Versuch der Schneckenradherstellung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Re: Geht also doch??

Hallo,
Bei einem Gewindedrehmeissel hat man nur 1 Schneide.
Hätte dieses Werkzeug mehrere Schneiden entsprechend
dem Gewindeprofil,würde es tatsächlich genügen,einen
oder zwei Gänge mit der entsprechenden Steigung zu schneiden,dann könnte man die Spindel ausklinken und
das Werzeug wird genau diesen Gängen nachlaufen.
Beispiel Gewindestrehler,Gewindewalzen,spitzenloses
Schleifen,wo der Vorschub durch Schrâgstellen erfolgt.
Steigungsfehler entstehen nur durch Unsauberkeit(Späne).
Der Gewindebohrer kann nur in die bereits gefräste Nut einlaufen,es gibt keinen anderen Weg.
Man stelle sich einfach vor,den Gewindebohrer zu benutzen
wofür er gedacht ist,der Bohrer "zieht" sich ja auch von
allein in die Bohrung hinein,hält man den Bohrer in axialer
Richtung fest,kommt einem das Werstück entgegen,schneidet
man die Bohrung zur Hälfte auf und hindert den Gewindebohrer
am seitlichen Ausweichen (Beispiel KÖrnerspitze),passiert
wieder genau dasselbe,bloss eine eingeschleppte Unsauberkeit
kann auch hier einen Steigungsfehler verursachen;
sonst zählt hier wortwörtlich:
Durch diese hohle Gasse muss er kommen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
Es führt kein Weg vorbei.....
 
Re: Geht also doch??

Hm, je länger wir hier reden, um so mehr juckt es mich, das mal zu probieren...

Schönes WE allerseits
 
Re: Geht also doch??

Hallo,
Alle Ehefrauen werden dankend einen Blick auf die grossen geografischen Distanzen zwischen den werkelnden Leutchen werfen!!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach2.gif" alt="" />
 
Re: Geht also doch??

Messbereich von Zahn x - bis Zahn y / gemessener Abstand

0 - 21 41,1mm
1 - 22 41,1mm
5 - 26 41,0
10 - 31 40,8
20 - 41 40,6
30 - 51 40,6
40 - 61 40,6
50 - 71 40,6
60 - 81 40,6
70 - 91 40,6
80 - 101 40,6
90 - 111 40,6
100 - 121 40,6
110 - 131 40,5
120 - 141 40,5
130 - 151 40,55
135 - 156 40,6
140 - 3 40,75
145 - 8 40,9
150 - 13 41,1

Hi,

Ich habe diesen Thread mit grossem Interesse mitgelesen obwohl ich wohl nie ein Schneckenrad herstellen werde da ich wahrscheinlich in diesem Leben keine mehr Drehbank haben werde. Ich hatte mal eine.

Nun Ich habe obige Liste mal zitiert und da kam mir der Gedanke dass es so schlimm doch gar nicht aussieht oder ?

Für die RA Achse, wenn ich eine Deutsche Äquatorial Montierung baue, brauche ich doch eh maximal 200° von den 360° und da hat das gezeigte Rad doch eine relativ gute Genaugigkeit, oder ? von Zahn 20 bis 135 stimmt doch die Teilung ganz gut, oder ? das wären doch immerhin ca. 110 Zähne von 150.

Habe ich da einen Denkfehler ?

Und für die DEC Achse brauche ich doch auch nicht die 360°, sondern vielleicht nur 330° maximal und da kann man doch dann die schlechte Teilungszone da hin setzen wo man diese nicht braucht.

Bitte nicht lachen über meine Überlegung. Wenn es nicht stimmt bitte ich um Aufklärung.
 
Re: Geht also doch??

Hallo,
Deine überlegung ist bestimmt nicht zum Lachen;das wird
bei sehr grossen Rädern so gemacht.
"Jedes Schneckenrad hat seine 2 guten Stunden",das merkt
man an fast jeder Montierung.
Aber bei sorgfältiger Herstellung und etwas Erfahrungsaustausch werden die Räder genau.
Jetzt werde ich mich dick vermummt hinter's Teleskop
schwingen (-8°),und eine Aufnahme von Saturn versuchen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/krank.gif" alt="" />.
 
