Uranus - Infos zu möglichen Details

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komposer

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Hallo,

ich möchte Euch hier zeigen wie ich Details beim Uranus aufgenommen habe.
Voraussetzung ist auf jeden Fall der IR Bereich mit einer Kamera ohne Sperrfilter.
Ich verwende da die Asi120mm mit einem RG610 Rotfilter. Da der Filter ja erst bei 610nm aufmacht, kommt es zu keinen Störungen mit dem IR Bereich z.B. durch die zusätzlich nötige Barlow.
Bei einer Belichtungszeit von 40ms musste ich schon länger aufnehmen um auf über 3000 Frames zu kommen.
Ich habe später 3 hintereinander aufgenommene Avis verbunden und von ca. 10000 Frames 30% mit autostakkert gestackt.

Hier eine Animation von 30 Frames mit der Asi120mm & RG610:
uranus_020119rg610.gif


Für die Farbe habe ich auch eine Aufnahme mit Asi120mc gemacht, hier eine Animation:
uranus_020119-farbekl.gif


Für die Bearbeitung ist aber eigentlich nur die Luminanzaufnhame mit dem Rotfilter relevant.
Hier eine Übersicht der verschiedenen Arbeitsschritte:
uranus-020119-uebersicht-n2.jpg

1. Summenbild
2. Summenbild auf 150% vergrößert und um 180° gedreht.
fitswork
3. iterativer Gauss: 1. Durchgang: R: ca. 3.2, I: 6, Stärke: 60 & 2.) ca. 2.2 / 6 / 60
4&5. Wavelet Detailsverstärkung hauptsächlich Layer 1 und 2
6. Zuerst NLM Rauschfilter 2 / 2 / 50 und nochmal etwas Wavelet.
7. L-RGB mit dem Farbbild der Asi120mc

Teleskop: 12" F5 Dobson auf Selbstbau-Plattform

Gruß,
Holger
 
Wow. Hut ab! :cool:
Kann man solche Ergebnisse eigentlich irgendwo, irgendwie verifizieren?
Oder können wir den Wavlet-Filtern sozusagen vertrauen?

lg
Niki
 
Hallo Niki,

das ist durch die Bearbeitung bestimmt etwas überbetont aber die Helligkeitsunterschiede sieht man ja schon im Summenbild und noch deutlicher nach den ersten Schärfungen.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger!

Offenbar hast Du recht... :) ich fragte deshalb, weil bei mir beim Mars einmal fast historische "Canali" herausgekommen sind (kurz vor der größten Erdnähe 2018, atmosphärische Dispersion und Seeing waren entsprechend schwierig) und nicht genau wusste, was das wohl in Summe hervorgebracht hatte... war etwas verblüfft. :unsure:

lg
Niki
04_43_35_Mars_lapl6_ap14_canali.jpg
 
Moin zusammen!
Ich warte auf den Bildvergleich mit NASA Bildern, oder was sonst von Profiteleskopen kommt. Evtl. mal Luc du Midi anfragen!

Ohne Vergleich glaube ich nicht an echte Objektdetails, gerade auf dem eher amorphen Uranus. Und wenn man die Frage hier stellt, so wäre es durchaus hilfreich, vorher bei den Profis zu recherchieren.

CS!
Carsten
 
Hallo Carsten,

da gibt es natürlich z.B. die tollen Bilder von Damian Peach oder die Uranus Section von Alpo-Japan.

Gruß,
Holger
 
Wenn man sich "andere" Bilder anschaut von den genannten Personen,
dann scheinen -für mich zumindest- die hier herausgearbeiteten Details schon real.

@ Holger, mach mal Neptun und Pluto :)
 
Hallo Martin,

ich habe das ja auch schon mehrfach aufgenommen. Immer ähnliche Details, eine Hälfte deutlich dunkler und dies ist ja auch schon im Summenbild zu erahnen. Mit UV/ IR Sperrfilter ist das übrigens nicht zu erkennen, es liegt also eindeutig am IR-Bereich.

Neptun und Pluto habe ich natürlich auch schon mal aufgenommen.

Hier Neptun vom 14.09.18:
Neptun_140918p150.png


Meine erste Plutoaufnahme vom 24.07.18, allerdings nur ohne Barlow möglich:
pluto-240718-010422sn-kompri.jpg

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

wenn es das Wetter mal hergibt könntest du mal zwei Nächte nacheinander zur selben Uhrzeit oder am zweiten Tag etwas früher Uranus widmen. Ein Uranustag dauert 17 Stunden, die Strukturen müssten also bei gleicher Uhrzeit entsprechend, äh, 105 Grad oder so, wandern. Aus einem Planetariumsprogramm müsste man noch ersehen können wie die stark geneigte Achse derzeit in Relation zu uns steht, das ließe sich dann mit einer deiner beliebten Morphrotationsanimationen zur aufgenommenen Bewegung abgleichen.

