Vergleich EOS 5d Mark II mit EOS 60 Da

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Horst0552

Aktives Mitglied
Hallo,

schon seit etwa 2 Jahren habe ich eine EOS 60 Da, und jetzt vor Weihnachten habe ich dazu noch eine gebrauchte
EOS 5d Mark II erworben. Diese ist eine Vollformatkamera mit 21Mpixel.

Das sind sie:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Vergleich%20EOS%205d%20Mk%20II%20mit%20EOS%2060%20Da/1-DSCF8055.JPG

Ich habe von beiden Kameras mal das Rauschen ermittelt über den ISO-Bereich von ISO100 bis ISO6400, bei
einer Belichtungszeit von 30 Sekunden und verschlossenem Objektiv.

Das Ganze zunächt bei Raumteperatur.

Hier das Ergebnis als Tabelle:

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Vergleich%20EOS%205d%20Mk%20II%20mit%20EOS%2060%20Da/Vergleich%20mittleres%20Rauschen.jpg

Anfänglich bin ich davon ausgegangen, das auch das Rauschen mit kleinerer ISO-Zahl weniger wird.
Wie man aber sehen kann, ist das nicht so.

Woran das liegt vermag ich nicht zu sagen. Vielleicht sind es die Verstärker zwischen Chip und AD-Wandler,
die dieses Verhalten verursachen.

Vorteilhaft ist es allemal, bei einer hohen ISO-Zahl ein geringes Rauschen zu haben. Dann kann man bei
kurzer Belichtungszeit viele Aufnahmen machen. Somit ist dabei auch so manche Wolkenlücke zu nutzen.
Durch das Stacken der einzelnen Aufnahmen wir zusätzlich das Rauschen gemindert.

Dazu habe ich hier was geschrieben.

Für eine längere Belichtungszeit habe ich dann ISO500 gewählt.

600 Sekunden habe ich belichtet, einmal bei 23°C und bei 12°C.

Hier das Ergebnis bei 23°C.
Links die EOS 60Da, und rechts die EOS 5d Mark II.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Vergleich%20EOS%205d%20Mk%20II%20mit%20EOS%2060%20Da/Vergleich%20EOS%2060Da%20-%205d%20Mark%20II%20%20-%20ISO500%20-%20600sec%20-%2023%C2%B0C.jpg

Ausgewertet habe ich mit Fitswork.

Und hier bei 12°C.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Vergleich%20EOS%205d%20Mk%20II%20mit%20EOS%2060%20Da/Vergleich%20EOS%2060Da%20-%205d%20Mark%20II%20%20-%20ISO500%20-%20600sec%20-%2012%C2%B0C.jpg

Dieses Ergebnis sagt mir, dass ich die EOS 5d Mark II nur dann nehmen werde, wenn es Follformat sein muss.

Um das gleiche Rauschen zubekommen wie bei der 60Da müsste ich etwa 10 Aufnahmen der 5d Mark II stacken.

LG + CS
Horst










 
Hallo Horst

wie ich sehe hast du vorher die CR2 auf Tif gewandelt. Das sollte man nicht machen, da das vorherige Programm dir ganz falsche werte erzeugen kann. Die normalen Programme verwenden vorgegebene Werte je nach Kamera und Einstellungen.
Ich würde zumindest mal die CR2 ohne Farbinterpolation mal mit vergleichen wie da das Rauschen sich verhält.

Gruß Rolf
 
Hallo,

Also ich habe eine 60Da von Canon direkt (sollte man machen, da wohl selektierte Chips) da rauscht sehr wenig.

UND gerade die Mark II hat ein gewaltiges Rauschproblem, wie einem vor dem Kauf schon bekannt sein sollte.

Ich war auch vor der Auswahl der beiden Kameras gestanden.
 
