Amateurastronom
Aktives Mitglied
Re: Verspiegeln - Fazit
ClausPeter_H schrieb:
>wenn die Gänsefüßchen inch (und nicht Bogensekunden wie bei
>mir) bedeuten, dann liegst du über der von mir angegebenen
>(weichen) Grenze von 30 cm.
Ja, bei dem neuen Spiegel sind es wie gesagt 12.5 Zoll
(=317,5 mm).
>Und wenn ich dich recht verstehe, ist es auch mindestens
>dein zweiter Spiegel.
Ja, ich habe schon einige optische Komponenten selbst
geschliffen, die es kommerziell nicht oder nur zu horrenden
Preisen (ca. DM 3000 + MwSt. für eine Optik) gibt. Da wäre ein Selbstbau zu riskant, denn die Mechanik ist ggf.
auch nicht trivial zu bauen.
>In so fern nicht der geringste Widerspruch.
Ich wollte auch nicht widersprechen, aber evtl. kann
sich der Selbstbau und Selbstschliff auch bei kleinen
Öffnungen durchaus lohnen, weil man dabei die Präzision
selbst bestimmen kann.
Die Qualitäten kommerzieller Optiken sind durchaus
sehr unterschiedlich. Ich habe hier z.B. eine kommerzielle
Plankonvexlinse eines bekannten deutschen Herstellers
liegen, die heute extrem teuer ist und schon als ich sie
kaufte, ziemlich teuer war. Die Planfläche dieser Linse hat
fast die (Un-)Genauigkeit einer durchschnittlichen
Fensterglasscheibe... :-( .
Weitaus preiswertere Linsen haben oft hingegen gute Qualität.
Nichtmal ein hoher Preis und ein bekannter Name ist demnach
ein sicherer Garant für gute Qualität.
Manches, was teuer kommerziell für viel Geld angeboten
wird, ist leider optisch nicht sehr leistungsfähig und ein Selbstbau kann insofern evtl. schon lohnend sein.
>Ich habe zwei Spiegel als Kandidaten für eventuelle
>Selbstversilberungsversuche:
>- den Hauptspiegel meines 110mm Kutter, der jetzt 34 Jahre
>alt geworden ist und schon vor einiger Zeit (beim
>Vorbesitzer) zum Neubelegen fällig gewesen ist. Den will
>ich bei Gelegenheit ablaugen, d.h. wahrscheinlich erst nach
>der diesjährigen sensationellen Perihelopposition des
>Saturn.
Aha, ich hoffe auch noch auf ein paar schöne Bilder von
Saturn und Jupiter. Meine Marsseite erstelle ich gerade
noch.
>Nachdem ich mal gesehen habe wie ein Kolben aus Duran 50
>aussieht, nachdem ordentlich Alkalien drin gekocht worden
>waren, bin ich mit denen allerdings vorsichtig. Eine hoch
>reflektierende Silberschicht kann ich mir danach durchaus
>vorstellen.
Hochkonzentrierte Laugen greifen in der Tat Duran in
der Hitze sehr stark an. (Deshalb silyliert man solche Kolben z.T. oder greift auf anderes Material zurück.) Ich würde einfach mal vorsichtig mit einer niedrigen Konzentration anfangen. Dummerweise finde ich gerade eine Anleitung zum Entfernen in meinen Büchern nicht wieder.
Ich finde gerade u.a. den Artikel 1978 Applied Optics Vol. 17 S. 1846B, muss ihn aber erstmal selbst lesen.
>- einen 155mm f/8 Kaufspiegel, der vom Hersteller wohl
>perfekt hyperbolisiert worden ist. Auf f/12.5 bring ich den
>sicher nicht, aber die Parabel sollte drin sein, und
>glatter könnte er auch werden.
Aha, ein Umschleifen wäre auch nicht lohnend aber
die Form durch Polieren etwas zu ändern sollte möglich sein.
>Ich dachte übrigens, die Rezepte aus "Das Fernrohr des
>Sternfreunds" um 1960 oder aus dem Buch von Miethe seien
>alt, aber deine Quellen greifen ja noch weiter zurück.
