Und wieder Saturn, ich weiß ...

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IngoHeide

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Hallo zusammen !

Ich weiß, schon wieder Saturn ist langweilig, aber ich wollte, nachdem ich schon davon geredet habe, dass meine Bilder besser werden, auch mal ein paar Bilder zeigen:

Link zur Grafik: http://www.heidei.de/fotos/saturn/Saturn_ORGB_20110513_0022_A.jpg
Saturn am 31. Mai um 00:22 MESZ

Link zur Grafik: http://www.heidei.de/fotos/saturn/Saturn_ORGB_20110513_0133_H.jpg
Saturn am 31. Mai um 01:33 MESZ

Beide Bilder sind wie folgt entstanden:
L mittels Orange-Filter von Baader, 2% von 1500 Bildern
RGB mittels CCD-RGB-Filtersatz von Baader, 2% von je 1000 Bildern

DMK21 mit Gain 875, 1/15 sec, 15 fps bei allen Bildern
Vixen R200SS mit mehreren Barlows in Serie:
- Meade 2x
- Vixen 2,4x C-Mount
- Vision Dimension 1,5x C-Mount to C-Mount
Effektive Brennweite ca. 5000mm, also F/25

Alle Bilder mit Giotto gestackt und geschärft.
Zusammengesetzt mit Fitswork, hier auch leichte Glättung.

Ich finde die Bilder schon ganz gut. Ich habe allerdings noch deutliche Probleme, Grün- und Blau-Bilder sauber zu fokussieren - gerade bei Blau sehe ich herzlich wenig Details.

Schöne Grüße aus Köln
Ingo
 
Hallo Michael,

gerade was Gamma angeht, muss ich noch viel 'rumprobieren - danke für den Hinweis. Ich muss gestehen, ich finde das Histogramm bei Fitswork nur mäßig gut, weil man da, soweit ich das bisher mitbekommen habe, nur mit der Maus agieren kann (statt mit Cursortasten oder Werteeingabe). Das ist nicht gerade förderlich für die Reproduzierbarkeit.

Die Bilder da oben sind O-RGBs - da Orange bei Saturn ja einiges an Kontrasten bringt, verwende ich halt Orange als Luminanz-Kanal. Das macht's meiner Erfahrung nach auch schon mal heller als ein R-RGB, zumindst bei mir ist das so, dass das Orange heller ist als das Rot (die Gesamttransmission des Orange-Filters ist ja auch einfach größer).

Schöne Grüße und CS
Ingo
 
Hallo Ingo,

erst mal Danke für deine Antworten in meinem Beitrag.

Unsere Aufnahmen sind bei im Grunde gleichen Voraussetzungen (Öffnung, Brennweite, Kamera) von in etwa gleicher Qualität. Vielleicht liesse sich beim Fotonewton mit einer Powermate statt drei hintereinander geschalteten Barlows noch was verbessern. Aber wirklich "hochauflösend" wie andere Aufnahmen hier im Forum lässt sich wohl doch nur mit mehr Öffnung als nur 8" erreichen. Aber das heisst dann auch mehr Gewicht, eine andere Montierung, usw., also letztlich (viel) mehr Geld.

Ich werde mal weiter nachdenken; ein Fotonewton für Deep Sky ist wohl sinnvoll, aber für Planeten werde ich erst mal versuchen, das Beste aus dem alten SC herauszuholen...

Vile Grüsse
horst anders
 
Hallo Horst,

ich denke auch, dass wir von 8 Zoll erst mal nicht mehr erwarten können. Mit der Powermate (die hat ja den Faktor 5, wenn ich Dich richtig verstehe) würde sich bei mir natürlich die Gesamtbrennweite zu jetzt verringern - im Moment denke ich eher an Okularprojektion.
Im Deep-Sky-Bereich habe ich bisher einfach noch zu wenig gemacht - vor allem, weil ich das Rohr erst mal durchjustiert haben musste. Ich werde mich jetzt mal an Deep Sky heranwagen und melde mich kurzfristig bei Dir.

Schöne Grüße
Ingo
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von IngoHeide:
Mit der Powermate (die hat ja den Faktor 5, wenn ich Dich richtig verstehe) würde sich bei mir natürlich die Gesamtbrennweite zu jetzt verringern - im Moment denke ich eher an Okularprojektion.
Hallo Ingo,

Mit der DMK21 machen mehr als 3 m Brennweite bei 8" Öffnung, d.h. weniger als f/15 (Blende 15) keinen Sinn. Im Gegenteil, Du könntest bei 3 m weniger als halb so lang belichten und mit 30 fps innerhalb einer vorgegebenen Zeit doppelt so viele Bilder sammeln wie bei 5 m. Damit würdest Du am Ende schärfere Bilder gewinnen können. Den Abbildungsmaßstab könntest Du durch Nachvergrößerung anpassen. Ich arbeite inzwischen nur noch mit f/11 (siehe Website), allerdings auch bei entsprechend geringerer Pixelweite.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

danke für den Tipp ! Ich muss gestehen, ich bin hier mal durch Zufall auf einen Beitrag von Dir gestoßen, wo Du eine Relation zwischen Pixelgröße der Kamera und Blende herstelltest, habe diesen Beitrag aber nicht wieder finden können.
Mich macht es immer etwas irre, wenn ich hier in Beiträgen diese riesigen Planetenscheiben sehe, deswegen bin ich halt dieser Versuchung erlegen, das Bild direkt möglichst groß zu bekommen. Aber letztendlich hat es mich immer etwas geärgert, so viel Glas in den Strahlengang einzubauen.
Ich versuch's mal mit weniger !

Schöne Grüße aus Köln,
Ingo
 
Hallo Jan,

Mit der DMK21 machen mehr als 3 m Brennweite bei 8" Öffnung, d.h. weniger als f/15 (Blende 15) keinen Sinn. Im Gegenteil, Du könntest bei 3 m weniger als halb so lang belichten und mit 30 fps innerhalb einer vorgegebenen Zeit doppelt so viele Bilder sammeln wie bei 5 m. Damit würdest Du am Ende schärfere Bilder gewinnen können. Den Abbildungsmaßstab könntest Du durch Nachvergrößerung anpassen.

Da möchte ich dann doch wiedersprechen.

Dieser Jupiter entstand mit meinem 8" f=5 Newton am 6.10.2010 bei deutlich mehr als 3 Meter Brennweite :)

Jupiter

mit der DMK 21AF04.AS bei 30 fps und 1/30 Sek Belichtungszeit und durchschnittlichem Seeing.

