Victory FL 10x42 und Canon 10x42L IS WP Vergleich

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student

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Hallo Allerseits!

Anlässlich der sächsischen Ornithologentagung
http://www.vso-internet.de/mitte.asp
vergangenes Wochenende in Bad Düben hatte mein Optiker Weiss den Zeiss-Musterkoffer mit allen möglichen Ferngläsern im Geschäft. So war Gelegenheit, einmal das Zeiss Victory FL 10x42 mit meinem Canon 10x42L IS WP zu vergleichen.

Leider war es nicht möglich, am Sternhimmel zu testen. Am späten Nachmittag gegen den bedeckten Osthimmel beobachteten wir kahle Bäume, Dächer und Vögel.

Zur Optik bei ausgeschalteter Stabilisierung:
Ich kann eigentlich keinen Unterschied feststellen. Ein Star im Baumwipfel gegen eine sehr helle Wolke zeigte beim Victory etwas mehr Zeichnung im Gefieder als beim Canon. Das wäre mit einer geringfügig besseren Transmission bzw. Kontrastübertragung zu erklären. Herr Weiss glaubte, das Zeiss habe ein größeres Sehfeld. Ich konnte das nicht bestätigen. Nach den technischen Daten ist es umgekehrt. Auch die Sichtbarkeit des Sehfeldes mit Brille war bei beiden Geräten vergleichbar. Ein Ziegeldach füllte vollständig den Sichtbereich aus. Bildfeldebnung und Schärfe waren bei beiden Gläsern bis in die Ecken tadellos. Chromatische Fehler waren nicht zu bemerken. (Beim Victory 7x56 T und einer randscharfen Werbeschrift zeigten sich dagegen schon leichte Farbsäume.)

Zur Stabilisierung im Freihandbetrieb:
Wenn man dann beim Canon die Stabilisierung zuschaltet, ist die Welt eine andere. Mit dem eingebauten Stativ nimmt die Erkennbarkeit von Details wesentlich zu. Nun müsste man das Victory zum Vergleich auf ein externes Stativ montieren. Das stand uns leider nicht zur Verfügung.

Zur Handhabung bei ausgeschalteter Stabilisierung:
Das Victory ist hier deutlich überlegen. Der klobige Körper des Canon lässt sich nicht besonders gut greifen. Da das Zeiss besser in der Hand liegt, kann man es – obwohl nur halb so schwer - ruhiger halten! Das war für mich schon beeindruckend. Die Fokussierung des Canon ist leichtgängiger, ansonsten ist sie bei beiden untadelig. Die Augenmuscheln des Zeiss sind wesentlich besser. Erstens machen sie mechanisch einen ordentlichen Eindruck. Sie lassen sich straff und mit deutlichen Rastpunkten herausdrehen, verformen sich nicht und haben am Ende keine Blende. Der dünne Hartgummi von Canon macht einen wenig dauerhaften Eindruck. Da die Victory-Augenmuscheln einen geringeren Durchmesser haben, kann ich ohne Brille konfliktfrei beobachten. Die großen Canon-Zylinder sind meiner Nase im Wege. Bei eingedrehten Augenmuscheln und mit Brille ist kaum ein Unterschied zu bemerken. Das große Sehfeld verleitet zum Pupillenschwenk, der bei beiden Gläsern zu Verschattungen führt. Mein Herr Weiss glaubte hier das Zeiss im Vorteil. Ich hatte zunächst auch den Eindruck, konnte das aber nach weiteren Experimenten nicht mehr nachvollziehen.

Der Kontrollblick durch Objektiv bzw. Okular bringt bei beiden Geräten keine Einschränkungen ans Licht. Pupillen sind kreisrund und zentriert. Der Einblick durch das Objektiv ist im vollen Querschnitt bis zum Okular möglich.

Mein Gesamteindruck:
Bezogen auf diese Beobachtungssituation ist für mich optisch kein Unterschied sichtbar, haptisch und ergonomisch fällt das Canon deutlich ab, die Stabilisierung mach das aber mehr als wett.

Der Eindruck von Optiker Weiss:
Das Canon ist 'auch ein recht schönes Glas'. Aber Zeiss ist eben dauerhafter und wertbeständiger und sieht halt besser aus.

Der Musterkoffer war voller schöner Ferngläser, bei denen man schon schwach werden könnte:
Wenn schon Zeiss, dann würde ich unstabilisiert eher ein 8x30 oder 8x32 nehmen. Im Vergleich zwischen Dialyt und Victory - jetzt allerdings im Ladengeschäft und durch die Schaufensterscheibe - waren die Unterschiede so marginal, dass ich wohl nicht das Geld für ein Victory ausgeben würde. (Wir hätten eben doch noch auf eine sternklare Nacht warten müssen!)

Auf das Zeiss 20x60 S mit mechanischer Stabilisierung war ich natürlich besonders gespannt. Zu meiner Verwunderung ist hier die Handhabung sehr gewöhnungsbedürftig. Die Stabi-Taste ist zwar schön groß und auch mit Handschuhen zu finden, hat aber einen merkwürdigen Stellweg und muss permanent gedrückt werden! Da Einstellrad und Stabi-Knopf im Objektivdrittel angeordnet sind, schien mir die Haltung nicht ganz problemlos. Man muss die Arme sehr weit abwinkeln, um das Glas zu führen. Das ist eine ziemlich unnatürliche Stellung, bei der ich nicht besonders ruhig bleiben konnte. So war zwar die Stabilisierung schön zu bemerken, allerdings konnten meine Wackler nicht ausgeglichen werden. Und die waren meines Erachtens nicht nur wegen der doppelten Vergrößerung so stark!

Unser gemeinsames Fazit:
Die Stabilisierung beim Zeiss 20x60 S ist wohl eher für das Stativ gedacht, um hier die restlichen mechanischen Schwingungen zu kompensieren!

Beim Canon 10x42 gab es in dieser Hinsicht in verschiedenen Foren Kritik, z. B. zur Anordnung des Stabiknopfes. Bei ihm habe ich gelernt, dass man etwas probieren muss, bis man auf die beste Bedienmethodik kommt. Ich fokussiere mit dem Zeigefinger der rechten Hand und schalte die Stabilisierung zielgenau mit dem Ringfinger der gleichen Hand zu, weil es sich so völlig problemlos ergibt. Sicherlich müsste man beim Zeiss 20x60 auch etwas üben. Da aber der Stabiknopf auf der linken Seite ist, der Fokusring rechts, kann man nur mit beiden Händen beobachten - auch auf dem Stativ.

