(Vermutlich) Problem mit flats in SIRIL

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Finkenwerder

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Liebe Mitforisten,
nach einer gelungenen Aufnahmesession gestern (so dachte ich) war ich eben doch sehr schockiert vom Stacking-Ergebnis aus SIRIL. Das Bild ist kurz gesagt völlig unbrauchbar. Ich vermute, dass ich ein Problem mit meinen Flats habe und hoffe, dass ich hier einen Tipp von euch bekomme. Vielleicht hat jemand schon mal dasselbe Phänomen gehabt. Das sehe ich in der RGB-Ansicht:
2021-12-21T09.49.00.png

Die Lights sehen tadellos aus.

Ich versuche die Umstände so gut wie möglich zu beschreiben. Was habe ich gemacht?
jeweils 25-30 Lights, Flats, Biases und Darks
Aufnahmekamera EOS Canon M100
Skywatcher 150P Newton
Stackingsoftware SIRIL 0.99.10.1 auf Ubuntu

Insbesondere der Rot-Kanal ist betroffen, aber der Ring ist auch bei Grün und Blau leicht sichtbar. Der Ring entspricht im Verlauf der Vignette, die ich in den Flats sehe.
Bildschirmfoto vom 2021-12-21 10-57-41.jpg
Bildschirmfoto vom 2021-12-21 10-58-21.jpg
Bildschirmfoto vom 2021-12-21 10-58-53.jpg


Ich habe das Script OSC-Preprocessing wie mitgeliefert verwendet. Das hat mir bislang auch sehr gute Dienste erwiesen. Die letzten zwei Sessions waren aber leider ein Reinfall. Vorgestern hatte ich bei den Flat-Aufnahmen Tau auf dem FS und ich dachte, es läge daran. Das kann es gestern aber nicht gewesen sein. Ich gehe mal ein paar Thesen durch, die mir eingefallen sind:

-Taubildung FS: Gab es nicht
-Flats in falschen Ordner einsortiert: Nein, habe ich überprüft
-Blendenring: Habe ich neu installiert und funktioniert auf den Lights wunderbar. Ich sehe nicht, weshalb er Probleme mit den Flats verursachen sollte.
-Flats falsch aufgenommen: Halte ich für am wahrscheinlichsten. Bislang habe ich Flats immer im AV-Modus aufgenommen, ohne die Einstellungen zu verändern. Dieses Mal habe ich die Belichtungszeit über die Automatik hinaus erhöht auf +1,7 bei ISO 100. Das Histogram-Peak liegt nun bei rund 75%, was ich als Empfehlung gelesen habe. Bislang lag der Peak eher im unteren Drittel. Kein Pixel ist komplett ausbelichtet.

Flat-Histogram:
Bildschirmfoto vom 2021-12-21 11-16-35.png

Ich benutze ein billiges LED-Panel für die Flats, darum die blaue Dominanz. Das war bislang aber nie ein Problem.
So sieht ein Flat in SIRIL aus bei "Histogram" und Falschfarben:
Bildschirmfoto vom 2021-12-21 11-23-04.jpg


Nun wäre ich sehr dankbar, wenn mir jemand einen Tipp geben könnte, woran es liegt. Ist meine Vorgehensweise bei den Flats, die Peaks bei rund 75% zu haben, falsch?
Braucht ihr noch weitere Infos?

Vielen Dank schon mal und Grüße,
Malte
 
Ich bin inzwischen überzeugt, dass mit den Flats etwas nicht stimmt. Ich habe eben noch mal gestackt mit Flats aus einer anderen Session, und das Ergebnis ist ganz passabel, es ist kein Ring zu sehen. Das bedeutet für mich bis auf Weiteres, dass ich bei der nächsten Session wieder mit der bislang bewährten Methode die Flats aufnehmen werde.

Die Frage ist jetzt aber, ob die gestern genommenen Flats irgendwie zu retten sind. Denn Flats aus einer anderen Session zu nehmen, ist natürlich Käse. Da ich nicht weiß, was das Problem mit den gestrigen Flats ist, habe ich da gerade kein Idee.

Fragen eines Anfängers :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Malte.

Bin jetzt auch kein Profi.
Und auch wenn es unwahrscheinlich ist, da ja die Scripts vorher funktioniert haben.
Aber evtl mal alles manuell durcharbeiten.

In Franks (frasax) Video kam es zu einer überkorrektur, als er die Bias von den Flats abzog, aber bei den Lights dann nur die Flats abzog.
Erst als er masterbias+masterflat bei der Lightkalibrierung anwandte, wurden die Lights richtig kalibriert.

Siril arbeitet ja auch manuell sehr flott.
Zum testen des Flats muss man ja auch nicht alle Daten verarbeiten.

Wäre evtl. einen Versuch wert.

Gruß Markus
 
Danke Markus. Der Gedanke, alles mal manuell zu machen, kam mir auch schon.

Das Script geht diese Schritte:
-Bias stacken
-Flats mit Bias-Stack preprocessen
-Preprocessed Flats stacken
-Darks stacken
-Lights mit preprocessed Flats und Darks preprocessen, registrieren, stacken

Zunächst würde ich aber versuchen, die Kamera- und Fokusstellung zu rekonstruieren, die ich noch grob im Kopf habe. Dann mache ich Flats mit den alten Einstellungen und schaue was passiert. Es sollte reichen wenn es pi mal daumen passt, da es nur um die Vignette geht.
 
Ich habe jetzt herausgefunden, woran es lag. Eine Google-Suche hat ergeben (z.B. hier), dass es bei manchen DSLR-Kamers Probleme bei niedrigen ISO-Einstellungen geben kann. Nicht ganz klar weshalb, aber es bilden sich dann Ringe in den Flats.

Ich habe eben neue Flats mit ISO 1000 aufgenommen, wie bislang auch. Und siehe da, der Stack sieht in Ordnung aus. An der Belichtung +1,7 hat es nicht gelegen. Wieder was gelernt.
Bei der nächsten Session werde ich Flats mit verschiedenen ISOs aufnehmen zum Testen.
 
Flats sollten doch eigentlich in der gleichen ISO oder Gain und mit gleicher Blende usw. gemacht werden wie die Lights.
Die Helligkeit regelt man über die Lichtquelle und/oder der Belichtungszeit.

Also Light bei z.B ISO 800 dann auch die Flats bei ISO 800.

Gruß
Markus
 
Flats sollten doch eigentlich in der gleichen ISO oder Gain und mit gleicher Blende usw. gemacht werden wie die Lights.
ich habe dazu schon mal vor längerer Zeit diesbezüglich mal einen Beitrag verfasst, da es immer wieder Missverständnisse oder Fehlinterpretationen diesbezüglich gab:
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für euren Input! Meine Gedanken dazu: ich habe jüngst mit ISO 320 aufgenommen wegen der massiven Lichtverschmutzung (bortle 7 + Vollmond). Ich kann mir vorstellen, dass ich mit Flats bei ISO 320 dieselben Probleme bekomme wie bei ISO 100. Aber muss ich ausprobieren.

Theoretisch ergibt es für mich Sinn, was Alex in seinem Beitrag erklärt: Dass wegen des bias-Abzugs flats dieselbe ISO haben müssen wie die lights. Dass man Flats bei beliebiger ISO aufnehmen kann, hat Frank Sackenheim in einem Tutorial-Video erklärt. Selbige Aussage finde ich in "Astrofotografie" von Thierry Legault. Das Argument war, meine ich, dass das Ausleserauschen eine sehr geringe Rolle spielt verglichen mit thermischem und Photonenrauschen. Ich hielt das auch für plausibel, da in meinem Fall Ausleserauschen wahrscheinlich vernachlässigbar ist.

Aber die oben beschriebenen Probleme dominieren all diese Überlegungen ohnehin :)
 
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