Auch Saturn am 6.4.2010 ebenfalls mit 30 fps und 1/30 Sek. Belichtungszeit geht wunderbar mit deutlich mehr Brennweite:

Saturn

Ich paß die Brennweite mit Abstandsringen am Projektionsadapter dem Seeing an. Im Idealfall (Seeing 7-8/10) kann ich bis 7,5 Meter Brennweite hochgehen, ehe mir das Licht ausgeht. :/

Was vorher mangels Vergrößerung nicht aufgelöst wird, kann man hinterher durch Nachvergrößern net darstellen!

Meine Farbfilter sind homofokal, scharfgestellt wird am Grünfilter im Filterrad, da hab ich das hellste Bild und kann das Seeing am besten beurteilen. Ist das Seeing im grünen Bereich zu mau laß ich mittlerweile das "bunte" fotografieren, das bringt dann blos Frust und schenk auf

IR-Aufnahmen

mit dem 665 nm Kantenfilter von Schott um, der reißt dann doch ne Menge...



 
Hallo Fee,

Danke für die Vergleichsaufnahmen!

Zitat von Sternenfee123:
Was vorher mangels Vergrößerung nicht aufgelöst wird, kann man hinterher durch Nachvergrößern net darstellen!
Da stimme ich Dir ja voll zu! Die Frage ist doch nur, welche Vergrößerung im Sinne der Detailauflösung als "mangelhaft" zu betrachten ist.

Deinen Jupiter hättest Du vermutlich in mindestens derselben Qualität bei 2 m Brennweite und 1,5-facher Nachvergrößerung hinbekommen. "Mindestens", weil Du nur halb so lange hättest belichten müssen mit der Möglichkeit einer besseren Beherrschung der Luftunruhe. Die Detailauflösung war bei Deiner Aufnahme vermutlich eher durch das Seeing, d.h. insbesondere auch durch die Luftunruhe begrenzt als durch die optische Vergrößerung.

Dass Jupiter selbst bei Top-Seeing auch mit weniger als 3 m Brennweite und Nachvergrößerung geht, kannst Du hier sehen, oder auch links im Adressfeld. Im übrigen ist ja in diesem Zusammenhang nicht die Brennweite entscheidend, sondern die Anpassung des Öffnungsverhältnisses an die Pixelweite der Kamera, siehe hier.

Gruß, Jan
 
Hi Jan,

Die Frage ist doch nur, welche Vergrößerung im Sinne der Detailauflösung als "mangelhaft" zu betrachten ist.

Das Wort "mangelhaft" gefällt mir nicht besonders. Ich möchte es lieber durch suboptimal ersetzen. Suboptimal ist es immer dann, wenn auf dem fertig bearbeiteten Bild weniger Details als seeingbegrenzt möglich zu erkennen sind.

Deinen Jupiter hättest Du vermutlich in mindestens derselben Qualität bei 2 m Brennweite und 1,5-facher Nachvergrößerung hinbekommen.

NEIN!

Mit meiner Kamera ist Jupiter bei 2 Meter grad mal 1/4 so groß. Also kann ich bei der kurzen Brennweite nicht die selbe Menge Details auflösen. Die Pixel meiner Kamera erfordern f = 25 - 40.

Feine Strukturen (z.B. Ripples) haben bei meinen Aufnahmen oft nur 2-3 Pixel Höhe und etwa 8-9 Pixel Breite. Halbe Brennweite ist 1/4 Anzahl Pixel. Bei 1/4 Anzahl von Pixeln läßt sich eine solche Struktur nicht mehr sicher darstellen. Eine blinde Hochvergrößerung des Bildes bringt da auch keinen Vorteil. Der Planet ist zwar größer, aber kein weitres Detail zu erkennen!

"Mindestens", weil Du nur halb so lange hättest belichten müssen mit der Möglichkeit einer besseren Beherrschung der Luftunruhe. Die Detailauflösung war bei Deiner Aufnahme vermutlich eher durch das Seeing, d.h. insbesondere auch durch die Luftunruhe begrenzt als durch die optische Vergrößerung.

Was ich bei 1/30 nicht scharf bekomme, ist auch bei 1/60 unbefriedigend. Das menschliche Auge beurteilt mit ca. 25 Bilder pro Sekunde die Schärfe. Die DMK kann auch nur 30 Bilder pro Sekunde kompressionslos auslesen. Steht im PDF zur Kamera. Bei 1/60 Sekunde Belichtungszeit hab ich nicht ein einziges Bild mehr auf dem Rechner. Wenn das Seeing bei 1/30 Sekunde nicht genügend scharfe Bilder liefert, dann laß ich es bleiben. Das ist meine Erfahrung aus insgesamt 8 Jahren mit meinem System. Das mag bei anderen Kameras mit deutlich kleineren/größeren Pixeln und anderer Empfindlichkeit anderst sein, bei meinem System ist es halt so.

Mir ist reichlich wurscht, was eine Rechnung als Ergebnis ausspuckt. Mich interessiert das Ergebnis in der Praxis. Und die gibt mir recht.

Schnall einfach mal ne Kamera mit 5,6 my großen Pixeln auf Dein jetziges Setup. Blende Deine Schüssel auf 8" ab. Mach Bilder bei 2 Meter, mach ne blinde Hochvergrößerung nach der Bildbearbeitung vom fertigen Bild und stell sie hier rein. Und dann reden wir weiter :)

Du gehst von Deinem Setup aus. Das war aber nicht die Frage von Ingo. Der hat ne DMK 21AF04.AS mit 5,6 my großen Pixeln und will wissen, was er mit seinen 8" Öffnung prinzipiell hinbekommen kann.

Da ich genau die selbe Kamera und auch 8" Öffnung hab, hab ich seine Frage beantwortet.

Im übrigen ist ja in diesem Zusammenhang nicht die Brennweite entscheidend, sondern die Anpassung des Öffnungsverhältnisses an die Pixelweite der Kamera, siehe hier.

Es kommt nicht nur auf das Öffnungsverhältnis an, sondern auch welches Sampleverfahren Du verwendest. Ich mach mir prinzipiell die Mühe, subpixelgenau zu arbeiten. Ist das in Deiner Rechnerei berücksichtigt?

Unter guten Bedingungen kann man mit geeignetter Bildbearbeitung bei 8" durchaus 0,2 " Details sichtbar machen. In der Theorie ist das aber schlicht nicht machbar. Da kommt dann das Kontrastverhalten noch mit dazu.

