Unverschämte Preisangebote im Biete Forum

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Da haben wir ein bisschen aneinander vorbeigerdet...

Ich, meine, dass Deine L-Linsen aktuell einen super Job machen und du sie deswegen noch Jahre verwenden kannst. Für all diese L-Optiken gibt es bisher auch keinen Ersatz und wird es in den nächsten 1-2 Jahren auch noch nicht geben.
Angenommen Du behältst Deine Objektive 10 Jahre und nutzt sie fleißig, dann wären die aber auch ohne R-System in 10 Jahren viel weniger wert, weil Canon auch im EF system Updates macht, die das Altglas extrem im Wert reduzieren. Ich hatte zum Einstieg ins EOS Zeitalter ein 2,8/20-35L und das 2,8/80-200L gekauft. Die sind heute auch fast nichts wert... Nachdem der Markt ja in den letzten Jahren kontinuierlich schrumpft, wird auch das Gebrauchtangebot immer größer und die Preise fallen allgemein.

Die neue R ist für mich übrigens kein Profigerät, bestenfalls eine etwas aufgewertete 6er! Wenn ich mit meinen Fotos heute Geld verdienen müsste (ich weiß wovon ich dabei spreche), wäre die R maximal ein Zweit- oder Ersatzbody, kein Arbeitstier!

Ich habe die EOS Ausrüstung vor ein paar Jahren fast komplett verkauft und bin zu Olympus gewechselt. Die werden laut einem sehr bekannten Internetinfluencer nun als „dead“ bezeichnet. Meine Ausrüstung funktioniert aber prima und ich habe Spaß dabei. Und in 5-10 Jahren schauen wir mal, was der Markt dann so bieten wird. Vielleicht landet die Oly dann im Schrank wie meine P67 oder vielleicht will noch einer die Ausrüstung haben. Vielleicht sind sie auch nicht „dead“ und ich verwende alles weiter...

Deswegen sehe ich eher kein Problem, da viel gerdet wird und am Ende kommt doch was ganz anderes.
Aber egal wie, eine Wertanlage ist die Kameraausrüstung nicht, die Zeiten sind seit dreißig Jahren vorbei!
 
Ich greife einfach das ursprüngliche Thema mal wieder auf und schreibe auch noch meine Meinung dazu.

Ich denke, dass jeder seine Waren zu dem Preis einstellen kann, zu dem er es möchte. Ob das nun 10% oder 95% vom Neupreis ist, kann und soll jeder selbst entscheiden.

Genau so kann und soll jeder selbst entscheiden was er für gebrauchte Ware zahlen kann und will. Und jemandem darüber zu informieren, was man für den von ihm/ihr angebotenen Artikel zahlen will, finde ich ebenso ok und meist auch sinnvoll.

Natürlich werde da immer wieder extreme Unterschiede aufeinandertreffen, aber man muss ja nicht "Ja" sagen.

An all dem finde ich weder etwas unverschämt noch kann ich die Einstellung des Themenerstellers wirklich nachvollziehen.
Vieles liegt wohl auch in der Mentalität und dem kulturellen Hintergrund, aber ich finde ein bisschen Feilschen gehört zum Gebrauchtkauf einfach dazu (das ist natürlich nur meine persönliche Meinung).

Ich nehme mal mich als Beispiel.
Ich bin in der Situation, dass ich Astronomie als Freifach an einer Schule in Österreich unterrichte.
Dabei habe ich als Junglehrer nur eine halbe Lehrverpflichtung bekommen (halb so viele Unterrichtsstunden, aber auch nur halbes Gehalt) und weiß als Junglehrer nicht, ob ich nicht schon nächstes Jahr an eine andere Schule versetzt werde.

Die Schule hat wenig Geld und stellt entsprechend kaum Finanzen für das Freifach bereit.
Was ich also für die Schülerinnen und Schüler kaufe, muss ich privat finanzieren (mit halbem Gehalt und der Unsicherheit, ob ich überhaupt an dieser Schule bleibe).
Also versuche ich billig(st) an Ausrüstung zu kommen und kaufe entsprechend gebraucht diverse Schnäppchen (auch hier im Forum) zusammen, damit wir dennoch annehmbar beobachten können.
Und ja, vor diesem Hintergrund frage auch ich immer, ob ein billigerer Preis möglich ist und erkläre dabei durchaus auch, dass es für die Schule ist.
Ich traf dabei auf Verständnis und Entgegenkommen, auf Unverständnis und auch auf Anbieter, die das mit der Schule für vorgeschoben hielten und nicht glauben wollten. Jede dieser Reaktionen finde ich völlig ok - letztere maximal schade.
Ich sage, was ich zahlen kann bzw. bereit bin zu zahlen und der Anbieter kann sich überlegen, ob er sein Produkt dafür abgeben will. Entwickelt sich daraus ein netter Kontakt, kann man sich auch mal finanziell in der Mitte treffen.

Somit finde ich, jeder soll finanziell anbieten oder fordern soviel er will - mal wird man sich einig, mal nicht. Und so finde ich einen Second-Hand-Marktplatz wie hier auch gut.

Grüße an alle, Mario
 
Moin Thomas, kenne ich.
Wenn ich so ein Wurst-Gebot bekomme, sage ich gerne: "Dein Gebot als Anzahlung, Rest dann bei Abholung bzw. vorm Versand". Dann ist das Thema eigentlich immer vom Tisch. Aber - das sollte nun kein Grund sein, sich zu empören. Damit stresst Du doch nur Dich selbst. ;-)

@Carsten: den Vogel mit den beiden kleinen Suchern bei "e-Klaz" habe ich auch mal angeschrieben ... und er wollte "nur" 80€ für einen 6x30er und einen 5x24er Sucher haben. Urig dabei: erst sagte er, , das er nicht wisse, was das sei" um dann später nachzulegen "das ist kein Spielzeug". Also merkwürdige Vögel gibt es auch auf Verkäuferseite ...

Greetz Hannes
 
Hallo,

ich möchte nur auf eines hinweisen, daß das was man als Neupreis bezahlt, nicht der Warenwert ist. Sondern der Staat hängt mt der Märchensteuer mit drin. Sobald Ihr aus dem Laden kommt ist der Wert schonmal um 19 % gesunken. Also eine Gebrauchtware zu 90 % des "Neuwertes" ist schon eine Werterhöhung. Warum sollte der Käufer die, oder Teile davon nochmal entrichten, absurd. So ist es leider, aber fragt mich nicht was ich davon halte! :mad::mad:

Gruß
Porsti
 
Hallo!

Warum sollte der Käufer die, oder Teile davon nochmal entrichten, ...

Warum nochmal entrichten? Die wird doch einfach nur weitergereicht von einem Käufer an den nächsten. Nochmal entrichten müsstest Du die Umsatzsteuer nur dann, wenn Du (oder der Verkäufer) sie erneut ans Finanzamt abführen müsstet. Das ist aber nicht so, auch bei gewerblichen Wiederverkäufern nicht (Stichwort: Differenzbesteuerung).

Von daher kann ich dieses Argument nicht nachvollziehen. Das liesse sich nämlich beliebig erweitern: Auf einem Artikel ist ja nicht nur die Umsatzsteuer. In dem Preis verstecken sich alle Steuern und Abgaben, die in der ganzen Lieferkette anfallen. Von den Schürfrechten für die Erze bis zur Mineralölsteuer (eigentlich Energiesteuer) auf den Transport. Die verfallen ja auch nicht alle durch den Weiterverkauf.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Maximilian ,
Haben wir uns da richtig verstanden?
Wenn ich ein gebrauchtes Produkt kaufe kann es (für mich) nur 81% des Neupreises kosten, da ich keine Märchensteuer für die Gebrauchtware bezahle. Der Verkäufer hat ja 81% an den Händler und 19% an den Staat über den Händler gezahlt.
Das war seine Entscheidung, für die ich nicht einstehe. Ganz einfach!

Gruß
Porsti
 
Hallo!

Das war seine Entscheidung, für die ich nicht einstehe. Ganz einfach!

Aha, so siehst Du das. Verstehe ich rechnerisch, kann ich trotzdem für nicht nachvollziehen. Der erste der etwas kauft zahlt dafür die USt. Lässt sich leider (legal) nicht vermeiden. Und es ist löblich, dass es noch Menschen gibt, die etwas neu kaufen. Das muss man honorieren, denn wenn alle so wären wie ich, gäbe es bald keine Neuware mehr :) Wenn mir jetzt also dieser lobenswerte Mensch, der seinen Fernrohrkram zum Märchenpreis inklusive Steuer beim freundlichen Händler gekauft hat, selbigen nach zwei Beobachtungsnächten zum halben Preis überlässt (was sehr nett von ihm ist!), dann sehe ich es so, dass ich sowohl den Warenpreis als auch die Steuer mit ihm teile.

Grüße
Maximilian
 
Porste, Maximilian, ihr habt meines Erachtens natürlich beide recht. ;)

Der reine Wert der Ware ist natürlich der ohne Mehrwertsteuer (das Wort ist schon an sich merkwürdig "Mehrwert"steuer - es wird ja nicht mehr wert).

Andererseits, wenn jemand etwas neu kauft, dann zahlt er natürlich den Preis samt Mehrwertsteuer, und das kann der Verkäufer einer Gebrauchtware natürlich als Referenz nehmen. Will jemand das Teil neu, kostet es eben soundsoviel. Der Rest ist Ermessenssache - wieviel weniger muss ich verlangen, damit jemand mein gebrauchtes Teil kauft, statt neu vom Händler?

ich sag immer mindestens NP -33%, weil 5 - 10% bekomme ich beim Händler meistens, und dort hab ich Garantie und Rückgaberecht. Wenn jemand jetzt sagt, mein Teil ist quasi neu und will 80% vom Neuwert: nö, das gefällt mir nicht wirklich von der Idee her, weil ich hab keine Garantie, kein Umtauschrecht, und gebraucht ist es auch noch.

Just my 2 cents.

lg
Niki
 
Auch OT: Lohnsteuer kann ich schon eher nachvollziehen, denn es lohnt sich für denjenigen, der sie erhebt... :whistle:
 
Hallo!

Der reine Wert der Ware ist natürlich der ohne Mehrwertsteuer (das Wort ist schon an sich merkwürdig "Mehrwert"steuer - es wird ja nicht mehr wert).

Um solche Verwirrung zu vermeiden wird diese Steuer ja auch gemeinhin als „Umsatzsteuer“ bezeichnet. Um die Bedeutung des Begriffes „Mehrwert“ in diesem Zusammenhang zu verstehen kann es sich lohnen, das angestaubte „Kapital“ aus dem Bücherregal zu ziehen :cool:

Aber nochmal zum „Wert“ des Artikels. Wenn wir schon so argumentieren, dass lediglich die Ware den Wert darstellt ohne den Obulus des Staates, dann müssen wir aber konsequent sein: Denn nicht nur der Staat bedient sich beim Endkunden, sondern auch der Importeur und der Händler (sofern das nicht derselbe ist). Wenn wir also den reinen Wert der Ware als Basis für den Gebrauchtpreis nehmen wollen, dann müssen wir den Nettopreis des Herstellers dafür nehmen! Seit man das Astrozeug direkt in China privat bestellen kann wissen wir ungefähr, wie hoch (oder eher niedrig...) der ist.

Vor diesem Hintergrund sind dann die Preisangebote im Biete-Board (das Thema des Threads...) vielleicht gar nicht mehr so unverschämt.

Grüße
Maximilian
 
Maximilian schrieb:
Um die Bedeutung des Begriffes „Mehrwert“ in diesem Zusammenhang zu verstehen kann es sich lohnen, das angestaubte „Kapital“ aus dem Bücherregal zu ziehen

Es reicht nicht das Kapital aus dem Bücherregal zu ziehen. Man muß es auch lesen und verstehen, denn dann wüsstest Du daß da kein Zusammenhang zur Mehrwertsteuer besteht!
Mehrwert und Mehrwertsteuer sind leider verschiedene Schuhe.
 
Hallo!

Man muß es auch lesen und verstehen, denn dann wüsstest Du daß da kein Zusammenhang zur Mehrwertsteuer besteht!

Aussagen werden nicht dadurch richtig, dass man sie groß und fett schreibt :) Obwohl ich nicht der größte Fan von Zitaten aus Wikipedia bin hier ein Satz daraus (aus dem Artikel „Mehrwert“):
Gelegentlich wird die Wertschöpfung als „Mehrwert“ bezeichnet, so in dem Wort Mehrwertsteuer, die in den Unternehmen auf die Wertschöpfung erhoben wird. Dieser „Mehrwert“ umfasst dann nicht nur die Kapitaleinkommen (Mehrwert im Marxschen Sinne), sondern auch die Einkommen der Arbeitnehmer (das variable Kapital).
Ich kann da durchaus einen Zusammengang erkennen, auch wenn er mit „nicht nur ... sondern auch“ erweitert wird.

Grüße
Maximilian
 
Na aber Niki,

wir sind intelligent,

würden wir das lesen, müssten wir umgehend mit dem ganzen Unsinn des Kapitalismus aufhören. ;)

lg
Niki

das hebt und aus der Biomasse heraus und sogar über die anderen Säuger empor und so sind wir in und für alle Lebenslagen bereit und befähigt,
Fehler in dem Wissen zu machen, dass es Fehler sind.;)

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi, entweder kaufen oder nicht kaufen !!! Jedem ueberlassen fertig . Wieso wird immer fuer igendwas ein Faß ausgemacht ? Wenns zu teuer ist dann nicht kaufen , fertig . Muss man deshalb hier Thread aufmachen ?? Ihr habt Probleme ?
 
Viel schlimmer als deutlich zu niedrige "Preisvorschläge" eines etwaigen Interessenten empfinde ich "hingerotze Kurzanfragen" wie z.B. : Noch da? ohne Anrede, ohne Namen (ich meine da nicht Blubberbacke83) und ohne Gruß.

Gruß
Horst
 
Wenn wir alle die Forenregeln lesen und verstehen würden, dann würden wir hier auch keine politischen Diskussionen haben.
"Inhalte sollen sachbezogen bleiben...."

Ich gestatte mir durchaus einige Nebensätze, vor allem wenn sie im Kontext der Diskussion entstanden sind, hier zum Beispiel wegen der Analyse des Warenwertes im Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer und des "Mehrwertes". Bislang hat sich dadurch offenbar noch niemand persönlich gestört gefühlt. Eine Diskussion über Warenwert und Warenpreis kann man schwer ohne den wirtschaftlichen und damit auch politischen Kontext (Steuern, Gesetze, Systematik des Marktes) sehen und diskutieren. :coffee:

Ich denke, wir sind alle Menschen, und so gerne ich mich an Regeln halte, so gerne sage ich auch meine Meinung zu den Beiträgen hier. Auch in diesem Fall ging meinem Satz ein Statement eines Foren-Kollegen voraus. Vielleicht kannst Du es nachsehen, wenn in einem Nebensatz auch mal Humor über Politik zum Leben erwachen. ;)

lg
NIki
 
Hallo Ihr Lieben,
ich lese schon eine Weile hier mit, und wundere mich ein Wenig darüber, wie weit sich das Thema hier auffächern läßt.
Daß wegen eines als unverschämt empfundenen Kaufangebotes
sogar Karl Marx Erwähnung findet, ist schon beachtlich.
Doch die Diskussion über Mehrwertsteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer
und so weiter können wir uns als Verbraucher eigentlich sparen.
Stehen wir Verbraucher doch am Ende der Wertschöpfungskette,
und da ist kurz vor uns in der Regel immer der Staat an der Reihe.
Doch sollten wir den Staat nicht als denjenigen verstehen,
der uns etwas wegnimmt. Vielmehr füllen wir durch unseren Konsum
im Idealfall über die Steuer unsere gemeinsame Kasse,
aus der dann alles Gemeinsame bezahlt wird.
(.......leider wirklich nur im Idealfall...........)

Letztendlich geht es aber in dem Thread um unverschämte
-also aus Verkäufersicht viel zu niedrige- Kaufangebote.
Ich halte niedrige Kaufangebote nicht für unverschämt.
Wenn ich beispielsweise einen Anbieter, der seinen Artikel
schon zehnmal gepusht hat, oder seit Ewigkeiten nicht los wird,
frage, ob er mir im Preis entgegenkommen möchte, bzw.
ihm eine konkreten Preis vorschlage, so ist es seine Sache,
darauf einzugehen oder nicht.
Einigen wir uns, ist es in jedem Fall eine Win-Win-Situation.

Geht es allerdings in dem Angebot nur um einen Bruchteil
des realistischen Marktwertes, dann darf der Verkäufer
auch beleidigt sein; macht der Interessent ihm doch damit klar,
daß er ihn möglicherweise für bescheuert hält.

CS

Dietmar
 
Hallo!

(.......leider wirklich nur im Idealfall...........)

Wir haben das große Glück in einem Teil der Welt leben zu dürfen, in dem dieser Idealfall zu 90% realisiert ist. Vielleich auch nur zu 85%. Wir jammern hier auf ganz ganz hohem Niveau. Das dürfen wir nie vergessen. Niemand zahlt gerne Steuern, aber wenn ich welche zahle, dann doch am liebsten hier. Denn da kommt noch am meisten davon zu uns zurück.

Ob das jetzt off-topic ist oder nicht ist mir total egal. Wenn jemand ein Problem damit hat kann er mich ja melden (merke: „Melden macht frei!“ lernt jeder Rekut in der ersten Woche). Dann werde ich eben gesperrrt. Cloudy Nights hat auch ein schönes Forum :)

Viele Grüße
Maximilian
 
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