Neuer Anlauf...

Hallo zusammen,

war gerade nochmal im Keller. Mit einem 2. Rohling wollte ich testen ob es gelingt nach dem 1. Umlauf die zuvor geschnittenen Kerben nochmal zu treffen, und dann den Teilungsfehler des dabei entstehenden Rades zu messen.

So weit kam ich gar nicht.

Den ersten Versuch machte ich mit einem Rohling mit Durchmesser 99,75mm. Das Maß hat sich zufällig ergeben, nachdem die Außenfläche sauber gedreht wurde.

Resultat: Zahnversatz ca. 0,7mm. Der Umfang hätte wohl 0,7mm länger oder 1,3mm kürzer sein müssen. Dann die Überraschung beim Nachzählen: es sind 159 Zähne entstanden (ohne die doppelten natürlich). Zur Erinnerung: beim 1. Rad hatte ich bei einem Durchmesser von 100,3mm nur 158 Zähne! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/augenruppel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/confused.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

Zweiter Ansatz: Wenn wir es schaffen den Umfang um o.g. 1,3mm zu verkürzen, sollte es doch wohl endlich mal hinkommen! Also: statt D99,75mm brauchen wir wohl 99,75 - 1,3/PI = 99,34mm. Da ich den gleichen Rohling verwenden will, und deshalb das jetzige Zahnmuster (Tiefe 0,5mm) runterdrehen muss, verkürze ich nochmal um 1 Zahn, und komme auf 99,34 - 2/PI = 98,7mm.

Also auf 98,7 runtergedreht, alle Kerben sind weg, und ein neuer Versuch. Aufbau, Drehzahl und Zustellung wie immer.
Resultat: totaler Versatz! Also ca. 1mm daneben. Über etwa den halben Radumfang entsteht ein "schönes" Doppelmuster, bis sich wohl eine der Reihen durchsetzen kann.

Gezählte Zähnezahl: 157,5.

Ich bleibe dabei: diese Methode ist Mist. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/niemals.gif" alt="" />

Hat heute jemand Lotto gespielt?

Viele Grüße
Martin
 
Re: Neuer Anlauf...

Hallo,
"Beherzt" !! zustellen beim ersten Lauf,bis Führung gegeben
ist,kann bis über 2mm im Durchmesser sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />
Bis man den Motor der Drehmaschine echt arbeiten hört.
 
Noch'n Versuch

Rohling D 97,8mm.

Heureka, die Zähne scheinen voll ineinander zu treffen! Jedenfalls ist nichts von falschen Kerben zu sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />

Diesmal mache ich weiter mit dem Verzahnen bis zur vollen Tiefe, in der Hoffnung auf gutes Gelingen. Ergebnis sind 156 Zähne.

Hier die Teilungsmessung, Vorgehen wie oben beschrieben.

0 - 21 39,92mm
4 - 25 39,86
10 - 31 39,82
20 - 41 39,80
30 - 51 39,82
40 - 61 39,92
50 - 71 40,00
60 - 81 40,06
70 - 91 40,08
80 - 101 40,10
90 - 111 40,10
100 - 121 40,08
110 - 131 40,10
120 - 141 40,12
130 - 151 40,16
140 - 5 40,16
150 - 15 40,04

also Streubreite: 0,36mm <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mad.gif" alt="" />

Damit kann man schon mal folgendes sagen:

- je besser die Zähne aufeinendertreffen, um so kleiner ist am fertigen Rad der Teilungsfehler. Es ist also nicht richtig dass eine anfängliche Überlappung nichts macht, und sich der Fehler im weiteren Verlauf der Fertigung rausarbeitet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" />

- es scheint so zu sein dass die Teilung weitab der Überlappungsstelle recht gleichmäßig ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

- Für eine wirklich gleichmäßige Teilung scheint es nicht ausreichend zu sein dass die Kerben von der Anschauung her ineinanderfallen. Ein exaktes Treffen scheint wünschenswert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/confused.gif" alt="" />

