...und täglich grüßt das Okular... ;)

#1
Hallo,
welche Hersteller bzw. Serien (Okulare) arbeiten gut mit einem f4.7 10 Zoll zusammen?
Welche Vergrößerungen sind sinnvoll in Bezug auf das Seeing?
Welche Brennweitenstaffelung macht zu Anfang Sinn?
Macht eine Barlow Sinn?


Beobachtet wird visuell ohne Brille auf nem Feld mitten in der Pampa. :D

Vielen Dank
Ben
 

Astrozoom GM

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#2
Hallo Ben,

die normale, sinnvolle Okularausstattung sollte zwischen 7 mm AP im Maximum und 0,7 mm AP im Minimum liegen (für spezialfälle auch von mir aus 0,5 mm) und recht angenehm in der Staffelung hat sich eine "Drittelreihe" bewährt.
An einem Newton mit f/4,7 bedeutet das gerundet gerechnet eine Brennweitenstaffelung von

34 mm - 23 mm - 15 mm - 10 mm - 7 mm - 5 mm - 3 mm

da man zunächst mal gerne recht großes Feld haben will und f/4,7 mit dem zu verarbeitenden stumpfen Strahlenkegel schon recht anspruchsvoll bezüglich der Okularqualität ist, fallen m.E. die ganz günstigen Varianten aus der Verlosung und selbst bei den ganz teuren weitwinkligen Okularen wird schon Mancher nach einem Komakrrektor verlangen wollen, weil eben Newtonkoma nur damit oder mit einer komakorrigierenden Barlow zu beseitigen ist, während durchaus WW-Okulare gibt, die keinen bis wenig Okularastigmatismus zeigen.
Auf solche Okulare zugeschnitten und ander praktische Erwägungen zugeschnitten sieht eine Reihe, gleich mit einigen eventuell in frage kommenden Kandidaten dazu möglicher Weise auch so aus

30/31 mm - ES/Televue 82° Eigengesichtsfeld

20 mm - ES/Lunt/Televue 100°

13/14 mm - Televue, ES, Lunt, Vixen LVW, Delos 67-100°

9/10 mm - dto

~7 mm/5 mm/3mm - dto

Bei Bedarf gibts hier Grundsätzliches zur Austrittspupille von mir

Einen guten Überblick zu den Okularen an sich bietet Sven z.B. hier

Okulare für den 8 Zoll Dobson

wobei die höherwertigeren Vorschläge in Frage kommen und die Brennweiten eben auf f/4,7 angepasst werden müssen.

Gruß
Günther
 

Astrozoom GM

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#3
Hallo Ben,

da ist eventuell ein Nachsatz angebracht, weil der Komplettpreis für sechs solcher Kandidaten schon ziemlich schnell erschreckend hoch sein kann.

Man kann und sollte sich am Anfang durchaus auf drei Okulare beschränken, zumal ja meistens schon ein paar "Beilageokulare" vorhanden sind, die man zumindest fürs Erste in der Reihe berücksichtigen kann.
Daran und an Deinen äußeren Bedingungen sowie den Ansprüchen an die Beobachtung und die Okulareigenschaften selbst orientiert sich dann die konkrete Wahl.

Gruß
Günther
 
#4
Hi Ben,
nach Deiner Fragestellung und dem Eintrittstermin hier, vermute ich, dass Du am Anfang stehst.
Kauf erst mal nichts, lies Dich ein - gerne auch bei mir vor allem Im Einsteigerbereich - und schaue dass Du Anschluss an andere Astros findest, wo Du die Möglichkeit hast auch mal deren Okulare zu probieren.
Mit der Zeit wirst Du merken, worauf DU wert legst beim Okular und womit Du klar kommst oder was Dich stören könnte. Dafür erscheint es mir jetzt zu früh.
Wenn Du dann Okularbedarf hast, wird Deine Anfrage inhaltlich so sein, dass wir sie hier tatsächlich auch seriös, weil nach bewerteten Kriterien beantworten können.
Mit dem Rundumschlag Nagler 21 und einem Set aus 5-7 Televue Ethos wäre Dir vermutlich nicht geholfen ;)
Viel Freude beim Einstieg und
CS
 