Ich vergleiche meine Bilder immer mit denen von anderen Beobachtern, die durch die Bank weg mit größeren Öffnungen arbeiten. Und ich hab üblicherweise die selben Details, wenn auch nicht so hoch aufgelöst wie sie. Also keine Bildbearbeitungsartefakte...

Wer einem Besitzer einer DMK 21 ernsthaft vorschlägt, sich mit 2-3 Meter Brennweite zu begnügen, der verwirft von vorne herein mindestens die Hälfte der möglichen Details!

Das ist kontraproduktiv!

@Ingo:

probier einfach aus, bis zu welcher Brennweite Du klarkommst...

 
Zitat von Sternenfee123:
Deinen Jupiter hättest Du vermutlich in mindestens derselben Qualität bei 2 m Brennweite und 1,5-facher Nachvergrößerung hinbekommen.
NEIN!

Mit meiner Kamera ist Jupiter bei 2 Meter grad mal 1/4 so groß. Also kann ich bei der kurzen Brennweite nicht die selbe Menge Details auflösen. Die Pixel meiner Kamera erfordern f = 25 - 40.
Hallo Fee,

Du hattest Deinen Jupiter also mit 8 m Brennweite aufgenommen? Wenn ich Dein Bild also um den Faktor 4 verkleinere, müsste es ebenso klein herauskommen, wie wenn Du es mit 2 m Brennweite aufgenommen hättest. Das sähe dann so aus:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/4125ea-1305736107_dSinc025.png

Dieses verkleinerte Bild umfasst jetzt nur noch 1/16 der Pixelzahl Deines bei 8 m aufgenommenen Bildes! Wenn wir dieses verkleinerte Bild nun 4-fach vergrößern, würdest Du, wenn ich Dich richtig verstehe, mit erheblichen Einbußen an Bilddetails rechnen? Hier ist das 4-fach nachvergrößerte Bild:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/4125ea-1305736107_dSinc025_dSinc400_g095.png

Ich kann da - ehrlich gesagt - keinen Unterschied gegenüber dem von Dir geposteten Bild erkennen!

Gruß, Jan
 
Hallo Fee, hallo Jan,

ich hätte ja nicht gedacht, dass mein Posting so eine kontroverse Diskussion lostritt. Ich muss aber gestehen, ich find's spannend !
Ich habe zwar mit Astronomie zu tun, seitdem ich 7 bin (das ist jetzt über 40 Jahre her), bin aber in Sachen Astrofotografie ein absoluter Grünschnabel. VOn daher bin ich dankbar um jeden Tipp, werde das alles mal ausprobieren (von 1,60 m bis 12m Brennweite kann ich mit meinem Zeug hier viel kombinieren) und Euch getreu berichten.
Um ehrlich zu sein, bin ich schon mal froh, dass ich meinen R200SS jetzt überhaupt so gut kollimieren kann, dass die obigen Bilder bei 'rauskommen !

Also vielen Dank an euch beide !!

Schöne Grüße,
Ingo
 
Hi Jan,

Du hattest Deinen Jupiter also mit 8 m Brennweite aufgenommen?

hmmm, 7,5 waren es etwa...

Ich kann da - ehrlich gesagt - keinen Unterschied gegenüber dem von Dir geposteten Bild erkennen!

Dann zieh doch einfach mal das verkleinerte und wieder zurückvergrößerte Bild vom Original ab. Wenn Du dann einen schwarzen Bildinhalt hast, stimmt Deine Behauptung. Wenn kleine Reste übrig bleiben, hab ich recht. ;)

Abgesehen von der viel kleineren Abbildung/Auflösung kann ich als halbblindes Huhn auf dem Bildschirm an so nem Winzling net richtig scharf stellen. Ich brauch ne große Darstellung vom Planeten. Nur so kann ich das Seeing beurteilen und an einem Planetendetail wirklich den Schärfepunkt finden...

 
Hallo Fee,

ich kann Jan vom Prinzip bestätigen. Bei nicht so perfekten Bedingungen gehe ich auch mehr und mehr dazu über, die Barlow wegzulassen und mein SC mit f/10 arbeiten zu lassen.

Das Scharfstellproplem bekommst Du mir FireCapture super gelöst, indem Du einfach den Zoom hochdrehst. Mache ich auch immer so. Klappt sehr gut.

Gruß,

Michael


P.S.
Bei gutem Seeing allerdings bleibe ich bei f/25 (nur 'mal so am Rande)
 
Zitat von Sternenfee123:
Dann zieh doch einfach mal das verkleinerte und wieder zurückvergrößerte Bild vom Original ab. Wenn Du dann einen schwarzen Bildinhalt hast, stimmt Deine Behauptung. Wenn kleine Reste übrig bleiben, hab ich recht. ;)
Hallo Fee,

Diesen intelligenten Test überlasse ich gerne Dir! Der würde Dir wohl schon deshalb zu 100% Recht geben, weil ich in dem nachvergrößerten Bild den Gammawert auf 95% gesetzt hatte. Mir ging es aber eigentlich eher um die unmittelbare visuelle Bewertung der Bilder, Blinken würde mir da völlig ausreichen:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Saturn_110520.gif

Hier habe ich am nachvergrößerten Bild keine Gammaveränderung vorgenommen. Im übrigen bin ich recht erstaunt, dass dieser "Zwischenverkleinerungstest" in diesem Fall sogar bei einer 4-fachen Nachvergrößerung funktioniert. Bislang hatte ich es meistens nur bis zu 2-fach probiert, und mein ursprünglicher Vorschlag an Dich lag ja bei 1,5-fach - siehe weiter oben.

Angesichts des hier gezeigten Testergebnisses erscheint mir jedenfalls eine Aufnahmebrennweite von 2 m unter den Sichtbedingungen Deiner Jupiteraufnahme doch nicht ganz so abwegig, wie Du es am Anfang dargestellt hast.

Gruß, Jan
 
Hallo Fee,

ich schließe mich dem Michael an, ich drehe den Zoom auch immer auf 175% bis 200%. Allerdings verwende ich kein FireCapture, sondern die IC Capture von Imaging Source.

Gruß,
Ingo
 
Hallo,

ich freue mich immer über die Diskussionen bezüglich der Aufnahmetechnik und bin begierig da etwas zu lernen. Ich vertraue ja der Theorie, aber wie erklärt sich dann der Unterschied der beiden Aufnahmen die ich hier beifüge ?