- Der erforderliche Durchmesser des Rohlings scheint nicht berechenbar zu sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />

Martin
 
Re: Noch'n Versuch

Hallo Martin,

hochinteressanter Thread. Ich denke bei Dir geht einfach
irgendwas wegen "Schlupf" schief. So wie JSTEINBERG es beschreibt muß es eigentlich funktionieren.
Es gibt übrigens unter: http://www.atmsite.org/contrib/JSAPP/wormgear/wormgear.html
eine wie ich finde sehr gute Beschreibung.
Jim Sapp "hilft" dem Rohling beispielsweise mit den Fingern sich die ersten paar Umdrehungen mitzudrehen, bis der Gewindebohrer wirklich selbst wieder in jede Kerbe findet. Die Berufsgenossenschaft darf da natürlich nicht zusehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mad.gif" alt="" />

Wichtig ist meiner Meinung nach auch das die Späne gut abgeführt werden, am besten eine Pressluftpistole so montieren daß sie laufend alles wegbläst. Ich weiß, der arme kleine Kompressor. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />

Die Werte die Du bei deinem dritten Versuch erreicht hast
sind eigentlich schon so gut daß sie mit der "Einschleifmethode" zu einem einwandfreien Rad führen sollten.

Die Schnecke würde ich nicht selbst Drehen sondern aus einer Gewindestange fertigen. Die würde ich zwischen
den Spitzen und in einer Aufspannung auf den/die korrekten Lagerdurchmesser abdrehen, das gewährleistet absoluten Rundlauf. Siehe nochmal Jim Sapp.

Auch denke ich daß ein gewisser Ausschuß am Anfang normal ist, also nicht entmutigen lassen.

Grüße

Hans
 
Re: Noch'n Versuch

Hallo Hans,

ich glaube kaum dass man den Schlupf vermeiden kann. Welche Größen darauf Einfluss nehmen wäre jedoch interessant zu wissen.

Mit der Website von Jim Sapp bin ich auch in dieses Thema gestartet. Es scheint ja alles recht plausibel, im Detail kommen mir inzwischen jedoch einige Zweifel. Dazu gehört auch dieses Unterstützen der Drehbewegung per Hand. Wie soll man das denn in der richtigen Größe und konstant über den kompletten Umlauf machen? Vielleicht eine Schnur mit Sandsack... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Die Ausführungen auf dieser Seite
decken sich eher mit meinen Erfahrungen. Deshalb werde ich versuchen ein Führungsgetriebe dranzubasteln, um das Überlappungsproblem zu beseitigen.

Viele Grüße
Martin
 
Re: Noch'n Versuch

Hallo Martin,

er will damit ja nur den Rohling zum Werkzeug auf Zug halten
für die ersten paar Umdrehungen. Ich denke daß das geht, aber es wird das Problem der Überlappung wohl nicht immer total ausschließen.

In nicht allzu ferner Zukunft will ich das REC. Schneckenrad meiner Selbstbaumonti gegen ein größeres ersetzen um das Vorgetriebe ändern zu können.
Das jetzige ist von Mädler und stammt aus einer Maschine.

Ich denke daß ich es erst mal nach der bisher beschriebenen
Methode versuchen werde, einen Antrieb zu bauen erscheint mir doch ziemlich aufwendig. Die bessere Methode ist es bestimmt.

Leider muß ich morgen wieder weg, ich werd mich aber melden wenns denn so weit ist.

Viele Grüße und noch viel Spaß beim Zahnradfräsen!

Hans
 
Re: Noch'n Versuch

.....ob sich der Zeitaufwand und die vielen Versuche rechnen???? ...ich geh lieber Schifahren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" /> und ein Schneckenrad kauf ich fertig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />
wer will, kann ja auch selber Okulare bauen, die einzelnen Linsen gibt´s eh zu kaufen...

Johann
 
Re: Noch'n Versuch

Hallo Martin!

