Und schon wieder ein Neuer mit der gleichen Frage

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Toperaser

Mitglied
Hallo,

Stelle mich mal kurz vor. Ich heiße Max, bin jetzt 30 Jahre alt, und lese mich seit ein paar Wochen in die Thematik Astronomie-Teleskope via Foren etc. ein.
Und auch wenn besonders diese 76/700 sehr verabscheut werden, habe ich mir heute auf einer kleinen unbekannten Internetauktionsplattform so ein kleines Dingend von "Optus" für 19 € gebraucht ersteigert. :-) konnte nicht anders, irgendwie musste jetzt mal so ein Teil her um mir selber ein Bild davon zu machen was schlechte Qualität ist.
Werde die nächsten Wochen / Monate mal mit sparen anfangen, für was weiß ich aber noch nicht genau. Jeder schwört auf dieses Dobson 8 - aber irgendwie kann ich mich mit diesem " Untechnischem Holzgestell-look " nicht anfreunden.
Einsatzort wäre nur Zuhause vom Balkon. Mein Ziel ist es den Saturnring möglichst groß ( und wenn möglich klar ) zu erkennen und evtl. auch zu Fotografieren ( mit einer Canon DSLR ). Budget sollte so um die 400 € liegen.
Klingt das Unrealistisch?


Gruß Max
 
Hallo Max,

ich denke für 19 Euro ist das doch ganz OK als Kauf. Was einfach an Teleskopen dieser Klasse stört ist die Erfahrung, dass manche Leute glauben, die Unzulänglichkeiten dieser Geräte würden alle Teleskope die es so gibt betreffen.

Deine Anforderungen widersprechen sich nun leider. Der Balkon spricht bei üblichen Ausmaßen auch wirklich nicht unbedingt für den typischen Dobson. Deine Vorstellung von dem was Du sehen willst allerdings spricht dann doch wieder für den typischen 200/1200 Dobson. Optisch ist so ein 200/1200 das Maximum was Du für Deine 400 Euro herausholen kannst. Fotografieren kannst Du dann aber nur Mond-Schnappschüsse.

Man kann aus 400 Euro auch noch ganz andere Pakete schnüren. Aber eigentlich sollte man Dich mal dazu bringen, mit anderen erfahrenen Sternfreunden mal eine Nacht auf dem Acker zu verbringen um mal zu erfahren, was man so an Leistungspotenzial braucht, um ein "cooles" Bild vom Saturn zu sehen.

Vielleicht kann dieser Link wenigstens eine Vorstellung wecken:
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_saturn.htm

Clear Skies
Sven
 
Hallo Max,

wenn Dir der Lo-Tec Look eines Holzgestells nicht gefällt nehme doch eine azimuthale Schwenkeinheit, die erfüllt den gleichen Zweck, kostet nicht unerhebliche Mengen an Euros und kann sogar bis Hi-Tec mit digitallen Teilkreisen ausgestattet werden. Stichworte hierzu wären AYO, GIRO, AZ4, Porta, SkyTee, ATZ etc. Das sieht dann 'technokratisch einwandfrei' aus.

Oder gleich eine parallaktische Montierung, die ist aber komplizierter in der Handhabung.

Für Anfänger rate ich von computerisierten Goto-Montierungen und Teleskopen ab, auch Spiegelfernrohre sind nicht ideal in Anfängerhänden. Die müssen fast alle mehr oder weniger oft justiert werden.

Wenn Du auf Balkonien beheimatet bist empfehle ich auch das sehr sympathische Balkonsternwarten-Netzwerk:

http://www.balkonsternwarten-netzwerk.de/portal.php


Grüße und ein gutes neues Jahr,

Coyote
 
Hi Max,

viel *Spaß* mit deinem 76/700! ;)
Dein(e) Ziel(e) können durchaus recht einfach mit deinem Budget erzielt werden.
Dass du dich mit der Holzbox, auch Rockerbox genannt, eines Dobson nicht anfreunden kannst verstehe ich! Aber da du bei einem Dobson eine günstige Montierung hast, kannst du mehr Wert auf den Tubus legen und somit ein optisch wertvolleres Gerät, als ein Teleskop mit beispielsweise parallaktischer Montierung, bei gleichem Geld erlangen. Ich würde dir ein parallaktisch montierten Newton empfehlen. Da diese Geräte noch recht günstig sind und sie fast keine Farbfehler besitzen! Da würde ich dir diesen Newton vorschlagen: Skywatcher N 150/750.
Wenn du dann noch Fotos machen willst gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder du fotografierst durch das Okular, also afokal. Oder du kaufst dir noch einige Adapter und Barlowlinsen und fotografierst dann mit der Kamera anstelle des Okulars, also fokal. Die erste Methode ist wohl die einfachere und die günstigere aber wenn du wirklich gute Bilder haben willst musst du Fokal aufnehemen. Aber da sich die Gestirne schnell bewegen, und sich die Erde schnell dreht, brauchst du wahrscheinlich noch einen Nachführmotor für deine Montierung.