Hallo,

das sieht nach einer kamerainternen Rauschminderung aus.
Ein CR2 ist kein wirkliches RAW.
Mit RAW-Konvertern wie Capture One kann Rauschen reduziert werden und
es bleibt im eigenen Ermessen welcher Detailverlust akzeptiert wird.
Wäre aussagekräftiger diesen Test mit einer Testtafel durch zu führen um diesen Detailverlust zu sehen.
Ist doch verwunderlich wenn ein Bild mit ISO 640 einen besseren Wert ergibt als mit ISO 100.
Die Möglichkeit kameraintern ein Darkframe zu subtrahieren könnte auch berücksichtigt werden.

Viele Grüße

Klaus
 
P.S.:
Selbst hab ich eine 550D und 5DII
DIe 5DII ist in Sachen Bildqualität das Beste was Canon aktuell zu bieten hat.
Den besseren Rauschwert von iso 640 zu iso100 kann ich nicht bestätigen.
Wie kommst Du zu diesen Zahlen?
http://www.rtdeutsch.com/5469/gesellschaft/amerikaner-glauben-alles-wenn-ein-diagramm-dabei-ist/
Das Canon selektierte Chips verbaut halte ich für ein Gerücht. Das könnte mal überprüft werden.
Kameravergleiche gibt es auch hier:
http://www.traumflieger.de/desktop/kameras/cam_start.php
http://www.kenrockwell.com/canon/index.htm#comp

Wer viel misst misst Mist ;-)

nix für ungut

Klaus
 
Zitat von Astro-Mechanik:
UND gerade die Mark II hat ein gewaltiges Rauschproblem, wie einem vor dem Kauf schon bekannt sein sollte.

I

Also, ich habe ja von der Astronomie an sich noch nicht soviel Ahnung, als das ich da mitreden könnte. Von der Fotografie allerdings schon. Und wer behauptet, die 5D MarkII hat ein allseits bekanntes Rauschproblem, also tut mir leid, der hat von EOS Kameras aber mal so gar keine Ahnung. Nicht böse gemeint...

Und Horst, ich weiss jetzt nicht, wie Du das alles gemessen hast, aber das eine DSLR bei höherer ISO weniger rauscht, das ist leider eine technische Unmöglichkeit. Schön wärs, geht aber leider nicht.

MfG
Heinz
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
@Stefan
Deine Bilder sind einfach schön. Da bist Du für mich der Meister.
Egal mit welcher Technik.
Hab einiges in den Foren verfolgt und drück Dir alle Daumen.
Gesundheit, Glück und Freiheit
Klaus
 
@Heinz
Astronomen sind keine Fotografen.
Verglichen mit speziellen Astrokameras, welche Stefan bisher verwendet hat, rauscht die 5DII sehr viel mehr.

Grüße Klaus
 
Hallo Klaus,
Danke Dir. In Zukunft gibt es aber weniger von mir.

Ja auch die 60Da rausch natürlich mehr wie eine CCD. Ich hatte aber scon 5 StückDSLR im Laufe der Zeit, die 60Da rausch dagegen fast gar nicht.

Hallo Heinz,
sehr wohl hat die Mark II ein Rauschproblem!
Ich habe mir von 3 Mark II Darks schicken lassen (alle mit den gleichen Aufnahmedaten). Unter aller [zensiert]! Da würde ich nochmal in mich gehen und Nachforschen. z.B. Traumflieger.

Ich gebe Dir da recht, das eine DSLR bei höherer ISO explizit nicht weniger Rauschen kann.


P.S. Und deshalb habe ich inzwischen mit den Foren ein Problem. Wenn ich mal etwas aus meiner 35 jähirgen Erfahrung und Praxis was schreibe, glaubt es die Hälfte nicht. Lieber die grell bunte Werbung mit "Bestpreisgarantie" oder "mit Qualitätsnachweis und Justage-Garantie" Muahhhh....
 