Wie zum Teufel können da 156 Zähne rauskommen? Wenn ich Deinen Durchmesser mit Pi multipliziere und dann durch die Steigung, also 2 mm, teile, komme ich auf nur 153,6238... Zähne. Ich hätte noch gedacht, daß man evtl. vom Durchmesser des Rohlings die erste Zustellung abziehen muß, aber dann würden es ja eher noch weniger Zähne werden und nicht mehr, also kurzum, ich versteh´ gar nix mehr...

Wegen einer Gewindestange als Schnecke hätte ich aber doch Bedenken. Ich bin neulich erst reingefallen, als ich mit dem Meßschieber eine Schraube ausgemessen hatte (Durchmesser 4,82 mm)und sie schon für ein Zollmaß hielt, bis ich dann darauf hingewiesen wurde, welch große Toleranzen für normale Gewinde üblich sind. Wie viel das ausmachen würde, weiß ich auch nicht, wollte nur darauf hinweisen, daß der Durchmesser eben nicht genau stimmen muß. -Obwohl, eigentlich interessiert ja mehr die Steigung, keine Ahnung, wie die schwanken kann...

Gruß,

Daniel
 
Re: Noch'n Versuch

Hi,
die Seite von Mike Brown ist in der Tat sehr interessant
wo krieg der bloss solche Schneckenräder her (die mit den Speichen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />)?
wenn das so fix geht ~ 1/2 std. (vorausgesetzt man hat den dreh raus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> )
warum verlangt Gierlinger ~1500 € netto für D 450 (mein wunsch-Durchmesser <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" /> ) ? (es nicht so ,das ich sein Preis
kritisiere,der Mann muß ja davon leben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> )

PS:hab mein Dreher gefragt-der kann (mangels Ausrüstung?) bzw. will es nicht-obwohl beruflich vom Fach! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />
also such ich alternativen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />

@Martin: wie mißt du die teilungsfehler? von nabenbohrung jeden einzelnen Zahngrund per Meßschieber

finds cool-ATMler ist wohl nichts heilig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> ,aber eine heilige Kuh mußt noch geschlachtet werden :Linsen schleifen ab 10" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Re: Noch'n Versuch

Hallo Clark

wo krieg der bloss solche Schneckenräder her (die mit den Speichen )

Das sind Keilriemenräder aus Guß! Aus Alu bekommt sowas bei Alugießereien als Rohlinge, da dort immer welche für Kunden gefertigt werden haben die verschiedene Modelle zum formen am Ort. Die Preise für einen Abguss lagen 2004 bei ca. 48,- Euro für ein 350 mm Rohling. Biliger kommt man nur beim Buntmetall - Schrotthändtler weg, dort kann man sich für einen Betrag in die Kaff/Bierkasse welchse zurück legen lassen, da dor immer wieder was reinkommt. So habe ich dort 2 Stück mit 370 mm Dm für ein Dobson - Projekt als Höhenräder für 13,- Euro bekommen. Bei Einem muss die größere Bohrung ausgebüchst werden, dann beide seitwärts überdrehen und auf 350 mm abdrehen fertig.
http://www.google.de/search?q=Alugie%C3%...:de-DE:official

Gruß Günter
 
sich rechnen....

Hallo Johann,

natürlich rechnet sich das Ganze überhaupt nicht. Genauso wenig wie das Montierungsbauen an sich, das Spiegelschleifen, die ganze Astronomie überhaupt.

Für das Spritgeld um 2 oder 3 mal an die Sternwarte zu fahren kann ich mir ein schönes Buch kaufen, und mir die ganzen Objekte auf Hochglanzpapier anschauen. Im Warmen. Bei jedem Wetter.

Ich bin eben so ein Verrückter der den Krempel selber bauen _will_ <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />

Viel Spaß beim Schifahren,
Martin

PS: Wenn bei den Linsen nicht die Vergütungs-Problematik wäre...

Edit: Ok, bei großen Spiegeln lohnt es sich vielleicht auch finanziell <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Noch'n Versuch

Hallo Marc,

die Teilung messe ich am Umfang des Rades. Bei einem bestimmten Zahnabstand (bei mir 21) kann man den Meßschieber reproduzierbar ansetzen. Ich messe also die Sehnenlängen über je 21 Zahnteilungen.

Mir ist heute noch eine andere Idee gekommen: Man könnte das Rad in konstante Rotation versetzen (z.B. in die Drehmaschine eingespannt), und eine kleine Lichtschranke durch die Zahnlücken blicken lassen. Deren Signal nimmt man dann auf (z.B. PC mit Messkarte), und erhält aus den Zeitabständen der einzelnen Unterbrechungen die Positionsfehler der Einzelzähne.
Da werde ich mal genauer drüber nachdenken...

Viele Grüße
Martin
 
Welches Führungsgetriebe?

Hallo,

da ich der freilaufenden Methode keine brauchbare Genauigkeit bezüglich Konstanz der Teilung zutraue, will ich ein Schneckengetriebe zur Zwangsführung des Rohlings, zumindest während der ersten Fräsumläufe, einbauen.

Daraus erhoffe ich mir ein vorhersagbares Verhalten an der Überlappungsstelle, und auch bezüglich der Zähnezahl.

Ich denke für den Anfang an ein Schneckengetriebe von Kremp oder Mädler (normale Serie oder "Präzisions-Serie"). Leider ist in keinem Fall der Teilungsfehler spezifiziert, es wird also wieder mal auf Probieren rauslaufen.

Hat jemand Erfahrungen mit der Genauigkeit dieser Räder? Interessant wäre auch zu wissen ob es dabei "typische" Unterschiede zwischen Kremp und Mädler gibt.

Alle Kommentare dazu wären hilfreich, da ich keines dieser Getriebe aus eigener Anschauung kenne.

Danke, und viele Grüße
Martin
 
Re: Welches Führungsgetriebe?

Hallo Martin,

klar, so scheint es ja auch in der ind. Fertigung gemacht zu werden, was Nirosta schreibt, aber wenn ich dann ein noch genaueres Schneckenrad benötige um ein ausreichend genaues zu machen...?
Oder wer würde einen Spiegel schleifen, wenn dazu erst ein Interferrometer nötig wäre?

Ich habe immer noch nicht ganz aufgegeben, zu verstehen, warum bei Dir mehr Zähne rauskommen, als berechnet. Mir ist dabei aufgefallen, daß stinknormale Zahnräder ja auch keine einfachen 60°-Dreiecke als Zähne haben, sondern ganz komische Formen eigentlich. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist das dafür gemacht, daß sich die Zähne immer auf dem selben Radius berühren. Dies ist bei "dreieckigen" Zähnen auf jeden Fall nicht so. Da rutsch die Spitze am nächsten Zahn hinunter oder kippt irgend wie um die vorherige Spitze herum. -Und das Dumme ist, daß sich die Spitzen ja auch ständig ändern weil man mehr zustellt.

Mit einem kleinen Hilferuf an alle Maschinenbauer...

grüßt

Daniel
 
Führungsgetriebe... elektronische Kupplung?

Hi Daniel,

ob man wirklich ein genaueres Rad als Referenz benötigt ist mir noch nicht klar. Wenn die ersten Umläufe absolviert sind könnte man das Führungsgetriebe auskoppeln und mit freilaufendem Rohling weitermachen. Dann hätte man das Überlappungsproblem umgangen, die Zähnezahl stimmt, und die zu diesem Zeitpunkt erreichten Teilungsfehler sind wohl (hoffentlich) kleiner als bei der komplett freilaufenden Methode.

Ob sich die verbleibenden Fehler dann im weiteren Fortschritt noch verkleinern... keine Ahnung.


Mir ist heute noch eine andere, ungleich verrücktere Idee gekommen, als ich in der Firma einen hochauflösenden Drehgeber in der Hand hatte. Man könnte ein Billig-Getriebe der Kremp/Mädler-Klasse als Führungsgetriebe hernehmen, einen Schrittmotor an die Schnecke packen, und auf das Rad einen Drehgeber. Dann gibt man konstante Schritte auf den Motor, und erfasst den Drehwinkel. Die Daten einer vollen Radumdrehung wertet man mit dem Rechner aus, und erhält die Übertragungsfunktion des Getriebes. Ein Geber mit 40000 Inkrementen würde auf 32" auflösen, mit einem 1:5 Reibradgetriebe zur Anbindung des Gebers wäre man bei 6".

Wenn diese Messung mit der erforderlichen Genauigkeit gelingt, ist alles bereit zur Realisierung der "elektronischen Kupplung" zwischen Drehspindel und Führungsgetriebe: Beim Fräsen des Schneckenrades nimmt ein Drehgeber an der Drehspindel laufend deren Position auf, gibt sie zum PC, und eine Software generiert in Echtzeit aus der aktuellen Spindelposition Steuerpulse für den Schrittmotor, der das Führungsgetriebe ansteuert. Dabei, und das ist der Clou, werden die Daten aus der vorherigen Getriebemessung eingerechnet. D.h. die Drehzahl des Schrittmotors wird für jede Getriebestellung an die dort vorhandenen Fehler angepasst... die Getriebefehler würden also durch eine entgegengesetzte Kompensation korrigiert. Theoretisch...

Muss mal genauer drüber nachdenken, welche Fehler einem hier einen Strich durch die Rechnung machen könnten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />


Viele Grüße
Martin
 
Re: Führungsgetriebe... elektronische Kupplung?

Moin,

müßte schon funktionieren. Und irgend wann kommt man ja auch an einen Punkt, wo die Korrektur auf elektronischem Wege billiger ist als die Investition in hochgenaue Mechanik. Aber alles was über reine Mechanik hinaus geht, bin ich einer der falschesten Adressaten hier im Forum.

Wie ich zu meiner Einschätzung zum Schneckenrad als Referenz gekommen bin ist ganz einfach: Der Gewindeschneider alleine macht nicht das, was er soll. Darum soll er ja auf die richtige Bahn gebracht werden. Das ist aber nur sinnvoll möglich, wenn die Lehre selbst kaum Fehler besitzt.


Das mit der PEC für das Rad hört sich jedenfalls gut an.

Gruß,

Daniel
 
Re: Noch'n Versuch

Hallo Johann,

mit einer Gewindestange geht das sehr wohl. Allerdings rede ich nicht von den verzinkten Dingern aus dem Baumarkt sondern
1. von größeren Gewinden als M4
2. z.B auch von Schrauben Güte 10.9 oder mehr
3. z.B Gewindebolzen von Schwerlastdübeln und

4. müssen bzw. können diese auch noch nachgedreht werden,
siehe Methode Jim Sapp.

Wenn das alles in einer Aufspannung passiert und dann noch
Eingeschliffen wird steht einwandfreiem Rundlauf nichts
im Wege.

Nachdrehen ist zwar schwierig, aber nicht unmöglich.

Grüße

Hans
 
Re: Führungsgetriebe... elektronische Kupplung?

Hallo,

es sind mittlerweile 16 Jahre vergangen, als ich noch als Werkzeugschleifer tätig war. Ich überlegte die Sache mit dem Gewindebohrer als Werkzeug zum Schneckenradfräsen noch mal und kam zu folgendem Schluß: Auch wenn der Gewindebohrer zwangsgeführt ist, wird es nicht möglich sein, ein Schneckenrad zu fräsen, wie es mit einem entsprechenden Wälzfräser möglich ist. Das Problem beim Gewindebohrer ist, dass er nicht bzw. nur ganz leicht hinterschliffen ist - im Gegensatz zum Abwälzfräser. Da kein Hinterschliff vorhanden ist, drückt der Gewindebohrer dort und auch eine Zwangsführung kann da nicht weiterhelfen.

Viele Grüße, Herbert
www.zellix.de
 
Re: Führungsgetriebe... elektronische Kupplung?

Hallo Herbert,

der fehlende Hinterschliff ist sicher nicht schön, aber wenn die Zerspanerei freilaufend wunderbar funktioniert, wieso dann nicht auch geführt? Das dann kein Span mehr abgenommen wird kann ich mir kaum vorstellen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Viele Grüße
Martin
 
Re: Noch'n Versuch

Salve Nirosta!

