Ehemaliges Mitglied
Hallo,
nachdem ich letztens meine Bilder immer an andere Freds angehängt habe, mache ich auch mal wd. einen auf. Venus wird aktuell immer interessanter. Anfangs muss man sich etwas mit den besonderen Umständen befassen und sich reinfuchsen, aber dann ist sie ein richtig lohnenswertes Objekt. Vor allem, man kann entspannt zum 5 o'clock Tea beobachten
, und muss nicht mitten in der Nacht zu unchristlicher Zeit aufstehen, um sich mit einem vom Seeing verwaberten tiefhängenden Jupiter abzumühen. OK, Venus ist auch mächtig vom Seeing verwabert, aber am Tag erwartet man das nicht anders, und kann dann positiv überrascht werden, wenn die Bedingungen mal ausnahmeweise nicht ganz schlecht sind
. Mittlerweile findet man Venus auch schon im Sucher, wenn man einen Rotfilter davorklemmt und vorher das Teleskop schonmal grob in die richtige Richtung ausrichtet. Mit grad mal ca. 1:18 h Abstand ist die Sonne aber noch nah, also entsprechende Vorsicht walten lassen!!!!!
Der einzige Nachteil: man muss bekannterweise auf exotische Spektralbereiche ausweichen, vornehmlich UV und IR, um der Atmosphäre Details zu entlocken.
Verschiedene UV Filter waren/sind hier ja grad in der Diskussion (z.B. hier Venus TS47 violett vs. ZWB2 UV Filter ). Es sieht aber wohl danach aus, dass man dafür doch besser eine grosse Öffnung (10",12" o.ä.) haben sollte, um genug Licht zu sammeln, da i.d.R. die Empfindlichkeit der Kamerachips unterhalb 400 nm rapide abfällt. Ausserdem sind Spiegeloptiken besser geeignet als Linsen, da letztere schon selbst einiges an UV schlucken. In Ausnahmefällen hatte ich trotzdem mit einem 6" ED Apo ganz gute UV Aufnahmen hinbekommen, (z.B. hier: Nachlese: Venus (UV) April 2020) aber wg. der nötigen längeren Belichtungszeit muss dafür das Seeing schon sehr gut sein. Nach einigen Versuchen habe ich ein neues 'DreamTeam' gefunden, und zwar eine Kombination aus Baader Dunkelblau & Omegon#47 Filter, die einen Transmissionspeak bei ca 415 nm hat (siehe hier ). Den #47 gibts auch von anderen Firmen. Zuerst war das Ergebnis nicht berauschend, weil der Kontrast der Wolkendetails dabei deutlich schwächer als im nochmal kurzwelligeren Bereich ist, aber man muss einfach sehr viele Frames Aufnehmen (30-50k), was durch die wesentlich höhere Helligkeit (im vgl. zu UV) auch mit 6" problemlos geht. Die hohe Framezahl ist auch wg. der schlechten Seeing-Bedingungen am Tag ohnehin ein Muss, selten sind mal mehr als 5% davon brauchbar.
Ausser im UV lässt sich auch im IR der Venus etwas abgewinnen, in Beständen aus früherer Zeit hatte ich noch ein Schott RG715 gefunden, mit dem sich ebenfalls Wolkendetails ablichten lassen, und vor allem, andere als im UV. Es handelt sich dabei wohl um unterschiedliche Ebenen u/o Bestandteile der Atmosphäre. Höhere IR Wellenlängen wären noch besser (z.B. 1000nm) , wobei dann- vor allem bei Refraktoren - wd. die Frage besteht, wie gut die Optik da noch performt. Mit Spiegeln kann man sich da mehr erlauben, z.B. auch noch exotischere schmalbandige Bereiche (Vgl. Venus, versch. Spektralbereiche, 30. Mai)
Lange Rede kurze Sinn: auch mit kleineren Öffnungen kann man der Venus einiges abgewinnen, viell. kann ich ja dem/der einen od. anderen Mut dazu machen.
-cb
nachdem ich letztens meine Bilder immer an andere Freds angehängt habe, mache ich auch mal wd. einen auf. Venus wird aktuell immer interessanter. Anfangs muss man sich etwas mit den besonderen Umständen befassen und sich reinfuchsen, aber dann ist sie ein richtig lohnenswertes Objekt. Vor allem, man kann entspannt zum 5 o'clock Tea beobachten
Der einzige Nachteil: man muss bekannterweise auf exotische Spektralbereiche ausweichen, vornehmlich UV und IR, um der Atmosphäre Details zu entlocken.
Verschiedene UV Filter waren/sind hier ja grad in der Diskussion (z.B. hier Venus TS47 violett vs. ZWB2 UV Filter ). Es sieht aber wohl danach aus, dass man dafür doch besser eine grosse Öffnung (10",12" o.ä.) haben sollte, um genug Licht zu sammeln, da i.d.R. die Empfindlichkeit der Kamerachips unterhalb 400 nm rapide abfällt. Ausserdem sind Spiegeloptiken besser geeignet als Linsen, da letztere schon selbst einiges an UV schlucken. In Ausnahmefällen hatte ich trotzdem mit einem 6" ED Apo ganz gute UV Aufnahmen hinbekommen, (z.B. hier: Nachlese: Venus (UV) April 2020) aber wg. der nötigen längeren Belichtungszeit muss dafür das Seeing schon sehr gut sein. Nach einigen Versuchen habe ich ein neues 'DreamTeam' gefunden, und zwar eine Kombination aus Baader Dunkelblau & Omegon#47 Filter, die einen Transmissionspeak bei ca 415 nm hat (siehe hier ). Den #47 gibts auch von anderen Firmen. Zuerst war das Ergebnis nicht berauschend, weil der Kontrast der Wolkendetails dabei deutlich schwächer als im nochmal kurzwelligeren Bereich ist, aber man muss einfach sehr viele Frames Aufnehmen (30-50k), was durch die wesentlich höhere Helligkeit (im vgl. zu UV) auch mit 6" problemlos geht. Die hohe Framezahl ist auch wg. der schlechten Seeing-Bedingungen am Tag ohnehin ein Muss, selten sind mal mehr als 5% davon brauchbar.
Ausser im UV lässt sich auch im IR der Venus etwas abgewinnen, in Beständen aus früherer Zeit hatte ich noch ein Schott RG715 gefunden, mit dem sich ebenfalls Wolkendetails ablichten lassen, und vor allem, andere als im UV. Es handelt sich dabei wohl um unterschiedliche Ebenen u/o Bestandteile der Atmosphäre. Höhere IR Wellenlängen wären noch besser (z.B. 1000nm) , wobei dann- vor allem bei Refraktoren - wd. die Frage besteht, wie gut die Optik da noch performt. Mit Spiegeln kann man sich da mehr erlauben, z.B. auch noch exotischere schmalbandige Bereiche (Vgl. Venus, versch. Spektralbereiche, 30. Mai)
Lange Rede kurze Sinn: auch mit kleineren Öffnungen kann man der Venus einiges abgewinnen, viell. kann ich ja dem/der einen od. anderen Mut dazu machen.
-cb