Stefan,
ich würde gerne so eine Messung mit meinen DSLRs machen. Würdest Du mir bitte erklären wie Dein Messaufbau und -Prozess war.
Danke!
Gruß
Ernie
 
Meinst Du mich?
Ich messe doch nichts! Zeit? Ich sehe das so.
Ich arbeite auch in der Praxis mit keiner DSLR. Die angeschaffte 60Da ist auch für die Katz. Macht aber gute Naturaufnahmen und geht mal so für Astro nebenbei.

Ist ein paar Monate alt, wer will sie haben? Mit EFS 17-135 mm.
 
Hallo Zusammen,

es ist nie ganz einfach, wenn man über was redet, was man nicht definiert hat. "Rauschen" und "Rauschverhalten" lässt sich nicht schlicht durch eine Zahl ausdrücken.
Stefans Definition ist noch am wissenschaftlichsten: Macht die Kamera Sch...bilder, rauscht sie mehr. Das ist legitim, solange er die Vergleiche unter ähnlichen Bedingungen fährt, und das ist mit Erfahrung natürlich zu machen.
Verweist man auf Tests von "Fotografen" im Stile von Traumflieger und Co, sagt es nur sehr wenig über die Astrotauglichkeit aus.
Misst man selber, sollte man Methode und Auswertung vollständig angeben (ist im Forum allerdings schon aus Platzgründen zugegebenermaßen schwierig) Mir fehlen bei Horsts Daten Infos zu den Zahlen (Ist das die Standardabweichung vom Rohbild, wurde die Differenz zweier Bilder genommen ?, etc.)

Ich versuch mal in Kürze zusammenzufassen, wo das Problem wirklich liegt:
Jede DSLR hat ein spezifisches Ausleserauschen, einen spezifischen Dunkelstrom und eine charakteristische Verteilung von Hotpixeln. (und noch einiges mehr...)
In der Tageslichtfotografie spielen die letzten beiden Punkte gar keine Rolle, in der Astrofotografie spielt der erste (fast) keine Rolle. Die Dunkelströme unterscheiden sich bei DSLRs von Modell zu Modell erheblich (zwischen 0.02 und 5 e-/pix/sek bei 20 grad) und auch innerhalb einer Modellreihe, wohl aber nicht ganz so stark)
Somit ist doch logisch, dass eine Kamera super am Tag sein kann, (niedriges Ausleserauschen, guter Prozessor), und völlig unbrauchbar für Astrofotografie, weil das Dunkelstromrauschen einfach zu hoch ist.
Dazwischen finden sich auch Kameras, die noch relativ niedrigen Dunkelstrom, dafür aber viele Hotpixel haben. Die sind für einige Astronomen brauchbar, die Bilder sind dann aber anspruchsvoller in der Kalibration (Dithern, dark abzug etc)

Selbst eine "schlechte" DSLR muss man aber nicht gleich in die Tonne kicken, weil auch ein hohes Dunkelrauschen nicht so schlimm ist, wenn man sich auf entsprechend hellere Objekte beschränkt. Da kann dann der sog. Shot Noise die Limitierung darstellen. Es gibt da ja genug gute Fotos als Beispiel, mal unabhängig davon, ob sie einfacher oder schneller mit einer anderen Kamera machbar gewesen wären.

Viele Grüße
*entfernt*


 
Hallo zusammen, und frohe Weihnachten.

Wie ich diesen Vergleich gemacht habe, habe ich ja oben schon mal beschrieben. Die aufgenommenen
Dunkelfotos habe ich mit der Software von Canon ( Digital Photo Professional ) in das 16 Bit Tiff-Format
gewandelt. So mache ich das mit den Aufnahmen am Teleskop auch. Das Ermittel des Rauschens habe ich
dann mit der Fitswork - Software, wie auch oben gezeigt, vorgenommen. Der bei mir in der Tabelle
angegebene Wert ist der Mittelwert aus den Werten der drei Farben.