Die alten Artikel waren z.T. Originalpublikationen der
bewährtesten Methode von Brashear. Meine Anleitung, die
ich übersetzt gepostet habe, stammt aus der 2. Auflage
von Twyman's Standardbuch "Prism and Lens Making"
von 1987/88 (Adam Hilger Series on Optics and Optoelectronics). Obwohl das Buch erstmals
1951 erschienen ist, bleibt der Inhalt trotzdem z.T.
aktuell, da viele Dinge unverändert blieben.
Ich musste in der Chemie schon oft auf so alte Publikationen zurückgreifen, da das manchmal die einzige Literatur ist.
Sehr oft wird in der Literatur sowas nur abgeschrieben, manchmal sogar falsch. Z.Z. untersuche ich gerade eine Sache, die offenbar seit ca. 1850 bis in Literatur im Jahr 2000 konsequent falsch übernommen wurde...
>Glückwunsch auch zu der Saturnaufnahme. Die weiße
>Bauchbinde mit der dunklen Mittelnaht habe ich mir erst
>letzten Sonntag nach der MoFi am (leider nicht eigenen)
>25cm Refraktor binokular reingezogen.
>Meine Rede, dass ein *gutes* 150mm Gerät alles andere als
>zu verachten ist.
Danke, im Okular sah er auch sehr hübsch aus. Jedenfalls
zeigen die Erfahrungen der letzten Monate, dass es
manchmal besser ist, auf selbstgebaute Lösungen zurückzugreifen, was obendrein Geld sparen kann.
Öffnungen über 15 cm haben ohnehin das zusätzliche Problem, dass nach einschlägigen Publikationen die Verteilung des Fried-Parameters R0 für das Seeing nur selten Werte über 15 cm und noch seltener bis 25 cm erreicht.
>gutes Gelingen für deinen aktuellen Spiegel,
Danke, das wünsche ich gleichfalls. Ich muss daran
leider noch einige Korrekturen anbringen.
ClausPeter_H schrieb:
>wenn die Gänsefüßchen inch (und nicht Bogensekunden wie bei
>mir) bedeuten, dann liegst du über der von mir angegebenen
>(weichen) Grenze von 30 cm.
Ja, bei dem neuen Spiegel sind es wie gesagt 12.5 Zoll
(=317,5 mm).
>Und wenn ich dich recht verstehe, ist es auch mindestens
>dein zweiter Spiegel.
Ja, ich habe schon einige optische Komponenten selbst
geschliffen, die es kommerziell nicht oder nur zu horrenden
Preisen (ca. DM 3000 + MwSt. für eine Optik) gibt. Da wäre ein Selbstbau zu riskant, denn die Mechanik ist ggf.
auch nicht trivial zu bauen.
>In so fern nicht der geringste Widerspruch.
Ich wollte auch nicht widersprechen, aber evtl. kann
sich der Selbstbau und Selbstschliff auch bei kleinen
Öffnungen durchaus lohnen, weil man dabei die Präzision
selbst bestimmen kann.
Die Qualitäten kommerzieller Optiken sind durchaus
sehr unterschiedlich. Ich habe hier z.B. eine kommerzielle
Plankonvexlinse eines bekannten deutschen Herstellers
liegen, die heute extrem teuer ist und schon als ich sie
kaufte, ziemlich teuer war. Die Planfläche dieser Linse hat
fast die (Un-)Genauigkeit einer durchschnittlichen
Fensterglasscheibe... :-( .
Weitaus preiswertere Linsen haben oft hingegen gute Qualität.
Nichtmal ein hoher Preis und ein bekannter Name ist demnach
ein sicherer Garant für gute Qualität.
Manches, was teuer kommerziell für viel Geld angeboten
wird, ist leider optisch nicht sehr leistungsfähig und ein Selbstbau kann insofern evtl. schon lohnend sein.