#5
Hallo,
danke für eure Antworten.
Die verlinkten Beiträge wurden gelesen und verstanden.
Kann es sein das die 82° von ES auf f4.7 abgestimmt ist? Die haben ja ein okular das genau 1mm AP bietet, oder bin ich da zu gutgläubig und Falle da auf deren Marketing Strategie herein?
Generell tendiere ich eher zu den ES 82° aus Kostengründen. (Fahre auch kein Ferrari, ein VW reicht mir, auch wenn der Ferrari wesentlich mehr Spass macht (Ist nur ein Beispiel)) ;)
Wenn es von den APM Lunt mehr Brennweiten geben würde, würde ich vermutlich auf diese Reihe gehen, wegen den 100°.
Aber jedes mal neu fokussieren, wenn ich das Okular wechsel, stell ich mir als recht nervig vor. Auch deswegen am besten nur ein Hersteller und da vermutlich eine Reihe?

Ja bin neu eingestiegen und hab mir damit ein Kindheitstraum erfüllt. Mein Plan sieht vor alle 3-6 Monate ein Zubehörteil für 100-300€ zu kaufen und somit langsam aber stetig die Sammlung zu komplettieren.

Grüße Ben
 
#6
Hi Ben,

Aber jedes mal neu fokussieren, wenn ich das Okular wechsel, stell ich mir als recht nervig vor. Auch deswegen am besten nur ein Hersteller und da vermutlich eine Reihe?
auch innerhalb einber Reihe vom selben Hersteller kann es unterschiedliche Fokuslagen geben. Alles schon erlebt. Das Nachfokussieren ist reine Gewohnheitssache. Und wenn Du Dich partout nicht ans Nachfokussieren gewöhnen magst, kannst die Okulare mit einem Stoppring an jeder Einsteckhülsen auf "parfokalität" zwingen. Eventuell brauchst an einem Okular mit weit außen liegendem Schärfepunkt noch ne zusätzliche Schraubverlängerung. Die und alle Stoppringe bleiben dann dauerhaft an den Okus und gut ists. Fokussierfaulheit koscht halt a wengl...

Ich hab Okus von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen scheinbaren Gesichtsfeldern im Einsatz. Da hab ich drauf geachtet, daß die mir alle nen bequehmen Augenabstand (Brillenträger!) bieten und genau die Abstufung haben, die ich wollte. Ich hab meine Okularpalette über rund 30 Jahre aufgebaut... Außerdem wechselst ja net jede Minute und das stundenlang die Vergrößerung.

f4.7 10 Zoll - das deutet auf nen Dobson hin, also ein Deepskyspechtelgerät. Da nimmst das Übersichtsoku zum Suchen/Zentrieren vom Motiv und dann tastest Dich an die vom Seeing und der Lichtverschmutzung sowie der realen Größe/Helligkeit abhängige sinnvolle Vergrößerung ran. Und mit der wird dann genüßlich beobachtet. Je länger die Beobachtung, desto mehr Einzelheiten entdeckst. Glaub mir, Du wirst nicht alle Minute ne andere Vergrößerung nehmen wollen...
 
#7
Aber jedes mal neu fokussieren, wenn ich das Okular wechsel, stell ich mir als recht nervig vor.
:):coffee: Es geht ja nur um ein kleines Stückchen am Fokusknopf, nichts Schlimmes. Ich prüfe auch bei parfokalen Okularen immer nach, ob es "tatsächlich" noch "perfekt fokussiert" ist, ich mach das also immer sowieso automatisch. Dauert 1-2 Sekunden, selten mal länger. Dafür bin ich mir dann wieder sicher, dass ich im Fokus BIN. (y)

lg
Niki
 
Zuletzt bearbeitet:
#8
Mit dem Rundumschlag Nagler 21 und einem Set aus 5-7 Televue Ethos wäre Dir vermutlich nicht geholfen ;)
:D

Hey Ben,

Aber Al Nagler lesen hilft vll. Nicht als Bibel. Als eine der vielen Informationen und Meinungen, die einem so unter kommen, wenn man auf Okularbrautschau ist. Al Nagler hat Okulare entworfen. "Das Nagler" ist z.B von ihm oder einem seiner Verwandten, denen die Fa. Televue gehört.

