Tuningmöglichkeiten

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NewHorizons2

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Hallo, ich bins

ich wollte mal in Erfahrung bringen, was ihr denn alle so an euren Dobsons getuned habt?

Ich hab hier schön sehr oft was von Velour-Auskleidungen und Selbstgebauten Rockerboxen usw. gelesen, aber was genau ist denn eine Velour-Tubusauskleidung und was nützt sie einem?

Habt ihr noch etwas an euren Teleskopen verbessert?

- Würde mich interessieren, welche Möglichkeiten es da noch so gäbe

Viele Grüße
euer Peter
 
Hallo Peter,

Dobson/Newton-Tuning ist ein Reizthema.
Viele Leute halten das für unnötig, andere Leute für unverzichtbar.
Die Auswirkungen mancher Tunings bemerkt man erst wenn getuned und ungetuned direkt nebeneinander im Vergleich steht.

Fakt ist, dass selbst manches APO Tuning vertragen könnte, trotzdem sind solche Teleskope inklusive der dazugehörigen guten Monti ein wesentliches Stück näher an der mechanischen und optischen Perfektion als es annähernd jeder käufliche Newton/Dobson ist. Der Markt für einen annähernd perfekten und entsprechend teuren Newton ist offensichtlich wesentlich kleiner und weniger immageträchtig als dies bei guten Linsenteleskopen der Fall ist. Gerade die üblichen Fernost-Dobsons zeichnen sich zwar durch ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis aus, bieten aber jede Menge Möglichkeiten über Tuningmaßnahmen an "verstecktes" Potenzial zu kommen.

Rockerbox -
in aller Regel durchaus stabil wenn man sie auch ordentlich verschraubt und verleimt, aber ein paar Versteifungsstreben oder ein Neuaufbau aus Multiplex (im Austausch gegen die Spanplatten) kann zusätzliche Stabilität bringen.
Die Gleitlager der Drehteller sind meist nicht aus dem besten Teflon und manchmal unterdimensioniert und sie sollten auf eine raue harte Oberfläche wie Ebonny Star wirken um einen sauberen ruckfreien Lauf zu garantieren.
Rollenlager gehen meist zu leicht, auch da kann man mit Filz bremsen, eine gute Teflon-/Ebonnykombination ist damit aber kaum zu schlagen.
Die Höhenlagerung ist häufig unterdimensioniert, die Spannfedern überfordert. Auch da kann man mit größeren Höhenrädern, größeren Teflonpads und Ebbony-Streifen viel erreichen. Das völlig anders funktionierende Skywatcher-Friktionssystem ist auch verbesserungswürdig und sehr verbesserungsfähig.
Ein Beitrag dazu findet sich dort
http://www.deepsky-brothers.de/index.htm
unter Tipps und Tricks, -verb.Skyw.Rockerbox-.

Unter Dobtuning total ist ein Teil meines Umbaukonzepts eines Dobson-/Newtons vorgestellt und auch zur Tubusinnenauskleidung mit Veloursfolie findet sich ein Beitrag auf der HP.

Was man so alles tun kann auch für den Newton:
-Tubusinnenauskleidung (auch OAZ)
-Tau-/Streulichtkappe (Länge über FS 1,5 x D-Tubus)
-saugende und regulierbare Tubuslüftung
-Tubusisolierung
-Schwärzung aller in den Tubus ragenden Teile (OAZ/Schrauben pp)
Das sind so die gängigsten Maßnahmen, wobei die Tubusisolierung schon in Richtung Optimierung für den Hochvergrößerungsbereich geht, also Planeten- und Mondbeobachtung.
Das führt dann weiter zur:
-Optimierung der Fangspiegelgröße für visuelle Nutzung (auch ein qualitativ höherwertiger FS ist eine Option)/OAZ-Fokusoptimierung-Untersetzung/ diese Maßnahmen können eine Tubusverlängerung erforderlich machen.
Diese drei Maßnahmen sind als Paket zu sehen und wollen berechnet sein (z.B. MyNewton).
-Veränderungen/Verbesserungen der Fangspiegelspinne
-Verbesserung der HS-Spiegelzelle
-EQ-Plattform oder Dobdrive (auch aber nicht nur im Hochvergrößerungsbereich interessant, weil man sich durch Wegfall der Handnachführung besser auf die Beobachtung des Objekts konzentrieren kann.
Das geht z.B. so
http://vangestel.de/fujtor/eq/eq2.htm

CS
*entfernt*
 
Hallo Peter,

Veloursfolie ist so matt und lichtschluckend, das keine störenden Reflexe die den Kontrast mindern können mehr im Tubus herumflitzen :) Es nutzt wirklich eine Menge, nicht nur in einem Dobson auch in kleineren einfachen Geräten bringt so ein interner Streulichtschutz eine ganze Menge.

Dann ist die Rockerbox meist nicht ganz optimal von der Leichtgängigkeit, meine war viel zu leichtgängig und ich hab sie einstweilen mit ein paar Filzklebedingern soweit gebremst dass es annehmbar bis 250x ist.

Lüfter ist dann auch ein Thema, habe einen über die komplette Öffnung hinten, nutze ihn aber ehrlich gesagt sehr selten, denn ich beobachte kaum von Zu Hause aus und so lege ich den Spiegel immer frühzeitig ins unklimatisierte Auto, bis ich dann anfangen ist er schon recht gut ausgekühlt...

Irgendwann kommt dann aber sicher mal die Idee auf, ganze Teile neu zu bauen, aber das muss ja nicht gleich am Anfang sein ;)

Edit: Oh da war ich wohl im Gegensatz zu Günter a.) zu langsam und b.) zu wenig :)

CS Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Peter

Ich habe mir ein voll duchgetuntes 12" Dobson gebaut und habe Spaßes halber immer Vorhehr-Nachhehr Vergleich gemacht.

Neben einer sehr guten optischen Qualität aller optischen Komponenten, welche ich als existenzielles Kriterium erachte, empfinde ich folgende Tuningmaßnamen am wichtigsten, welche meiner Meinung nach mir am meisten gebracht haben.

- Eine Motorfokussierung. Sie verhindert, dass man beim Fokussieren Schwingungen auf das Instrument überträgt. Ein sehr großer Komfort, da dass Bild stehen bleibt und man sehr fein scharf stellen kann, was bei f/5 mit seiner geringen Tiefenschärfe und einem üblichen OAZ nicht immer so einfach war.
- Eine EQ-Platform zur Nachführung. Sie hält das Bild auf der optischen Achse, was wiederum das Scharfstellen wesentlich vereinfacht und man kann entspannt und bequem sich auf die Details konzentrieren.
- Ein Binokular mit GWK, welcher gleich die Koma des Newton korrigiert. Über die Wahrnehmungsverbesserung des beidäugigen Sehens brauche ich wohl nichts schreiben.
- Eine leichtgängige ruckfreie Nachführung mit Kugellager, Tevlon, Ebonistar.
- Große Fokussierknöpfe mit leichtgängigen Schrauben und starken Druckfedern um die Justage so angenehm und leichtgängig wie möglich zu gestalten.
- Großer Lüfter mit großem Luftdurchsatz (40cm Bodenventilator) um eine schnelle Temperaturanpassung zu gewährleisten.

Das sind so die Tuningmaßnahmen die, die Beobachtungspraxis wirklich erleichtern und angenehm machen und die es einem ermöglichen auch wirklich die hohe optische Qualität und das Leistungsvermögen einer großen Öffnung auszunutzen.

Gruß Uwe
 
Schon mal danke für eure Antworten, ich weiß aber nicht, inwiefern ich mir das zutraue, ich meine dass man an dem teuren Gerät rumbastelt (möglichst ohne was kaputtzumachen) also - mal abgesehen von der Rockerbox, welche sich ja einfach verbessern lässt ohne ein großes Risiko einzugehen.

Ähm, könnte mir bitte jemand beschreiben, wie man den Tubus von innen mit Velour auskleiden könnte, damit ich mir mal ein Bild davon machen könnte, welche genauen Schritte man machen muss.

>> Wäre wirklich nett

Danke und viele Grüße
Peter
 
Hallo Peter

Ich finde eine Velourauskleidung ist nicht so wichtig, dass du diese jetzt sofort machen und deinen Newton zerlegen musst.

Es reicht auch vorerst ein Kleines Stück, dass so groß ist wie der Bildausschnitt des OAZ wenn du ohne Okular durch den OAZ in den Tubus auf die gegenüberliegende Tubuswand schaust.

Du kannst den ganzen Tubus auch noch auskleiden, wenn du mal eine Hauptspiegelreinigung machst oder sonstige größere Umbaumaßnamen.

Meiner Meinung nach, wird die Wirkung der Velourfolie etwas hochgejubelt. Ich habe das zwar auch bei allen meinen Teleskopen gemacht, jedoch habe ich keinen signifikanten Unterschied zu vorher erkennen können.
Meiner Meinung nach ist eine exzellente optische Qualität Garant dafür, für einen schwarzen Himmelshintergrund und für kontrastreiche Bilder.
Die Velourfolie ist nur ein i-Pünktchen von einem komplexeren Gesamtsystem, dessen Abbildungsleistung entscheidend von anderen Kriterien wie Justage, Qualität und Temperaturmanagement abhängt.

Gruß Uwe
 
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