Der obere Saturn vom 14. April ist aufgenommen mit Shutter 30 ms, 30 FPS und mit einer Duration von 60 s je Kanal, so kam ich beim R-Kanal auf 35 % im Histogramm. Das bei einer Brennweite von 5 m, also F/25 was theoretisch auch schon zu viel sein sollte...

Der untere Saturn von gestern 20. Mai ist aufgenommen mit Shutter 60 ms, 15 FPS und mit einer Duration von 120 s je Kanal und ich kam dabei mit Mühe auf 25 % im Histogramm. Brennweite ist 6 m, also F/30 ! Mehr Abweichungen von der Theorie kann ich mir kaum denken...

Die Bedingungen waren gestern schlechter als im April; zwar stand der Saturn beide mal recht ruhig, aber gestern hatten wir hier eine Art Hochnebel, zumindest eine deutliche Dunstschicht in der Höhe.

Ein Unterschied besteht bei den Aufnahmen: bisher habe ich mit einer 2x Barlow von TS gearbeitet und gestern das erste mal mit der 2x Barlow von Televue. Mechanisch komme ich mit dieser zur Zeit nicht unter 6 m und deshalb hatte ich sie noch nicht benutzt.

Die gestrige Aufnahme ist natürlich immer noch nicht mehr als unterer Durchschnitt aber meiner Ansicht nach doch besser als die vom April. Das freut mich, aber erklären kann ich es mir nicht.

Viele Grüße
horst anders
 

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Zitat von horst_anders:
Ein Unterschied besteht bei den Aufnahmen: bisher habe ich mit einer 2x Barlow von TS gearbeitet und gestern das erste mal mit der 2x Barlow von Televue.
Hallo Horst,

Die Qualitätsunterschiede zwischen den Barlows halte ich in diesen Fällen für unerheblich. Das Seeing wird wohl auch hier die entscheidende Rolle gespielt haben. Die Aufnahme vom April gefällt mir erheblich besser, die vom 20. Mai wirkt schon deutlich "gequält". Für einen besseren Vergleich müsstest Du in beiden Fällen mit der gleichen Bildbearbeitung vorgehen.

Zum Vergleich habe ich hier eine eigene Aufnahme vom 19./20. April, die ich bei deutlich besserem Seeing mit 2,8 m Brennweite bzw. bei f/11 gewonnen habe. Nach gängiger Auffassung sollte ich bei besserem Seeing mit längerer Brennweite aufgenommen haben.

Unser heutiger Vergleich spricht also nicht gerade für lange und gegen kurze Brennweiten!

Gruß, Jan
 
Hallo Jan,

daß Du keinen Unterschied beim Gif bemerkst, hat mehrere Gründe:

- das von mir hochgeladene .png Bild wird leider als komprimiertes jpg vom Uploadserver angezeigt
- es ist kein besonders scharfes Bild, es entstand bei nur durchschnittlichem Seeing und sollte lediglich die Größe der Jupiterscheibe zeigen
- Gif´s sind von Haus aus grottig. Da wird immer komprimiert. Ein Gif aus 2 Bildern mit je 200 kb sollte 400 kB haben. Hat es aber nicht. Zerlege das Gif wieder in seine Einzelbilder und subtrahiere sie von den Bildern, aus denen Du das Gif gemacht hast. Dann siehst Du den Unterschied!

Blinke doch mal mein "Original" und Deine Bearbeitung davon mit XnView oder einem anderen Proggy echt gegeneinander, der Unterschied zu einem gif fällt dann auf! Alternativ kannst auch beide Bilder in ein AVI unkomprimiert einbinden und den Film abspielen. Dann wird der Unterschied zu einem GIF auch sehr deutlich...

Ich bearbeite meine 16 Bit Originalbilder mit Winjupos, um Mercatorprojektionen für Karten zu machen und die Positionen der Details zu vermessen. Da ist jeder halbe Meter mehr an Brennweite sinnvoll, solange ich ihn scharf kriege.

Mir ging es aber eigentlich eher um die unmittelbare visuelle Bewertung der Bilder...

Wir zwei haben unterschiedliche Erwartungen an unsere Bilder. Ich will keine "pretty Pictures", ich will Details vermessen. Kontinuierlich. Tag für Tag und die Dynamik der Atmosphäre beobachten. Manchmal gehts, manchmal net.

Ich schreibe Dir nicht vor, was Du machen sollst. :) Ich hab nur kritisiert, daß Du eine Empfehlung für eine zu kurze Brennweite ausgegeben hast. :Trost:

Ich bin der Meinung, daß ein Jupiter mit 2 Meter in 300% oder 400% Darstellung beim Livebild auf dem Monitor nicht das selbe Detail zeigen kann, wie ein Jupiter bei 6 oder 8 Meter Brennweite.

Die Argumentation von Astrotigger im von Dir verlinkten Thread zeigt mathematisch sauber, was ich meine. Ich kanns net so gut ausdrücken.

Mir kommts langsam so vor, als ob Du ala "Fuchs und saure Trauben" argumentierst. ;)

Im übrigen bin ich recht erstaunt, dass dieser "Zwischenverkleinerungstest" in diesem Fall sogar bei einer 4-fachen Nachvergrößerung funktioniert.

die 4-fach Hochvergrößerung beim Mondbild zeigt massive Informationsverlußte gegenüber dem Original.

Ich habe jetzt ein anderes (schärferes) Bild 4-fach verkleinert und anschließend wieder hochvergrößert. Damit uns Gif´s keinen Streich spielen, alle 3 Bilder in ein einziges reinkopiert und als Gesamtwerk hochgeladen. So kann man besser erkennen, was ich meine. Ich denke, das Bild zeigt anschaulich, daß ich bei so einem winzigen Jupiter weder die Details sehen noch auf sie scharfstellen könnte. Für mich ist die Qualitätseinbuße schon bei 2-facher Hochvergrößerung einfach inakzeptabel!

Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/thumb/e61237-1306111836.jpg

Angesichts des hier gezeigten Testergebnisses erscheint mir jedenfalls eine Aufnahmebrennweite von 2 m unter den Sichtbedingungen Deiner Jupiteraufnahme doch nicht ganz so abwegig, wie Du es am Anfang dargestellt hast.