Genau auf Dein Gerät zugeschnittener Ratschlag von Al Nagler: Tele Vue Optics: Eyepieces for 6" to 10" Dobsonians with 1,200mm Focal Lengths

Artikel von Al Nagler, in dem die Vergrösserungsreihenfolgen erklärt werden, nach denen Du auch fragst: http://www.televue.com/Pdf/Eyepiece_AASNY_2014_May_June_ChoosingEPs.pdf

Und zu Deiner Frage, ob Barlow oder nicht, findet sich hier unter anderem etwas: Tele Vue Optics: Telescope Formulas, Common Telescope Myths

Ein Komakorrektor wär auch denkbar, falls es Dich irgendwann beginnt zu stören, dass Sterne wie Kometen mit Koma-Schweif wirken.

Viele Grüsse von einer ebenfalls Suchenden - aber für einen 4.9 Refraktor mit Binokularansatz
Silver
 

Astrozoom GM

Vorübergehend gesperrt
#10
Hallo Ben,

für mich ist Nachfokussieren normal und es stört mich nicht, zumal man ja mit jedem Okular längere Zeit beobachtet. Wer zu schnell und ungeduldig ist, dem geht viel durch die Lappen.
Auch bei Serien die als "parfokal" beworben werden muss ich grundsätzlich nachfokussieren, liegt m.E. an meiner Kurzsichtigkeit und daran, dass ich die Brille beim Beobachten absetze.
Problematisch ist Nachfokussieren für mich nur, wenn das Teleskop zu schwach montiert ist und wackelt wie ein Lämmerschwanz.
Zu große Unterschiede in der Fokuslage kann man, wie schon erwähnt wurde, mit Parfokalringen angleichen.

Die 82° ES Reihe ist, soweit sie mir untergekommen ist als gut und günstig, also preisWERT zu bewerten, könnte also bei Dir durchaus passen. Auf f/4,7 abgastimmt sind die nicht, aber sie funktionieren (am Preis gemessen) auch da, sogar noch an f/4,5 gut.

Explore Scientific 82° Series und Meade UWA Series 4000 6,7mm

Es ist aber wirklich so, dass Du (zumindest ohne vorherige Testmöglichkeiten) erst mal ein bis zwei Okulare kaufen solltest um selbst zu schauen ob sie Dir passen, was Dir gefällt, was Dich stört, was Dir eventuell fehlt.

Ich meine, dass für jeden Einsteiger die wichtigste Frage zunächst das passende Aufsuch- und Übersichtsokular ist. Größtmögliches Gesichtsfeld und halbwegs zu den äußeren Bedingungen passende AP .
Unter eher ungünstigen Bedingungen würde ich als Erstanschaffung also um 20 mm Brennweite vorziehen und unter guten Bedingungen eher 30 mm wählen.

Gruß
Günther
 
#12
Hi Marcus,
Stimmt, damit - ich bin eher für 5 bis 6 Okulare hat man i.S. Okular ausgesorgt.
Das kann ich Dir nur bestätigen. ;)
Ich wollte damit dem Frage ja auch nur sagen: Einfach pauschal eine Sammlung der Topokulare zu empfehlen, würde dem Frager nicht bzw. nur bedingt helfen.
CS
 
#13
Hi Antares,
ja, nur die Topokulare zu empfehlen wäre natürlich etwas einfach. Ich denke man auch davon einiges ableiten. Nehmen wir mal an die Premium-Empehlung wäre Nagler 31, Ethos 13, 8, 6 und eine 2x Powermate - kann man natürlich nach Belieben abwandeln. Dann kann man viele Wege gehen um das ganze "einsteigerfreundlich" zu machen.
1. Gleiches Gesichtsfeld, dafür pickt man aber die Pentants von ES, Lunt, etc. und dafür vielleicht etwas geringere Qualität, Randschärfe, wie auch immer.
2. Gleiche Qualität aber geringeres Sichtfeld, also nimmt man vielleicht statt den Ethos die Nagler 13, 7, 5
3. Gebrauchtkauf, kann u.U. zu erheblichen Wartezeiten führen, wenn es der Markt gerade nicht hergibt

Ich bin mit einem Übersichtsokular und einem Zoom mit Barlow eingestiegen und habe dann nach und nach mit Festbrennweiten vervollständigt.

CS,
Marcus
 

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