Bei der Belichtung mit 600 Sekunden habe ich einmal bei Raumtemperatur von 23°C und draußen bei 12°C
je 3 Aufnahmen gemacht, und die jeweils Letzte zur Auswertung herangezogen.

Klaus,

Dich möcht ich bitten nicht zu sagen:

"Wer viel misst misst Mist"

Ich habe 1978 mein Studium der Nachrichtentechnik abgeschlossen, und bin seit dem in einem Elektro-
und EMV-Messlabor tätig.
Unser Betrieb ist nach ISO 9001 zertifiziert, und natürlich machen wir alle unsere Messungen nach ISO 17025.

Meine Kameras habe ich natürlich zu Hause gemessen, vielleicht nicht unter Laborbedingungen, aber in meiner
Sternwarte gelten auch keine Laborbedingungen.

Das ich so ein Rauschverhalten ermittelt habe, war für mich auch überraschend. Bisher war ich immer davon ausgeganden, dass bei einer kleineren ISO-Zahl auch das Rauschen geringer wird.

Weiter alles Gute
Horst



 
Hi,

also was das Rauschen bei verschiedenen ISO-Werten angeht sind Tests von Traumflieger od. heise.de
eine hervorragende Bewertungsgrundlage und in jedem Fall, weil nachvollziehbar, aussagekräftiger
als das was Horst abgeliefert hat.
@Horst Gerade von einem derart qualifizierten Menschen wie Dir hätte ich eine Überprüfung der Messwerte mit einem alternativen Workflow erwartet.
Du hast hier nicht die Kamera getestet, sondern einen speziellen Workflow und hierfür einen der schlechtesten
RAW-Konverter verwendet.

Viele Grüße
Klaus
 
Horst,

ich würde für Read-Noise und Darknoise komplett auf Farbdekodierung verzichten, und direkt mit den Rohdaten als Monochromwerten arbeiten. Ausserdem sollte man immer mit der Differenz zweier identischer Aufnahmen arbeiten, um jegliche Fix Pattern Effekte auszuschließen.
Die kamerainterne Noise-Reduction und High Iso Noise Unzterdrückung müssen natürlich aus sein.

Ich bin mit den CR2 Daten immer direkt in MaximDL gegangen, weil Fitswork immer mühsam am Skalieren, Dekodieren und was weiß ich noch gehindert werden musste.

Ob damit was anderes rauskommt, ist natürlich nicht gesagt.
Aber bei der Farbdekodierung kann (muss aber nicht) natürlich einiges an Rechnerei verborgen sein, was die Werte verfälschen kann. Trotzdem ist das prinzipielle (Iso-)Verhalten erst mal nicht zu verstehen, der workflow ist ja konstant, und die Unregelmäßigkeiten sind ja eher sprunghaft.

Bei den Canons die ich vermessen konnte, ging der ReadNoise in ADU mit der Isozahl immer nach oben, allerdngs eher mit der Wurzel als linear, bei Angabe in Elektronen ging er leicht runter, wie es zu erwarten ist. (Hab allerding nur 3- und 4stellige Modelle in den Fingern gehabt)

Gruß
*entfernt*






 
Hallo,

Wie man oben als Überschrift lesen kannst, habe ich 2 Kameras mit der gleichen Methode verglichen, und nicht getestet.
Von einem Test habe ich niemals geschrieben.

An Klaus habe ich die Frage, warum der RAW-Konverter von Canon der schlechteste ist, und welche besser sind, und warum sie besser sind ??

Ich habe immer gedacht, RAW ist RAW, und Tiff ist Tiff.
Sind das keine genormten Verfahren ?

Und - wenn man das wandelt, muss doch normalerweise das Gleiche dabei herauskommen.

Gruß
Horst
 
Stefan,
Sorry, ich meinte Horst ;)

Thx
Ernie
 
Horst,
Also mit so nem Studium kannst Du hier doch keinen impregnieren ;)
Und mal ehrlich, selbst Gurus der Messtechnik bestätigten mir in meinen Studien den richtigen Satz: ' Wer misst misst Mist'!'

Und Dein "messen" der Rauschwerte beider Kameras ist kein Messen des 'Rauschens' sondern das Ergebnis einer bestimmten Interpretation von RAW daten der Kameras...

Aber als 'schlauer' Inschenör weisst Du das ja sicher ;)

Cool, Deine Beiträge hier (und anderswo) zu lesen! Immer wieder niedlich!!
Danke und frohe Feiertage,
Ernie
 
hallo,

die Canon Software ist leider der Meinung, dass die Anwender niemals ein echtes RAW zu Gesicht bekommen sollen, und deshalb werden die automatisch und ohne dass man ws dagegen machen kann beim Einladen entrauscht. Da sieht man nichts mehr was wirklich im Bild drin ist, sondern nur mehr was die Software damit macht. Ditto PS RAW Konverter.

Die einzige Software die wirklich das RAW zeigt ist dcraw von Herrn Coffin, wird auch weit verbreitet in diversen Programmen verwendet (DSS, Pixinsight, etc).

Glaubt mir, ich hab das alles ausprobiert! Hier habe ich auch versucht einige Eos zu vergleichen:

http://www.astronomieforum.at/viewtopic.php?f=30&t=5470

dcraw ist ein Kommandozeilentool, wer eine Oberfläche braucht - es gibt auch einige, zB rawdrop. Aber es ist schwer die neuesten Modelle darin zu finden. dcraw ist gut dokumentiert bei David Coffin, und bei Guillermo Lujik gibts ein gutes Tutorial was es tut und was die Optionen bewirken. Googelt danach wenn ihr Lust habt ;-)

lg Tommy
 
Hallo

Das mit dem geringeren Rauschen bei höherem Iso-Wert scheint natürlich seltsam. Allerdings wird dies bei Magic Lantern ähnlich beschrieben. Hierbei geht es um die Werte eines Zwischenschritts unterhalb der Canon-Standardwerte, (negativ digital gain). Bsp. 320 oder 640. Nach meinem Verständnis soll das Rauschen geringer sein als es theoretisch zu erwarten wäre. Werte die etwas über den Standardwerten liegen, sollen lt. Beschreibung vermieden werden, sind bei meiner ML-Version auch nicht einstellbar. Praktische Erfahrung dazu kann ich jedoch nicht vorweisen. Horst`s Werte bei der EOS 5d und 60Da jedenfalls bestätigen die Magic Lantern Annahme.

Gruß

Christian
 
Hallo zusammen,

Heute kurz vor Sonnenuntergang habe ich mal den Mond am leicht dunstigen, aber blauen Himmel
mit der EOS 60Da fotografiert.

Hier mal ein Foto mit ISO 200 und 1/60 Sekunde belichtet.


Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Vergleich%20EOS%205d%20Mk%20II%20mit%20EOS%2060%20Da/ISO%20200%20-%2060tel%20800x600.jpg

Ich habe das bei verschiedenen ISO-Zahlen gemacht.

Hier dann die Gegenüberstellung von ISO 100, ISO 200 und ISO 400.

Link zur Grafik: https://dl.dropboxusercontent.com/u/72949400/Vergleich%20EOS%205d%20Mk%20II%20mit%20EOS%2060%20Da/1-ISO%20-%20Vergleich%20100-200-400.jpg

Ich habe die drei Einzelfotos leicht gaussgeschärft, damit der Rauschunterschied besser zu sehen ist.
Die Stärke (28) und Radius (3) der Schärfung war natürlich bei allen drei Fotos gleich.

Das habe ich mit Fitswork gemacht, und auch die Canon-CR2-Dateien damit direkt eingelesen.

Für Fotos mit der EOS 5d Mark II hat die Zeit leider nicht gereicht. Es kamen Wolken.

Das Ergebnis zeigt mir, dass im mittleren Helligkeitsbereich bei kleineren ISO-Zahlen das Rauschen geringer ist.

Muss das auch im Dunkelbereich so sein ?

Gruß + CS
Horst










 
Hallo Horst und andere,

korrigiert mich bitte wenn ich Mist schreibe.

in deiner Foto Reihe erhöhst du den ISO Wert und gleichzeitig veringerst du die Belichtungszeit. Mit der Verringerung der Belichtungszeit erhöht sich meines Erachtens nach das Photonenrauschen bei gleichzeitiger Verringerung des Objektsignals, welches (beides) durch die ISO Einstellung (Gain) verstärkt wird.
Oder mache ich da einen Denkfehler?

Wichtig ist erstmal zu definieren, was überhaupt gemessen werden soll. Was ist Rauschen? Eine Aufnahme besteht aus einer Vielzahl verschiedener Signale mit dazu gehörigem Rauschen. Das Objektsignal welches mit der Wurzel rauscht (kürzere Belichtungszeit bedeutet ein schlechteres Objekt S/N). Hinzu kommt das Signal des Hintergrundes (rauscht ebenfalls mit der Wurzel, auch hier gilt das Verhältnis von S/N Hintergrund)
Dann hätten wir noch den Temperatur und Belichtungszeit abhängigen Dunkelstrom, der wieder mit der Wurzel rauscht. Ausleserauschen hätten wir theoretisch noch, schliessen wir aber mal aus.

Also worum geht es? Wie sollte dann der Versuchsaufbau sein? Die Bilderserie sagt für mich nichts aus (zumal das eine rein optische Beurteilung ist und keine quantitative Messung).

CS Frank
 
Hallo Horst

deine Vermutung ist soviel ich weiss richtig. Der Chip hat eine Grundempfindlichkeit von ca 200 ISO. Bei den ersten Canonkameras war 100 ISO nicht vorhanden und später dann nur im erweiterten ISO bereich anwählbar. Da mußte man im Studio unter umständen mit Graufilter arbeiten.

Gruß Rolf
 
Hallo Zusammen,

also die drei Mondbilder sind ganz im Sinne der Tageslichtfotografie zu verstehen:
Mit doppelter Isozahl produziere ich ein scheinbar gleich helles Bild mit der halben Belichtungszeit, also der halben Menge an Photonen. Damit das gleich hell aussieht, muss der Vorverstärker vor dem A/D hochgedreht werden, oder es wird einfach hochskaliert.
Wegen der statistischen Verteilung der Photonen sieht ein Bild nun mal umso besser aus, je mehr Licht verwendet wird. (warum sonst halten wir stundenlang drauf ?) Wenn man Iso hochdreht, um die Belichtungszeit zu verkürzen, muss das Ergebnis also schlechter ausfallen. Deswegen sagen alle Tageslichtfotografen bei hoher Isozahl rauscht es mehr als bei niedriger.

Physikalisch betrachtet ist meist das Gegenteil der Fall:
Nehme ich die gleiche Menge Licht, produziert die bei höherer Isozahl gemachte Aufnahme geringfügig weniger Rauschen. Das kann man aber allenfalls nur in den dunkelsten Bereichen sehen. Das kann man aber ganz einfach an zwei kurzbelichteten Dunkelaufnahmen mit Unterschiedlicher Isozahl sehen:
man schaue sich einfach mal die Standardabweichung über das ganze Dunkelbild bei Iso 100 an, und zB bei Iso 400.
Man erhält die gleiche Skalierung der Daten, wenn man das 100er Bild mit 4 multipliziert (nur dann würden gleiche Signale auf beiden Bildern gleich hell erscheinen)
Die Standardabweichung muss genauso mit 4 multipliziert werden, um sie mit der bei 400 ISO zu vergleichen. Bei den meisten Kameras ist sie aber niedriger !

Eine andere Möglichkeit diesen Effekt zu sehen, wäre eine Testaufnahme einer konstanten Lichtquelle (zB eine LED), die man bei hoher Isozahl gerade noch so sehen kann. Dann kann man in Regel sehen, wie das Signal bei Iso100 im Rauschen fast verschwindet.

Warum verwendet man dann nicht immer hohe Isozahlen ?
Weil man zum einen dramatisch an Dynamik (bzw. Kapazität ) verliert, und zum anderen weil man eben nur das Auslerauschen reduziert (also zB von 10e- auf 5 e-), nicht aber das Dunkelstromrauschen, das bei ungekühlten Kameras viel größer sein kann (20-30 e-), und man auch nichts am Shot Noise von Signal und Hintergrund ändern kann.

Bei Langzeitbelichtungen ist der Einfluss der Isozahl auf das Ergebnis jedenfalls viel kleiner, als es oft dargestellt wird, auch unabhängig davon, wie man die Belichtungszeit zerstückelt, Voraussetzung ist jedoch der korrekte workflow für die jeweils verwendete Methode.

Der Dunkelstrom der Kamera ist schon eher wichtig, zumal sich hier die Modelle deutlich unterscheiden. Ich habe eine 450d, die hat ein deutlich besseres Auslesrauschen als meine vorige 1000d, die hatte aber zehnmal weniger Dunkelstrom.
Leider ist der Dunkelstrom unter anderem wegen des raw-problems meist nur indirekt messbar.

Viele Grüße
*entfernt*





 
Hallo Norbert,

wenn man das 100er Bild mit 4 multipliziert

im Falle von 400 ASA wird praktisch das 100 ASA Nutzsignal und auch das 100 ASA Rauschen kameraintern mit dem Faktor 4 multipliziert.
Im Falle von 100 ASA und nachträglicher externer Multiplikation mit dem Faktor 4 muss das Gleiche herauskommen. Ich sehe da keinerlei Erkenntnisgewinn.
Leichte Unterschiede können auftreten, wenn durch die interne und die externe Verstärkung unterschiedliches Rauschen dazu kommt. Jeder Verstärker rauscht.

Gruß

Kurt
 
Hallo Kurt,

der Erkenntnisgewinn kommt, wenn man´s ausprobiert. Ausser zwei Rohbildern mit kurzer Belichtung und meinetwegen Fitswork brauchts ja nichts dazu.

Klar gibt es viele alte DSLRs und einige Software ISO Einstellungen, bei denen es nichts anderes als eine interne Multiplikation gemacht wird.
Bei den meisten aktuellen Modellen ist es anders.

Klar rauscht jeder Verstärker. Aber auch der A/D Wandler kann durchaus im letzten Bit hin- und herzappeln. (es könnte sogar noch mehr sein) Und genau diesen Anteil am Rauschen kann man durch einen höheren Gain reduzieren. Vereinfachtes Beispiel: Chip und Preamplifier haben ein Rauschen von 5 e-, der A/D Wandler sei nur auf ein bit genau. Wenn ich jetzt den Verstärker auf 5 e- /ADU stelle, dann entspricht diese 1 ADU eben weiteren 5 e- Rauschen.
Geometrisch addiert kommt man dann auf 7 e- Read Noise.
Gehe ich auf hohen Gain mit 0.5 e/ADU, fällt dieser Term kaum ins Gewicht und man kommt auf 5.02 (ok, vielleicht etwas mehr, weil die höhere Verstärkung auch etwas mehr Rauschen einführt)

Ich kann´s gern mit Beispielen belegen, aber die eigene Messung ist so einfach und nachvollziehbar, dass ich da erst mal drauf verzichten würde. Du kannst mir aber auch 4 bias Bilder von Deiner DSLR (je zwei identische mit hoher und niedriger Isozahl) schicken, und ich rechne es dir aus.

Klar, es ist ein kleiner Effekt, und man zahlt einen hohen Preis bei der Dynamik dafür (ich werfe ja im obigen Beispiel einen Faktor 10 an Full Well Kapazität aus dem Fenster)

Viele Grüße
*entfernt*


 
Hallo zusammen,

arbeite ebenfalls seit Jahren mit EOS-Kameras und mit der DPP-Software von Canon. Eine mögliche Fehlerquelle bei der Auswertung des Rauschens ist Folgende:

Auf der RAW-Dialogseite in DPP gibt es die Option 'Linear'. Diese Option ist standardmässig nicht gesetzt, sodass beim Konvertieren die Pixelwerte einer nichtlinearen Helligkeitstransformation unterzogen werden. In der TIF-Datei hat man es also mit nichtlinearen Pixelwerten zutun. Nach meinem Verständnis sind diese zur Bestimmung des Rauschens nicht geeignet.
Lösung: Den Haken bei 'Linear' setzen und dann in das TIF-Format konvertieren. Die linearen Pixelwerte bleiben erhalten. Auswertung des Rauschens in Fitswork wiederholen.

Weitere mögliche Fehlerquelle:
Die Temperatur des Bildsensors kann sich von der Aussentemperatur erheblich unterscheiden! Wenn man nämlich kurz zuvor die Liveview-Funktion der EOS verwendet hat, erwärmt sich der Bildsensor innerhalb von ein paar Minuten bis auf 60°C. Die Temperatur des Bildsensors lässt sich mit dem "exiftool" ermitteln, welches aus dem Internet downgeloadet werden kann:

"exiftool(-k).exe" -H -CameraTemperature "mydark.cr2"

Natürlich müssen bei obiger Eingabezeile noch die Pfadangaben entsprechend ergänzt werden.

Bei Lightframes muss natürlich das Photonenrauschen berücksichtigt werden, welches u.U. ein Mehrfaches des Kamerarauschens ausmacht. Die Mondaufnahmen sind für die Bestimmung des Kamerarauschens daher m.E. ungeeignet.

Grüsse tastro
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leute,

Für alle die sich mit dem Thema DSLR , deren Rauschen und Empfindlichkeit und Astrofotografie-tauglichkeit etwas tiefer auseinander setzen möchten, kann ich folgende Seite empfehlen
http://www.clarkvision.com/
Zugegeben man muss etwas Zeit investieren um sich auf seiner Seite durchzuarbeiten, Ich denke die ist gut investiert. Verschiedene Kameras mit unterschiedlicher Sensor Grösse und Pixelzahlen zu vergleichen ist schon etwas komplexes. Die Resultate von einigen getesten Kameras
gibt es hier:
http://www.clarkvision.com/reviews/index.html
Leider gibt es nur wenige tests von den einfacheren Modellen. Vor einigen Jahren habe ich mal versucht das rauschen meiner EOS500D nachzumessen und konnte da bis auf ca 25% Abwichung an die Ergebnisse der 50D reproduzieren.

Wie er verschiedene Modelle vergleicht steht hier
http://www.clarkvision.com/articles/digital.sensor.performance.summary/index.html

Interessant finde ich auch die aktuelle Ausrüstungs- empfehlung und die Erklärung warum er die 6D und 7D II so gut findet.

Grüsse
Stefan Ströbele




 
Hi,

im Exif kann man zwar eine Temperatur auslesen die dort auch Sensortemperatur genannt wird, aber das ist nicht der Sensor sondern irgendwo in der Nähe des A/D Wandlers!
Bei der 40D z.B. sitzt der Sensor so weit weg vom A/D Wandler das man damit so gut wie keine Rückschlüsse auf die reale Sensortemperatur ziehen kann. Bei den neueren Kameras sitzt der A/D Wandler in der Regel direkt auf dem Sensor. Das ist dann zwar genauer aber immer noch nicht die direkte Sensortemperartur.
Was aber absolut richtig ist, der Sensor erwärmt sich durch den Liveview extrem schnell und das auch noch sehr hoch.

Gruß Markus
 
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