Vom Wetter her habe ich zwar nicht das Gefühl dass sowas in dieser Sichtbarkeitsperiode noch klappt, aber dann hättest du Klarheit.

VG Klaus
 
Hallo Klaus,

da tut sich leider nicht viel auch auf den anderen Seiten sieht es meist recht ähnlich aus.
Ich habe mal meine letzten Aufnahmen zusammengestellt:
uranus-ueberblick.jpg

Immer ist die rechte Seite heller. Eventuell ist die dunkle Hälfte mal etwas größer.
ich habe da zum Vergleich die Bilder vom 02.01.19 und 04.12.18 übereinander gelegt:
uranus_020119u041218.gif


Gruß,
Holger
 
Jetzt habe ich doch mal nachgeschaut: Nach den Hubble Infrarotbildern und Sky Safari könnte das passen. Die hellere Region würde dann die Polregion umreißen, zum Äquator hin wird es dunkler. Wenn du den Planeten immer in derselben Himmelsrichtung Süd Süd Ost (?!) aufgenommen hast dann ist die Achse auch immer gleich, der Wandelstern bewegt sich ja nur langsam auf seiner Bahn. Du könntest dann mal versuchen etwas später bzw weiter westlich draufzuhalten. Dann müsste die Achse ja entsprechend kippen.

VG Klaus
 
Hallo,

ja stimmt. Der Hell-/Dunkelunterschied könnte Pol und Äquatorregion sein. Die Flecken halte ich aber für Artefakte. Dafür gibt die Atmosphäre von Uranus wohl nicht genug Struktur her. Trotzdem auch so eine tolle Leistung.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo,

Albedodetails auf Uranus konnte ich bereits visuell beobachten - war aber wirklich hart an der Grenze -> Uranus vom 27.10.2015

Die helle Polregion kommt eigentlich auf so ziemlich allen Uranusbildern gut heraus.

LG Michael
 
Hallo Michael,

Glückwunsch zur Beobachtung. Visuell stelle ich mir das ziemlich schwer vor. Selbst auf Hubblebildern in "natürlichen" Farben - also nicht kontrastverstärkt etc. - sieht man eigentlich so gut wie nichts, auf den älteren Voyager Bildern auch nicht. Auch auf Damian Peachs Bildern mit einem 1m-Teleskop sieht man verstärkt nur 2-3 Bänder, also hell/dunkel.
Man kann leider nicht nachvollziehen, was jemand visuell wirklich gesehen hat.

Gruß

*entfernt*
 
Hallo,

dann müsste also die Drehachse ungefähr so liegen:
uranus_020119_180041p150achse.jpg

Das erklärt ja dann auch warum immer die rechte Hälfte heller ist.

Gruß,
Holger
 
Also mit 500x Vergrößerung hätte Uranus etwa die scheinbare Größe des Mondes. Oder des Mars in erdnaher Opposition bei knapp 80x, da geht ja auch schon ein bisschen was. Es gibt seltene Nächte in denen geht so eine hohe Vergrößerung noch gut. Dass man auch dann so wenig bis nichts sieht liegt also eher an den mangelnden kontrastreichen Details. Wenn es in Infrarot mehr zu holen gibt dann ist das fotografisch auf jeden Fall in der Reichweite des 12 Zöllers, wenn man Technik und Hand am Nachführhebel über Jahre optimiert hat ;)

VG Klaus
 
Respekt auch** für den Neptun.

Pluto mit Oberflächendetails wäre nochmal was ... <schnell weg>

:D

Gruß Martin

** Das meine ich insbesondere vor dem Hintergrund deiner "einfachen" Ausrüstung, wenn ich richtig liege
ein 12" Dobson auf Plattform ... (y)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Martin,

ja genau 12" f5 Dobson auf dieser Plattform:
plattform-set.jpg

Man sieht das professionelle Werkzeug und den edlen Nachführhebel. Ein echtes Meisterwerk !:D

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

wer in der hochauflösenden astronomischen Präzisionsfotografie keine Handsäge einzusetzen weiß, muß sich über mittelmäßige Resultate nicht wundern :sneaky:

*entfernt*
 
Hallo Holger, dann hast du ihn vielleicht gegen 19:00 oder etwas später erwischt? Da wäre Uranus schon in Richtung SSW, die Achse schon entsprechend gekippt. Würde also passen zur Theorie der hellen Polregion.

VG
Klaus
 
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