Schon klar, der Gewindebohrer wird sich viel mehr sträuben gegen eine Zwangsführung als ein Fräser. Man versuche mal mit einem normalen Bohrer in ein Blech zu bohren und dann seitlich zu fräsen - geht kaum. Ich glaube, der Vergleich ist nicht schlecht *mir selber auf die Schulter klopf*.

Gegen des ungeführte Fräsen wäre ja nichts einzuwenden, wenn man denn genau berechnen könnte, wie viele Zähne dabei rauskommen. Nur dann ist die Möglichkeit gegeben, reproduzierbar Räder mit geringem Teilungsfehler herzustellen. Meine Befürchtung ist nur inzwischen folgende:

-Die Zähnezahl ist mit den einfachen Daten Kopfkreisdurchmesser & Steigung nicht berechenbar und schon gar nicht mit der Genauigkeit, daß man nach der Aufsummierung von 150 x dem Rechenfehler der Anfangszahn wieder trifft (selbst wenn sie es denn wäre, sollte man die Tolleranzen nicht vergessen, die der Gewindebohrer selber hat)
-Eine Lösung wäre eine unabhängige Drehbewegung des Rades - kein Eigenantrieb
-Die wird aber schwierig wegen dem kaum vorhandenen Freiwinkel

Wäre nur noch interessant, was der Einzige, bei dem es ohne große Teilungsfehler abging (j.Steinberg) anders gemacht hat!?!?

Bisher weiß ich nur von einem recht großen Raddurchmesser, Also laß mal hören!

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Grüße,

Daniel
 
Re: Noch'n Versuch

Servus Haasi,

du hast Recht, mit einem Bohrer ist es ähnlich. Der hat am Außendurchmesser eine runde Führung und ist in Richtung Aufnahmeschaft ganz leicht konisch. Beim Gewindeschneiden dreht sich das Werkzeug nur schraubenförmig ins Werkstück und ist auch kein Problem. Bei der Fertigung eines Schneckenrades bewegt sich allerdings auch das Werkstück und der trapezförmige Wälzfräser stellt am Schneckenrad dadurch eine etwas komplizierte Form her. Durch den fehlenden Hinterschliff beim Gewindebohrer drückt es sowohl das Werkstück als auch das Werkzeug seitlich weg (wie beim „Fräsen" mit einem Bohrer) und somit ist es auch nicht möglich, die richtige Form zu erreichen, wie es für ein (Präzisions)-Schneckenrad nötig wäre. Wenn die Flanken am Gewindebohrer ca. 3-5° hinterschliffen wären, könnte das mit der Zwangsführung allerdings funktionieren.

Beste Mechanikergrüße vom Nirosta

Übrigens, mit dem Reibradantrieb geht’s weiter voran...
 
Re: Noch'n Versuch

Hallo an Alle,

und das ist auch genau der Grund, warum präzise Schneckenräder nicht für nen Appel und ein Ei zu bekommen sind <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
Die dafür nötigen Spezialfräser sind mordsmäßig teuer!! Zudem haben die Teile nur eine beschränkte Lebensdauer. Wenn man Pech hat, überlebt der Fräser nicht mal eine Radverzahnung. Das kann beim fräsen eines Guß Bronce Rades sehr schnell passieren, wenn zb. Rückstände vom Guß im Material eingeschlossen sind, die den Fräser beschädigen.
Das muß natürlich alles bei einer Preiskalkulation berücksichtigt werden.
Einerseits finde ich es toll, was die Leute hier alles handwerklich zustande bringen!! Hut ab, meine Hochachtung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Viele Grüße
Richard
www.gierlinger.cc
 
Dumme Frage ?

Hallo @all

Mal eine Frage. Warum verwendet man überhaupt ein Schneckenrad an den Hauptachsen, wenn es damit so Probleme gibt? Nur weil die Schnecke das Rad vor manuellen verdehen schützt? Klar, mit einer Schnecke hat man mit 2 Bauteilen eine hohe Übersetzung. Aber dann könnte die Schnecke auch im Vorgetriebe oder am Motor selbst sitzen. Der Schneckenfehler fällt dann nicht mehr ins Gewicht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />

Ich wünsche weiterhin gutes Gelingen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/appl.gif" alt="" />
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben