Verbesserung der Polhöheneinstellung bei der EQ 6

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Hallo!
Dann stelle ich mal ein paar Bilder meinerseits rein, wie ein Umbau von statten gehen kann. Damit ich mich nicht mit fremden Federn schmücke, gleich vorneweg, dass mir da ein Fachmann mit unter die Arme gegriffen hat, weil ich die Werkzeuge zur Metallbearbeitung nicht alle habe. Danke Horst!
Nachdem ich auf keine HP verlinken kann, folgen jetzt mal 3 Posts mit jeweils drei Bildern, die das Ganze knapp beschreiben.
Ausgangspunkt war ein kaputtes Gewinde der Polschraube (1)
Dementsprechend war auch das Innengewinde in der Achse hinüber (2). Durch das nun noch größere Spiel der Polschraube wäre eine ständige leichte, aber signifikante Veränderung der eingestellten Polhöhe, je nach Beladung und Stand der Montierung zu erwarten gewesen, da die Polschraube in ihrer Lage „hin- und hergezogen“ werden konnte.
Erster Schritt war das Anfertigen einer neuen Polblockachse (VA-Stahl) mit 12mm Durchmesser und M10 Gewinde auf beiden Seiten. (3)
 

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Als nächstes:
Erweitern der vorhandenen vier Bohrungen in den beiden Wangen des Polblocks (2x) und der RA-Verkleidung (2x) auf ca. 13,95mm (4)

Anfertigung von vier Lagerbuchsen aus Messing (im "Original-Umbau" die viel härtere Bronze) mit einem Innendurchmesser von 12,05mm und einem Außendurchmesser von 14mm.

Einpressen der Lagerbuchsen in die erweiterten Bohrungen (5).

Erweitern der Innenlochs der beiden Kunststoff-Gleitscheiben (Lochdurchmesser 14mm), die links und rechts in der Wange verbaut sind und aufbohren des Achsloches der "Anpressscheibe", auf die die drei Madenschrauben des Polblocks wirken auf 12,5mm (kein Bild)

Reinigen, Entfetten und Neufetten der Montierungsteilen mit Bremsensreiniger, bzw. LM47 (MoS2) und zusammenfügen der Montierungsteile. Tausch der drei 12mm langen Madenschrauben mit Innensechskantkopf durch Madenschrauben mit 16mm Länge. (6)



 

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Und last but not least:

Einstellen des passenden Anpressdrucks. Die Montierung sitzt nun auf einer 12mm Polachse aus VA-Stahl, die in Messingbuchsen fast spielfrei gelagert ist. (7 und 8)

Da die RA-Verkleidung zu diesem Zweck abgebaut werden musste, wurde noch ein VA-Block montiert, der die Südschraube (bei unseren Breitengraden) grob im 90 Grad Winkel auftreffen lässt. (9)

Damit ist eine genaue Einstellung und Fixierung der Polhöhe möglich, ohne dass die südliche Polhöhenschraube verbogen wird, oder das Gewinde des Polblocks verschleißt.

CS, Andreas
 

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Hi Andreas,

sehr interessant deine Verbesserungsmasnahmen! Darf man fragen was sowas dann kostet?

Gruß

Franz :-)
 
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Hallo Franz!
Das kannst Du - allerdings war das ein Pauschalpreis wo andere Sachen auch noch mit drin waren und einiges habe ich selber gemacht. Deswegen ist es schwierig das auf diese Einzelteile runterzubrechen. Damit aber trotzdem ne Zahl da steht würde ich schätzen, wenn alles Fremdvergeben ist:
VA-Block fräsen und an EQ6-Gehäuse montieren
VA-Achse drehen
EQ6 für Lager aufbohren
Lager herstellen und einpressen
Anpresscheibe aufbohren
neue Madenschrauben
und dann auch noch 2x Versand landest Du irgendwo bei 100€ plus X.
Dafür musst Du aber vorher die RA-Achse aus der EQ6 auf jeden Fall ausbauen, damit man nur am Gehäuse arbeiten kann. Alles andere macht keinen Sinn.
CS, Andreas
 
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Ich weiß, der Thread ist schon ein wenig älter, aber ich habe das Problem der verbogenen Schraube auch.
Das Problem mit der verbiegenden Schraube kann man ja mit der härteren Schraube lösen.
Aber als Laie, ohne passendes Zubehör und Werkzeug ist es für mich unmöglich den Aluklotz da rein zu basteln.
Ein örtlicher Feinmechaniker verlang weit über 100 Euro.

