Verständnisfrage: Was bringen eigentlich große Teleskope?

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TobiGH3

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Hallo zusammen,

Vielleicht klingt die Frage erstmal doof. Dennoch sind bei mir noch einige Fragezeichen im Kopf, wenn ich über das Thema Auflösung, Brennweite etc. nachdenke.

Vor allem geht es mir hier um das Thema Auflösung und den Nutzen von großen Öffnungen.
Denn die Auflösung ist ja soweit ich weiß, besonders in unseren Breiten, Seeing-limitiert. Eine größere Öffnung als ~10" bringt dementsprechend also garnichts, da die potentielle Auflösung unter dem Seeing liegt.
Klar, Lucky Imaging ist eine Sache, aber selbst bei 12" und mehr?
Dazu kommt dann auch die Brennweite: Da die Auflösung von der Öffnung bestimmt wird, die dann auch noch limitiert ist, frage ich mich, was hier extrem hohe Brennweiten nützen (außer Planetenfotografie).
Wäre es nicht sinnvoller, einfach eine kürzere Brennweite zu nehmen, wodurch man bei gleicher Auflösung mehr Gesichtsfeld hat?

Natürlich ist mir klar, dass es gerade bei der Fotografie einen Nutzen haben kann je nach Kamerasensor und Pixelgröße, aber nur mal beispielsweise verstehe ich nicht, was ein riesiges SC mit 14" Öffnung und 4 Meter Brennweite bringen soll.

Eine weitere Sache ist auch die Lichtstärke eines Teleskops, die ich nicht ganz verstehe.
Ein f/4 ist natürlich lichtstärker als ein f/5. Aber der Unterschied ist ja eigentlich nur das Gesichtsfeld durch die veränderte Brennweite. Also sammelt man ja von der selben Stelle (z.B. einer Galaxie) nicht mehr Licht ein, es ist einfach nur ein größerer Bereich von dem man Licht sammelt. Die Belichtungszeit müsste also in beiden Fällen gleich sein wenn ich mich nicht irre.. Nur dass man bei dem f/4 halt ein größeres Sichtfeld hat als beim f/5.

Das sind vermutlich sehr stümperhafte Fragen, aber dennoch gehen sie mir nicht aus dem Kopf.
Ich dachte zudem bis vor Kurzem, dass nicht die Öffnung die Auflösung bestimmt, sondern die Brennweite. Ich war immer in der Annahme, dass die Brennweite gepaart mit der Pixelgröße (natürlich auch Seeing-limitiert) der limitierende Faktor ist. Dabei ist es ja die Öffnung aufgrund der Beugungsscheibchen.
In jedem Fall scheint nach meinem Verständnis mehr Öffnung und mehr Brennweite keine Vorteile zu bringen. Das ist mit Sicherheit zwar falsch, aber ich bitte hier einfach mal um eine kleine Erleuchtung :p


Viele Grüße
Tobi
 
Hallo Tobi

Denn die Auflösung ist ja soweit ich weiß, besonders in unseren Breiten, Seeing-limitiert. Eine größere Öffnung als ~10" bringt dementsprechend also garnichts, da die potentielle Auflösung unter dem Seeing liegt.
Was die Beobachtung angeht kann ich Dir ein wenig schreiben vom Knipsen habe ich wenig Ahnung: Zum einen ist das Seeing ja nicht konstant gleich schlecht das heißt es kommt beim Beobachten darauf an wie das Seeing in diesem Moment ist. Klar gibt es Nächte wo die Luft schlicht blubbert und sehr unruhig ist dann kann es sein daß ab einer gewissen Öffnung der Gewinn an Auflösung mit steigender Öffnung nicht mehr proportional mit zunimmt. Dann kann es sein daß z.B. ein 12" nicht sehr viel mehr zeigt als ein 8" Teleskop. Sobald die Luft ein wenig ruhiger wird sieht man aber sofort wie die Details bei größerer Öffnung mehr und feiner werden. Das kann man schön z.B. an Kugelsternhaufen sehen die bei steigender Öffnung immer mehr Einzelsterne zeigen. Voraussetzung ist natürlich daß die Optikqualität paßt. Genau so verhält es sich am Mond, an Planeten oder bei der Sonnenbeobachtung wobei gerade tagsüber das Seeing wirklich ein sehr limitierender Faktor sein kann. Aber auch wenn die Sonne heizt und es so richtig blubbert kann mehr Öffnung mehr zeigen - halt nicht immer. Häufig ist das Seeing vormittags noch ruhiger wenn Oberflächen noch nicht so aufgeheizt sind dann lohnen sich auch 8...12" an der Sonne oder auch mehr. Der obligatorische Hinweis: Sonne immer mit geeignetem Filter beobachten nie ohne...