Grüße und CS
Konstantin

http://ndh-astronomie.de
 
Hallo,

Wow, ihr seit wirklich schnell beim Anworten. Vielen Dank!!

@sven_wienstein : Vielen Dank für den Teleskopenvergleich Link. Um ehrlich zu sein bin ich ein bisschen überrascht das man mit dem kleinsten Kaufhaus Tele im Vergleich zumindest den Ring vom Saturn sehen kann, hätte ich eigentlich nicht gedacht. Somit bin ich jetzt erstmal gespannt auf das 76/700 da ich von diesem Ding eigentlich so etwas nicht erwartet hätte.

@Reverend_Coyote: So eine parallaktische Montierung ist bestimmt was für mich. Da hab ich die Herausforderung!
Das mit dem Justieren macht mich gerade stutzig, was muss wie justiert werden? Kann ich das selber machen?

@Ndhastronomie: Jetzt weiß ich für was ich spare ;-) Laut Beschreibung auch noch Updatefähig Richtung Fotografie das passt doch! Hast du das selber?
sind 750 ausreichend falls ich mal Richtung Deepsky gucken wollen würde ?

Gruß Max
 
Hallo Max,

nein das Teleskop habe ich selber nicht habe es aber mal bei einem gleich Gesinnten gesehn und eine Nacht lang getestet.
Für den Anfang ist das sehr gut! Dieses Teleskop ist auch noch sehr ausbaufähig, sprich innen ein Material verlegen, was zum Streulichtschutz dient oder eine bessere Montierung wie die Neq 5, Heq 5 etc kaufen. Diese Teleskope aus der Skywatcher Reihe kann ich nur empfehlen, da ich auch das Skywatcher N200/1000 BD Neq5 besitze und damit voll und ganz zufrieden bin!
Für visuelle Deepsky beobachtungen kommt es mehr auf die Öffnung als auf die Brennweite an also 150mm! Mit 150mm kannst du schon einiges recht gut beobachten, wie z.B. den Andromeda-Nebel (M31), den Großen Nebel des Orion (M42) oder die Plejaden (M45) etc. Für Deep Sky fotografien bräuchtest du allerdings ein gutes Nachführgerät oder einen Guider, damit du langzeit belichten kannst. Diese liegen aber weit über deinem Budget.

Grüße und CS
Konstantin

http://ndh-astronomie.de
 
Hi Max

Falls es fotografisch weitergehn soll, wäre von der Kombination eher abzuraten. Die NEQ-3 trägt den 6"er (je nach persönlichem Anspruch) gerade mal visuell gut genug. Klar - möglich ist alles irgendwie; aber Spass kommt da nicht wirklich auf.
Andererseits wäre die Montierung fotografisch genau richtig, um erste Gehversuche mit Telobjektiven zu machen. Aber auch dazu müsste noch gut 100€ draufgelegt werden, um sie zu motorisieren; nochmals ~80€, um ihr einen Port für einen Autoguider zu verpassen, der bei den 'empfehlenswerten' Brennweiten aber noch nicht wirklich erforderlich ist, sondern eher zum Üben dient, eben mit der Technik umgehen zu können.

Daher das allerwichtigste, was auch schon erwähnt wurde:

Schließ dich anderen Amateurastronomen an, schau mal in der nächsten Volkssternwarte vorbei. Jeder hat ganz andere Maßstäbe, was denn jetzt kompliziert zu bedienen ist, was schwer zu tragen ist, was eine gute Abbildung hat und was nicht, ab welcher Öffnung "DeepSky" anfängt und was man mindestens setzen muss, um damit Fotografieren zu können.
Um das irgendwie einschätzen zu können und deine Entscheidung zu treffen, musst Du ganz einfach selbst das mal ausprobiert haben.

Ansonsten:
Erstmal viel Spass mit deinem Torpedo ;). Zumindest ab 70mm (in der Chinakracherklasse) ists selbst auf den ersten Blick kein Problem, die Cassini-Teilung zu erkennen. Also im Moment wohl schon - aber praktisch gings mit vollkommen ungeübten Kindern bis in die 90er wie gesagt auf Anhieb.