Jetzt habe ich mal als rein Visueller Beobachter eine theoretische Frage, wo ich nicht weiß, ob da ein Denkfehler mit drin steckt.
Wenn ich die Montierung auf 30° Stelle, kann man die Schrauben ohne zu verbiegen schön fest ziehen.
Wenn ich das Stativ nun aber Schräg stelle um die 20° zu kompensieren, würde das Goto bzw. die Nachführung dann noch funktionieren?
Es ist zwar nicht im Interesse des Erfinders, wäre für mich aber die leichteste Lösung.

Funzt das?
 
Hallo Stiko!
Radio Eriwan sagt: "Theoretisch klappt das". Also ein Denkfehler steckt nicht drin.
Aber ein paar "Praxisfehler" schon:
Durch das Ankippen des Stativs verlagerst Du den Schwerpunkt nach außen. Im Normalfall ist der Schwerpunkt genau zwischen den drei Beinen (bei einem enstprechenden Stativ).
Dadurch wird das ganze instabiler und wackeliger (min. 1 Bein ist ja entlastet).
Die Kräfteverhältnisse in der Montierung ändern sich erheblich - also die Kraftübertragung auf den Polblock und die Polblockachse. Ich könnte mir vorstellen, dass die Nachführung ungenauer wird und mehr verschleißt.
Wenn ich´s richtig durchdenke, kannst Du auch nicht mehr durchgängig austarieren, bzw. jede Stelle fordert die Gewichte an einer anderen Stelle?
Der ganze Aufbau kann ins Kippen kommen, wenn der Schwerpunkt so weit raus wandert, dass er außerhalb der Beine liegt.
Damit kommst Du m.E. vom Regen in die Traufe. Die Verstellung der Stativbeine dient nun wirklich nur dazu Bodenunebenheiten auszugleichen und um die Stativplatte waagrecht auszurichten.
CS, Andreas
 
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Hmm, ich habe aufgrund deiner Antwort nun mal das Teil hier im Wohnzimmer aufgebaut und du hast zu 100% Recht. Es steckt wirklich ein Praxisfehler drin, man müsste, um auf den Polaris auszurichten das ganze Ding auch bewegen, da man ja bei einem Schräg stehenden Stativ die Montierung nicht seitlich ausrichten kann.

Das Loch bohren und das Gewindeschneiden würde ich noch hin bekommen, aber bei dem Alublock komme ich an meine Grenzen.
Gibts jemanden hier im Forum, der mir gegen ein gewisses Entgeld nur den Klotz selbst liefern könnte?

Über eine positive Nachricht würde ich mich echt freuen.
 
Hallo Stiko!
Achte bitte aber beim Bohren und Gewindeschneiden auf folgendes:
Hallo Thomas!
Danke für die schöne Schilderung.
Ich will jetzt keine Panik verbreiten, aber ist nicht das Gehäuse, das Du zeigst (um die RA-Achse herum), OFFEN zur sich darin drehenden und gelagerten RA-Achse?

Zumindest bei meiner weißen NEQ ist das eindeutig so. Bei der französischen und bebilderten Umbauversion werden daher RA-Achse und Kegelrollenlager ausgebaut, bevor (alleine im leeren Gehäuse) gebohrt wird. Nach der Version habe ich auch gearbeitet und an dem Punkt wurde mir auch klar, dass es vielleicht nicht nur darum ging den Block von innen verschrauben zu können, sondern die Achse sauber zu halten.

Weil - wenn dem so ist - hätte ich echt Angst, dass die Späne, die beim Bohren und Gewinde einschneiden IM Gehäuse verbleiben und irgendwann in die Lager oder zwischen Gleitflächen der RA-Achse kommen.

Wie gesagt - will keine Panik verbreiten. Aber kläre das vielleicht noch mal ab.

CS, Andreas
Vielleicht ist das auch völlig irrelevant und nicht weiter der Rede wert. Aber ich möchte dennoch drauf hingewiesen haben. Nicht dass Du die schöne EQ verbastelst ...
 
