DanielM
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Guten Tag zusammen.
Ich bin seit jeher Refraktorfan und war in über 30 Jahren Hobbyastronomie bis etwa 2019 nur visuell unterwegs. Dann habe ich die Astrofotografie für mich entdeckt. Heute betreibe ich beides, aber nach einem Umzug nach Norwegen vor 2 Jahren passe ich mich ein bisschen an die doch recht widrigen Wetterbedingungen an, und spechtle wieder etwas mehr. Lange zusammenhängende Sessions mit vielen Stunden Belichtungszeit sind hier oben selten und einfach schwierig.
Ich hatte in über 30 Jahren Hobby schon viele Teleskope. Ihr kennt das: Man hat was Feines, dann bekommt man Lust, was Anderes auszuprobieren oder tätigt Frustkäufe wg. schlechtem Wetter. Und man verkauft wieder und bereut Vieles davon. Mit wenigen Ausnahmen sind es bei mir immer Refraktoren gewesen.
Das bislang beste Teleskop, dass ich hatte, war ein LZOS152 f/8 fest montiert in meiner damaligen Sternwarten (Testbericht ist auf A.de nachzulesen). Ich hatte auch bereits einen 130er AP und habe bei Sternfreunden durch Taks geschaut. Aufgrund persönlicher Umstände, musste ich die Sternwarte leider aufgeben und mich auch von einigen teureren Teleskopen trennen. Tut immer noch weh...Zum Glück weiß ich zumindest teilweise, wer die Geräte gekauft hat und sich daran heute erfreut. Eine kleine Genugtuung.
Als ich den LZOS verkauft habe, brauchte ich einen "therapeutischen" Ausgleich für ein deutlich schmaleres Budget. Ich kaufte mir den TS-SD125 und war nach ersten fotografischen Gehversuchen sehr zufrieden damit. Leider konnte ich ihn zunächst aufgrund meiner neuen Wohnsituation nur wenig nutzen. Nach und nach kam er mehr und auch visuell zum Einsatz und was soll ich sagen: Ich war stark beeindruckt, was der Hersteller hier aus einem Zweilinser an Farbkorrektur und Brillianz rausgeholt hat (bei f7.8). Ich betreibe den 125er heute auf einer AZ-EQ6 auf einer Säule auf der Dachterrasse. Es sind auch noch kleinere Refraktoren für grössere Felder vorhanden. Die Monti bliebt immer draußen, eingenordet und abgedeckt.
Aber ich habe immer meinem LZOS (und dem AP) nachgetrauert. Die Apologeten unter Euch kennen das Gefühl, besonders wenn man eine Edeloptik sein eigen nennen darf. Es ist natürlich in keinster Weise rational und die Perfektion ist - wenn auch mechanisch/haptisch spürbar und an der Vergütung ggf. sichtbar - in erster Linie im Kopf. Für meinen Teil, der mit Brille beobachten muss, um einen richtigen Sehgenuß zu haben, gibt es an Planeten und am Mond bei höchsten Vergrößerungen die kleinen und feinen Unterschiede. Die individuelle Frage ist immer: wie viel ist einem wert (und kann man sich leisten). Ich für meinen Teil genoss einfach die Haptik und das Gefühl, dass es besser halt nicht geht, als das, was ich da gerade in der Größe benutzte (LZOS, AP...).
Nun muss man aber für diesen Anspruch tief ins Budget greifen, und dieses ist halt nicht immer vorhanden. Da ich immer noch Sehnsucht nach meinem 6-Zöller hatte, der für mich die Obergrenze des Praktikablen bei den Refraktoren darstellt, besonders wenn man nicht (mehr) fest aufstellen kann, wuchs der Wunsch, dort wieder hinzukommen.
Nach den guten Erfahrungen mit dem TS-SD125 und einer angekündigten Preisaktion bei TS vor Weihnachten, entschloss ich mich, mir den TS-SD150 zu bestellen. Schwerpunkt-Anwendung sollen visuelle Beobachtung, Planeten und Mond, hellere Deepsky Objekte sein. GGf. auch mal Astrofotografie von Galaxien. Natürlich war und ist mir klar, dass dies kein Astrophysics-Gerät ist. Aber meine Hauptkriterien waren:
Wie war der erste Eindruck und die Haptik:
First light war monokular (verschiedene Okulare, bis zum 4 mm Radian), second light ohne Verlängerungshülse mit Televue Binoviewer (mit Baader Hyperion Zoom Okularen).
Hier meine ersten Eindrücke (ausführlichere Beobachtungen kommen noch - bei Minus 15 Grad wirds halt nach 2 Stunden doch kalt
).
Ich denke, ich werde noch viele schöne Stunden damit haben und öfter mit dem 150er spechteln, während der 125er Photonen auf dem Chip sammelt. Ich bin bislang sehr zufrieden. Und viele Projekte warten:
- Ausgiebig DS-Beobachtung
- Fotografie mit f8 bei 1200mm (mit Flattener)
- Direkter visueller Vergleich 125 vs. 150
- Direkter visueller Vergleich 150 vs. 2x130 Doppelrefraktor
Hoffentlich wird es oft genug klar
- ab April wird's nicht mehr ausreichend Dunkel bist September...
Abschließend nach diesen ersten Eindrücken: Ich finde, man bekommt sehr viel Teleskop für's Geld. Natürlich muss man wissen, worauf man sich einlässt. Dies ist und bleibt ein grosses Teleskop, das gut montiert werden will. Angesichts der sehr guten Reviews des 125er und 150er aus der TS-SD Serie, würde ich soweit gehen, und diese Geräte als "Volksapos" bezeichnen. Es ist in jedem Fall beachtlich, welche Fertigungsqualität mittlerweile möglich ist in China zu Preisen, von denen man vor 10 Jahren nur träumen konnte.
Vielleicht hilft dies hier ja dem ein oder anderen zur Orientierung.
Anbei ein paar Fotos vom Auspacken und ersten Eindrücken aufgebaut. Bei Fragen, gerne PN schreiben.
Viele klare Nächte
Daniel
Ich bin seit jeher Refraktorfan und war in über 30 Jahren Hobbyastronomie bis etwa 2019 nur visuell unterwegs. Dann habe ich die Astrofotografie für mich entdeckt. Heute betreibe ich beides, aber nach einem Umzug nach Norwegen vor 2 Jahren passe ich mich ein bisschen an die doch recht widrigen Wetterbedingungen an, und spechtle wieder etwas mehr. Lange zusammenhängende Sessions mit vielen Stunden Belichtungszeit sind hier oben selten und einfach schwierig.
Ich hatte in über 30 Jahren Hobby schon viele Teleskope. Ihr kennt das: Man hat was Feines, dann bekommt man Lust, was Anderes auszuprobieren oder tätigt Frustkäufe wg. schlechtem Wetter. Und man verkauft wieder und bereut Vieles davon. Mit wenigen Ausnahmen sind es bei mir immer Refraktoren gewesen.
Das bislang beste Teleskop, dass ich hatte, war ein LZOS152 f/8 fest montiert in meiner damaligen Sternwarten (Testbericht ist auf A.de nachzulesen). Ich hatte auch bereits einen 130er AP und habe bei Sternfreunden durch Taks geschaut. Aufgrund persönlicher Umstände, musste ich die Sternwarte leider aufgeben und mich auch von einigen teureren Teleskopen trennen. Tut immer noch weh...Zum Glück weiß ich zumindest teilweise, wer die Geräte gekauft hat und sich daran heute erfreut. Eine kleine Genugtuung.
Als ich den LZOS verkauft habe, brauchte ich einen "therapeutischen" Ausgleich für ein deutlich schmaleres Budget. Ich kaufte mir den TS-SD125 und war nach ersten fotografischen Gehversuchen sehr zufrieden damit. Leider konnte ich ihn zunächst aufgrund meiner neuen Wohnsituation nur wenig nutzen. Nach und nach kam er mehr und auch visuell zum Einsatz und was soll ich sagen: Ich war stark beeindruckt, was der Hersteller hier aus einem Zweilinser an Farbkorrektur und Brillianz rausgeholt hat (bei f7.8). Ich betreibe den 125er heute auf einer AZ-EQ6 auf einer Säule auf der Dachterrasse. Es sind auch noch kleinere Refraktoren für grössere Felder vorhanden. Die Monti bliebt immer draußen, eingenordet und abgedeckt.
Aber ich habe immer meinem LZOS (und dem AP) nachgetrauert. Die Apologeten unter Euch kennen das Gefühl, besonders wenn man eine Edeloptik sein eigen nennen darf. Es ist natürlich in keinster Weise rational und die Perfektion ist - wenn auch mechanisch/haptisch spürbar und an der Vergütung ggf. sichtbar - in erster Linie im Kopf. Für meinen Teil, der mit Brille beobachten muss, um einen richtigen Sehgenuß zu haben, gibt es an Planeten und am Mond bei höchsten Vergrößerungen die kleinen und feinen Unterschiede. Die individuelle Frage ist immer: wie viel ist einem wert (und kann man sich leisten). Ich für meinen Teil genoss einfach die Haptik und das Gefühl, dass es besser halt nicht geht, als das, was ich da gerade in der Größe benutzte (LZOS, AP...).
