schmitzac
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Das Esprit 80 ist eigens für die Astrofotografie beworben, bewährt sich aber in der Praxis keinesfalls. Die mangels Rohrschellen nicht ausreichende Ausstattung des Teleskops für einen Weitfeldsucher, ein normales Sucherfernrohr und ein Leitrohr sowie die fehlenden Möglichkeiten zum Gewichtsausgleich bei dem kopflastigen Triplett erschweren den Aufnahmebetrieb erheblich und führen oft zum vorzeitigen Verkauf des Gerätes, zumal bei manchen Händlern eine irreführende Werbung den Himmel auf Erden verspricht und die gute Optik durch eine mangelhafte Schwärzung von Tubusanteilen deutlich beeinträchtigt ist.
Ich habe mir daher längere Zeit Gedanken zu einem Umbau gemacht und möchte diesen Umbau nun präsentieren.
Die wenig glückliche Teleskophalterung wurde durch 100mm Rohrschellen von Omegon ersetzt, die sowohl oben als auch unten jeweils 5 Photogewinde hat.
Unten wurde eine Baader Prismenschiene mit drei Langlöchern adaptiert, die je nach Gewichtsbelastung nach vorne oder hinten umpositioniert werden kann.
Oben wurde eine 7 cm Schichtholzplatte mit 4 Schrauben aufgesetzt, die eine Baader Prismenklemme trägt.
Diese mittige Prismenklemme hält den auf eine Prismenschiene fixierten Variofinder, der sich bestens für einen Gewichtsausgleich bei differentem Fotozubehör eignet.
Der Variofinder dient nicht nur als Sucher, sondern auch als Leitrohr und ist mit dem Baader Klappspiegel kombiniert.
Die Prismenklemme wurde mittels Schichtholzsockel unterfüttert, damit der Variosucher zwecks Gewichtsausgleich auch nach hinten über eine ASIair gezogen werden kann.
Die ASIair wird mittels Photoschraube und einer bei den Rohrschellen mitgelieferten Klemmmutter durch eine Bohrung in der Holzplatte befestigt.
Zu guter Letzt setze ich noch den Riegel-Leuchtsucher in den Sucherschuh ein, er ist auf einer kleinen Schichtholzplatte fixiert, an der ein Skywatcher-Sucherhalter montiert ist.
Das Univeralkonzept mit dem Baader Variofinder/ dem Riegel habe ich für 6 Teleskope realisiert, es ist sehr praktisch und kosteneffektiv. Am Esprit 80 ist es wegen der kurzen Rohrschellenabstände aber etwas schwieriger und erfordert Geduld. Einmal fertig beseitigt es jedoch die Grundsatzmisere des Teleskops.
Bei der Demontage der Halterung kann man auch einen blanken Metallring an der hinteren Blende schwärzen, er nimmt leider sehr schlecht den Schultafellack an. Leuchtet man mit einer LED-Lampe von vorne in die Optik, fällt sofort ein Reflex im Glas durch blanke Metallteile auf. Das ist für den Firmenanspruch an das Gerät nich tragbar.
Am Ende des Teleskops sieht man den neuen Varioreducer von TS, der über einen Ludesadapter direkt mit den OAZ verbunden werden kann. Die bei TS angegebenen Abstände zum Sensor stimmen für das lichtstarke Triplet nicht und sind im unteren Grenzbereich, leider konnte ich den Reducer noch nicht ganz austesten und halte mich mit einer Empfehlung noch zurück.
Grüße
Andreas