Jan, ein Jupiter mit 2 Meter Brennweite bei 5,6 my Pixeln kann physikalisch nicht die Details zeigen, die bei 6 oder 8 Meter prinzipiell abbildbar sind. Was nicht abgebildet werden kann, kann auch nicht hochvergrößert werden. Da beißt die Maus keinen Faden ab. :teufelgrr:


 
Hallo Horst,

Ich vertraue ja der Theorie, aber wie erklärt sich dann der Unterschied der beiden Aufnahmen die ich hier beifüge ?

Der obere Saturn vom 14. April ist aufgenommen mit Shutter 30 ms, 30 FPS und mit einer Duration von 60 s je Kanal, so kam ich beim R-Kanal auf 35 % im Histogramm. Das bei einer Brennweite von 5 m, also F/25 was theoretisch auch schon zu viel sein sollte...

der Saturn zeigt angenehme Farben, das ist bei 30ms relativ einfach hinzubekommen.

Der untere Saturn von gestern 20. Mai ist aufgenommen mit Shutter 60 ms, 15 FPS und mit einer Duration von 120 s je Kanal und ich kam dabei mit Mühe auf 25 % im Histogramm. Brennweite ist 6 m, also F/30 ! Mehr Abweichungen von der Theorie kann ich mir kaum denken...

wieso Abweichung von der Theorie?

Längere Brennweite = größerer Saturn = geringere Flächenhelligkeit des Planeten. Darum dann 60 ms Belichtungszeit. Stimmt doch. Und daß dann blos noch 15 fps gehen, ist doch auch schlüssig. :)

Die Bedingungen waren gestern schlechter als im April; zwar stand der Saturn beide mal recht ruhig, aber gestern hatten wir hier eine Art Hochnebel, zumindest eine deutliche Dunstschicht in der Höhe.

Bei Dunst, Hochnebel oder leichten Cirren muß man selbst bei gleicher Brennweite länger belichten. Also alles im grünen Bereich, Du hast nix falsch gemacht :)

Auf den ersten Blick wirkt der 2. Saturn nicht so "schön", weil die Farbe etwas daneben ist und das Bild grobkörniger wirkt. Aber er zeigt deutlich mehr Detail (Seeing?, bessere Auflösung durch mehr Brennweite?, veränderte Details durch den Zeitunterschied?)

Was genau da jetzt zutrifft, kann ich net sagen.

Ich würde es nicht auf optische Unterschiede der Barlows schieben. Das kannst nur mit 2 Aufnahmen am selben Abend testen...

Mit etwas mehr Erfahrung in der Bildbearbeitung wird das bei 6 Meter auch was :)...
 
Zitat von Sternenfee123:
Ich habe jetzt ein anderes (schärferes) Bild 4-fach verkleinert und anschließend wieder hochvergrößert.
Klar, bei schärferen Bildern geht das nicht mit 4-fach Zwischenverkleinerung, ebensowenig wie bei der Mondaufnahme von Harald Paleske. Dort ging es nur 2-fach.

Wir hatten aber zuvor über Dein zuerst gepostetes Bild diskutiert, und da geht es eben 4-fach, wie man auch ohne GIF sieht, z.B. mit Blinken in Fitswork. Meine Behauptung war ja dementsprechend auch nur, dass Du dieses zuerst gezeigte Bild in gleicher Qualität mit 2 m Brennweite hättest aufnehmen können.

Unter welchen Randbedingungen hast Du denn das schärfere Bild aufgenommen? Das ist jedenfalls für 8" schon recht beachtlich!

Gruß, Jan

P.S. - Habe eben mal das scharfe Bild nach Deiner Methode auf 40% zwischenverkleinert und anschließend 2,5-fach zurückvergrößert. Dabei fallen noch keine Verluste auf. Das heißt nach meiner Interpretation, Du hättest dieses schärfere Bild ohne Verluste auch mit 3,2 m statt mit 8 m Brennweite aufnehmen können. Das entspricht einer Ankopplung der Kamera mit 5,6 µm Pixelweite bei f/16 in Übereinstimmung mit der Faustformel f/d = 3 p/µm von Peter Müller .
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen !

Ich habe am Wochenende mal für mich den Test aufs Exempel gemacht und statt meiner Kombination

- Meade 2x
- Vixen 2,4x
- Vision 1,5x

einfach nur den Meade 5x Tele-Extender verwendet. Statt einer Äquivalentbrennweite von ca. 4800 mm kam ich so auf ca. 3900 mm.


Ich sitze noch an der Verarbeitung der Rohbilder, kann aber als ersten Eindruck vermelden:

- das Fokussieren mit der geringeren Brennweite klappte nicht so gut, was sich merklich in der Ausbeute niederschlug - okay, das ist sicher auch Trainingssache...
- was ich an scharfen Bildern habe, hat den gleichen Detaillierungsgrad wie die Bilder mit der Kombination - wenn ich die 3900mm-Bilder nachvergrößere auf die Größe der 4800mm-Bilder, wirken sie deutlich unschärfer.

Entsprechend habe ich mal ein paar 4800mm-Bilder verkleinert entsprechend 3900mm und wieder zurückvergrößert: Da waren keine eklatanten Verluste zu verzeichnen, aber die rückvergrößerten Bilder wirkten doch unschärfer.

Ich persönlich würde eher meine Kombination weiter betreiben als mit reduzierter Brennweite zu arbeiten.

Ich stelle die Bilder noch zur Ansicht ein, ich kam noch nicht dazu.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass diese Regel
einen gewissen Spielraum zulässt. Bei
kann C wahrscheinlich je nach eingesetzten optischen Komponenten um die 3 herum variiert werden - für meine 4800mm komme ich z.B. auf C = 4,28...

Was meint ihr ?

Schöne Grüße aus Köln,
Ingo
 
Hallo Ingo,

Vielen Dank für Deine hilfreichen Versuche und den ausführlichen Bericht!

Bin sehr gespannt auf die Bilder. Wenn da zwischen 3,9 m und 4,8 m bereits deutliche Unterschiede erkennbar werden, dann muss das Seeing schon ganz außergewöhnlich gut gewesen sein, oder die Fokussierung war in beiden Fällen unterschiedlich. Jenseits von C = 3 sollten sich eigentlich aufgrund des Beugungslimits der Optik keine zusätzlichen Details abbilden lassen.

In diesem Zusammenhang habe ich die folgenden Fragen:

(1) Wie genau fokussierst Du? Ich selbst fokussiere an einem hellen Stern und benutze dabei eine Mrotzek-Blende.

(2) Welchen Algorithmus verwendest Du beim Vergrößern/Verkleinern? Ich benutze Fitswork und den dortigen "dSinc"-Algorithmus.

Nach meinen Erfahrungen mit dem 10" Spiegel bei 2,8 m Brennweite und 3,75 µm Pixelweite an Mond und Jupiter sehe ich - selbst unter nahezu perfekten Sichtbedingungen - keinen Anlass, über C = 3 hinauszugehen. Dabei benutze ich bisher Nachvergrößerungen - je nach Seeing - bis zu 1,5-fach. Bei unterdurchschnittlichen Sichtbedingungen arbeite ich dagegen oftmals sogar mit 2x2 Binning d.h. mit C = 1,5.

Schön, dass wir an dieser Stelle ein wenig praktische Erfahrungen austauschen können!

Gruß, Jan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ingo,

Ich sitze noch an der Verarbeitung der Rohbilder, kann aber als ersten Eindruck vermelden:

- das Fokussieren mit der geringeren Brennweite klappte nicht so gut, was sich merklich in der Ausbeute niederschlug - okay, das ist sicher auch Trainingssache...
- was ich an scharfen Bildern habe, hat den gleichen Detaillierungsgrad wie die Bilder mit der Kombination - wenn ich die 3900mm-Bilder nachvergrößere auf die Größe der 4800mm-Bilder, wirken sie deutlich unschärfer.

klasse, der Versuch in der Praxis ist besser als alle Theorie :)

Deine ersten Eindrücke stimmen völlig mit meiner Erfahrung überein.

Wie fokussierst Du? Von Hand? Mit einem Motor? Am Stern oder an Oberflächendetails?

Bei Saturn fokussiere ich von Hand auf den Ringschatten, weil der momentan noch so schmal ist. Bei weiter geöffneten Ringen nehm ich die Cassiniteilung.

Entsprechend habe ich mal ein paar 4800mm-Bilder verkleinert entsprechend 3900mm und wieder zurückvergrößert: Da waren keine eklatanten Verluste zu verzeichnen, aber die rückvergrößerten Bilder wirkten doch unschärfer.

meine rückvergrößerten Bilder wirken auf mich "weichgespült"...

Ich persönlich würde eher meine Kombination weiter betreiben als mit reduzierter Brennweite zu arbeiten.

Diese Konsequenz aud dem Test würde ich auch ziehen.

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass diese Regel
einen gewissen Spielraum zulässt. Bei
kann C wahrscheinlich je nach eingesetzten optischen Komponenten um die 3 herum variiert werden - für meine 4800mm komme ich z.B. auf C = 4,28...

Was meint ihr ?

Das ist kein Gesetz, das Gott oder sonstwer in Stein gemeißelt hat. Ich denke, es ist eine mathematische Näherung. Und natürlich läßt diese "Näherung" einen Spielraum zu. Von C=3 bis C=5 :D

Mach Dir keinen Kopf über ein mathematisches Konstrukt. :Trost: Stell scharf, mach Bilder und freu Dich...

 
Hallo Jan,

Unter welchen Randbedingungen hast Du denn das schärfere Bild aufgenommen?

Teleskop und Kamera perfekt ausgekühlt, keine Pollen, kein Staub, kein Hochnebel, keine Cirren in der Luft, 52% Luftfeuchtigkeit, 19° C, Seeing 7-8/10, Durchsicht 4/5.

Habe eben mal das scharfe Bild nach Deiner Methode auf 40% zwischenverkleinert und anschließend 2,5-fach zurückvergrößert. Dabei fallen noch keine Verluste auf.

sowas?
Link zur Grafik: http://www.bilder-upload.eu/thumb/943dcb-1306156572.jpg

also ehrlich, ich verstehe jetzt wirklich nicht, warum Du so hartnäckig behauptest, daß bei 2,5 facher Nachvergrößerung keine Unterschiede zu sehen sind. Mir fallen die massiv auf.

Die feinen Doppelstrukturen innerhalb der blauen Fahnen und Girlanden in der Äquatorzone im Originalbild, die kleinen dunklen Wirbel in der NTTRZ und die knackscharfen Umrisse im Rift im NEB sind im nachvergrößerten Bild nicht mehr da. Das gesamte Bild ist mau und weichgespült.

Das heißt nach meiner Interpretation, Du hättest dieses schärfere Bild ohne Verluste auch mit 3,2 m statt mit 8 m Brennweite aufnehmen können.

A) Deine Interpretation (verlußtfrei) ist nicht zutreffend, weil es Qualitätsunterschiede gibt

B) Ich arbeite mit Okularprojektion. Die Brennweite wird mit starren Zwischenringen + 1 variablen Ring erreicht. Um von 7,5 Meter auf 3,2 Meter zu kommen, müßte ich entweder ein anderes Projektionsokular einsetzen, oder aber Ringe + Filterrad rausnehmen. Das mache ich nicht. Jedesmal, wenn ich den Klapperatismus im Freien nachts auseinander nehme, kommt Dreck auf die Optik. Entweder auch den Chip der Kamera oder auf das Projektionsokular (Abrieb von den Gewinden + Staub). Ich habe keine Lust, mein System andauernd zu reinigen. Es ist momentan sauber und kompelett zusammengebaut und bleibt auch so am Teleskop.

Zum Fokussieren:
Egal mit welcher Maske, das wird an einem flächigen Objekt nix. Einen Stern zum Fokussieren habe ich seltenst im Gesichtsfeld der Kamera. Fahre ich mehrere Grad weg vom Planet, um einen hellen Stern zu finden, wird es Murx, weil sich durch das seitliche Gewicht am OAZ des Newtons das Setup irgendwo (Tubus, OAZ, Spiegelhalterung) minimal verbiegt. Durch die Verbiegungen im Setup muß ich spätestens jede Stunde nachfokussieren, weil sich die Lage des Teleskopes ja ändert...
Ich muß am Planet selber an einem feinen Detail fokussieren. Selbst die Monde sind bei 6-8 Meter Brennweite keine punktförmigen Lichtquellen mehr sondern deutliche Scheibchen.

Die mechanische Konstruktion Deines Setup ist völlig anderst, Deine Situation ist nicht mit meiner zu vergleichen.


 
Hallo Fee,

Trotz Deines bisweilen etwas gereizten Untertons gefallen mir die Diskussion hier und insbesondere Deine Jupiteraufnahme zunehmend gut - und ich gewinne neue Erkenntnisse im Bereich der Bildbearbeitung.