Mich hat das Resultat des Vergleichs etwas überrascht. Ich war zuvor der Meinung, dass Zeiss schon besser ist als Canon und ich nur die richtige Stelle finden müsste. Optisch schienen mir die Gläser unter den Beobachtungsbedingungen gleichwertig. Möglicherweise würden Unterschiede unter kritischen Verhältnissen und auf einem Stativ deutlich. Wenn ich hingegen die Handhabung der beiden Stabigläser vergleiche, dann haben Canon u n d Zeiss Schwächen, wenn auch verschiedene. An das Canon habe ich mich inzwischen so gewöhnt, dass ich sie keineswegs als Einschränkungen empfinde. Ob es auch beim Zeiss-Stabi so wäre, würde ich bezweifeln (Vorsicht, Subjektivismus!).

Bleibt die Dauerhaftigkeit. Hier würde ich im Moment den Zeiss-Produkten den Vorrang geben. Das liegt aber an einem Effekt, den ich mit einiger Verunsicherung vor kurzem bei meinem Canon beobachtete: Sein Stabilisator gleicht nicht vorhandene Bewegungen aus!

Jetzt rede ich aber über einen Umstand, der dem normalen Nutzer und vor allem unter den Bedingungen unseres Vergleichstests niemals auffallen würde! Ich hatte das Canon im Wohnzimmer auf ein Stativ montiert und bei laufender Stabilisierung auf das Vogelhäuschen im Garten gerichtet. Bei absoluter Stille und garantiert Null Bewegung und Straßenverkehr hörte man Korrekturgeräusche der Stabilisierung und konnte die zugehörigen Bewegungen am Dach des Vogelhäuschens sehen! Kurze Geräusche korrellierten mit minimaler Bewegung der senkrechten Kanten des beobachteten Objekts.

Nun kann ich nicht sagen, ob dieser Effekt neu ist, oder schon von Anfang an da war. Ich hatte seiner Zeit anlässlich meines Vergleichs mit dem Canon 12x36 IS II
http://wwwm.htwk-leipzig.de/~m6bast/astro/canonis4.pdf

bei diesem im Freien Geräusche bemerkt, die beim Schwenken mit laufender Stabilisierung auftraten. Mein Händler, den ich darauf ansprach, konnte das nicht nachvollziehen. Für mich war es ein Grund, das geräuschfreie 10x42 zu nehmen. Die Problematik beim 10x42 ist mir erst langsam ins Bewusstsein gekommen, bis zu dem Tag mit dem Test auf dem Stativ. Wenn ich damit zum Canon-Service käme, würde der vermutlich nichts merken, schon wegen des Lärms im Großraumbüro. Eile wäre geboten, da Canon nur ein Jahr Garantie gibt.

Mein Gespräch mit dem Optiker Weiss hat mich nachdenklich gemacht. Ist es wirklich so wichtig, dass Ferngläser dank perfekter Qualität und rennomierter Marke nach dem Kauf noch Wertsteigerungen erfahren und 'ein Leben lang halten' oder steht die optimale Benutzbarkeit unter den gewünschten Einsatzbedingungen im Vordergrund – auch auf die Gefahr hin, dass man eines Tages ein neues kaufen muss? Wenn ich nachts mit meinem Hund und nur seinetwegen auf den Wiesen vor der Stadt unterwegs bin und dabei Zeit und Muße habe, mit einem 'eingebauten elektronischen Stativ' ungezwungen den Himmel zu betrachten, ist für mich persönlich die Frage entschieden.

Beste Grüße aus Leipzig
Klaus.
 
Re: Victory FL 10x42 und Canon 10x42L IS WP Vergle

Hallo Klaus,

ein Stabilisator hat die Aufgabe Bewegungen auszugleichen. Wenn keine Bewegungen da sind, muß der Stabi ausgeschaltet werden, da er Bewegungen ausgleichen will, die gar nicht da sind. Dies führt zu Wackelbildern. Ist bei den Canon Objektiven im Fotobereich genauso.
Ist auch logisch.

Gruß
Stephan <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
 
Danke für den informativen Bericht, der sich mit meinen Feststellungen deckt, wonach das Canon bei ausgeschaltetem Stabi absolut ebenbürtig mit den Spitzengläsern der "großen 3" ist.

Haptik und mechanische Verarbeitung sowie Langlebigkeit stehen auf einem anderen Blatt.

Die Geräusche, die der IS auf dem Stativ macht, sind von der Fotografie mit IS-Objektiven her bekannt. Darum haben die Objektive mit dem IS der 3. Generation einen Sensor, der Stativbetrieb automatisch erkennt. Anderenfalls versucht der IS Schwingungen auszugleichen, wo es keine gibt und das Bild wird leicht unscharf. IS der 2. Generation kann von "1" = horizontal und vertikal auf "2" = vertikal = Einbeinstativ umgestellt werden. Auf dem Stativ würde ich daher beim 10x42 L IS stets den IS ausschalten.

carpe noctem
Matthias
 
Bravo: So hätte dieses Forum noch eine Chance!

Hallo Klaus,

ausnahmsweise melde ich mich nach langem Schweigen wieder einmal in diesem Forum. Ich möchte Ihnen ein Kompliment machen: Ihr Beitrag enthält viele nützliche Informationen, zeigt, daß Sie wohlüberlegt und systematisch getestet und nicht voreingenommen für oder gegen ein Produkt Ihr Urteil gefällt haben, daß Sie Ihre Feststellungen in klarem Aufbau und gutem Deutsch ohne die heutzutage in der Pisa-Generation üblichen Anglizismen („das Fernglas performt gut”, „ich nehme es zum Walking mit”, „der Body ist stabil" usw.) und mit einwandfreier Orthografie niedergeschrieben haben. Sie haben gründlich sehr viele Aspekte beim Test beachtet und so ein sehr vollständiges Bild von der Leistungsfähigkeit und Praxistauglichkeit vermittelt. Von solchen Beiträgen wünschte ich mir in diesem Forum mehr. Wenn das auf andere abfärbt und wieder mehr Sachlichkeit und Sprachkultur in dieses Forum zurückkehrt, könnte ich mir vorstellen, eines Tages selbst wieder hier aktiv mitzuwirken.