Bei nebligen Objekten hat mehr Öffnung den Vorteil daß man bei gleicher AP also subjektiv gleicher Helligkeit weiter vergrößern kann das verbessert die Erkennbarkeit von feinen Details enorm bzw. läßt kleine recht lichtschwache Objekte erst sichtbar werden. Mal als Beispiel M13 unter mäßigem Vorstadthimmel mit den beiden kleinen Galaxien nahe dran: eine ist etwa zwei Haufendurchmesser entfernt die ist mit 5" Apo kaum erkennbar die kleinere näher stehende gar nicht. M13 zeigt da schon einige Sterne man muß aber etwas weiter vergrößern - ich sehe da ab etwa 100x einige Sterne aufblinken. Im 8" Mak Newton ist die größere Galaxie leicht zu finden, die kleinere liegt an einem Trapez aus vier Sternen die als Aufsuchhilfe dienen die ist da erkennbar aber bleibt klein. M13 glitzert bereits im 30mm Übersichtsokular ein wenig und zeigt bei mittlerer Vergrößerung viel mehr Sterne als der 5" Apo. Im 12" glitzert M13 bei jeder Vergrößerung bzw. zeigt bei mehr V immer mehr Sterne, die hellere Galaxie ist sofort zu sehen und die kleinere ist ebenfalls auf Anhieb sichtbar wenn man die erwähnten Sterne als Hilfe nimmt.

Also es kommt schon auf die Beobachtungsbedingungen und die Objekte an die man beobachtet aber oft lohnt sich mehr Öffnung viel mehr als man denkt.

Hohe Brennweiten sind auch geschichtlich begründbar: wenn ein FH halbwegs sinnvoll abbilden soll muß der ein relativ langsames Öffnungsverhältnis haben und bei entsprechender Öffnung werden die Dinger lang. Sehr lang...und: es gibt mittlerweile Okular die mit f4 zurecht kommen, ein Okular einfacher alter Bauart wäre damit völlig überfordert. Daher wird heute gerne zum schnellen großen Eimer gegriffen das bringt Öffnung und ist nicht 4 oder 6 Meter lang ;)


Viele Grüße Felix
 
Hallo Tobi,
zu dem Öffnungsverhältnis hast du einen Denkfehler. Jede gleich große Optik fängt gleich viel Licht ein (wir lassen jetzt mal Obstruktion außen vor). Bei f4 ist die Brennweite um 20% kürzer als bei f5, somit also das Gesichtsfeld größer. Da Sterne mathematische Punkte sind, ändert sich an deren Helligkeit dadurch nichts. Bei flächigen Objekten sieht das anders aus. Bei gleichem Lichteinfall ist das Bild des Objektes um 20% kleiner, also sammelt sich das Licht des Objektes auf einer kleineren Fläche, das Objekt wird heller abgebildet. Deshalb zeigt ein f4 Fernrohr nicht mehr Sterne, aber mehr Flächenobjekte.
CS Harald
 