Und falls dir 6" und eine EQ-3 beim Ausprobieren Spass machen (oder sonst irgendeine Kombi in der Richtung): Das sind typische positive Einsteigergeräte - also solche, die dann bei vielen Lust auf 'mehr' machen. Die findet man daher gebraucht in sehr gutem Zustand sehr oft und sehr günstig. Bei 400€ könnte da dann vom Ersparten her locker eine Motorisierung, ein gutes Übersichtsokular oder eine solidere Montierung mit im Paket sein.

cs
Jürgen
 
Hi Jürgen,

vielen Dank für die Erklärung, also Pi mal Daumen nochmal 200 €. Das klingt OK. Werde mich erstmal intensiv mit dem Beobachten etc. beschäftigen. Motor und alles andere folgt dann danach.

Habe mir gerade auf Empfehlung von Sven's Internetseite die Bücher und Hilfsmittel bestellt:

Kosmos Himmelsjahr 2013
Atlas für Himmelsbeobachter
Drehbare Himmelskarte

brauche ich sonst noch was?

@Konstantin: Du hast geschrieben:
Andromeda-Nebel (M31), den Großen Nebel des Orion (M42) oder die Plejaden (M45)

Diese Messier Zahlen tauchen dann auch im Atlas auf oder?

Gruß
Max ( Der gerade planlos in den Himmel starrt )
 
Hallo Max,

mit dem Justieren meinte ich Spiegelfernrohre - da müssen Haupt- und Fangspiegel genau justiert werden, um die bestmögliche Abbildung und Auflösung des Bildes zu erreichen. Diese Justierung verstellt sich beim Transport häufiger wie bei Linsenfernrohren. Es gibt jede Menge Anleitungen dazu im Internet und auch in diesem Forum.

Normale Linsenfernrohre (dh. Fraunhofer, nicht Apochromate) sind von Hause aus justierunanfälliger und einfacher in der Handhabung, sie brauchen weniger Auskühlzeit und sind insgesamt pflegeleichter durch den geschlossenen Tubus. Wenn das Fernrohr beim Kauf einwandfrei justiert geliefert wird, hält das jahrelang bei normalem Gebrauch.

Aber wenn Du keine Angst hast dann ist gegen ein Spiegelfernrohr nach Newton nichts einzuwenden. Dann nimm den Stier bei den Hörnern und bändige ihn... ;) Es ist nichts unüberwindbar Schwieriges, ein wenig Lesen und Probieren hilft immer.

Eine parallaktische Montierung muß auch justiert werden, nämlich eine Achse, die sogenannte Stundenachse, muß parallel zur Erdachse ausgerichtet werden. Dann reicht die gleichförmige Drehung um eben diese eine Ache, um ein Objekt im Gesichtsfeld des Teleskopes zu halten. Bei den azimuthalen Montierungen muß man ständig in zwei Achsen nachdrehen. Dafür sind sie einfacher aufzustellen, einfach eine Achse senkrecht, dann paßt es.

Wenn du photographieren möchtest, wirst Du um eine parallaktische Montierung nicht herumkommen.


Grüße, Coyote
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Max,

wenn du den Großen Himmelsatles von Kosmos meinst, dann ja dort steht die Messier-Nummer, manchmal auch noch die NGC-Nummer und der richtige Name dabei.
Für das beobachten würde ich mir an deiner Stelle das kostenlose Programm Stellarium zu legen. Du stellst deinen Beobachtungsort, das Datum und die Uhrzeit ein und schon werden dir alle Momentan sichtbaren Gestirne angezeigt!

Grüße und CS
Konstantin

http://ndh-astronomie.de
 
Re: Und schon wieder ein Neuer mit der gleichen Fr

Hallo,

Klasse, ist alles bestellt und kommt hoffentlich noch in der ersten Woche im neuen Jahr.
Das Justieren habe ich mir auch schon angeschaut, da kann ich gleich mal mit dem 76/700 üben. Hab zwar gelesen das es in der Größe noch nicht so schlimm ist, auch nach einem Transport etc. aber so theoretisch kann man's ja schon mal ausprobieren sofern das bei dem Ding möglich ist.

Hab mir jetzt mal die ganze Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen. Bin dann zu der Entscheidung gekommen das ich gleich Nägel mit größeren Köpfen machen möchte und so soll es das Skywatcher N200/1000 BD Neq5 werden. Meine Frau schüttelt jetzt schon den Kopf, hihi.
Konstantin hat geschrieben das er damit voll und ganz zufrieden ist, darauf vertraue ich jetzt :-)

Gruß
Max
 
Re: Und schon wieder ein Neuer mit der gleichen Fr

Hallo Max,

Zitat von Toperaser:
Hab mir jetzt mal die ganze Sache nochmal durch den Kopf gehen lassen. Bin dann zu der Entscheidung gekommen das ich gleich Nägel mit größeren Köpfen machen möchte und so soll es das Skywatcher N200/1000 BD Neq5 werden.