>Ich habe zwei Spiegel als Kandidaten für eventuelle
>Selbstversilberungsversuche:
>- den Hauptspiegel meines 110mm Kutter, der jetzt 34 Jahre
>alt geworden ist und schon vor einiger Zeit (beim
>Vorbesitzer) zum Neubelegen fällig gewesen ist. Den will
>ich bei Gelegenheit ablaugen, d.h. wahrscheinlich erst nach
>der diesjährigen sensationellen Perihelopposition des
>Saturn.
Aha, ich hoffe auch noch auf ein paar schöne Bilder von
Saturn und Jupiter. Meine Marsseite erstelle ich gerade
noch.
>Nachdem ich mal gesehen habe wie ein Kolben aus Duran 50
>aussieht, nachdem ordentlich Alkalien drin gekocht worden
>waren, bin ich mit denen allerdings vorsichtig. Eine hoch
>reflektierende Silberschicht kann ich mir danach durchaus
>vorstellen.
Hochkonzentrierte Laugen greifen in der Tat Duran in
der Hitze sehr stark an. (Deshalb silyliert man solche Kolben z.T. oder greift auf anderes Material zurück.) Ich würde einfach mal vorsichtig mit einer niedrigen Konzentration anfangen. Dummerweise finde ich gerade eine Anleitung zum Entfernen in meinen Büchern nicht wieder.
Ich finde gerade u.a. den Artikel 1978 Applied Optics Vol. 17 S. 1846B, muss ihn aber erstmal selbst lesen.
>- einen 155mm f/8 Kaufspiegel, der vom Hersteller wohl
>perfekt hyperbolisiert worden ist. Auf f/12.5 bring ich den
>sicher nicht, aber die Parabel sollte drin sein, und
>glatter könnte er auch werden.
Aha, ein Umschleifen wäre auch nicht lohnend aber
die Form durch Polieren etwas zu ändern sollte möglich sein.
>Ich dachte übrigens, die Rezepte aus "Das Fernrohr des
>Sternfreunds" um 1960 oder aus dem Buch von Miethe seien
>alt, aber deine Quellen greifen ja noch weiter zurück.
Die alten Artikel waren z.T. Originalpublikationen der
bewährtesten Methode von Brashear. Meine Anleitung, die
ich übersetzt gepostet habe, stammt aus der 2. Auflage
von Twyman's Standardbuch "Prism and Lens Making"
von 1987/88 (Adam Hilger Series on Optics and Optoelectronics). Obwohl das Buch erstmals
1951 erschienen ist, bleibt der Inhalt trotzdem z.T.
aktuell, da viele Dinge unverändert blieben.
Ich musste in der Chemie schon oft auf so alte Publikationen zurückgreifen, da das manchmal die einzige Literatur ist.
Sehr oft wird in der Literatur sowas nur abgeschrieben, manchmal sogar falsch. Z.Z. untersuche ich gerade eine Sache, die offenbar seit ca. 1850 bis in Literatur im Jahr 2000 konsequent falsch übernommen wurde...
>Glückwunsch auch zu der Saturnaufnahme. Die weiße
>Bauchbinde mit der dunklen Mittelnaht habe ich mir erst
>letzten Sonntag nach der MoFi am (leider nicht eigenen)
>25cm Refraktor binokular reingezogen.
>Meine Rede, dass ein *gutes* 150mm Gerät alles andere als
>zu verachten ist.
Danke, im Okular sah er auch sehr hübsch aus. Jedenfalls
zeigen die Erfahrungen der letzten Monate, dass es
manchmal besser ist, auf selbstgebaute Lösungen zurückzugreifen, was obendrein Geld sparen kann.
Öffnungen über 15 cm haben ohnehin das zusätzliche Problem, dass nach einschlägigen Publikationen die Verteilung des Fried-Parameters R0 für das Seeing nur selten Werte über 15 cm und noch seltener bis 25 cm erreicht.
>gutes Gelingen für deinen aktuellen Spiegel,
Danke, das wünsche ich gleichfalls. Ich muss daran
leider noch einige Korrekturen anbringen.