Hallo Tobi,
... Bei flächigen Objekten sieht das anders aus. Bei gleichem Lichteinfall ist das Bild des Objektes um 20% kleiner, also sammelt sich das Licht des Objektes auf einer kleineren Fläche, das Objekt wird heller abgebildet. Deshalb zeigt ein f4 Fernrohr nicht mehr Sterne, aber mehr Flächenobjekte.
CS Harald
Da komme ich nicht mit klar.
Du sagst, das Bild des Objektes ist 20% kleiner --> Das bezieht sich auf die f/5 Optik. Ferner sagst Du, dass sich so das selbe Licht auf kleinere Fläche sammelt und das Objekt heller abgebildet wird. Wenn ich den Logik-Bogen zu Ende spanne, dann bedeutet diese Argumentation für mich, dass ich mit f/5 weniger Belichtungszeit brauche als mit f/4 für selbe "Helligkeit". Wir wissen ja alle, dass das nicht richtig ist.
Verstehe ich Deine Aussage nicht?

Gruß,
Moritz
 
Zuletzt bearbeitet:
Stell Dir einen Beamer vor.

Das Bild hinkt ein wenig, es geht nur um den Effekt.

Der Beamer erzeugt ein Bild gegebener Helligkeit durch sein Leuchtmittel.

Je kleiner das Bild wird, dass er auf die Leinwand wirft, um so heller ist es.

Bei flächenhaften Objekten entsteht dabei der von Harald geschilderte Effekt.

Sternabbildungen sind Abbildungen nahezu idealer Lichtpunkte, die rein der Beugung unterliegen. Daher die Diskrepanz.

CS Jörg
 
Ich verstehe es leider immer noch nicht. Irgendwo steht da offenbar etwas auf meinem Gedanken-Schlauch.

"Je kleiner das Bild wird, umso heller ist es" Bedeutet für mich wieder: f/5 ist schneller als f/4....
 
Hallo Moritz,
es ist genau umgekehrt. Bei f4 ist das Bild kleiner, wegen kürzerer Brennweite. Also fällt daas komplette Licht der gesamten Öffnung auf eine kleinere Fläche.
CS Harald
 
_affeaugen:_affeaugen:_affeaugen:

Mea culpa - stimmt natürlich. Das Objekt ist kleiner bei f/4 :ROFLMAO: Danke für's Lösen meines Knotens.

Gruß,
Moritz
 
Vielleicht sollte man dran schreiben daß sich das nur fotografisch auswirkt bei der Beobachtung ist es vollkommen egal ob man mit f3 oder f10 beobachtet da durch die verwendete Okularbrennweite die Vergrößerung und AP erzielt wird.

Viele Grüße Felix
 
Vielleicht sollte man dran schreiben daß sich das nur fotografisch auswirkt bei der Beobachtung ist es vollkommen egal ob man mit f3 oder f10 beobachtet da durch die verwendete Okularbrennweite die Vergrößerung und AP erzielt wird.

Viele Grüße Felix
Nein, denn diese ganzen f/D-Diskussionen mit hellerem/dunklerem Bild beziehen sich grundsätzlich auf einen vorausgesetzt gleichbleibenden Imagetrain (Kamerasensor oder Okular+Auge). Anderen Falls sind die oben getätigten Aussagen schlicht falsch.
Daher gilt diese Beziehung auch für das visuelle Beobachten… ;)

Grüße Markus
 
Nein, denn diese ganzen f/D-Diskussionen mit hellerem/dunklerem Bild beziehen sich grundsätzlich auf einen vorausgesetzt gleichbleibenden Imagetrain (Kamerasensor oder Okular+Auge).
Das habe ich wohl überlesen...mein Ansatz an einem Teleskop verschiedene Okulare zu verwenden scheint falsch zu sein, ich versuch's in Zukunft mit einem Okular an verschiedenen Teleskopen (wat ein lästiges Geschleppe...) ;)


Viele Grüße Felix
 
Naja, das mit der Beleuchtungszeit nach Öffnungsverhältnis stimmt ja tatsächlich nur Bedingt.
Und zwar, wenn die Pixelgröße immer gleich bleibt dabei.
Ein 150F/5 Teleskop mit 2,5um Pixeln und ein 150F/15 Teleskop mit 7,5um Pixeln haben exakt die selbe Belichtungszeit für das gleiche Ergebnis, da die gleiche Information pro Pixel bzw die selbe Menge Licht pro Pixel abgebildet wird.

