Überkorrektur von Flats - Ein Video | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Überkorrektur von Flats - Ein Video

steffens

Mitglied
Hi Frank,

Das Thema ist schon sehr sensibel bei manchen Kameras. Ich hatte es auch schon, dass von einer Aufnahmeserie einige passten, andere eine Überkorrektur hatten. Da hatte ich über Nacht einen starken Temparaturabfall, und das Master-Dark passte nicht mehr 100%. Das kann schon reichen, um in der Flat-Korrektur sichtbar zu werden, weil auch da ein klein wenig zu viel (oder eben zu wenig) "Rauschsockel" in den Lights übrig blieb.
Das bekommt man dann auch mit dem Trick, einen Offset zum Master-Flat zu addieren, nicht mehr komplett korrigiert. Man kann nur einen Wert suchen, bei dem es für möglichst viele Bilder passt.
Damit plagen sich aber natürlich nur Leute, die keine kontrolliert kühlbare Kamera haben...

Grüße,
Steffen
 

frasax

Mitglied
Hallo Steffen,

bei meinen DSLRs hatte ich bisher diesbezüglich keine Probleme. Da habe ich ich immer mit sehr kurz belichteten Bias gearbeitet und die Darks ganz weg gelassen. Warum das bei einigen CMOS Kameras (hier habe ich nicht deutlich gesagt, dass DSLRs ja auch CMOS Kameras sind, sich aber oft anders verhalten), eine Rolle spielt, dann wieder nicht bleibt mir zunächst auch ein Rätsel.

CS Frank
 

steffens

Mitglied
Meist funktioniert es bei mir auch mit reinem MasterBias (aus Bildern mit der kürzest-möglichen Belichtungszeit).
Manchmal reicht das aber scheinbar nicht. Ich vermute, wenn es z.B. relativ warm ist und viel zusätzliches Rauschen im Light enthalten ist, dann zieht man mit dem Bias zu wenig ab. Daher habe ich es manchmal so, dass Bilder vom Anfang der Nacht eine Überkorrektur zeigen, aber Bilder, die später gemacht wurden ( = kühler) werden richtig Flat-korrigiert.
Wirklich passende Darks helfen da wohl, sind aber eben bei DSLR schwer zu machen - insbesondere bei Nikon, wo die Temperatur nicht in den EXIF-Informationen steht.

Grüße,
Steffen
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

ich hatte auch das Problem der überkorrigierten Flats. Längere Flats (2-3 Sekunden) haben das Problem tatsächlich gelöst (Bias sowieso). Die Temperatur dürfte nicht das Problem gewesen sein, da ich einen gekühlten Chip hatte. Da scheint was dran zu sein am nichtlinearen Verhalten der CMOS-Sensoren bei zu kurzen Belichtungen.
Ich hatte nur das Problem eines seltsam strukturierten Hintergrunds im Bild und dachte das liegt auch am Sensor, bis ich es auf die Struktur des weißen Papiertaschentuchs zurückführen konnte, welches ich für die Dämmerungsflats benutzt hatte :rolleyes:

Gruß

Heiko
 

frasax

Mitglied
Hi,

wenn ich es richtig verstanden habe, ist es nicht der Sensor selber der sich nichtlinear verhält, vielmehr der AnalogDigitalConverter und dessen Spannungsversorgung. Hier ist aber Ingenieurswissen gefragt.
Wasserzeichen im Papier sollte man tunlichst auch vermeiden:)

CS Frank
 

dkracht

Mitglied
Hey Frank,
das ist wirklich ein richtiges Problem mit den überkorrigierten Flats - jedenfalls für den "Normalo", der mit CMOS arbeitet.
Deine "Quick & Dirty"-Lösung werde ich mal probieren. Das restliche Video hat mir nicht wirklich geholfen.
CS Dietrich
P.S. Die Investition in PixInsight habe ich mich noch nicht getraut.
 

Tom0104

Mitglied
Hi Frank,
schönes Video. Ich mag deine Art zu sprechen sehr gerne, so herrlich unaufgeregt.
Inhaltlich hättest Du einen Aspekt noch mit beleuchten können, der meiner Meinung nach sehr häufig auftritt und nicht nur CMOS-Kameras betrifft - das Problem der Lichtlecks.
Je nachdem unter welchen Umständen Flats und Bias Frames gewonnen werden, können Lichtlecks dazuführen, das es zu einer Überkorrektur der Flats kommt. Das gemeine ist, das es nicht sofort auffällt, da die Flats eigentlich "passend" aussehen. Mache ich Flats am Taghimmel z.B. mit T-Shirt bin ich da anfälliger als Nachts mit Flatbox. Aber auch da kann das Mondlicht oder Straßenbeleuchtung ausreichen. Ich habe immer mal ab und zu mit nicht passenden Flats bei meiner CCD Probleme gehabt, konnte aber keine Regelmäßigkeit/Gesetzmaßigkeit erkennen, bis ich ein Lichtlecks an meinem Fokussierer als Übeltäter ausmachen konnte. Und - tataaaa - ich hatte selten so schön passende Flats:D.

Viele Grüße
Thomas
 

frasax

Mitglied
Hi Tom,

dabei kann ich mich ganz herrlich aufregen:)
Freut mich zu hören.

Ja, Flats können eine Wissenschaft für sich sein. Lichteinstreuung ist dabei ein Problem aber auch reflektierende Oberflächen, selbst dann, wenn man die Reflexe mit bloßem Auge nicht sieht, die Kamera sieht sie. Wir haben einen 24" Open Truss, da sind Flats die Hölle. Überhaut, man denkt immer Profiteleskope, da müsste alles super sein, ist es nicht. Die Flats sehen oft katastrophal aus.
Dass eine Einstreuung einen solchen Effekt erzeugt wie den hier im Video gezeigten, ist mir allerdings noch nicht untergekommen. Ich habe darum nur die spezielle CMOS Problematik in diesem Video behandelt. Aber grundsätzlich hast du natürlich vollkommen recht.


CS Frank
 

vichman

Mitglied
Hallo Frank,

man kommt ja gar nicht hinterher mit dem Anschauen, so schnell wie du neue Videos machst! :)
Deswegen mit etwas Verspätung ein Kommentar zu deinem Video zur Überkorrektur von Flats.

Du wunderst dich ja (bei 13:45), dass es bei den neuartigen CMOS-Kameras große Herausforderungen beim Pre-Processing gibt, dies aber wohl bei DSLRs - die ja auch CMOS-Chips haben - deutlich weniger Probleme macht.
Kann das daran liegen, dass die wenigsten DSLRs echte Rohdaten ausgeben (auch wenn diese "RAW" heißen), sondern dass diese in der Kamera vorbearbeitet werden? (z.B. bereits ein Bias-Abzug stattfindet, etc.).
Leider dokumentieren ja die meisten DLSR-Hersteller nicht, was sie da alles anstellen...

nur meine fifty cents

CS
Stefan
 
Das Homepagetool mit der aktuellen Mondphase u.v.m.

(Alle Angaben für 10 Grad ö.L. Länge / 50 Grad n.B.)

In Kooperation mit www.Der-Mond.org Hole Dir jetzt das kostenlose Mondtool für Deine Homepage

Oben