Nun muss man aber für diesen Anspruch tief ins Budget greifen, und dieses ist halt nicht immer vorhanden. Da ich immer noch Sehnsucht nach meinem 6-Zöller hatte, der für mich die Obergrenze des Praktikablen bei den Refraktoren darstellt, besonders wenn man nicht (mehr) fest aufstellen kann, wuchs der Wunsch, dort wieder hinzukommen.
Nach den guten Erfahrungen mit dem TS-SD125 und einer angekündigten Preisaktion bei TS vor Weihnachten, entschloss ich mich, mir den TS-SD150 zu bestellen. Schwerpunkt-Anwendung sollen visuelle Beobachtung, Planeten und Mond, hellere Deepsky Objekte sein. GGf. auch mal Astrofotografie von Galaxien. Natürlich war und ist mir klar, dass dies kein Astrophysics-Gerät ist. Aber meine Hauptkriterien waren:
- Leistungsdaten, 150er Öffnung, vergleichbar mit meinem LZOS bei sehr schlankem Gewicht (angegeben mit 9.5 kg für OTA) - die AZ-EQ6 sollte ihn tragen können.
- Sehr gute Testberichte auf deutschen und internationalen Astronomieseiten (hier und CN)
- Zweilinsiges Design - denn hier bei uns ist die Wetterlage selten stabil. Man baut also oft auf und hat dann 1-2 Stunden. Zudem ist es oft deutlich kälter als in D, also ist Auskühlzeit wichtig.
- Binotauglich - die mitglieferte 100mm Verlängerungshülse kann man entfernen und dann kommt man mit Binoansatz ohne Glaswegkorrektor in den Fokus
- Ein passender Flattener ist schon im Bestand - also bin ich auch vorbereitet, ihn fotografisch zu nutzen
- Sehr gute Erfahrungen mit dem "kleineren Bruder"
- Ein sehr ansprechender Preis und guter Service bei TS (ich bekam den optischen Testbericht vorab zugeschickt und konnte dann entscheiden). Ich hatte mit WR gesprochen, ob ich mir ggf. von Anfang an einen FT-Auszug nachrüsten lasse, aber er empfahl, den vorhandenen 3,7-Zoll-Auszug erstmal zu probieren.
Wie war der erste Eindruck und die Haptik:
- Das Teil ist sauber verarbeitet, gutes Finish. Der Auszug wirkt schon gewaltig im Vergleich zu dem 2.5 Zoll-Auszug am 125er. Es ist natürlich kein FT, aber deutlich mehr Auszug m.E. als man bei Vixen oder Tak von der Stange bekommt.
- Im Vergleich zum 125er wirkt er für mich nicht wirklich so viel grösser. Aber: Als ich ihn aus dem Karton hob dachte ich schon: "Das sind aber keine 9.5 kg, sondern mehr". Die Waage zeigte dann also 12,3 kg mit Losmanyschiene, Schellen und Tragegriff. Immer noch ok, aber schon schwerer. Schraubt man die Verlängerungshülse raus, sind es ca. 0.5 kg weniger. Die Angaben bei TS sind also nur der nackte OTA.
- Die Vergütung wirkt hochwertig, die Transmission hoch. Je nach Blickwinkel sieht man nicht viel von der Frontlinse. Innen im Tubus eine ordentliche Verblendung.
- Die dem Gerät zugeordnete Seriennummer (kann man bei TS mitbestellen, damit der Optiktest auch zugeordnet werden kann) ist etwas lieblos in recht großen Buchstaben auf ein Klebeband gedruckt und auf die Verlängerungshülse geklebt worden. Erfüllt seinen Zweck, kann man aber besser machen. Mein Vorschlag wäre ein mit weißen Lettern auf schwarzem Grund und gekrümmt gedruckte Seriennummer, die vorsichtig auf die Vorderseite der Linsenfassung neben der Typenbezeichnung Platz findet oder unter den Okularauszug geklebt wird. Ist sicher Geschmackssache. Mich stört es nicht besonders.
First light war monokular (verschiedene Okulare, bis zum 4 mm Radian), second light ohne Verlängerungshülse mit Televue Binoviewer (mit Baader Hyperion Zoom Okularen).
Hier meine ersten Eindrücke (ausführlichere Beobachtungen kommen noch - bei Minus 15 Grad wirds halt nach 2 Stunden doch kalt
- Jupiter war sehr detailreich und in ruhigen Seeingmomenten knackscharf mit Wirbelstrukturen in den Wolkenbändern, einem klar und sofort ins Auge springendem GRF. Ein wirklicher Genuss! Natürlich fehlt mir der direkte Vergleich unter gleichen Bedingungen, um zu sagen, ob mir hier was fehlt zum Edelrefraktor, den ich vorher hatte. Bislang kann ich das nicht sagen. Es war einfach toll, den Tubus immer wieder weiterzuschubsen und zu sehen, wie der Planet sich durchs Gesichtsfeld bewegt.
- Am Mond waren Terrassenabstufungen an Kraterrändern mit viel Details zu sehen. Auch hier wurde ich ein wenig an den LZOS erinnert. Ich glaube der Mond wird zukünftig wieder mehr in meinen Beobachtungen vorkommen...besonders wenn es für Astrofotos zu hell ist.
- Deepsky war nur ein kurzer Streifzug möglich. Ich sehe bei den Objekten ein helleres und detaillierteres Bild als beim 125er. Sternhaufen mit nadelpunktfeinen Sternen. Orion Nebel binokular sehr schön ausgedehnt mit ein wenig 3-D-Effekt. Mit 35 mm Panoptik monokular knapp 2 Grad Gesichtsfeld erlaubt einen schönen Streif durch sternreiche Regionen mit scharfer Abbildung und unterschiedlichen Sternfarben, so wie es sein muss.
- Man kommt ohne Verlängerungshülse mit dem Binoviewer von Televue in den Fokus ohne GWK. Will man den GWK benutzen oder Monokular beobachten, muss man eine 50mm Verlängerung zum Stecken zusätzlich verwenden oder die Tubusverlängerung wieder einschrauben.
- Keine CA sichtbar an Mond und Planeten, sowie an den hellen Sternen, die ich bislang angefahren habe. Ich bin bis 0.5 mm AP hochgegangen. Die Optik ist visuell nach meinem Eindruck farbrein im Fokus (wie auch der 125er). Fotografisch wird er das nicht sein können als Zweilinser wg der Empfindlichkeit der Chips auch im IR und UV. Wie auch der 125er wird er vermutlich etwas grössere Sternscheibchen erzeugen (?). Ich lasse mich überraschen. Bei Astrobin sind durchaus respektable Aufnahmen zu sehen, die mit dem 150er gemacht wurden.
- Sterntest sieht vorbildlich aus, so wie es sein muss und im Testbericht abgebildet ist.
- Der Auszug wirkt auf den ersten Blick in Ordnung. Nicht perfekt wie ein FT, aber ausreichend und solider als der 2.5 Zoll-Auszug am 125er. Er ist stabil, auch wenn er weit ausgefahren ist. Einzig wirkt es, als ob ich beim Richtungswechsel des Fokus ein minimales Spiel habe. Das kann man sicher korrigieren.
Ich denke, ich werde noch viele schöne Stunden damit haben und öfter mit dem 150er spechteln, während der 125er Photonen auf dem Chip sammelt. Ich bin bislang sehr zufrieden. Und viele Projekte warten:
- Ausgiebig DS-Beobachtung
- Fotografie mit f8 bei 1200mm (mit Flattener)
- Direkter visueller Vergleich 125 vs. 150
- Direkter visueller Vergleich 150 vs. 2x130 Doppelrefraktor
Hoffentlich wird es oft genug klar
Abschließend nach diesen ersten Eindrücken: Ich finde, man bekommt sehr viel Teleskop für's Geld. Natürlich muss man wissen, worauf man sich einlässt. Dies ist und bleibt ein grosses Teleskop, das gut montiert werden will. Angesichts der sehr guten Reviews des 125er und 150er aus der TS-SD Serie, würde ich soweit gehen, und diese Geräte als "Volksapos" bezeichnen. Es ist in jedem Fall beachtlich, welche Fertigungsqualität mittlerweile möglich ist in China zu Preisen, von denen man vor 10 Jahren nur träumen konnte.
Vielleicht hilft dies hier ja dem ein oder anderen zur Orientierung.
Anbei ein paar Fotos vom Auspacken und ersten Eindrücken aufgebaut. Bei Fragen, gerne PN schreiben.
Viele klare Nächte
Daniel
