegnung von Jupiter und Venus während der Steunde der größten Annäherung zu erhaschen oder den Moment einer streifenden Sternbedeckung durch den Mond an einem halbwegs hellen Stern, der dann mehrfach durch Mondberge. bzw. Täler aufblinken kann. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche Spezialdisziplinen. Ich glaube die wesentliche Unterteilung ist jene in Objekte, die hell sind und leicht hohe Vergrößerung erlauben gegenüber Objekten die schwach sind und besser in mondlosen Nächten, weit ab von Städten oder Siedlungen, bei meist (nicht ausschließlich) niedriger Vergrößerung angeschaut werden.

Clear Skies
Sven
 
Achso... Nachschlag: Verschleißteile. Optiken kann man am ehesten kaputt putzen. Das ist aber kein wirklicher Verschleiß sondern ein Bedienfehler! Teleskope halten sehr lange und mechanische Schwachstellen, die Du ändern möchtest, sind sehr individuell je nach Produkt. Beim Dobson-Teleskop von der Stange sind viele Sternfreunde nicht mit den Gleit-Eigenschaften zufrieden und tauschen dann Lager und ähnliches aus. Am liebsten verwendet man in dem Bereich Teflon-Gleitpads auf einem Material, das man kurz Ebony nennt und welches dem Belag von Küchen-Arbeitsplatten ähnelt.
Teleskope auf Montierung gibt es scheinbar grundsätzlich immer auch mit einer zu schwachen oder sagen wir viel zu schwachen Montierung zu kaufen. Auch ein typisches Austauschteil - wenn auch kein Verschleiß.

Nochmal Clear Skies
Sven
 
Hallo Philip,

das weitere Zubehör würde ich nach und nach eventuell gebraucht anschaffen. Zuerst ein Okular für hohe Vergrößerung so zwischen 6 -8mm.
Einiges geht auch im Eigenbau oder mit Freeware.
Statt einer Sternenkarte / Atlas verwende ich die Freeware Stellarium. Eine Nachführplattform habe ich mir selbst gebaut.
Ich justiere meinen Dobson nach dem Prinzip Filmdose.
usw...

Gruß,
Holger
 
Hallo Philip;

Der Sven hat schon ein weites Feld für Dich abgegrast und Du hast mit Deinem Budget einen Rahmen festgelegt.
Soweit so gut.

Zu Allroundern:
Du musst schon Kompromisse eingehen; Eine eierlegende WollMilchSau wirst Du bei Teleskopen so nicht finden. Obwohl so ein 200/1200 Dobson dem schon nahe kommt, weil der Löwenanteil des Geldes in der Optik steckt und Du keine teure Montierung brauchst!

Du sagst Balkon; ich Frage: "Wie groß ist der denn?"
Weil Du ja auch irgendwie an den OAZ, ans Okular dran kommen sollst/willst und nicht beim Versuch alles umschmeisst, mal bildlich gesprochen. Und so lange Du nicht Fotografieren möchtest, kann man eventuelle Schwingungen des Balkons als nicht so wichtig abtun.

Terrasse:
Wenn dort freie Sicht herrscht und in direkter Nähe nicht andere Häuser stehen, ist das sogar besser als jeder Balkon. Auf eventuelles Streulicht (Straßen Laternen, Nachbars Gartenbeleuchtung,Disco in der Nähe etc.) sollte man schon achten, dadurch wird die Sicht auf die Objekte die Du eigentlich beobachten willst, stark beschnitten. Der Himmel wird künstlich aufgehellt; siehe mal unter "Petition gegen Lichtverschmutzung" nach, da geht Dir ein Licht auf!
Aber Du bist ja Automobil und damit kannst Du der Aufhellung ja entkommen. Muß nicht mal der größte Wagen sein, mein 8" passt spielend samt Rockerbox in meinen Panda! Einen 12" würde ich damit auch noch packen, aber ab da wird´s unschön.....Gewicht und Abmaße....siehe Sven, von wegen "Rücken u. Transportschaden". Ansonsten wird bei mir immer mit 1-2 Gummizügen und einem kleinen Transportband alles abgesichert.

" Mit welchen Folgekosten kann man den da so rechnen... "; Bei der Frage muss ich etwas mehr als nur Schmunzeln!!!
Wenn mich mein Eheversprechen nicht bremsen würde, Jaaaaa dann.....!!!!!
Frag einen Astronomen (...der Blut geleckt und nicht zwei linke Hände hat) NIE, was Er nicht alles noch machen würde, wenn er so könnte wie er wollte!
Aber im Ernst:
Hier mal eine kurze Auflistung was ich alles über die Jahre nur alleine am 8" geändert habe,
also Folgekosten:
1. Mit Velours-Folie ausgekleidet u. alles was reflektiert mit matter Farbe angestrichen.
2. Einen abnehmbaren u. saugenden Lüfter angebracht.
3. Den OAZ durch einen wesentlich stabieleren ersetzt.
4. Den Tubus rund um den neuen OAZ versteift.
5. Streulichtschutz aus einem schwarzen Eimer gebastelt.
6. Einen neuen Fangspiegel eingebaut.
7. etc..... und noch einiges mehr. Du brauchst nur Ideen und das nötige Kleingeld, dann kommst Du aus der Bastelecke kaum raus!

Und zum Thema "Reparieren, und/oder Fachmann" frage ich Dich: "Was traust Du dir denn zu?"
Hier sind Spezialisten unterwegs; Das musst Du mal gelesen u. gesehen haben hier im Forum.
Ob Elektronik, Feinmechanik, Optik.... da findest Du alles. Es liegt nur am eigenen Können und der Zeit die man investieren will.

Und bei mir hat es sich bis jetzt soweit entwickelt, das ich mittlerweile bei der Fotografie angelangt bin, und keine Ahnung habe, ob es wann und wo enden wird?

Sollte es bei Dir ein Newton werden, so möchte ich Dich auf die Kollimation/Justage hinweisen, ohne die es beim Reflektor nicht geht.


seeing1.de
pteng.de




 
Hallo Holger,

ich glaube, dass es für Phillip wichtig ist, folgendes zu ergänzen:

1. Wenn man per Software-Sternkarte arbeitet (Stellarium, Cartes du Ciel,...), braucht man vor dem Bildschirm einen Rot-Filter, also eine tiefrote Filterfolie oder eine tiefrote Plexi-Platte. Ansonsten vernichtet man sich die Dunkeladaption, falls man ernsthaft ein Objekt sucht. Planeten, für die man eine Adaption eher nicht braucht, findet man eigentlich auch ohne Programm...

2. Man kann auch freie Atlanten im Internet finden und selbst ausdrucken. Die Atlanten von Toshimi Taki, der MagSeven und der TriAtlas sind die bekanntesten Vertreter. Ich würde den MagSeven 2.0 empfehlen:
https://www.cloudynights.com/articles/cat/articles/observing-skills/free-mag-7-star-charts-r1021
Der original-Link geht nicht mehr, aber der angegebene Archiv-Link schon:
https://archive.org/details/Mag_7_Star_Atlas

Clear Skies
Sven
 
.... und dann die ausgedruckten Seiten Laminieren, damit Du sie immer wieder nutzen kannst.
Durch die Luftfeuchtigkeit weichen die Seiten sonst auf und Du mußt jedes mal neue ausdrucken.
Ausserdem kann man die Laminate mit einem kleinen Magneten am Tubus neben dem OAZ befestigen.
Ist auch ganz praktisch, damit man sich nicht immer nach der Karte umdrehen oder bücken muß.
 
Hallo Philip,

zur Frage mit dem Balkon / Standfläche: selber habe ich einen 10" Dobson, der aber einen gleichlangen Tubus wie ein 8"f/6 hat. Da brauchst du schon mal 2x2m. Bei weniger Platz ist evt. eine Montierung angebrachter. Oder ein ganz anderes Teleskop.

Ein paar Fragen:

- Du bist bereit dich bei Dunkelheit und Kälte spät abends / nachts ans Teleskop zu setzen? Wenn du dann müde und durchgefroren bist, baust du alles ab und trägst es rein?
- Du hast einen Stellplatz für das Teleskop?
- Wieviele Türen / Treppen sind zwischen dem Aufbewahrungsort und deinem Beobachtungsplatz?
- Hast du mal an deinem Beobachtungsplatz geschaut wie es mit Streulicht und Himmelsaufhellung aussieht?

Ein 8" F6 passt wohl meistens auf die Rückbank (ca 1,2m); ein 12" zum Beispiel nicht mehr.

Grüße & CS,

Martin
 
Hallo Martin,

Zitat von Spiff64:
Wenn du dann müde und durchgefroren bist, baust du alles ab und trägst es rein?

Zitat von Spiff64:
Wieviele Türen / Treppen sind zwischen dem Aufbewahrungsort und deinem Beobachtungsplatz?

Das sind sehr essentielle Fragen :applaus: und der Grund, weswegen ich mein Equipment wieder auf Nötigstes reduzierte. Das ist aber meine persönliche, rein subjektive Meinung, vielleicht bin ich zu schwach :)

Beste Grüße und klaren Himmel!

Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

Nein, Du bist nicht zu schwach und ich glaube, hier liegt ein gewichtiger Grund, weswegen viele Leute ihre Teleskope verstauben lassen.
Der Aufwand bis zum ersten Blick durchs Okular muss so gering wie möglich gehalten werden.
Bei mir steht mittlerweile alles in einem Zelt im Garten und ich kann mal eben raus gehen, da reicht auch eine halbe Stunde Mond als initialer Gedanke, wenn der Aufbau nur fünf Minuten dauert.
Letztlich sitze ich ja dann doch wieder länger draussen, der Trick hat dann funktioniert.
Was ich damit zeigen möchte ist, dass der Gedanke an eine schöne Beobachtung die Faulheitsschwelle überschreiten muss. Diese ist umso niedriger, je weniger Aufwand man fürs Beobachten treiben muss.
Ich habe einen 8" Dobson im Garten, meistens starte ich aber mit meinem Fernglas mal eben vor der Haustüre. Es ist klar, warum.

Also mein Tipp: Lieber klein und mobil beginnen und dann mit steigendem Wissen entsprechende Wünsche entwickeln.

Wenn ich nochmal anfangen müsste, würde ich mir 1. ein Buch über unseren Nachthimmel, 2. einen Sternatlas und 3. ein Fernglas anschaffen. Das Hobby steht und fällt schliesslich mit dem Wissen darüber, was man sieht. Da hätte man auch schon ohne Fernglas genug Lernstoff und ich glaube, dass man das einem Anfänger erklären sollte.

CS,

Henning
 
Hallo Henning,

wir sind uns völlig einig! Als kleines Gleichnis noch Folgendes:

Lieber schleppe ich mein "Setup" mit ca. 8 Kilogramm in den Garten als jenes mit ca. 22 Kilogramm. Dies geschieht erfahrungsgemäß deutlich öfter.

Dabei handelt es sich selbstverständlich auch um meine persönliche, subjektive Meinung :)

Viele Grüße und klaren Himmel!

Markus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Noch was zum kleinen Setup: Das beeindruckenste was ich bisher gesehen habe, ist bei recht gutem Himmel unsere Milchstrasse. Ohne Teleskop, ohne Fernglas....

Gruß Becky
 
Hallo Henning,

Zitat von Henning81:
Wenn ich nochmal anfangen müsste, würde ich mir 1. ein Buch über unseren Nachthimmel, 2. einen Sternatlas und 3. ein Fernglas anschaffen. Das Hobby steht und fällt schliesslich mit dem Wissen darüber, was man sieht. Da hätte man auch schon ohne Fernglas genug Lernstoff und ich glaube, dass man das einem Anfänger erklären sollte.

Genau so sehe ich das mittlerweile auch. Es ist aber am Anfang nicht verständlich, warum ich mit einem "popeligen" 8x oder 10x Fernglas schauen soll, wenn ich doch im Teleskop 600x bekomme.

Sehr wichtig auch in meinen Augen: Buch und Sternatlas. Sehr geholfen hat mir die Seite von Gerd Kohler (Cor Caroli) und seiner Beschreibung zur Vorbereitung. Einfach draussen Teleskop hinstellen und dann guck ich mal funktioniert nicht. Man fängt an im Dunkeln was finden zu wollen von dem man keine Vorstellung hat wie es aussieht (Größe, Helligkeit). Ich hab Ende der 90er mit einem 114er angefangen und hab mich völlig planlos mit einer Drehkarte draussen hingestellt. Planeten findet man ja noch, aber an mehr kann ich mich nicht mehr erinnern. War mir dann auch zu kalt und zu spät. Die einfachen 0.96" China-Okulare (6mm Kellner!) haben den Rest dazu beigetragen.

Jetzt habe ich seit Januar einen 10"-Dobson und habe schon viele schöne entspannende Stunden damit erleben können, trotz später Stunde und Kälte. Und mittlerweile habe ich sogar ein "popeliges" 8x40 Fernglas, womit ich mittlerweile auch rausgehe um einfach mal nur schnell zu gucken.

Grüße und CS,

Martin
 
Hi Zusammen,

ich kann nur sagen, dass mich das seinerzeit nicht gereizt hat - es war nur nichts besseres vorhanden. Es mag auf eine Reihe Sternfreunde zutreffen aber es gibt genauso auch Sternfreunde, die ein leistungsfähiges Teleskop zu schätzen wissen. Man kann das Beobachten auch mit einem großen Gerät erlernen, hat mehr Erfolgserlebnisse und man hat es auch einfacher. Wenn ich bedenke, was ein Akt es mit meinem ersten 60mm Teleskop war, M57 einzustellen, für ein absolut enttäuschendes Erlebnis von "nahezu nichts in Ringform", weil nicht im Prinzip sondern vielmehr prinzipiell bei dem Ding aber auch wirklich an allem Mangel war: Öffnung, Gesichtsfeld, Okularbrennweite, Montierung, Montierung und nochmal Montierung (boah, war das wacklig und anti-fein-einstellbar damals).

Ich denke der Vorschlag für den ultra mobilen Einstieg sollte gemacht werden, aber bitte haltet es nicht als die einzige Krone hoch, denn da bekommt ihr nicht jeden drunter.

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

ich halte indes den 200/1200 Dobson hinsichtlich Größe, Gewicht und Leistung für ein noch sehr akzeptables Teleskop im wahrsten Sinne des Wortes. Es blitzte ja hier in den Beiträgen schon durch, ein Teleskop muss man akzeptieren und gerne benutzen wollen. Und: Erleichterungen wie Trageschlaufen, Griffe sind ja immer erlaubt.

Dobson und Balkon:
Bitte beachten, dass ein Dobson zunächst auf dem Boden steht, hier wird sehr wahrscheinlich die Brüstung des Balkons stören. Heißt, der Dobson bräuchte auf dem Balkon einen "Hocker", das kann ein stabiler, alter Nachttisch sein oder mit etwas Bastelarbeit der alt bekannte IKEA-Beistelltisch.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben