Hallo Namenloser,
ich stand genau vor derselben Frage, und habe mir deshalb bei
astro-shop Uranometria 1,2,DSFG, Night Sky Observers Guide und den Burnham bestellt. Kann ich Dir nur auch empfehlen, die liefern auf Rechnung. Die Bücher sind nämlich grundverschieden. Hier meine persönliche und natürlich ganz subjektive Einschätzung:
Uranometria: Reines Kartenmaterial, und das ist gut so. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Ich komme mit einer Uranometria-Karte besser klar als mit einem Ausdruck eines Astronomie-Programms. Irgendwie scheint die Uranometria mehr Wert darauf zu legen, auf was es für den DS-Beobachter ankommt, während hingegen ein Programm - zumindest in der default-Einstellung - eine Karte halt immer "dumm" ausdruckt. Inwieweit die U. besser/schlechter als andere Karten ist, weiß ich nicht, da ich die anderen Karten nicht kenne. Ich weiß aber, daß ich persönlich mit der U. gut klarkomme. Zudem ist sie das meistzitierte Kartenwerk, und ich denke auch das hat seine Gründe. Als "Erstkarte" machst Du mit der Uranometria sicher nichts falsch. --> ABSOLUT EMPFEHLENSWERT
Deep Sky Field Guide: Wie schon gesagt ist es das "Telefonbuch" zur Uranometria. Es sind alle Objekte der U. mit Koordinaten, Helligkeit, Größe und evtl. einem kurzen Kommentar versehen. Die Seitenzahlen entsprechen dabei den Uranometria-Kartennummern, d.h. man kann Objekte sehr schnell finden. Allerdings kann ich diese Daten (bis auf den Kommentar, auf den man aber gut verzichten kann) auch in jeder Astronomie-Software abrufen. --> NICHT EMPFEHLENSWERT
NIGHT SKY OBSERVERS GUIDE: Hier steht - vergleichbar zum DS-Reiseführer nur ausführlicher und mit weniger Fehlern - die Prosa. Es wird sehr schön beschrieben was man sieht, und das abhängig vom Teleskop. Ich finds garnicht schlecht, vorab nachlesen zu können, auf was man besonders achten soll. Mit so einem "roten Faden" an der Hand holt man als Anfänger doch irgendwie mehr aus einer Beobachtung raus. Zumindest mir gehts so. Was ich nicht verstehe ist, warum sowohl NSOG als auch DSR Karten abdrucken. Die sind nämlich beide ziemlich miserabel. Warum, liebe Autoren, verzichtet Ihr nicht darauf und packt dafür lieber mehr Prosa in Eure Bücher? Jeder der so ein Buch kauft wird wohl auch ein Karkoschka o.ä. haben um sich zu orientieren. --> NSOG EMPFEHLENSWERT, DSR BEDINGT EMPFEHLENSWERT
Burnham Celestial Handbook: Als ich den (bzw. die, es sind drei Bände) aufgeschlagen habe war ich ziemlich schockiert, da alles mit Schreibmaschine geschrieben ist, und die Tabellen noch von Hand gezeichnet sind. Aber je länger ich mich mit dem Werk beschäftige, um so besser gefällt es mir. Erstens verzichtet er auf Karten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Und zudem hat er eine ganz bezaubernde Sprache die Dinge am Himmel zu beschreiben. Und er nimmt sich Zeit, bzw. Platz dafür. Die "descriptive note" zu M13 z.B. umfaßt ganze 9 Textseiten, 5 Bilderseiten und einige Diagramme. Außerdem legt er viel Wert auf die Beschreibung von einzelnen Sternen (DS, Var) mitsamt Helligkeits-Verlaufdiagrammen und Positionsdiagrammen. Inwieweit diese Fakten heute noch Gültigkeit haben weiß ich nicht, aber alleine der Textteil ist schon "kaufenswert". --> EMPFEHLUNG für den der mehr erfahren will
Eye & Telescope: Scheint mir ein ganz nützliches Tool zu sein. Aber 80 Euro für ein Programm im Windows95-16bit-Charme das zudem noch gegen ziemlich viele Regeln moderner Software-Ergonomie verstößt finde ich ehrlich gesagt eine Unverschämtheit. Da mache ich meine Beobachtungslisten lieber von Hand, auch wenn mir so ein Programm eigentlich ganz Recht käme. --> NICHT EMPFEHLENSWERT
Mein Fazit: Ich finde die Kombination Uranometria und NSOG ein gutes Team, das man später z.B. noch mit dem Burnham ergänzen kann.
Micha