Ich hatte das Canon 10x42 L IS WP vor ungefähr einem Jahr (ich weiß es nicht mehr genau und will nun nicht lange nach dem alten Beitrag suchen) hier vorgestellt, nachdem ich es mir ca. eine Woche lang von einer Bekannten ausleihen durfte. Mein Urteil war damals ebenfalls sehr positiv und hat mich bewogen, mir inzwischen auch dieses Fernglas zu kaufen. Ich habe jetzt sogar zwei davon (das zweite für meine Frau, die aber noch nichts davon weiß – ihr Geburtstag ist erst Anfang Mai). Also konnte ich nun die von Ihnen festgestellte „Korrekturbewegung” bei Stillstand auf dem Stativ überprüfen: Beide Gläser zeigen diesen Effekt nicht, sondern das Bild steht auch bei eingeschalteter Bildstabilisierung (grün leuchtende LED neben den Einschalttaste) absolut still, und es sind auch keinerlei Geräusche zu hören. Ich habe bei beiden Gläsern mehrmals über jeweils länger als eine Minute geprüft. Es scheint also wohl ein individueller Fehler an Ihrem Fernglas zu sein, der evtl. noch innerhalb der Garantiezeit bei Canon reklamiert werden sollte.

Ergänzen möchte ich noch Ihren guten Test um folgende Anmerkungen:

1. Ich nehme an, daß Sie noch relativ jung sind, wahrscheinlich zwischen 20 und 30 Jahre alt (Ihr Deckname „Student” deutet das auch an). Sie haben dann noch ein sehr gutes Akkommodationsvermögen in der Größenordnung von etwa 10 dpt bis 8 dpt. Wer deutlich älter ist (wie z.B. ich) und schon ein stärker eingeschränktes Akkommodationsvermögen hat, wird bezüglich der Randschärfe zu einem etwas anderen Urteil als Sie kommen. Das Zeiss-FL-Glas hat eine deutliche Bildfeldwölbung, die bei vermindertem Akkommodationsvermögen – so etwa ab dem Alter von 45 Jahren – zu Randunschärfe führt, wenn auf die Bildmitte fokussiert wird und alle sichtbaren Objekte etwa dieselbe Entfernung haben. Sie merken das noch nicht, weil Ihr gutes Akkommodationsvermögen dies durch schnelles (reflexhaft unbewußt durchgeführtes) Nachfokussieren des Auges kompensiert. Das Canon-Glas dagegen hat eine sehr gute Bildfeldebnung, und darum sieht auch ein älterer Beobachter in diesem Falle den Rand scharf.

2. Die Sehfeldgröße läßt sich sehr präzise vergleichen, wenn beide Ferngläser auf einem Stativ unverrückbar so aufgestellt sind, daß sie am z.B. linken Bildrand auf ein markantes Objekt ausgerichtet sind, z.B. einen Baumstamm. Man kann dann in Ruhe prüfen, welches des beiden Gläser am gegenüberliegenden Bildrand mehr zeigt und ggf. um wieviel mehr. Leider kann ich diesen Vergleich derzeit nicht durchführen, weil ich nur das Zeiss 8x42 FL und nicht das 10x42 FL habe. Bei einem solchen Vergleich hätten Sie und Ihr Fachhändler zum unstrittig gleichen Ergebnis kommen sollen.

3. Der große Außendurchmesser der Augenmuscheln des Canon 10x42 L IS WP ist in der Tat für Nicht-Brillenträger dann ein Problem, wenn der Nasenrücken im oberen Teil (wo beim Brillenträger die Brille aufsitzt) breit ist. Ich habe dort einen schmalen Nasenrücken und daher kein Problem, aber es gibt viele Menschen mit einer an dieser Stelle deutlich breiteren Nase. Nicht-Brillenträger sind von diesem Manko nicht betroffen, weil der wegen der Brillengläser einzuhaltende größere Abstand der Augenmuscheln von der Nase diesen Konflikt verhindert.

4. Mich stört am rechten Okular die zu leichtgängige Ver- und Entriegelung der Dioptrienkorrektur. Die Arretierung löst sich bei mir oft unbeansichtigt und unbemerkt, so daß sich dann auch die Einstellung verändern kann und dann plötzlich die Sehschärfe für beide Augen verschieden wird und man zur Neueinstellung gezwungen wird.

5. Ganz gewaltig stören mich die miserablen Schutzdeckel. Der für die Okulare ist noch halbwegs brauchbar, wenn auch viel zu sperrig (vor allem, wenn man das Glas in seine Tasche schiebt). Ich werde deshalb an den Okularen Butler-Creek-Klappdeckel montieren, wie ich sie schon an vielen anderen Ferngläsern montiert habe (Nikon 8x32 HG-L und 10x42 HG-L, Zeiss 8x42 FL, Leica Ulktravid 10x42 BR und 12x50 BR, Canon 12x36 IS II). Wegen des sehr großen Okularhülsendurchmessers mußte ich aber eine nicht auf Lager vorrätige Sondergröße der Butler-Creek-Deckel bestellen, auf die ich schon seit ca. vier Wochen warte. Schlimmer ist es mit den Objektivschutzdeckeln. Die lassen sich auf meinen beiden 10x42 L IS WP nicht richtig befestigen und fallen immer wieder ab. Nur wenn ich sie aufsetze und dann das Fernglas mit den Decken nach unten kräftig auf einen Tisch oder eine ähnliche ebene und feste Unterlage drücke, gelingt es mir, die Deckel auf beiden Seiten so einrasten zu lassen, daß sie halbwegs halten. Ich habe deshalb schließlich ganz auf die Verwendung dieser Objektivschutzdeckel verzichtet und schütze die Objektive, wie nun unter Punkt 6 und Punkt 7 angegeben.

6. Erfreulich und unbedingt bei einem Test dieses Fernglas positiv zu erwähren ist das Filtergewinde (gängiges M 52 x 0,75 wie bei vielen Fotoobjektiven). Dies ermöglicht mir u.a. den Schutz der Objektive mit den praktischen „Super-Snap”-Deckeln von Hama (Bestellnr. 094452), die mittels der Befestigungsschnur mit „Haftplatte“ (Bestellnr. 005899) ebenfalls von Hame unverlierbar befestigt sind. Diese Deckel rasten richtig ein und sind ruck-zuck aufgesteckt oder abgenommen.

Das Filtergewinde ermöglicht mir darüber hinaus die Verwendung von Polarisationsfiltern bei Beobachtungen über Schnee- oder Wasserflächen hinweg, um die dann oft blendend hellen Reflexionen auf dem Schnee oder Wasser zu unterdrücken und Strukturen und dunklere Objekte weit besser erkennen zu können. Ich habe mir auch zwei ganz billige 52-mm-UV-Sperrfilter gekauft, bei denen das Glas nicht mit einem Gewindering in der Fassung gehalten wir, sondern mit einem Stahlfederring. Den Ring kann man mit einem Taschenmesser leicht herausholen (Vorsicht, daß er nicht wegspringt und evtl. gar ins Auge fliegt!) und dann eine Baader-Sonnenfolie unterhalb des Filterglases einspannen und den Ring wieder aufsetzen. So hat man ein stabiles und vom Filterglas gegen Zerstörung gut gesichertes Sonnenfilter für die nächste SoFi oder auch nur zur Beobachtung von Sonnenflecken. Wer viel im schneereichen Hochgebirge mit dem Fernglas beobachtet, könnte auch ein lichtdämpfendes Graufilter ND 2x oder gar ND 4x in jedes Objektiv einschrauben, wenn das Polfilter zu teuer ist.

7. An meinem 10x42 L IS WP habe ich mir an den Filtergewinden faltbare Gummi-Tele-Streulichtblenden montiert. Leider gibt es nach meinen Recherchen keine solchen Gummi-Streulichtblenden, die perfekt auch im zusammengeschobenen Zustand passen. Aber die „Tele-Falt-Streulichtblende 930” von B+W (Schneider-Kreuznach) ist die nach meinem Wissen einzige, die vorn eng genug ist, damit die beiden aufgeschraubten Streulichtblenden einander nicht gegenseitig im Wege sind. Leider verbreitert sich ihr vorderer Teil beim Zusammenschieben, so daß sich im zusammengefalteten Zustand die beiden Gummirohr in der Mitte ein wenig aufwölben. Man kann dann das Fernglas nicht mit zusammengefalteten Streulichtblenden mit den Objektiven nach unten auf einem Tisch abstellen (es geht aber, wenn die Streulichtblenden geöffnet sind). Erfreulicherweise ist die mitgelieferte Schutztasche des Canon 10x42 L IS WP hoch genug, um das Fernglas auch mit aufgeschrauben und zusammengefalteten Gummi-Streulichtblenden aufzunehmen. Obwohl diese Gummi-Streulichtblenden vorn auch wieder ein Filtergewinde M 52 x 0,75 haben (z.B. für die Polfilter), verzichte ich bei meinem Canon 10x42 L IS WP darauf, dort noch die oben unter Punkt 6 genannten „Super-Snap”-Deckel aufzusetzen. Denn die B+W-Tele-Falt-Streulichtblende schirmt nicht nur sehr wirksam seitlich ausßerhalb des Sehwinkels einfallendes Störlicht ab, sondern bietet auch ausreichend hohen mechanischen Schutz.

8. Ebenfalls sehr lobend erwähnen sollte man in einem Test des Canon 10x42 L IS WP das eingebaute Stativgewinde. Die üblichen Stativadapter vieler anderer Ferngläser sind daher entbehrlich, und das ist schon ein bemerkenswerter Komfort. Erst recht wichtig ist das beim Vergleich mit den Ferngläsern von Leica und Zeiss. Die von diesen beiden Herstellern angebotenen Lösungen sind einfach untragbar und nicht zeitgemäß. Ich kann nicht verstehen, wie Hersteller von so hochwertigen und teueren Ferngläsern die Frechheit haben können, ihren Kunden so eine Fernglashalterung fürs Stativ anzubieten. Auch wenn dann mancher einwendet, daß das benötigte Stativ noch viel sperriger sei als der Adapter, so kann ich mich mit dieser in höchstem Maße unpraktischen Lösung nie und nimmer anfreunden. Erstens wird das Stativ bei aufgeschraubtem Fernglashalter doch noch (oben) viel dicker und paßt dann z.B. auf Reisen evtl. nicht in den Koffer oder die Tasche, zweitens muß man dann, wenn man dasselbe Stativ auch zum Fotografieren benutzen will, jedesmal den Adapter abschrauben (wohin damit in der Zwischenzeit?), und drittens geht es ja auch um die unnötige zusäzliche Arbeit und das nicht unerhebliche Gewicht. So wird z.B. jemand, der viel Geld ausgibt, um ein um 300 g leichteres Carbonstativ anstelle eines erheblich kostengünstigeren Alustativs zu haben, mit dem Stativhalter wieder ein Gesamtgewicht erzielen, das auf dem Niveau des alten Alustativs liegt. Und zudem sind diese Stativhalter ja auch noch ziemlich teuer!

Nun soll es reichen, ich muß wieder etwas arbeiten. Aber noch ein Wort an die anderen Forumsteilnehmer: Nehmt Euch ein Beispiel an diesem Beitrag von „Student“ Klaus! Ordnet die gedanken VOR der Schreiben, strengt Euch an, vernünftig und klar zu formulieren und ein gutes DEUTSCH zu schreiben (bedenkt: das ist wie eine Visietenkarte, aus der andere evtl. auf Eure geistigen Fähigkeiten schließen, und da sollte man sich schon ein bißchen Mühe geben, einen guten Eindruck zu hinterlassen), lest die Beiträge vor dem endgülten Abschicken nochmals durch, um Tipp- und andere Fehler zu korrigieren. Die Forums-Software bietet dazu ja erfreulicherweise die Möglichkeit, sich den Beitrag vor dem Absenden nochmals oder auch mehrfach anzusehen und durchzulesen. Und bleibt sachlich ohne Gehässigkeiten und ungerechtfertigte Angriffe, wie ich sie hier leider allzu oft schon erlebt habe. Ich werde das Forum auch weiterhin ab und zu zum Lesen aufsuchen, und sollte sich der Zustand eines Tages merklich gebessert haben, werde ich mich nicht nur im erheblich seriöseren Jülich-Forum, sondern auch hier auch wieder wie früher daran beteiligen.

Walter E. Schön
 
Re: Victory FL 10x42 und Canon 10x42L IS WP Vergle

Hallo Klaus,

ein sehr schöner und informativer Beitrag! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" /> Mehr fällt mir dazu im Moment nicht ein.
 
Re: Bravo: So hätte dieses Forum noch eine Chance!

Hallo Walter,

vielen Dank für Ihren Beitrag. Er stellt eine sehr gute Ergänzung zu einem ohnehin schon guten Beitrag dar!

Zum nichtfachlichen Teil möchte ich ein paar Worte erwidern. Das Fernglas-Forum auf Astronomie.de ist sicher kein Ort an dem sich nur Spezialisten auf höchstem Niveau unterhalten; trotzdem findet man hier viele Leute mit einem reichen Erfahrungsschatz, die gerne bereit sind, diesen auch mit Anfängern zu teilen. Wegen dieser freundlichen und hilfsbereiten Atmosphäre, habe ich dieses Forum zu schätzen gelernt. Jeder Ratsuchende erhält hier Hilfe und muss sich auch nicht scheuen diese zu suchen, weil er nicht die perfekten Worte für seine Anfrage findet.
Dadurch werden gerade Jugendliche ermuntert, sich hier zu beteiligen. Ich finde das äußerst positiv. Natürlich bleibt dabei ein gewisser Anteil an Anglizismen und "Slang" nicht aus. Wenn Sie sich dem nicht aussetzen möchten, ist das Ihr gutes Recht und sicher ein Verlust für das Forum. Ich bin aber froh, dass die Mehrheit der "Informationsträger" nicht dieser Meinung ist und dabei hilft, das gute Niveau des Forums zu halten und vielleicht noch zu verbessern.

An Alle:
Es tut mir Leid, wenn das jetzt ein wenig "Off-Topic" (ups, schon wieder ein Anglizismus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />) war. Aber die Beschreibung von Walter wird dem Forum und vor allem den sich hier engagierenden Menschen nicht gerecht. Das Forum ist sicher nicht elitär aber lebendig, und es ermöglicht Interessierten einen Anschluss an die Elite (auch wenn dieser Begriff heutzutage leider etwas negativ belegt ist)!

Deshalb von mir an dieser Stelle ein großes Lob an das Forum!

...nur meine Meinung, die ich hier nicht unterdrücken konnte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />


Gruß,
Tom
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Klaus,

auch von meiner Seite erstmal ein großes Dankeschön für den interessanten Bericht! Wenn ich auf der Suche nach einem sehr guten 10x42 wäre, so würde ich mir das Canon auf jeden Fall mal anschauen. Allerdings würde ich zuerst klären, ob ich die reichlich 250g mehr an Gewicht bei längeren Beobachtungen aus freier Hand auch vernünftig halten kann und ob ich das recht schwere Glas am Tag mit mir herum tragen möchte. Mir scheint, beim Handling und bei der Ergonomie sind die Unterschiede zwischen den zwei Gläsern größer als bei der optischen Leistung - zumindest bei nicht gedrücktem Stabi-Knopf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />. Beim Gewicht und beim Handling scheiden sich möglicherweise die Geister und ob die Stabilisierung die "Nachteile" am Ende wettmacht, das werden verschiedene Beobachter vermutlich recht unterschiedlich sehen. Aber dank Deinem Bericht weiß ich jetzt, wo ich beim Vergleich etwas genauer hinschauen müsste. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Da die Preise vom Zeiss FL und dem Canon praktisch auf einem Niveau liegen, finde ich Deine Frage am Ende des Berichts recht spannend:


Ist es wirklich so wichtig, dass Ferngläser dank perfekter Qualität und rennomierter Marke nach dem Kauf noch Wertsteigerungen erfahren und 'ein Leben lang halten' oder steht die optimale Benutzbarkeit unter den gewünschten Einsatzbedingungen im Vordergrund – auch auf die Gefahr hin, dass man eines Tages ein neues kaufen muss?

Optimal wäre sicher ein Fernglas, dass sowohl perfekt zu den eigenen Anforderungen passt als auch 'ein Leben lang' hält. Mir ist ein "klassisches" Fernglas auch lieber als ein Canon Stabi. So richtig rational begründen kann ich es nicht, aber ein Fernglas mit einem Minimum an beweglichen Teilen erweckt zumindest bei mir die Hoffnung, dass auch weniger kaputt gehen kann. Bei einem 10x30 IS für weit weniger als ein Drittel vom Preis des 10x42 IS würde ich nicht lange zögern und mir den Spaß und die Vorteile der Stabilisierung gönnen. Aber knappe 1500 Euro sind eine Menge Geld und bevor ich diese Summe ausgebe, überlege ich mir schon, wie es auf längere Sicht um meine Investition bestellt ist. Wie gesagt, ich kann es nicht sachlich begründen, aber bei einem Zeiss oder Leica 10x42 der klassischen Art habe ich einfach ein besseres Gefühl, dass das Glas auch in 5 oder 10 Jahren noch verläßlich seinen Dienst verrichtet.

Was nun noch aussteht, ist ein Vergleich der beiden Ferngläser am Sternhimmel. Siehst Du eine Möglichkeit, ein 10x42 FL von Deinem Händler leihweise zu bekommen? Nach diesem und Deinem alten Bericht würde ein dritter Bericht mit Blick auf die Eignung für Himmelsbeobachtungen bestimmt sehr gut im Forum ankommen.

Viele Grüße, Frank.
 
Hallo Frank.

aber ein Fernglas mit einem Minimum an beweglichen Teilen erweckt zumindest bei mir die Hoffnung, dass auch weniger kaputt gehen kann.

Das ist, so glaube ich, ein nicht unwesentlicher Punkt.
Dazu noch, wo Canon nur ein Jahr Garantie gibt, laut Aussage von Klaus.

Beim IHT konnte ich einen kurzen Blick durch das Canon werfen, die optische Qualität steht seitdem für mich außer Frage.
Aber verrichten die vielen kleinen mechanischen Bauteile über einen Zeitraum von 10, 15 oder gar 20 Jahren, auch bei häufigem Einsatz, ihren Dienst makellos ?
Das jedenfalls wäre mein Zeitraum zur Qualitätsprüfung, sollte ich mir jemals ein FG in dieser Preisklasse kaufen.

Soviel Geld könnte ich dafür nur einmal im Leben aufbringen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />

Daher verstehe ich Deinen Standpunkt gut und würde mich wahrscheinlich ebenso entscheiden.

Viele Grüße,

Michael

PS. Danke auch an Klaus für diesen Einblick.
 
Hallo!

Dabei sollte man aber auch nicht vergessen, dass Canon wohl auch noch in 10 Jahren in der Lage sein wird, einen defekten Stabi eines 10x42 IS zu reparieren. Und so eine Reparatur wird wahrscheinlich deutlich günstiger als ein Neugerät sein.
Somit funktioniert auch ein Stabi-FG langfristig - es sei denn, Canon geht pleite. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Ein Auto muss eben auch manchmal zur Inspektion. Sollte man deshalb etwa immer mit der Bahn fahren?


Gruß Harald
 
Hallo Harald,

Und so eine Reparatur wird wahrscheinlich deutlich günstiger als ein Neugerät sein.

Noch günstiger wäre es, das Fernglas geht eben nicht kaputt, am Besten auch nicht nach 15-20 Jahren.
Wie gesagt, für mich und meine finanziellen Verhältnisse wäre eine solche Anschaffung einmalig und damit wirklich "was für´s Leben".

Davon mal abgesehen, gibt es für Zeiss, Leica und co. keine Reparaturmöglichkeit?
Wie lang ist die Garantiezeit für solche Gläser ? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Dein Vergleich mit dem Auto hinkt schon auf zwei Beinen, meiner Meinung nach. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />


Viele Grüße,

Michael
 
Hallo.
Vielen Dank für die Inforationen über die Canon Stabi Gläser. Ich besitze selbst stab. Gläser und möchte mich kurz zur Lebensdauer äussern. Solche stab. Gläser bestehen aus optischen, mechanischen und elektronischen Einheiten.
Es gibt im Wesentlichen 4 Systeme. Bei kreiselstabilisierten Systemen wird eine Prismengruppe mittels einer Kreiselplattform stabilisiert. Der dazu erforderliche elektronische Aufwand ist sehr gering, nahe Null. Dafür benutzt man schellaufende Kreisel. Diese Geräte sind sehr teuer, laut und schwer, stabilisieren aber optimal und sind sehr robust. Da nur simpelste Elemente verbaut werden, sind sie sehr lange zu reparieren.
Eine andere Gruppe arbeitet rein mechanisch, ohne jegliche Elektronik, mit einer mechanisch magnetischen Wirbelstromdämpfung. Solche Gläser baut Zeiss. Diese Stabilisierung ist eigendlich veraltet, da sehr empfindlich. Man wird solche Gläser aber wohl über sehr lange Zeiträume reparieren können. In der dritten Gruppe wird mittels Sensoren eine Lage abgefragt und elektronisch ausgewertet. Elektromechanische Bauelemente, z.B. Motoren regeln dann, in Echtzeit, eine Prismengruppe nach. Die 4. Gruppe fragt auch Lagesensoren ab und wertet das elektronisch aus, regelt aber nicht eine Prismengruppe, sondern verändert die optischen Eigenschaften einer Flüssigkeit mittels Piezzogebern.
So macht es wohl Canon.
Die Lebensdauer aller dieser Geräte ist wohl abhängig von den Reparaturmöglichkeiten. Sie ist somit bestimmt durch die Lieferbarkeit der elektronischen Elemente. Bei den Japanern hat sich da ein Liefernwollen - d.h. ein Bevorratenwollen von Ersatzbaugruppen bei Konsumgeräten - von 7 Jahren nach Verkaufsende des Gerätes herausgebildet.
Das ist aber sicherlich von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Die Japaner sind da aber teilweise glashart.( Viel länger als 7 Jahre ist auch nicht möglich, da danach in der Regel die verwendeten Bauteile in den Ersatzbaugruppen nicht mehr gefertigt werden ). Man ist also generell auf alte Lagerbestände angewiesen, die aus der Fertigung der Geräte stammen. Sind die verbraucht, ist eine Reparatur nicht mehr möglich.
Die Integrationsdichte der Elektronik der stab. Optiken ist so gross, dass eine Reparatur auf Bauteilebene nicht möglich ist.

MfG Friedrich
 
Davon mal abgesehen, gibt es für Zeiss, Leica und co. keine Reparaturmöglichkeit?
Doch, aber die sind ja für die Ewigkeit gemacht und benötigen keinen Reparaturservice. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Ein Stabiglas ist kein rein optisches Instrument, sondern mechanisch-elektronisch-optisches Gerät. Entsprechend anders muss dieses angesehen werden.

Ein TV-Gerät wird auch nach spätestens 15 Jahren gegen ein neues Gerät ausgetauscht. So ähnlich wird es vielleicht auch mit den Stabis sein. Das treibt dann natürlich letztlich den Preis nach oben.

Aber hey - it's a Stabi! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Ich würde sagen, das war doch mal ein feiner Anglizismus, oder? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />



Gruß Harald
 
Re: Victory FL 10x42 und Canon 10x42L IS WP Vergle

Aber knappe 1500 Euro sind eine Menge Geld und bevor ich diese Summe ausgebe, überlege ich mir schon, wie es auf längere Sicht um meine Investition bestellt ist.

Hallo erstmal.

Also ich würde aktuell 967 Euro für das 10 x 42L IS WP zahlen.

Warum?

1) Nun, der günstigste Internetversender (den ich gefunden habe) verlangt 1117 Euro.
2) Canon bietet derzeit ein Cash Back von 150 Euro für dieses Fernglas an.
(Auf Deutsch: Wer diese Glas zwischen dem 15.03.2006 und 31.12.2006 gekauft hat/kauft, kann von Canon 150 Euro zurück erhalten. Modalitäten siehe Canon-WWW-Seite).
http://www.canon.de/For_Home/promotions/index.asp [Canon Objektiv und Zubehör Cash Back - Weitere Informationen]
bzw. gleich http://canonextrapromotion.onlinerebates.com/howtoclaim.aspx


Bei 967 Euro für dieses Glas sieht die Sache dann schon freundlicher aus. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
 
Interessante Beiträge bisher, die sich zwar nicht ganz auf dem Überfliegerniveau vom Jülich-Forum bewegen, aber dafür fühle ich mich hier wohl und man duzt sich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/knuddel.gif" alt="" />

Ich habe ja weiter oben schon meine sehr gute Meinung über das Canon geäußert. Was hält mich davon ab, es gegen mein Trinovid 10x50 zu tauschen?

Nun,

=> fallen sie runter, ist das Canon auf jeden Fall kaputt. Das Leica kann sowas durchaus überleben.

=> Gehen sie kaputt, geht es bei Leica fast bis zum Ende meines eigenen MHD <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> auf Garantie. Geht Leica kaputt, wird es immer freie Reparateure a la Metallica geben, die das Glas richten können. Canon wird es wohl auch in 10 - 15 Jahren noch geben, da diese company wohl eher zu den Tätern als zu den Opfern gehört und ein blue chip ist; aber Canon wird es herzlich wenig interessieren, ob für solche Verrückten, die ihr Glas nach so langer Zeit noch reparieren lassen wollen, Ersatzteile da sind (so geschehen bei teuersten Nobelobjektiven). Freie Reparateure werden an solche Geräte gar nicht erst rangehen.

=> Ein Fernglas soll mich überall hinbegleiten. Auf dem Fahrrad, beim Wandern, auf dem Boot, im Regen, bei Schnee, am Strand mit Sand, bei minus 15 und bei + 35 Grad. Ein Fernglas liegt mal bei 50 Grad im Auto und muß 300 Km Buckelpiste im Jeep aushalten. Das alles würde ich einem Canon Stabi einfach nicht zumuten wollen. Sowas riskiere ich maximal mit einer digitalen Spiegelreflex, aber die haben ja derzeit auch nur eine marktbedingte Halbwertszeit von 2 Jahren...

So, ich habe diesen Beitrag zwar frei von der Leber weg geschrieben und nicht redigiert; aber ich hoffe, es ist trotzdem auszuhalten... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />

carpe noctem
Matthias
 
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Interessante Beiträge bisher, die sich zwar nicht ganz auf dem Überfliegerniveau vom Jülich-Forum bewegen, aber dafür fühle ich mich hier wohl und man duzt sich

Hallo Matthias,

ich hätte auch kein Problem, Dich mit Sie anzusprechen. War das jetzt ein gutes Deutsch? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> Allerdings klingt "Lieber Herr einser00" irgendwie blöd, also lassen wir es besser beim Du. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Aber ich stimme Dir zu: man kann sich hier sehr wohl fühlen, auch wenn nicht jeder Beitrag wohlüberlegt, mehrfach korrekturgelesen und am Ende druckreif ins Forum gestellt wird. Man kann die Leute übrigens auch recht gut einschätzen, wenn man sich anschaut, was sie schreiben. Ob sie es im Sinn der deutschen Sprache "richtig" schreiben, das ist für mich nicht das Maß, nach dem ich die Qualität eines Forums beurteilen würde. Ein Forum lebt von der Vielfalt der Meinungen, von der Vielfalt der Leute die ihre Zeit dafür opfern und es macht auch nur dann richtig Spaß, wenn etwas Leben in die Bude kommt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Ein trockenes Fachforum ist natürlich sehr gut geeignet, um sich weiterzubilden. Zum Glück kann man ja mehrere Foren besuchen und je nach persönlichem Geschmack kann man sich beteiligen oder still mitlesen ...


fallen sie runter, ist das Canon auf jeden Fall kaputt. Das Leica kann sowas durchaus überleben.

Ohne das Innenleben der Canon Stabi Gläser zu kennen, würde ich schon vermuten, dass das Leica deutlich härter im Nehmen ist. Wenn ich daran denke, was mein altes 10x40 Dialyt im Verlauf der Jahre alles über sich ergehen lassen mußte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" /> ... Mit einem Stabi hätte ich bei einer ähnlich rauhen Behandlung kein gutes Gefühl. Aber das ist wie so vieles Ansichtssache. Falls ich mal wieder etwas Geld auf dem Konto haben sollte, dann kaufe ich mir vielleicht so ein 10x30 mit integriertem Spaßfaktor. Wenn es in den Urlaub oder anderweitig auf Reisen geht, dann bleibe ich lieber beim klassischen Fernglas. Das alte 8x32 Leica Trinovid ist da genau richtig.

Frank.
 
Re: Victory FL 10x42 und Canon 10x42L IS WP Vergle

Hallo allerseits!

Vielen Dank für die Anmerkungen und Hinweise, von denen ich gern die meisten unkommentiert lassen und nur gelegentlich Widerspruch anmelden oder Fragen hinzufügen will.

Lieber Walter E. Schön! Es tut mir leid, Sie getäuscht zu haben. Mein Pseudonym 'student' beschreibt keinen Zustand – ich wäre jetzt etwa im 70. Semester – sondern eine Lebenshaltung: Studierender bin ich auf (fast) allen Gebieten. So weiß ich aus eigener Erfahrung, wie problematisch Warentests sind. Vor acht Jahren habe ich solche für eine Computerzeitschrift gemacht und mich dabei geärgert, dass aus Platzgründen immer eine Rangordnung verlangt wurde und nicht eine aufgabenbezogene Einschätzung der Brauchbarkeit. Es freut mich zu lesen, dass Ihnen das sofort aufgefallen ist. Ebenfalls vielen Dank für die Durchführung des 'Stativ-Tests' mit zwei Canon-Gläsern und die nützlichen Hinweise zu Nachrüstungen. Gibt es zu Ihren Lösungen vielleicht Fotos, die diese auch für Laien verständlich machen?

Für die Hinweise von Stephan und Matthias auf vergleichbare Stabilisierungs-Probleme bei Canon IS Objektiven bedanke ich mich herzlich! Gibt es dazu Veröffentlichungen, vielleicht sogar online? Übrigens schreibt Canon im Handbuch des 10x42, dass die Verwendung des Stabilisators auch auf einem Stativ empfohlen wird, um Restschwingungen auszugleichen! Es sollte hier also kein unzulässiger Betriebsfall vorliegen. Den von mir beschriebenen Ausgleichseffekt auf dem Stativ kann man durchaus unterschiedlich interpretieren. Die Ursache für die scheinbar unmotivierten Ausgleichsbewegungen von Mikroschwingungen könnte bei einem digitalen System im Quantisierungsrauschen der Lagesensoren zu finden sein, welches von knapp eingestellten Filtern nicht vollständig eliminiert wird. Das würde ich eher für das Zeichen eines sehr engagiertem Systemdesigns halten, welches dem Ziel einer bestmöglichen Stabilisierung diente. Gelegentliche Quantisierungsfehler sind wohl eher zu verschmerzen als eine durch Tiefpässe hervorgerufene mikroträge Stabilisierung, die dann eine gallertartige Verzeichnung des Bildes zu Folge hätte. (Leider alles nur Vermutungen!)

Lieber Frank Schäfer! Als Du mich vor einem halben Jahr nach meinem Einkaufstest aufgefordert hast, das Canon 10x42 L IS mit einem Victory FL 10x42 zu vergleichen, habe ich nur gelächelt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wer mir eben mal ein Zeiss zu einem Test vorbeibringen sollte. Jetzt sagst Du, ich sollte den Vergleich auf den Sternhimmel ausdehnen. Meine Vermutung, dass das nie klappen wird, darfst Du mit Vorsicht genießen!

Schön, dass Du die Qualitätsdiskussion aufgegriffen hast. Sie macht deutlich, dass unterschiedliche Auffassungen ihre Berechtigung haben. Ohne Stabilisator wird das Canon wohl genauso langlebig sein, wie das Victory. Die Innovationsdynamik der Mikrosystemtechnik macht die Stabilisierung unabhängig von ihrer Dauerhaftigkeit nach ca. 7 Jahren – wie von Friedrich vermutet – unreparierbar. Das ist ein Schicksal, welches Technologieprodukte vielfach teilen und das man beim Kauf akzeptieren muss. Alles andere ist Kaffeesatzdeuterei ('Wenn das Canon herunter fällt, ist es kaputt usw.'). Ich kann mir vorstellen, dass es Menschen gibt, die ein zehnfach vergrößerndes Fernglas so ruhig halten, dass ihnen gegenüber künstlich beruhigten Gläsern nichts entgeht. In diesem Fall würde ich auch zur jenem Produkt greifen, das weniger reparaturanfällige Teile hat. Allerdings stellt sich die Frage für mich nicht so. Der Gewinn an Erkennbarkeit, der sich aus der Stabilisierung ergibt, ist so überzeugend, dass ich lieber auf ein Mehr an Werthaltigkeit verzichte! Es wäre zwar beruhigend zu wissen, dass ein kaum benutztes Victory nach 10 Jahren vielleicht sogar teuer weiter verkauft werden kann. Aber was würde mir in dieser Zeit alles entgehen!

Das kann man aber nur beurteilen, wenn man s e l b s t vergleicht! Ich meine, es ist eine typisch subjektive Entscheidung, bei der die Diskussion in einem Forum nicht wirklich weiterhelfen kann. Zumal man eigentlich unvergleichbare Eigenschaften für sich persönlich in eine Relation bringen muss!

Beste Grüße,
Klaus.
 
Re: Victory FL 10x42 und Canon 10x42L IS WP Vergle

Hallo Klaus,

das mit dem Bildstabilisator ist eine interessante wie auch manchmal verwirrende Sache.Habe gerade eben mal in der Anleitung des 15x50IS nachgeschaut. Hier wird über den Einsatz eines Statives überhaupt nichts erwähnt.
Hat das 10x42 ein anderes Stabi System ?
Das Glas ist ca. 1/2 Jahr alt. Bei meinen anderen IS Gläsern 12x36 und 8x25 steht auch nichts drin, aber die haben ja auch kein Stativgewinde.
Infos über die Stabis ( Fotoseitig ) stehen im www.dslr-forum.de.
Aber auch hier gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Von Canon habe ich hierzu noch nie etwas zu lesen vor die Augen bekommen.
Werde mein 15x50 ( wenn es vom Canon Service zurückkommt - linkes Okular ließ sich nicht mehr 100%ig scharfstellen - hat voraussichtlich nichts mit dem Stabi zu tun ) mal auf`s Stativ schnallen und es ausprobieren.

Gruß
Stephan
 
Re: Victory FL 10x42 und Canon 10x42L IS WP Vergle

Hallo,

mein 15 x 50 IS ist zurück.
Hab es mal auf mein Stativ geklemmt und festgestellt das es mit oder ohne IS das gleiche Ergebniss ist. Der IS schaltet sich nicht automatisch ab, sondern bleibt aktiviert. Aber das Bild wird nicht wie ich vermutete schlechter, sondern bleibt gleich. Vielleicht war es bei älteren Stabisystemen so. In der Fotobranche gehen solche Infos z.T. herum.
Revidiere meine Meinung zum Thema Stabi und Stativ

Gruß
Stephan
 
fallen sie runter, ist das Canon auf jeden Fall kaputt. Das Leica kann sowas durchaus überleben.

Solche Orakel sollte man sich verkneifen. Ich habe 10 Jahre lang ein Canon 12x36 IS benutzt. Schließlich begann eine im Okular deutlich sichtbare Verschleierung, der ich durch Reinigung beikommen wollte. Bei der Entfernung der Augenmuscheln ging eine kaputt, wahrscheinlich war sie fest angeklebt. Danach konnte ich bestätigen, dass es mit der Ersatzteilversorgung nach einem Jahrzehnt vorbei ist. Eine weitere Untersuchung ergab Pilzbefall am Okular. Das war dann das endgültige Aus. Aber: Die Stabilisierung funktionierte bis zur Grablegung beanstandungsfrei.

Noch ein Wort zur Robustheit von Canonprodukten. Ich bin mal mit einer Canon-DSRL gestürzt, als Reflex wollte ich den Sturz mit dem Stativ in der Hand abfangen, sodass die Kammera wie ein Hammer mit Leibeskraft auf dem Asphalt aufschlug. Das Objektiv wurde mit Bajonett abgerissen, überall lagen Teile verstreut, aus der Kamera hingen Drähte. Meine Frau hat akribisch alles in einen Beutel eingesammelt, ich hab den Beutel zur Firma Greb gebracht und beide Teile, Objektiv und Kamera waren danach wieder ohne Einschränkung funktionsfähig. So richtig kann ich Canon wegen seines eigenwilligen Verhaltens zu Kunden auch nicht leiden. Aber robust ist das Zeug.
 
Hallo,

du hast auf einen Thread geantwortet, der vor 6 1/2 Jahren aktuell war ....

Aber ich habe mir damals daraufhin ein Canon 12x36 IS zugelegt, dass trotz vieler Bergwanderungen, wochenlanger Aufbewahrung im Auto in der Sonne, astronomischer Beobachtungen z.T. mit heftigem Tau bis heute zuverlässig seinen Dienst tut.

Und ja, die Gummiaugenmuschel ist mit dem Okular verklebt.
Die Objektive sind zum Tubus nicht abgedichtet und deshalb ist das Glas immer nach Gebrauch gut auszutrocknen um Pilzbefall zu vermeiden.

Grüße & cs
Andreas
 
hallo Leute,
ich hab mich vor 3 Jahren letztendlich für das Leica 10x50 HD entschieden.Das Zeiss hat deutliche Bildfeldwölbung,was ich nicht mag, und es ist zum Rand nicht mehr randscharf, sondern sogar schlechter als das Leica.Das Gesichtsfeld ist um die 65 Grad.Auch hier ist das von Leica etwas größer.Chromatische Abberation haben sie beide-zum Rand hin.Aber in der Bildmitte ist die Abbildung perfekt-und beim Leica am Merkur in beiden Optiken fast 100% gleich!Bei diesem Test gibt es z.t.erhebliche Unterschiede unter den Gläsern.
Ich hatte auch mal das Canon 10x42is, das ist echt ein absolutes Spitzenglas!
Perfektes Bild, Flat-Field-Optik und 65 Grad Feld,fast farbrein und bildstabilisiert.Echt toll!
Habs aber nicht gekauft ,da ...
ich hab das Canon 15x50 seit 6 Jahren und ich benutze das tagsüber sehr oft.Und hab es nie bereut.Die IS-Vogelbeobachtung ist nicht zu überbieten.Am Merkur dafür nachts ist es aber eher schlecht.Zwischen dem Canon und der optischen Perfektion des Leica liegen da Welten...
und in der Tat,die IS Gläser sind unhandlich,das stimmt.
Vorsicht ist angebracht,wenn so ein Glas mal runterfällt,dann ist Kulanz wie bei Leica -nicht immer selbstverständlich....

gruß
eckyyy
...
 
Hallo Friedrich,

dein Kommentar ist jetzt so ca. 7 Jahre alt u. dieses Glas (Canon 10x42) gibt es immer noch neu. :)

Nun kenne ich die zeitliche Markteinführung dieses FG zwar nicht, aber so wie's ausschaut ist kein Ablöser in Sicht.
Wer sich also in 2006 eins kaufte kann mind. bis 2020 mit Ersatzteilen versorgt werden.
Wen es dann noch mal ca.10Jahre hält, konnte fast drei Jahrzehnte dieses Glas nutzen. :super:

Für Käufer kurz vorm Modellwechsel sieht es natürlich anders aus..


frohe Weihnacht 2012
von Manfred
 
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