Tubusverstärkung TS-12"-Newton

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MartinKrahn

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Hallo,
ich erwäge, meinen neuen TS12"-Newton (f4) mit einem äußeren Korsett aus Alu-Stangen und Ringen/Schellen zu stabilisieren, weil ich dem dünnen Blech nicht traue (CCD-Fotografie). Hat jemand Vorerfahrungen, Tips oder Bedenken?
Gruß,
Martin Krahn
 
Hallo Martin,

schätze Mal, dass ein Korsett, wie du es machen willst, den Tubus sicherlich steifer macht. In dieser Beziehung denke ich, geht Probieren über Studieren.
Viel falsch machen kann man ja nicht, und wenn's nicht so funktioniert, wie es soll, kann man es ja wieder demontieren.
Wieso traust du dem Blech denn nicht? Hast du es schon mal versucht? Wie dick ist denn das Blech und wie lang der Tubus?
 
Hallo Martin,

ich stehe vor ähnlichen Überlegungen, wie man das System verstärken/versteifen kann.

Ein wichtiger Ansatz zur Verbesserung sind nach meiner Meinung die Tubusbänder, denn Rohrschellen kann man diese dünnen Bänder ja nicht nennen. Und zweitens sollte man den von Astrojockel vorgeschlagenen Tubusdeckel mit Lüftern einbauen, damit der Tubus in der Nähe des Spiegels versteift wird.

Ich werde meinen Tubus nächste Woche erstmal mit Samtfolie auskleiden, vielleicht wird er ja dadurch schon stabiler!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Vor was habt ihr denn da genau Angst? Warum sollte das Blech nicht stabil genug sein?
Gibt es eine Verschiebung des Fangspiegels in Bezug zum HS oder wie?
Kann mir eigentlich kaum vorstellen, dass sich so ein Tubus merklich durchbiegt oder ähnliches. Wie äußert sich denn ein zu wenig stabiler Tubus?
 
das Problem eines sich verwindenden Tubusses hatte ich mit einem Alu-Tubus historischer Herkunft (ist wohl 40 Jahre alt). Er verkippte regelrecht. Habe dann Blendringe aus Alu ausgesägt und entlang des Tubusses innen mit Epoxy eingeklebt. Die Ringe habe ich so groß gemacht, dass ich sie mit einem Hammer in ihre jeweiligen Positionen geklopft habe, so dass der Tubus ordentlich verspannt ist. Jetzt verwindet sich nix mehr...

Vielleicht eine Anregung. Funktioniert natürlich so nicht, wenn der Tubus sich in der Länge verzieht. Dann müssten Längsversteifungen eingeklebt werden.

Gruß,
René
 
Hallo...

Als ebenfalls-Photonensammler kann ich die Kollegen verstehen und für mich war das beim Bau meines 10-Zöllers auch eine Überlegung, nämlich wie dick soll der Tubus (Hartpapier bei mir) werden...da kann man ordentlich Masse verbauen, mein Tubus hat 4mm Wandstärke, wenn ich stattdessen nur 3mm mache, spare ich fast 2kg...

Das Problem ist, das man als Foto-User gerne mal einige Pfunde an den OAZ hängt, eine CCD-Cam nebst Filterrad kann leicht mal in die Kilogramms gehen, und schlußendlich stützt sich das ja alles auf dem OAZ ab, und dieser hängt eben nur am Tubus(blech)...hat man dann noch etwas Backfokus, dann gibt das auch noch einen schönen Hebelarm.

Bei zu dünnem Tubusblech kann ich mir daher vorstellen, das im Laufe der Belichtung und zusammen mit der Hebelverlagerung durch die Nachführung, es zu merkbaren Fokusverschiebungen kommt...das kann übel sein, weil mans ja "dank" Leitrohr u.U. gar nicht merkt.

Bei meinem 10-Zöller ist es so, das ich z.B. schon nach dem Justieren mit dem Laser (ich justiere mit ComaCorr und Filterschublade in Position) eine 90°-Drehung des Tubus (aufrecht <-> liegend) am Laser sehen kann...es sind zwar nur wenige 1/10mm (man kann es gerade sehen, das der Laserstrahl die Mattscheibe ankratzt), aber es ist sichtbar...und das bei einem 4mm-HP-Tubus sowie gut eingespannter FS-Halterung.

Mechanisch beträgt die Verwindung bestimmt nur wenige mm pro Meter Länge, aber optisch kann man das leicht nachweisen...lange Refraktoren hatten in früheren Zeiten das Problem ja auch, das sich die Tubusrohre durchbogen.
 
Hallo Holger,

wenn du die Lüfterplatte verwirklichen willst, warte mit der Samtfolie noch etwas. Bei mir habe ich die Drehzahlreglung und einen EIN/AUS-Schalter nach vorne neben den OAZ gelegt. Bequemlichkeit muss sein.

Mit ein paar Bauteilen für ca. 40.- € incl. Lüfter geht das einfach und prima. Der Kabelbaum verschwindet zum Schluss unsichtbar unter der Samtfolie.

Als Teile wurden verbaut:

- 10k Ohm Drehpoti incl. Drehknopf (ca. 5,-€)
- EIN/AUS-Schalter (ca. 1,-€)
- 12V Buchse Klingenstecker (ca. 1,-€)
- 2m flaches Litzenkabel
- 3 80mm Enermax Lüfter regelbar (á 9,-€)
- 1 alter 3 1/2" Floppy-Stromstecker
- Rückwand eines Bilderrahmens ( oder ALU-Blech/Plexiglas/etc.)
- 4 Rollen Velour/Samtfolie (á 3,98,-€) für 12"f5,3

Und als Werkzeug braucht man:
- Dekupiersäge (oder Laubsäge, dauert aber länger)
- Akkuschrauber/Bohrmaschine + 6, 8, und 10mm Metallbohrer
- Lötkolben

Dann noch ein paar Stunden Zeit und bei f5,3 laaange Arme, der f4 wird erheblich leichter gehen!

Wenn du magst, lasse ich dir (und jedem anderen, den es interessiert) gerne Bilder und Schaltplan zukommen.
 
Hallo Astrojockel,

den Schaltplan für die Lüfterregelung möchte ich gerne haben.
Nur wird bei mir dann alles am Tubusende eingebaut. Da ich meinen f/4 Newton fast ausschließlich fotografisch nutze, sitze ich in der Nähe des Hauptspiegels und die Bedienung der Lüfter erfolgt dann auch von unten. Wobei ich noch überlege, ob ich die Lüfter überhaupt regelbar mache. Noch kann ich nicht abschätzen, wie sich die Vibrationen der Lüfter beim fotografieren auswirken.

Meine Email steht in meinem Profil.
Danke für Deine Bemühungen.
 
Hi Zusammen,

die Hauptprobleme habe ich nicht mit den Rohrschellen, sondern mit dem Ei im Tubus. Das zeigt sich dann aber an den Schellen.
Je nachdem, wie ich den Tubus drehe, liegt die Delle von der Falz anders in den Schellen. Und die Schellen drücken dann mal die Falz ein und mal wird der ganze Tubus nicht richtig in die Schellen gelagert.
Man turnt nachts am Gerät rum, und nach einem Schwenk wird auf einmal die obere Hälfte eine Rohrschelle locker, weil der Tubus sich anders knetet. Gut, dann zieht man die Schraube nach, damit die Rohrschelle wieder sitzt, aber eigentlich ist in dem Moment die sensible Justage schlicht im [zensiert].

Für mich ist also das Problem, daß der Tubus durch den Falz sehr unrund wird (mind. 3mm Abweichung!). Die Labberscharniere der Rohrschellen tun dann ihren Teil dazu, wenn man den Tubus dreht.

Die Rohrschellen müssten einfach nur strammere Scharniere haben, so daß sie eben nicht unter ihrem eigenen Gewicht um 5cm verkippen, wenn man sie öffnet. Und dann könnte man wirklich versuchen, den Tubus durch einzusetzende Ringe von Innen her rund zu drücken. Nur muß man warscheinlich dann für die Falz in die Ringe eine Aussparung feilen.

Da solche Aktionen aber wieder das Gewicht in die Höhe treiben, und wegen des geringen Gewichtes fiel die Wahl ja auf dieses Gerät, erscheint mir das unsinnig (mit meiner Montierung). Deshalb denke ich mir im Stillen, daß ich irgendwann viel Geld für einen aus Pappe und Harz gewickelten Tubus ausgeben muß.

Alternative: Wer kennt sich mit dem Selbstbau solcher Tuben aus, und würde vielleicht mal für ein Teleskoptreffen oder so einen Workshop anleiten können/wollen?

Clear Skies
Sven
 
Hallo, alle,
zunächst Danke für die Anregungen!
Wie Sven schreibt: der Tubus ist aus dünnem Blech mit dicker Falz. Dem kann ich als CCD-Fotograf mit kleinen Pixeln bei 1,2m Brennweite nicht recht trauen. Habe allerdings den Vorteil, dass Gewicht auf meiner Montierung nich soooo die Rolle spielt. Aber wenn mein Leitfernrohr noch außen drauf an den Schellen hängt, dürfte sich das ganze in jedem Fall irgendwie in das Blech reinwürgen. Und bessere Schellen sind von der Stange nicht zu kriegen. Weiters habe ich aufgrund meiner fotografischen Zielsetzung nicht vor, den Tubus überhaupt in den Schellen zu drehen, und ich kann das ganze Teil wie es ist in der Sternwarte stehen lassen. Trotzdem soll es nun auch nicht so ein Brontosaurus werden...
Derzeit plane ich zunächst, mit ein bis zwei weiteren Schellen zusätzlich und 3 Aluschienen längs (auf der einen die Leitrohrhalterung) ein Gerüst zu bauen. Die Idee mit den verstärkenden Blenden ist gut - allerdings ist der Tubusdurchmesser relativ eng für den Spiegel, da ist nicht viel Platz. Und für steife passende Blenden brauchts dann auch wieder einen gewieften Dreher, und den habe ich leider nicht zur Hand.
Gruß,
Martin
 
Hi Martin,

Leitrohr auf Rohrschellen würde ich lassen. Das erzeugt einen ungeheuren Hebel und kräftigen Druck auf dem Tubus.
Die Russentonne Piggyback auf den Rohrschellen zum R200SS (im Vergleich eben nur 250mm Durchm.) übte einen solchen Druck aus, daß der Tubus sich bei aufgedrehten Rohrschellen nicht drehen ließ. Von der Belastung der Montierung ganz zu Schweigen.
Ich empfehle Dir da eher, eine Aluplatte anzufertigen (8mm stark müsste hinlangen), die Du zwischen Rohrschellen und Montierung spannst. Auf der Aluplatte wird dann das Leitrohr angehängt. Geschickt wäre dann, wenn das Leitrohr genau gegenüber dem OAZ hängt, damit der Schwerpunkt wieder in die Mitte kommt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo ihr Bastler, ich dachter der Ts Newton wäre etwas Anständiges und hatte ihn schon in die engere Wahl gezogen .
Aber wenn ich jetzt sehe das der Tubus schon so schlecht ist und das für den nicht ganz billigen Preiß werde ich mir das noch einmal durch den Kopf gehen lassen .
Hat der sonst noch Macken ?
 
Hi Eloi,

den Bericht auf meiner Homepage kennst Du?

Das Gerät ist eben auf Gewichtsparen ausgelegt und da wirst Du bei "normal kommerziellen" Anbietern keine Alternative haben. Da geht's eben nur mit Pertinax (das ist Schichtweise Papier/Pappe) oder vielleicht Kohlefaser in derselben Gewichtsklasse.

Clear Skies
Sven
 
Hallo, Sven,
wenn ich das Leitrohr mit auf die Montageplatte zwängen will, ist das neben dem dicken Rohr schwierig unterzubringen und auszuwuchten... Hast du das so gemacht?
Mein gedanke war der, dass ich mit dem Leitrohr auf den (miteinander verschienten) Rohrschellen mehr Spielraum habe, und ich wollte die Leitrohrschellen mit der Montageplatte der Montierung zusätzlich mit Lochband oder Bandeisen festziehen... Sähe zwar ziemlich improvisiert aus, aber man soll ja durchgucken...
Was meinst du?
@ Eloi: Wie Sven schon sagt, dafür ist es leicht...
Gruß,
Martin
 
Hallo Martin,

mein Leitrohr ist an den Rohrschellen befestigt. Allerdings mit einer Prismenschiene. Das Leitrohr ist nahe an der Montierung angebracht. Dadurch ist auf alle Fälle die von Sven beschriebene Belastung so gering wie möglich. Auf die Art mit der Primenschiene hab ich noch 2 f4/300 Pentacon Teleobjektive montiert. Schön verteilt auf dem Rund der Schellen. Durch die Primenschienen werden, nach meiner Meinung, die Schellen ausreichend versteift. Obwohl stärkere Schellen mit Sicherheit besser wären.
 
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