Zitat von Sternenfee123:
Die feinen Doppelstrukturen innerhalb der blauen Fahnen und Girlanden in der Äquatorzone im Originalbild, die kleinen dunklen Wirbel in der NTTRZ und die knackscharfen Umrisse im Rift im NEB sind im nachvergrößerten Bild nicht mehr da. Das gesamte Bild ist mau und weichgespült.
Da muss ich Dir Recht geben. Bei mir sieht das aber anders aus. Möglicherweise benutzen wir unterschiedliche Algorithmen bei der Verkleinerung und Rückvergrößerung? Ich verwende Fitswork und dort den "dSinc"-Algorithmus. Was verwendest Du?

Gerade habe ich festgestellt, dass das 2,5-fach rückvergrößerte Bild im Gegensatz zum Original (!) noch eine geringfügige Nachschärfung verträgt. Das sieht dann z.B. so aus:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/e61237-1306111836_A040x250_itGx3_400x500.jpg

Wie gefällt Dir das? Mir scheint die Detailzeichnung hier sogar noch etwas ausgeprägter als im Original.

Sehr interessant, was Du zum Thema Fokussierung sagst. Mir war nicht klar, dass man beim Schwenken eines Newton-Teleskops nachfokussieren muss. Dann ist die Fokussierung am Stern bei Dir natürlich weniger hilfreich.

Gruß, Jan
 
Hallo Jan !

Um Deine Fragen zu beantworten:

(1) Wie genau fokussierst Du? Ich selbst fokussiere an einem hellen Stern und benutze dabei eine Mrotzek-Blende.

Mir geht es da wie Fee - ich habe auch einen Newton und habe mir nach etlichen leidvollen Erfahrungen angewöhnt, auf jeden Fall erst am Objekt zu fokussieren. Selbst beim Kollimieren habe ich das Rohr lieber schon möglichst nahe am Objekt ausgerichtet, um Veränderungen durch Verkippen zu minimieren.
Ich gehe jetzt bei Saturn auch nach Details wie Ringschatten, C-Ring vor Planetenscheibe und Cassini-Teilung. Wenn ich die möglichst gut / möglichst häufig sehe, betrachte ich die Sache als fokussiert. Ich fokussiere bei jedem Kanal auch noch etwas nach.

(2) Welchen Algorithmus verwendest Du beim Vergrößern/Verkleinern? Ich benutze Fitswork und den dortigen "dSinc"-Algorithmus.

Ich verwende auch Fitswork, habe bei meinem Verkleinern-Rückvergrößern-Versuch allerdings "linear" verwendet. Ich habe das jetzt noch mal mit "dsync" gemacht - das wirkt etwas besser. Womit wir bei dem Vergleichsbild wären:

Link zur Grafik: http://www.heidei.de/fotos/saturn/Saturn_2011-05-13-G_vs_2011-05-22-A_R.JPG Vergleichsbild 4800 mm vs. 3900 mm

Eingesetzt habe ich ein Rotkanal-Bild vom 13.5. mit 4800 mm Äquivalentbrennweite und ein Rotkanal-Bild vom 22.5. mit 3900 mm Äquivalentbrennweite. Wenn man die Originale betrachtet (1. und 2. Zeile links und mittig), nehmen sich die Bilder nichts.

1. Zeile: das 3900-mm Bild wurde "linear" auf 4800 mm vergrößert (rechts)
2. Zeile: das 3900-mm-Bild wurde "dsync" auf 4800 mm vergrößert (rechts)
3. Zeile: das 4800-mm-Bild wurde "linear" auf 3900 mm verkleinert (mittig) und wieder zurückvergrößert (rechts)
4. Zeile: das 4800-mm-Bild wurde "dsync" auf 3900 mm verkleinert (mittig) und wieder zurückvergrößert (rechts)

Ich habe schon den Eindruck, dass die Bilder rechts gegenüber links an Schärfe verlieren - wenn mit "dsync" der Effekt auch weitaus geringer scheint. Den Unterschied zwischen linear und dsync wird übrigens auch noch mit einem anderen Test deutlich:

Fee sprach ja davon, die rückvergrößerten Bilder vom Original abzuziehen. Ich dachte mir, dass es vielleicht besser ist, die rückvergrößerten Bilder durch das Original zu dividieren, also das Original als Flat zu missbrauchen. So sieht man Abweichungen in der Detaillierung als Abweichungen von einem (mittleren) Grau, sprich: schärfere KAnten fallen durch einen Hell-Dunkel-Saum auf. Hier mal zwei Bilder dazu:

Link zur Grafik: http://www.heidei.de/fotos/saturn/SaturnG_rueck_div_ori_dsync.jpg
Das mit "dsync" verkleinerte und rückvergrößerte Bild


Link zur Grafik: http://www.heidei.de/fotos/saturn/SaturnG_rueck_div_ori_lin.jpg
Das mit "linear" verkleinerte und rückvergrößerte Bild

Eine Sache bleibt aber trotz allem noch: mein Eindruck, dass bei den 4800 mm das Fokussieren leichter fiel als bei den 3900 mm.

Ich werde mal einfach weiter probieren und vergleichen und halte Dich (Euch alle !!) auf dem Laufenden - ich finde diesen Austausch hier richtig gut, endlich mal !

Schöne Grüße aus Köln

Ingo


 
Hi Jan,

Trotz Deines bisweilen etwas gereizten Untertons gefallen mir die Diskussion hier und insbesondere Deine Jupiteraufnahme zunehmend gut - und ich gewinne neue Erkenntnisse im Bereich der Bildbearbeitung.

für den "gereizten" Unterton möchte ich mich hiermit entschuldigen. Ich möchte Dich nicht "runterputzen", mir geht es um die inhaltliche Auseinandersetzung.

Möglicherweise benutzen wir unterschiedliche Algorithmen bei der Verkleinerung und Rückvergrößerung? Ich verwende Fitswork und dort den "dSinc"-Algorithmus. Was verwendest Du?

Ich hab in meiner PSP Version die Auswahl zwischen "Linear" und "Bikubisch", sehe aber keinen Unterschied bei den beiden Verfahren...

Gerade habe ich festgestellt, dass das 2,5-fach rückvergrößerte Bild im Gegensatz zum Original (!) noch eine geringfügige Nachschärfung verträgt. Das sieht dann z.B. so aus:

Sei doch so nett und machs wie ich und Ingo. Stell in einem einzigen Bild die 3 Einzelbilder gegenüber. Dann kann ich Deine Ergebnisse besser beurteilen...

Sehr interessant, was Du zum Thema Fokussierung sagst. Mir war nicht klar, dass man beim Schwenken eines Newton-Teleskops nachfokussieren muss. Dann ist die Fokussierung am Stern bei Dir natürlich weniger hilfreich.

Wenn man den Newton visuell nutzt, ist das auch kein Problem. Das Okular sitzt ohne Zwischenringe im Okularauszug. Selbst bei hoher Vergrößerung mit dem 3 mm Okular muß ich bei unterschiedlichen Teleskoppositinen nicht nachfokussieren.

Fotografisch habe ich aber eine völlig andere Situation.
Das Gewicht am Okularauszug ist beachtlich. 2" Hülse, Okularprojektionsadapter, Okular, Verlängerungsringe, Filterrad mit Filtern und Motor, DMK mit Adapter zum Filterrad und Kabel wiegen etwa 1,4 kg. Das ganze ist etwa 23 cm lang und ragt über den seitlich am Tubus angebrachten 71 mm hohen Okularauszug raus. An den 4 Punkten, an denen der Okularauszug mit dem Tubus des Newtons verbunden ist, wirken dabei gewaltige Zug- oder Druckkräfte durch den 30 cm langen Hebel. Die führen zu den genannten Fokusproblemen bei unterschiedlichen Teleskoppositionen.

Bei unserer ganzen Diskussion über die Nachvergrößerung wird jedoch ein aus meiner Sicht wichtiger Punkt nicht genügend berücksichtigt: Bei kleinerer Brennweite aufgenommene Bilder erschweren die subpixelgenaue Mittelung feiner Details. Wenn die immer in das selbe Pixel fallen, nutzt das subpixelgenaue Mitteln nämlich nichts.

Es ist ein großer Unterschied, ob ich ein fertiges Bild mit vielen Details künstlich kleinrechne und dann wieder aufblase, oder viele kleine Bilder (ohne diese Details) mittle und das Ergebnis dann auch noch hochvergrößere.




 
Hi Ingo,


:super:

Ich habe schon den Eindruck, dass die Bilder rechts gegenüber links an Schärfe verlieren - wenn mit "dsync" der Effekt auch weitaus geringer scheint.

den Eindruck habe ich auch :)

Fee sprach ja davon, die rückvergrößerten Bilder vom Original abzuziehen. Ich dachte mir, dass es vielleicht besser ist, die rückvergrößerten Bilder durch das Original zu dividieren, also das Original als Flat zu missbrauchen. So sieht man Abweichungen in der Detaillierung als Abweichungen von einem (mittleren) Grau, sprich: schärfere KAnten fallen durch einen Hell-Dunkel-Saum auf.

ja, das ist viel besser als das simple Abziehen, was ich vorgeschlagen hatte. Genial umgesetzt. :applaus:

Eine Sache bleibt aber trotz allem noch: mein Eindruck, dass bei den 4800 mm das Fokussieren leichter fiel als bei den 3900 mm.

Ich glaube, das hängt mit der Physiologie des menschlichen Auges und der "Bildbearbeitung" im Gehirn zusammen. Wir sind es evolutionsbiologisch "gewohnt", bewegte Bilder auf Veränderung hin zu analysieren (anschleichender Säbelzahntieger ;) ). Je größer das Bild, desto einfacher sehen wir die Veränderung (ruhige Momente, in denen wir an Details die Schärfe beurteilen)...




 
Hallo Ingo,

Da lieferst Du uns ja sehr instruktive Ergebnisse - vielen Dank!

Zitat von IngoHeide:
Selbst beim Kollimieren habe ich das Rohr lieber schon möglichst nahe am Objekt ausgerichtet, um Veränderungen durch Verkippen zu minimieren.
Du bestätigst die Erfahrung von Fee, und ich bin überrascht, weil ich den Newton-Tubus mit seinem großen Querschnitt bisher immer für sehr stabil im Vergleich zu meiner offenen Konstruktion mit Trägrrohr und vergleichsweise geringem Querschnitt betrachtet hatte. Mir ist jetzt nicht ganz klar, ob die Verkippungsempfindlichkeit der Justage wirklich an der mangelnden Biegesteifigkeit des Tubus oder doch eher an der Nachgiebigkeit der Spiegelzelle liegt. Meine Schüssel ist in der Tat völlig unempfindlich gegen Schwenks. Das hatte ich schon in der Bauphase mit dem Laser-Kollimator getestet.

Zitat von IngoHeide:
... Womit wir bei dem Vergleichsbild wären:
Das habe ich jetzt erstmal etwas aufgehellt, um an meinem Bildschirm die Unterschiede besser erkennen zu können:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Saturn_2011-05-13-G_vs_2011-05-22-A_R_vML80.jpg

Mir ist nicht ganz klar, warum Deine Bilder so dunkel herauskommen. Der höchste Grauwert liegt da unter 80 von möglichen 255.

Zitat von IngoHeide:
Wenn man die Originale betrachtet (1. und 2. Zeile links und mittig), nehmen sich die Bilder nichts.
Das sehe ich anders: Mir erscheinen die 3900er schon in der unvergrößerten Darstellung deutlich schlechter durchgezeichnet. Ich kann mich daher auch nicht wundern, dass die Vergrößerungen nicht mehr hergeben.

Zitat von IngoHeide:
Ich habe schon den Eindruck, dass die Bilder rechts gegenüber links an Schärfe verlieren - wenn mit "dsync" der Effekt auch weitaus geringer scheint.
Ich sehe da in Zeile 4 keinen signifikanten Unterschied.

Zitat von IngoHeide:
Den Unterschied zwischen linear und dsync wird übrigens auch noch mit einem anderen Test deutlich:
Das ist ein sehr interessanter Test! Am Planeten selbst sind tatsächlich bei Verwendung des dSinc-Algorithmus keine Restunterschiede erkennbar.

Zitat von IngoHeide:
Eine Sache bleibt aber trotz allem noch: mein Eindruck, dass bei den 4800 mm das Fokussieren leichter fiel als bei den 3900 mm.
Hast Du denn bei Deiner Aufnahme-Software keine Zoom-Möglichkeit für das Live-Bild? Ich benutze FireCapture, und da geht das sehr schön.

Zitat von IngoHeide:
- ich finde diesen Austausch hier richtig gut, endlich mal !
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