Naja, vielen Dank dir, aber ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, woraud der Andreas hier hin weisen wollte.
Ich versuche es mal auf Laienart zu übersetzen.
Heißt das soviel wie,

vorsicht, das Ding ist innen hohl und die Lager alle offen. Halte beim Bohren den Staubsauger davor, damit nix kaputt gehen kann?

Aber wenn dem so ist, werde ich auf jeden Fall diesbezüglich sehr stark darauf aufpassen. Ich kann mir nicht mal schnell eben eine 2. kaufen, also werde ich es vorsichtig angehen.

Danke für den Tipp.
 
Hallo zusammen,
ich hatte mit meiner LXD75 (pfui, ich weiß...) dasselbe Problem mit den "sich-ins-Material-fressenden" Polhöhenschrauben. Das läßt sich relativ leicht mit zwei Messinghutmutten M8 lösen. Ich weiß nur nicht welches Gewinde die EQ6-Schrauben haben. Bei mir funzt die Polhöheneinstellung bedingt durch das leichter laufende Messing und die Kugelform jetzt wesentlich besser.

Viele Grüße und c.s.
Christoph
 
Sooo, ich habe alles umgebaut und will mich nochmal bei VTSB
bedanken, welcher mir die Polhöhenschrauben + den Alublock inkl. Versand und Steuer für rund 55 Euro zugeschickt hatte.
Eure Anleitung war echt super zu verstehen und ich habe alles sehr gut umsetzen können.

Jetzte mal meine Frage nach dem Umbau.
Wie stark zieht ihr die Polhöhenschrauben fest?
Jetzt lastet ja das komplette Gewicht jeweils einseitig entweder auf dem Alublock oder auf dem Steg der Montierung.
Reicht es, wenn die Polhöhenschrauben anliegen, und leicht fest gezogen werden (1/4 Umdrehung)oder müssen die richtig fest gebrummt werden?
Nach fest kommt ab. Daher bin ich für eure Erfahrungen dankbar.
Da ich ein notorischer Grobmotoriker bin, wäre eine Umdrehungszahl nach dem anliegen der Schraube hilfreicher.

Danke euch
 
Hallo,

ich krame mal diesen alten Beitrag wieder hervor. Ich habe eine EQ6 gebraucht erworben. Mir ist an dieser Montierung aufgefallen das die südliche, noch originale, Einstellschraube leicht verbogen ist. Auf der Suche nach Lösung bin ich auf diesen Gegenlagerblock gestoßen.

Dieses Gegenlager begrenzt den unteren Bereich der Montierung auf ungefähr 30 Grad. Das bedeutet aber auch das der Polsucher zur Justierung nicht mehr in die waagerechte gebracht werden kann. Theoretisch müsste es auch bei 30 Grad gehen, nur dürfte es schwieriger werden mit Objekten auf die man das Fadenkreuz des Polsuchers ausrichtet. Wie sind eure Erfahrung die dieses Gegenlager eingebut haben? Wie justiert ihr dann den Polsucher?

Gruß

Andreas
 
Ich fand das damal ziemlich problemlos (ich besitze die NEQ6 nicht mehr) aber zu dem Zeitpunkt, war der Polsucherjustage nicht allzu schwer.
Mir hat ein Fernmeldemast auf einem benachbarten Hügel geholfen, es hätte aber auch die Spitze eines Baumes sein können, oder der Dachfirst, Kamin ... vom Haus nebenan.
Durch die verstellbarer Dioptrieneinstellung am Polsucher kann man auch nähere Objekte einigermaßen scharf bekommen. Also geht auch etwas in ziemlich kurzer Entfernung, z.B ein Strommast, der nicht allzu weit weg (und damit noch entsprechend hoch) ist, weil man davor steht.
Andreas
 
Hallo

danke für die Antwort also kann man das problemlos einbauen und ersetzt nicht das eine Problem durch ein anderes.

Gruß

Andreas
 
Nö, nicht wirklich. Klar, es ist einen Ticken unbequemer. Aber das Justieren am Polsucher macht man ja auch nur einmal (zudem ohne Beladung, ohne GG) und gut isses ...
Andreas
 
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