TSAPO906 vs TSAPOCF80

klausd

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Hallo Zusammen,

ich bin grade dabei den nächsten Schritt zu Wagen weg von Kamera Linsen (aktuell 70-200mm f2.8 mit einer 6da) hin zu einem richtigen APO mit gekühltem CMOS Chip. Das ganze muss reisetauglich sein mit dem Flieger (La Palma, Namibia). Montierung wird eine iOptron CEM25P, Kamera wird eine ASI1600 Mono mit Filterrad.

Momentan schwanke ich zwischen TS-Optics Photoline 80 aus Karbon (TSAPOCF80 ) mit 500mm f6.25 und dem TS-Optics Photoline 90 (TSAPO906) mit 600mm f6,6.
Gemäß den Auflösungsangaben sollten beide die ASI1600 an der Grenze unterstützen. Für beide würde ich zudem den RICCARDI Reducer bestellen mit 0,75x.
Der Karbon Tubus ist 500g leichter was natürlich ein Argument ist, jedoch reizen mich auch die 90mm Öffnung.

Hat jemand Erfahrung mit Karbon APO's oder kann jemand ggf. Argumente / Meinungen zu den beiden hier posten? Ggf. gibt es ja auch noch einen ganzen anderen in dieser Preisklasse, den ich nicht auf dem Schirm habe.

Viele Grüße,

Klaus
 

RaBaeh

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Hallo Klaus,
bei der Fotografie sucht man sich ja die passende Brennweite für Sensorgröße der Kamera und die Objekte aus.
Ich vermute dass du das getan hast und im Bereich zwichen 375 und 450mm Brennweite suchst. Ich persönlich favorisiere Systeme, die "[zensiert]ensicher" sind...und daher hatte ich mich für einen Quadruplett entschieden, da bei diesen APOs die Bildfeldebnung fest verbaut ist. Für mich(!) die eindeutig bessere Wahl ;)
Ob der Riccardi bessere Spots über das Feld liefert, weis ich nicht - aber was waren deine Gründe für deine Vorauswahl?

Grüße Rainer
 

klausd

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was waren deine Gründe für deine Vorauswahl?
Primär die Flexibilität. Ich decke damit mit meiner 6da mit 0,75 Reducer oder mit normalen Flattener und der 1600er einen Bereich von 375mm bis 1000mm ab (Crop Faktor der 1600er mit 4/3 Sensor gegenüber Vollformat ist ja 2). Bei einem Qadruplett hätte ich das nicht. Oder gehen da auch Reducer dran?

Preislich sollte das Gespann APO / Flattener nicht über 2000€ liegen und nicht über 4-5 Kilogramm. Was wäre Deine Empfehlung?

Viele Grüße,

Klaus
 

RaBaeh

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Hallo Klaus,
mit zusätzlichem Reducer an dem Quadruplett habe ich mich nie beschäftigt...die größere Flexibilität hast du natürlich mit Reducer/Flattener, auch wenn der größere Brennweitenbereich mit einem langsameren System einhergeht. Aus ca F/4,6 wird F/6,25 das merkt man schon deutlich an den Belizeiten. Ist aber nur am Rande bemerkt ;) Ich habe den TSAPO71Q mit F/4,9 und vorher den 65er Quadruplett mit F/6,5 - da sind Belichtungszeiten mässig welten dazwischen...

Mir selbst wäre die Suche nach dem jeweiligen richtigen Arbeitsabstand zu aufwändig, aber da können andere sicher mehr dazu beitragen :)

Grüße Rainer
 

Shreevy

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Hallo Klaus,

du solltest berücksichtigen, dass du mit dem Riccardi Reducer evtl. nicht in den Fokus kommst, da er den Fokuspunkt sehr weit nach "vorne" legt. D.h. dein Stern ist noch unscharf, du kannst den OAZ aber nicht weiter eindrehen, um ihn schärfer zu stellen. Wirf mal einen Blick auf die Reducer von TS ... insb. der TSAPORED075 legt den Fokuspunkt nicht sehr weit nach vorne.
Hab eine ähnliche Kombo wie du ... 6Da Vollformat und QHY-163M. Hab auch schon etliche Apos durch und kann dir folgenden Tipp mit auf den Weg geben: 1. Lass dir ein Prüfprotokoll geben und wenn nötig die Optik vor dem Kauf noch einmal justieren! Ich würde mit keinem Teleskop mehr Fotos machen, von dem ich nicht sicher weiß, dass die Optik sehr gut zentriert ist. 2. Bau dir einen vernünftigen OAZ dran. Du wirst keine Freude haben, wenn du die verschraubte Kamera mit OAZ rotierst, weil du einen anderen Bildausschnitt haben möchtest, du aber dann übers halbe Feld wieder Eier statt Punkte hast.
Ich arbeite übrigens auch lieber mit Flattener + Reducer. Zum einen wegen der größeren Flexibilität und zum anderen des Geldes wegen. Quadruplets sind einfach sauteuer ...

Viele Grüße
Sharif
 

RaBaeh

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Hallo,
Zum einen wegen der größeren Flexibilität und zum anderen des Geldes wegen. Quadruplets sind einfach sauteuer ...
Flexibler ja, Preisvorteil Jein ;)
Wenn man Teleskop und Reducer zusammenrechnet kehrt sich der Preisvorteil um. Zumindest bei den hier angefragten Kombis.
Der Punkt der Fokusverschiebung ist wichtig zu erwähnen, das hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Eben weil ich nicht damit Arbeite ;)

Grüße Rainer
 

klausd

Mitglied
Danke für die Tipps bisher. Mit den erforderlichen Abstandsringen und dem leichten Mehrpreis bei 2 Flattenern kann ich vermutlich leben. Werde jetzt den TSAPORED075 favorisieren.

Der 90er APO hat einen 2,5" Zahnstangen Auszug, der 80er eine Zahnstangen-Ritzel Kombination mit Feststellung genau auf der Achse. Hier klingt der Carbon 80er stabiler. Ein Vorteil welcher die 10mm mehr Öffnung wieder aufwiegt?

Ist ein Carbon APO sinnvoll? Hab gelesen, dass sich ein Metalltubus sogar schneller der Außentemperatur angleicht und Carbon für einen APO daher gar nicht mal so sinnvoll ist?

Viele Grüße,

Klaus
 
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