Visuell ist das Öffnungsverhältnis völlig egal.
Mal abgesehen von der Randschärfe und den Preis den es kostet, diese zu korrigieren, wenn man unter F/6 geht.

LG
Olli
 
Ganz einfach erklärt... mit meinem C11 2800mm Brennweite mit Reducer f 6,3 Brennweite 1764mm ist z.b M13 fast Formatfüllend auf dem Bild....
ohne Reducer Formatfüllend...

2. viele kleine Planettarische Nebel oder Galaxien sind ja nur mit guter Brennweite erreichbar... und Öffnung Natürlich...
Eskimonebel Katzenaugennebel usw...
 
Danke schonmal für die Antworten. Da hat sich eion Teil schon aufgeklärt für mich. :)
Aber wieso sollte der F-Wert bei der visuellen Beobachtung egal sein?

Angenommen man hat ein f/100 Teleskop, dann sieht man ja nur einen winzigen Ausschnitt am Himmel, ohne dass jetzt mehr Licht eingefangen wird davon.
Dann ist dieser Ausschnitt den man sieht doch viel dunkler, oder etwa nicht?

Und nochmal zum Verständnis:
Der Öffnungsdurchmesser selber bringt in der Hinsicht was, dass auch bei gleicher Auflösung einfach mehr Licht eingefangen wird. Da geht es dann also nicht um eine noch bessere Detailtiefe, sondern einfach um die vorhandene Detailtiefe besser zu sehen, stimmt's?

Ganz einfach erklärt... mit meinem C11 2800mm Brennweite mit Reducer f 6,3 Brennweite 1764mm ist z.b M13 fast Formatfüllend auf dem Bild....
ohne Reducer Formatfüllend...

2. viele kleine Planettarische Nebel oder Galaxien sind ja nur mit guter Brennweite erreichbar... und Öffnung Natürlich...
Eskimonebel Katzenaugennebel usw...

"Formatfüllend" ist ja aber erstmal garnicht so wichtig, da man ja auch croppen kann.
Da geht es dann eher wieder um den Sensor und die Anzahl Pixel und Pixelgröße.
 
Aber wieso sollte der F-Wert bei der visuellen Beobachtung egal sein?
Weil es halt egal ist, ob du ein 6mm Okular in ein F/6 Teleskop steckst, oder ein 8mm Okular in ein F/8 Gerät, oder ein 55mm Okular in ein F/55 Gerät, du bekommst immer die selbe Vergrößerung bzw AP.
Angenommen man hat ein f/100 Teleskop, dann sieht man ja nur einen winzigen Ausschnitt am Himmel,
Also ein 10mm F/100 zeigt den selben Himmelsausschnitt wie ein 200mm F/5 Teleskop.
Der Himmelsausschnitt hängt allein an der Kombination aus Teleskopbrennweite und Okularfeldblende.
ohne dass jetzt mehr Licht eingefangen wird davon.
Dann ist dieser Ausschnitt den man sieht doch viel dunkler, oder etwa nicht?
Ein 50mm Okular in einem F/100 Teleskop erzeugt die selbe Bildhelligkeit, wie ein 3mm Okular in einem F/6 Teleskop.

Das Öffnungsverhältnis ist visuell halt wirklich egal, solange man vorher dran gedacht hat, seine Okularbrennweiten entsprechend zu wählen.

LG
Olli
 
Weil es halt egal ist, ob du ein 6mm Okular in ein F/6 Teleskop steckst, oder ein 8mm Okular in ein F/8 Gerät, oder ein 55mm Okular in ein F/55 Gerät, du bekommst immer die selbe Vergrößerung bzw AP.

Also ein 10mm F/100 zeigt den selben Himmelsausschnitt wie ein 200mm F/5 Teleskop.
Der Himmelsausschnitt hängt allein an der Kombination aus Teleskopbrennweite und Okularfeldblende.

Ein 50mm Okular in einem F/100 Teleskop erzeugt die selbe Bildhelligkeit, wie ein 3mm Okular in einem F/6 Teleskop.

Das Öffnungsverhältnis ist visuell halt wirklich egal, solange man vorher dran gedacht hat, seine Okularbrennweiten entsprechend zu wählen.

LG
Olli
Da hast du Recht natürlich, habe jetzt die Annahme gehabt, man würde in jedem Fall die selbe Austrittspupille, also das selbe Okular verwenden.
Natürlich ist man flexiblel mit der Wahl der Okulare. :)

Wobei ich hier noch einmal nachhaken muss..
Wenn man jetzt echt ein Teleskop mit riesigen F-Wert hat, dann kann ja nur ein kleiner Teil des einfallenden Lichts überhaupt zum Okular kommen.
Natürlich kann dann eine beliebige AP erreicht werden, aber man kann ja nicht Licht aus dem nichts erschaffen.
Ich mag jetzt einen Denkfehler haben, aber wenn man jetzt ein 10 Meter Brennweite Teleskop hat mit 10mm Öffnung, dann wird das Bild doch verdammt dunkel sein, egal was für ein Okular du am Ende verwendest, da einfach sehr wenig Licht überhaupt erst hinten im OAZ ankommt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da hast du Recht natürlich, habe jetzt die Annahme gehabt, man würde in jedem Fall die selbe Austrittspupille, also das selbe Okular verwenden.
Die selbe AP ist es jedesmal, ja, aber die erreicht man an verschiedenen Teleskopen halt mit anderen Okularen.
Visuell entscheidet halt nur die AP über die Helligkeit, und die ergibt sich immer erst aus der Kombination, während der Himmelsausschnitt ebenso erst aus der Kombination entsteht.
Visuell ists also immer eine Frage dessen, was du rein steckst.

Fotografisch kann man natürlich sein F10 SC auf F/6,3 reduzieren und dann einen Sensor mit 2,5um Pixeln dran stecken, oder man hätte bei F/10 bleiben können und hätte mit einem 4um Pixelpitch das gleiche Ergebnis gehabt, oder mit dem 2,5er Sensor 2,5mal so lang gebraucht.
Eigentlich ist es IMMER eine Frage der Kombination ALLER Elemente.

LG
Olli
 
Die austrittspupille ergibt sich aus oeffnung durch vergroesserung. Dh. Ein 20mm oku an einem100/500 fernrohr hat die selbe austrittspupille von 4 mm wie ein 40mm oku an einem 100/1000 fernrohr und 25 fache vergroesserung und selbe bildhelligkeit.
 
Die austrittspupille ergibt sich aus oeffnung durch vergroesserung. Dh. Ein 20mm oku an einem100/500 fernrohr hat die selbe austrittspupille von 4 mm wie ein 40mm oku an einem 100/1000 fernrohr und 25 fache vergroesserung und selbe bildhelligkeit.
Ja in der Theorie ist mir das natürlich bewusst.
Aber irgendwie kann ich mir das schlecht vorstellen in der Praxis. Wie gesagt, das Licht muss ja erstmal am OAZ ankommen, und bei einer kleinen Öffnung und riesen Brennweite (zur Veranschaulichung) kommt ja schon kaum was hinten an.
 
Ich denke, aus Sicht der Astrofotografen ist oft erstmal die für gedachte Objekte passende Brennweite interessant.
Dann auch die passende Größe der Pixel, die, wie von Olli beschrieben, sogar bei der Belichtungszeit eine nicht zu knappe Rolle spielen.
Dazu kommt noch das Öffnungsverhältnis des Teleskops. Die Blendenreihe aus dem Fotobereich (...F2,8/F4/F5,6/F8/F11...) dürfte bekannt sein,
mit jeder Blende halbiert oder verdoppelt sich die Belichtungszeit (gleiche Gain/ISO, gleiche Pixelgröße).
Zu behaupten, Öffnung von z.B. über 10 Zoll würde nichts mehr bringen, dürfte nicht richtig sein.
Wie beim visuellen Beobachten ist das Seeing nicht die ganze Zeit gleich schlecht und die Bilder mit großen Optiken gemacht wären im Durchschnitt schlechter,
als das, was wir bewundern dürfen.
 
An alle Foraner,
die Physik ist tatsächlich nicht zu betrügen. Die Aussage, dass die Abbildungshelligkeit der Sterne von der Öffnung abhängt und die Abbildungshelligkeit der Flächenobjekte von der Blende, ist allgemeingültig. Bei visueller Beobachtung kann durch einen Okularwechsel das System so verändert werden, dass ein weiterer Effekt eintritt. Kürzere Brennweite des Okulars führt zu kleinerer Austrittspupille, größerer Abbildung, die aber dunkler ist. Bei Fotografieren kann die Pixelgröße relevant sein, größere Pixel sammeln beim gleichen System mehr Licht.
Größere Teleskope können bei gleicher Blende ein Objekt größer abbilden, bei gleicher Helligkeit. Größere Abbildung ist meist auch mit besserer Auflösung verbunden. Die Diskussion darüber, ob ein Apo besser abbildet als ein Newton oder Mak sparen wir uns hier lieber. Fakt ist nur, dass ein gleich großer Apo meistens besser abbildet, weil er keinen Fangspiegel und Streben hat und somit etwas mehr Licht einfängt und besseren Kontrast hat. Deshalb wählt man den Newton eine Nummer größer, dann passt es wieder und man ist immer noch preiswerter dabei.
CS Harald
 
Guten Morgen :D,

die Geschichte scheint nicht ganz so einfach zu sein.

Bin da bei Olli / @olli.mit.zwei.l
kann den Ausführungen folgen und habe da auch mal bei den astronomy.tools etwas gespielt.
Eigentlich ist es IMMER eine Frage der Kombination ALLER Elemente.
jep, da kann man bei astronomy.tools prima spielen und man kommt zu diesem Schluss.

Es muss m.E. immer von den gleichen Bedingungen ausgegangen werden, wenn Vergleiche gezogen werden sollen.
z.B. 200/800 = f/4
z.B. 200/1000 = f/5
wie auch schon erwähnt wurde.

Dazu den gleichen Imagetrain,
z.B. 32mm/70° Okular / Auge
z.B. Asi224 MC /Sensor

Dazu kommen dann die Variationsmöglichkeiten die Olli / @olli.mit.zwei.l aufgezeigt hat.
Variieren mit Okularen um an eine gut geeignete AP zu kommen. Das gleiche dann mit dem Sensor einer Kamera.
So pauschal "drüber hoppeln" funktioniert da m.E. nicht.

Dazu kämen dann die weiter oben schon erwähnten Seeing-Bedingungen.
Dann, nicht zu Letzt, will ich solch große Lichteimer, 12, 14, 16", transportieren oder eine Feststation mit erheblichem Aufwand und Kosten aufbauen?
Kann natürlich jeder handhaben wie er mag, jedem sei seine Kuppel, Rolldachhütte gegönnt.

Bei der praktischen Umsetzung solch theoretischer Diskussionen muss ich mich ja an meine Gegebenheiten halten und da wohl meist Kompromisse eingehen.

Dennoch "again what learnd".
In diesem Sinne :coffee: :alien:.
 
Das habe ich wohl überlesen...mein Ansatz an einem Teleskop verschiedene Okulare zu verwenden scheint falsch zu sein, ich versuch's in Zukunft mit einem Okular an verschiedenen Teleskopen (wat ein lästiges Geschleppe...) ;)


Viele Grüße Felix
Dass man das gemeinhin so macht, steht außer Frage. Aber diese grundsätzliche Proklamation der Zusammenhänge von f/D und Bildhelligkeit, so wie sie auch hier gemacht wurden, gilt halt grundsätzlich nur bei gleichbleibendem Imagetrain, auch visuell! Wenn du natürlich visuell den Imagetrain durch eine entsprechende Okularwahl anpasst, dann ändert sich an der Bildhelligkeit nichts. Damit ist die Aussage von oben falsch, dass f/4 ein helleres Bild zeigt, als ein f/5 Teleskop. Genau so kann man auch den Bildsensor durch die Verwendung einer anderen Kamera an ein geändertes f/D anpassen, und auch hier wird sich dann die Belichtungszeit zwischen einem f/4 und einem f/5 Teleskop nicht ändern, um ein angestrebtes S/N zu erreichen.
Du musst dich also entscheiden, was du sagen möchtest, und nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Denn die Aussage, das f/D sei nur bei der Fotografie wichtig und den geschilderten Zusammenhängen unterworfen ist eben genau so falsch oder richtig, wie die Aussage, dass es beim Visuellen egal ist. Die physikalischen Zusammenhänge gelten für beides gleich. Daher sollte ein Vergleich, bzw. eine vergleichende Aussage auch auf den gleichen Annahmen beruhen, sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen…

Grüße Markus
 
Auf die Gefahr hin, dass ich mich leicht in Richtung off-topic bewege, aber:

Wenn wir hypothetisch davon ausgehen, dass wir zwei Teleskope gleicher Öffnung aber unterschiedlicher Brennweite haben und man damit mit gleicher Kamera unter gleichem Himmel bei gleicher Belichtungszeit/Gain/Sensortemperatur und bei gleichem Seeing das gleiche Objekt fotografiert und am Ende das Bild des Teleskop kürzerer Brennweite auf den Ausschnitt des Teleskops größerer Brennweite croppe: Sieht man dann gleich viele Details oder hat die native Mehr-Brennweite einen Vorteil?

o_O
 
Also bei 100% Ansicht auf dem Bildschirm siehst Du mit mehr Brennweite um den Unterschied der Brennweiten ein größeres Objekt und falls die Ausrüstung und Bedingungen es hergeben, mit besserer Auflösung.
 
Also bei 100% Ansicht auf dem Bildschirm siehst Du mit mehr Brennweite um den Unterschied der Brennweiten ein größeres Objekt
da kann ich noch folgen.

und falls die Ausrüstung und Bedingungen es hergeben, mit besserer Auflösung.
da ist ja das
gleichem Himmel bei gleicher Belichtungszeit/Gain/Sensortemperatur und bei gleichem Seeing das gleiche Objekt fotografiert
gesagt worden.

Wenn ich hier von ausgehe
Wenn wir hypothetisch davon ausgehen, dass wir zwei Teleskope gleicher Öffnung aber unterschiedlicher Brennweite haben
und wenn ich jetzt z.B. einen
120/600 Refraktor hernehme
und einen
120/1000 Refraktor
haben doch beide das selbe Lichsammelvermögen von 290-fach bei 7mm Pupille.
Ebenso ist das Auflösungsvermögen von 0,96 Bogensekunden das selbe.
Sinnvolle Vergrößerung wäre auch identisch.

Wie kommt da bei mehr Brennweite eine bessere Auflösung zu Stande?
 
Vor allem geht es mir hier um das Thema Auflösung und den Nutzen von großen Öffnungen.
Denn die Auflösung ist ja soweit ich weiß, besonders in unseren Breiten, Seeing-limitiert. Eine größere Öffnung als ~10" bringt dementsprechend also garnichts, da die potentielle Auflösung unter dem Seeing liegt.
Hallo Tobi,
wie kommst du denn auf so abwegige Gedanken?
Hast du noch nicht durch ein großes Teleskop beobachtet?
Öffnung ist in diesem Hobby alles!
Öffnung ist Vergrößerung, Auflösung, Kontrast, Bildhelligkeit.
Öffnung=Details.
LG
 
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