Konstantin hat geschrieben das er damit voll und ganz zufrieden ist, darauf vertraue ich jetzt :-)

wäre es nicht sinnvoller, Svens Vorschlag umzusetzen und sich die Sachen erst einmal in der Praxis anzuschauen? Der Himmel läuft Dir nicht weg und das Zeug ist ja nicht gerade billig.

Gruß

Ronald
 
Re: Und schon wieder ein Neuer mit der gleichen Fr

Hi Ronald,

Ist Richtig! Ich neige dazu die Sachen oft zu Theoretisch anzugehen :-) Komme aus Unterhaching bei München. Hat jemand eine Adresse für mich wo ich Anfragen kann? Evtl. Kommt jemand von euch aus dem Münchner Raum?

Gruß Max ( der sich gerade alle Youtube Videos über Astronomie reingezogen hat )
 
Re: Und schon wieder ein Neuer mit der gleichen Fr

Hallo Max,

wenn Du an Astrofotografie denken solltest, würde ich von der ins Auge gefaßten Kombination abraten.

Viele Händler neigen dazu, große Teleskope auf völlig unterdimensionierten Montierungen anzubieten, um einen günstigen Preis zu erzielen. In meinen Augen ist ein 8" Newton auf einer NEQ 5 so ein Fall. Wenn ich auch nur entfernt an Astrofotografie denke, würde ich auf diese Montierung allerhöchstens einen 6" Newton (150/750) packen. Für einen 8" Newton sehe ich eine EQ 6 als Minimum an. Wer sich lange genug mit einem wackeligen Aufbau herumgeärgert hat kommt irgendwann auf das, was ernsthafte Astrofotografen wissen: Lieber eine kleine Optik auf einer dicken Montierung, als ein großes Teleskop auf einer Wackelmontierung.

Gruß

Kurt
 
Hallo, noch kurz meinen Senf dazu (irgendwie hat mich der Vergleich 76/700er Refraktor mit dem 8" Dobson schon etwas "verstört" - das kann man doch überhaupt nicht vergleichen, das ist wie Moped gegen Familienvan):

zu dem kleinen Refraktor fehlt noch Monti, 3 gute Okulare, Zenitspiegel oder Amiciprisma und einiges weiter. Sind sicher noch so ab 200€ je nach Qualität. Aber dann hat man ein Gerät, mit dem man ganz gut Planeten und Mond gucken kann. Irgendwie kann man da immer auch eine Nachführung und Kamera dranbauen.

zu dem Dobson braucht man auch Okulare und zwar gute. Und unbedingt einen Rohrventilator (ohne den geht bei Planeten fast nichts vor lauter Tubusgewaber) Aber dann hat man deep sky UND Planeten in Topqualität, das kann man doch nicht mit einem 76/700er Achromaten (und kein Zeiss!!) vergleichen. Aber reicht beim Dobs die Belichtungszeit für Planetenfotos?

Fotos gehen auf Monti mit Nachführung: die wird schwer und teuer (ich hab den Newton 8") und ist der Grund, warum ich das Ganze gerade nicht sooo gern benutze: schwer, blöd zum Aufbauen mit den Zahnrädern von der Nachführung usw.)

Ich würde Dir empfehlen, jetzt erst mal ausgiebig mit dem Refraktor zu beobachten, weitere Sternfreunde dabei kennen zu lernen und so nebenher mal verschiedene Okus usw. zu checken, das Rohr innen mit Veloursfolie auszukleben, die Okular- und Objektivränder mit Filzstift zu schwärzen...
Dann ergibt sich vieles von allein.

Gruß und viel Spaß beim Spechteln
 
Hallo Hanz,

ich glaube der Optus 76/700mm ist ein Newtonspiegel, kein Refraktor.

Gutes neues Jahr,

Coyote

 
Hallo Max,

wilkommen im neuen Hobby und hier im Forum.

Und auch wenn besonders diese 76/700 sehr verabscheut werden, habe ich mir heute auf einer kleinen unbekannten Internetauktionsplattform so ein kleines Dingend von "Optus" für 19 € gebraucht ersteigert. :-) konnte nicht anders, irgendwie musste jetzt mal so ein Teil her um mir selber ein Bild davon zu machen was schlechte Qualität ist.

damit kannst die allerersten Eindrücke vom Himmel holen. Ich kenne dieses spezielle Teleskop nicht, aber jedes Teleskop, welches in der Lage ist, Dir mal Mondkrater "zum Anfassen" zu zeigen, ist besser als kein Teleskop. :D

Mit 19 Euro hast auch kein Geld unnütz verbraten.

Werde die nächsten Wochen / Monate mal mit sparen anfangen, für was weiß ich aber noch nicht genau.

das ist vernünftig. Solange Du sparst, wirst mit dem Teleskop schon mal Freude haben und nachher, wenn Du was "vernünftiges" hast, werden Dir die Augen aufgehen und das Herz in der Brust vor Freude hüpfen...

Jeder schwört auf dieses Dobson 8 - aber irgendwie kann ich mich mit diesem " Untechnischem Holzgestell-look " nicht anfreunden.

Wenns nur um den "Look" geht, was spricht dagegen, die Rockerbox mit stylischen Metallik-Lack-Folien zu verschönern?

Einsatzort wäre nur Zuhause vom Balkon. Mein Ziel ist es den Saturnring möglichst groß ( und wenn möglich klar ) zu erkennen und evtl. auch zu Fotografieren ( mit einer Canon DSLR ). Budget sollte so um die 400 € liegen.
Klingt das Unrealistisch?

ob das unrealistisch ist, hängt davon ab, wie groß Dein Balkon ist (Breite x Länge), in welche Himmelsrichtung er guckt, ob Du doch so nen 8" Dobson nimmst und welche Qualität Du von DSLR Bildern erwartest.

Ich halte von dieser Idee nicht viel. Für 400 Euro bekommst kein qualitativ ausreichendes Teleskop samt motorisierter Montierung sowie Okulare, die zur Bauart des Teleskopes passen.

Bei Planeten als Hauptziel ist es glücklicherweise völlig wurscht, ob Du in einer lichtverschmutzten Großstadt wohnst oder auf dem flachen Land, wo es nachts noch dunkel ist.

Bei Planeten benötigt man aber viel Brennweite, damit aus dem Punkt eine Scheibe mit Details wird. Bei 1 Meter Brennweite hast bei einem DSLR Bild grob 4.000 x 3.000 Pixel schwarzen Himmel und irgendwo einen 12 x 12 Pixel großen Planet. Ich empfinde das als unbefriedigend. :augenrubbel:

Man kann mit einer DSLR ein Einzelfoto von Sonnenflecken (mit Baaderfolie vor der Teleskopöffnung) und Mondkratern machen. Dazu benötigt man keine Nachführung. Das geht auch mit dem von Dir im Moment nicht favorisierten 8" Dobson. Aber so ein Bild ist nicht besonders dolle. Man erkennt, um welches Objekt es sich handelt. 1 Bild von 100 wird vermutlich richtig scharf. Das liegt nicht an Dir, das liegt an unserer Atmosphäre. Die wabert und schwabbelt. Wir nennen das "Seeing" oder Luftunruhe.

Die schönen Planetenbilder, die hier im Forum gepostet werden, sind in der Regel mit einem Teleskop ab 500 Euro aufwärts, einer parallaktischen Montierung mit elektrischer Nachführung (1000 Euro aufwärts) und entweder mit Webcam (140 Euro) oder einer besseren Kamera (500 Euro aufwärts) gemacht. Dabei wird etwa 1-2 Minuten lang kontinuierlich so schnell wie möglich ein Bild nach dem anderen auf die Platte eines Computers geschrieben. Bei meiner KAmera sind das 60 Bilder pro Sekunde, 90 Sekunden lang. Per Software werden dann nur die schärfsten dieser Bilder zu einem Summenbild zusammengedengelt. Dieses Bild wird anschließend durch die Bildbearbeitung behandelt. Es wird geschärft, am Kontrast und den Farben gedreht und schaut dann so genial aus wie sie hier gepostet werden. Ein Einzelbild, was aus der Kamera kommt, ist völlig verrauscht und nicht wirklich ein "pretty Picture".

Leider ist nicht jede sternklare Nacht mit einer tollen Luftruhe gesegnet. Ich baue oft auf, mache dann aber kein Bild, weil das Seeing so grausam ist, daß keine Einzelheiten auf dem Foto sichtbar werden.

Während Du jetzt erstmal auf was rechtes sparst, solltest Du schauen, ob es in Deiner Nähe eine Sternwarte gibt. Besuch die und red mit den Mitgliedern. Laß Dir von ihnen alle möglichen Teleskope zeigen, schau durch und frag, ob bei denen ein Planetenfotograf ist. Falls Du keine Sternwarte kennst, schau ins GAD, da findest garantiert in Deiner Nähe eine oder zumindest einen astronomischen Verein. Geh mit den Kollegen raus und spechtel. Das ist das beste, was Du machen kannst. Die Amateure können Dir zeigen, wie ein Dobson funktioniert, wie man ihn justiert, wie man eine parallaktische Montierung aufbaut und einnordet. Und sie kennen sich schon am Himmel aus und stellen Dir gerne ein Objekt ein. Dann hast Freude statt Frust alleine auf m Balkon. :Trost:

Ich halte es nicht für sinnvoll, gleich mit Fotografie ins neue Hobby einzusteigen. Ich fürchte, damit fällst Du auf die Nase.

Es gibt "da oben" so viel zu sehen, lern den Himmel doch erst mal mit den Augen durchs Okular kennen. Lern Dich da oben zurechtzufinden. Und wenn Dir die Fachbegriffe nach einiger Zeit in Fleisch und Blut übergegangen sind, dann ist es Zeit, sich Gedanken ums Fotografieren zu machen...

Noch ein Tipp: es muß nicht immer alles neu gekauft werden. Du kannst wirklich viel Geld sparen, wenn Du gebraucht kaufst. Viele Amateure legen sich nach und nach bessere Gerätschaften zu und verkaufen ihr Zeug hier übers Biete Board.

Für das kennenlernen vom Himmel kannst z.B. in ein paar Monaten einen gebrauchten Dobson für 400 Euro ergattern, und später (1-2 Jahre?), wenn Du fotografieren möchtest, nimmst ihn aus der Rockerbox raus und legst Dir ne EQ6 zu. Die trägt nen 8" Newton und Du kannst mit ner Webcam loslegen und Planeten jagen. ;)

Oder Du gehst es ne Nummer kleiner an und setzt gleich auf nen 150/750 er Newton auf einer NEQ-5. Sobald Du dann fotografieren möchtest, legst Dir für sie Motoren und ne entsprechende Steuerung zu...
 
Hallo Max,

Du hast das Glück, in der Umgebung von München zu wohnen. Da haben sich sehr viele Astro-Läden versammelt.
Von Augsburg bis in den Münchner Osten gibts Läden ohne Ende, wo man das Zeug mal anfassen kann.

Astrofreunde zu besuchen ist auch ganz O.K., muss aber nicht den gewünschten Erfolg bringen, da es, wie hier im Forum, 1000 Meinungen gibt, was toll oder nicht toll ist.
O.K. Händler finden alle Sachen toll :-)

Ich war kürzlich mit meinem Kollegen in Stuttgart beim Astrohändler meines Vertrauens. Er hatte ein kleines Budget (auch so etwa 300-400 EUR) und wollte eigentlich kein 8" Dobson. Wir haben fast 2 Stunden lang alles mögliche ausprobiert, bei Tage auf den Antennenmasten in der Ferne geschaut, an den Montierungen und Okularauszügen gewackelt, Okulare vergleichen, Größe, Gewicht und optische Leistungsdaten verglichen und.. und.. und..
Der letzte Test war, ob ein vergleichsweise großer 8" Newton Tubus quer in seinen Kofferraum passet.
Am Schluss hat er den 8" Dobson genommen und ihn gleich im Auto gelassen :-)

Mein Tipp: Geh einfach mal die einen der Läden und lasse Dir ein paar Sachen zeigen. Nicht erschrecken: Das meiste Zeug ist viel größer und schwerer, als man denkt.
Das meiste ist auch viel klappriger als man denkt (verglichen mit dem, was es kostet!!). Fass es an, dreh am Okularauszug, bewege die Achsen - wenn es heftig wackelt - Finger weg.
Überhaupt kein Wackeln (gibts auch) willst Du Dir jetzt noch nicht leisten :-)

Zum Thema: Fotografie wurde bereits geschrieben. Mond und Planeten (kurz belichtet bei viel Brennweite) verlangen ganz andere Ansprüche, als Deep-Sky (eher kurze Brennweite - langbelichtet). Bei Deep-Sky sind die Ansprüche ans Material relativ hoch.

Ich wollte zu Beginn übrigens aus genau dem selben Grund wie Du keinen Dobson: Ich hasse Holz als Konstruktionswerkstoff und das hat an einem Teleskop "eigentlich" nix zu suchen. Ich wollte auch parallaktisch, weil ich die Herausforderung suchte.
Am Newotn ist parallaktisch aber sehr ungeschickt, weil der Tubus je nach Position immer gedreht werden muss, wenn man am nächten Tag nicht beim Chiropraktiker vorstellig werden will :-)

Warme (RICHTIG warme) Klamotten einplanen!

Grüße
Rolf
 
Hallo!

Es ist immer wieder toll, die Tipps der Sternfreunde hier zu lesen. Hier ist wirklich viel Erfahrung versammelt, sodass man auf alle Fälle hier schon mal wirklich gute Tipps bekommen kann. Mein großes Kompliment an die Tippgeber! Viele lesen hier mit - mehr als man sicherlich denkt - und es ist deshalb eine sehr wertvolle Hilfe, die hier geboten wird.

Ich weiß gar nicht mehr, wie es bei meinem ersten Teleskopkauf gewesen ist. Meine Wahl fiel damals auf ein 150/1200 Newton Teleskop von TAL, denn es war für mich das beste Preis/Leistungs-Verhältnis. Das TAL ist parallaktisch montiert und bereits in der Stundenachse motorisiert. Es zeigte und zeigt mir viele schöne Eindrücke des Sternenhimmels. Leider ist es auch sehr schwer, darum kostete es immer eine gewisse Überwindung, das Teleskop aufzubauen. Das sollte man auch immer bei der Wahl berücksichtigen. Ein Teleskop sollte möglichst schnell zur Beobachtung bereitstehen. Je größer das Teleskop ist, desto mehr Zeit muss man aber deswegen einplanen. Beobachtungen können nicht mehr ganz so spontan gemacht werden. Ich habe damals vor dem Teleskopkauf eigentlich jahrelang immer mal die Werbung am Teleskopmarkt verfolgt und Teleskope auf dem Papier verglichen, Preis/Leistung so gut es ging abgewägt und dennoch war die Entscheidung sicherlich nicht absolut optimal.

Jetzt schätze ich den Refraktor auf einer motorisierten äquatorialen Montierung als ein absolut bequemes und schönes Beobachtungsinstrument. Damals hätte dieses allerdings auch meine finanziellen Mittel überschritten. Obwohl die Öffnung kleiner ist, kann ich nun eigentlich besser beobachten, ja ich kann sogar bequem am Teleskop zeichnen. Ich beobachte von einem kleinen Balkon, auf dem ein Dobson schon etwas zu groß ist, da ich es nicht uneingeschränkt schwenken kann. Das für mich zurzeit ultimative Teleskop kostete mich auch rund 1800 Euro, die Okulare noch nicht mitgerechnet. Das möchte man sich zu Anfang noch nicht leisten.

Wenn das Dobson nicht auf den Balkon passt, wäre eine gute Alternative auch ein Skywatcher 127mm Maksutov Teleskop auf einer äquatorialen Montierung. Ein nach den Erfahrungen vieler hier sehr scharf abbildendes, kompaktes Teleskop, das wie gesagt gerade auf dem Balkon und aus der Stadt richtig gut funktioniert. Ein Refraktor ist ab 80mm Öffnung eigentlich immer etwas länger und erfordert deswegen eine stabilere Montierung, als das bei dem Maksutov der Fall ist. Den würde ich vielleicht auch mal ins Auge fassen.




Viele Grüße,
Christian
 
HALLI HALLO,


Erstmal Vielen Dank für die ganzen Tipps !!!

Meine Frau und ich waren vorgestern in der Volkssternwarte München und haben dort eine Abendführung mitgemacht. Die hatten einen Spiegel mit 80 cm Durchmesser, leider geht das Teil ganz leicht über meine Preislich gesteckte Grenze .......
Wir haben uns den Jupiter, den Eskimo Nebel, die Plejaden, und ganz leicht noch den Uranus angeschaut. Klasse!!!

Ich bin gerade überaus fleißig beim Studieren der bestellten Bücher, sind jetzt alle angekommen. Mit dem Kosmos Himmelsjahr 2013 werde ich mich noch etwas länger beschäftigen müssen !! Hammerhart !! Ein bisschen fühle ich mich wie auf der Schulbank :-)

Natürlich sind auch alle Folgen Alpha Centauri mit Prof. Lesch gerade angesagt.

( Im Weihnachtsurlaub hat man eben Zeit :-)

Heute war ich bei Teleskop Service, ist bei mir um die Ecke. Das Ladengeschäft hatte zu, als ich aber davor stand hat jemand aufgesperrt und sich eine ganze Stunde Zeit genommen mich in jeder Hinsicht zu beraten.
Natürlich kam ich schon mit meiner ungefähren Vorstellung zu Ihm.
Der Nette Herr schlug mir das TS 8"F5 Newton Teleskop 200/1000 von GSO auf Skywatcher NEQ5 vor. Er sagte zwar auch das die Montierung sehr grenzwertig ist für das 8 Zoll Rohr aber es gerade noch OK ist.
Ein 1,25 Plössl Okular mit 25 mm ist dabei,
Er schlug mir vor für den Anfang ein HR Planetary Zoom 7,2 - 21,5 mm 1,25 - 7 Elemente - Zoom Okular dazu zu nehmen ( 135 € ).

Wahrscheinlich wird's dieses Paket, oder ist die NEQ5 Montierung wirklich sehr fraglich und umpraktikabel für das Rohr?

Viele Grüße,

Max ( der jetzt weiß CS bedeutet )
 
Hi Max,

Für den Anfang wird das reichen! Aber wenn du später in die Astrofotografie einsteigen willst, wird die Montierung schon sehr grenzwaertig, da sie bei jedem Scharfstellen und bei jedem berühren etwas schwingt! Dann wuerde ich spaeter vlt auf die Heq5 umsteigen!(Sonne war es auch bei mir!)

Grüße und CS
Konstantin

http://ndh-astronomie.de
 
Also visuell geht es wie Dir schon von den Jungs im Laden gesagt wurde gerade noch so. Wolfi und Co hatten übrigends gerade Weihnachsurlaub :) da hast du [zensiert] gehabt! Ich habe den Laden erst gesucht und nur für ne Scheune gehalten ^^

Die NEQ5 ist halt mit dem Rohr schon an ihrer Grenze. Ich habe auch ein 8" Newton auf der NEQ5 gehabt am Anfang und auch heute wenn mal der kleine "Spechtelhunger" kommt dann platziere ich meinen 8" auf der NEQ5(ist im Gartenhäuschen und schneller rausgetragen als die EQ6). Wenn Du eine 1:10 Untersetzung am Newton hast dann wackelt es relativ wenig beim Scharfstellen(NEQ5). Wenn Du die Montierung dank motorischer Nachführung nicht weiter berühren musst dann gehts. Ich würde allerdings wenn Du fotografische Ambitionen hast gleich eine HEQ5 empfehlen, besser eine NEQ6. Jaja... Astro ist teuer
 
Hi,

Dann wird's dass !!

kann ich anstatt dem HR Planetary Zoom 7,2 - 21,5 mm 1,25 - 7 Elemente - Zoom Okular auch ein Seben 31,7mm 1,25" Zoom 8-24mm Okular nehmen, oder ist das Planetary den Mehrpreis wert?

Gruß
Max
 
Vllt beantwortet dass deine Frage.
http://forum.astronomie.de/phpapps/...p/ubb/showflat/Number/194711/site_id/1#import

Kurz und knapp: Es ist den Aufpreis wert. Aber merke Dir das Festbrennweiten der selben Güte den Zoomokularen überlegen sind. Es gibt nur wenige Zoomokulare welche ein gleichbleibende Abbildungsleistung gewährleisten, dazu muss man sehr viel Geld ausgeben um das zu umgehen.(Speers Waler, Nagler u.a.)

Noch dazu ändert sich bei fast allen Zoomokularen das ohnehin schon kleiner ausfallende Gesichtsfeld zunehmend. Wenige Ausnahmen gibt es, z.B. das Speers Waler 5-8mm mit 82 Grad Gesichtsfeld, das nur noch gebraucht zu finden ist. Ich habe bei TS in der Vetrine wo die Baader Hyperionokulare drinstehen ein neuwertiges Speers Waler Zoom gesehen, vllt verkaufen die Jungs es inoffiziell. Damit sind 125fach bis 200fach abgedeckt mit guter Leistung. Rarität!!! Besitze auch Eines.

Ansonsten kannst Du mit dem Planetary Zoom erstmal loslegen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallloooo,

Nun war es soweit, ich war bei Teleskop Service und hab das Auto vollgeladen :-)
Natürlich musste ich es gleich im Wohnzimmer aufstellen.

Dazu das Zubehör:
Plössl 25 mm
Seben Zoom 8 - 24 mm
Planetary - 5 mm
2xBarlow
Justierlaser
Deep Sky Atlas
Omegon Mondfilter
Motorset für zwei Achsen

Gerade noch ersteigert:
Logitech QuickCam VC ( tuts für Mondaufnahmen soweit ich gelesen habe )

Laptop mit Giotto, Astrocapture, Stelllarium etc wartet auch schon auf den Einsatz!

Jetzt hoffe ich das die nächsten Wochen doch endlich mal eine klare Nacht kommt. Bis dahin spiele ich mich noch mit Giotto und Stellarium

Nochmal Danke für alle Tipp's !!!

Hier ein Bild . Leider klappt das einbinden nicht ??
Link zur Grafik: http://www.magic-max.com/Pictures/IMG_1060.jpg

Gruß
Max, der es nicht mehr erwarten kann ......

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Max,

ich gratuliere zur neuen Ausrüstung und wünsche Dir viel Erfolg damit. Auf Deinem Bild sieht man sehr schön im Hintergrund das Spielzeug für die kleinen Jungs, im Vordergrund das Spielzeug für die großen Jungs. :super:

Ich hoffe, das schlechte Wetter hat langsam mal ein Ende.

Grüße, Coyote
 
Hallo Max,

hat die Montierung einen Polsucher? Wenn nicht, dann noch den PFGP nachordern. Die Einstellung auf den Himmelspol ist mit dem Teil einfach und so genau, daß Du auch bei maximaler Vergrößerung locker eine halbe Stunde (darüberhinaus nicht getestet) Pause machen kannst, ohne das Objekt aus dem Okular zu verlieren.

Klare Nächte und viel Spaß wünscht

fquadrat
 
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