Visuelle Planetenbeobachtung

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Hi,

ich hatte mal mit einem Tasco 114/500 Newton angefangen. Lag unterm Weihnachtsbaum und war sowas von grottenschlecht, es ist ein Wunder dass ich es nicht sofort aufgegeben habe mit der Astronomie. Vor Allem die Montierung ging überhaupt nicht. Die DEC Achse ließ sich nur in engen Grenzen verstellen, dadurch hab ich zwei Jahre nicht kapiert wie das mit der Deutschen Montierung überhaupt funktionieren soll. Justieren war auch nicht so einfach für einen 12 Jährigen, geschweige denn den Sch... den Berg rauf zu tragen.
Mit 14 habe ich mir dann vom Konfirmationsgeld ein ETX 90 der ersten Serie mit damals unglaublich teuren Vixen LV und Meade SWA Okularen gekauft. Unkomplizierte Gabelmontierung und recht gute Optik, aber aus heutiger Sicht riesige Geldverschwendung. Mit 14 bin ich auch dem Astronmieverein beigetreten bzw. da wurde dieser gegründet. Und da hab ich dann durch einen 80/1200er Vixen auf Mars schauen dürfen. Was für eine Offenbarung im Gegensatz zu meinen Geräten.
Und so schnell wird man Refraktorfan.
Später kamen dann große schwere Newtons und teure Apos bis hin zur aktuellen Ausrüstung.
Aus heutiger Sicht hätte man das damals schon wesentlich einfacher, billiger und besser haben können. Auch damals gab es schon 8 Zoll Dobsons und 4 Zoll FHs.
Leider gab es aber kein Forum, kein eBay und gesagt hat es mir auch keiner. Und im Vergleich: mit den 2000 DM für das ETX von 1998 und 200 DM für ein LV - was könnte man damit heute als Einsteiger anfangen?! Inflation hin oder her.

Zu der Spiegel/Linsen Diskussion gibts viele Meinungen, die Frage war ja aber nun welcher Refraktor für Planetenbeobachtung. Grundsätzlich kann man mit einem Refraktor Planeten beobachten und es gibt ja auch einige Mitglieder, die das sogar gegenüber anderen Bauweisen bevorzugen. Ich denke also der 2. Post dieses Threads ging schon ganz gut auf die Fragestellung ein.
Ich finde es aber auch nicht schlimm in der Diskussion ein wenig vom Thema abzukommen. So zeigt sich, dass die individuelle Prägung auf die eine oder andere Bauweise sehr deutlichen Einfluss auf die persönlichen Präferenzen hat und dass sich diese offensichtlich auch lange halten.
So scheint es auch einen Unterschied zu machen, ob man sich vor der Astronomie schon näher mit der Fotografie beschäftigt hat oder nicht. Ich erinnere mich, dass vor ein paar Jahren in einem ähnlichen Tread auch für den Einsteiger schon zur Videoastronomie geraten wurde, weil man mit elektronisch gepimpten Augen einfach mehr sieht. Das wollen aber nicht Alle.

Unser Hobby ist vielfältig und dass ist gut so will ich damit sagen.

cs Alex
 
Moin zusammen,

wieder einmal erfrischend eine tiefgehende Entwicklung in einem Thread zu sehen - und es scheint (auch 'mal wieder') dass es die Antwort nicht gibt.

Mich würde von @Blaugarfield1 interessieren, ob der Thread das entwickelt, was er sich als Antwort erhofft hat - bislang kann ich vom Thread-Ersteller noch wenig Reaktion erkennen. Zumal Andreas jetzt wenig Ausgangsinformation wie z.B. Budget oder auch Beobachtungsstandort beigesteuert hatte - Ein langes Rohr kann z.b. auf einem Balkon schon mal sehr umpraktikabel sein, ein kleiner Mak passt besser in den Fahrradrucksack als ein C9,25, ... weitere Szenarien bitte gern dazudenken :)

Etwas Feedback wäre super, sonst haben wir hier den umpfzigsten Selbstzweck-Thread, der sich von der Frage in die unendlichen Weiten des Weltalls entwickelt :cool:

Klare Nächte,
Micha
 
Hallo zusammen

Ich denke man muss aufpassen, dass man seine persönlichen Erlebnisse, Meinungen und Erfahrungen nicht verallgemeinert und diese dann auf ein Teleskopsystem projiziert.
Wenn ein Teleskop, vielleicht ein Newton? in minderwertiger Qualität hergestellt wurde, so ist das keine generelle Eigenschaft dieses Teleskops.
Wenn man selbst ein Newton nicht justiert bekommt, dann bedeutet das nicht automatisch das dieser Sachverhalt für alle gelten muss.
Das gilt auch, wenn mir z.B. wesentliche Informationen fehlen, ich schlecht beraten wurde, oder mir aus Unwissenheit Anwendungsfehler passieren usw.
Für all das, kann nicht das Newtonsystem verantwortlich gemacht werden.
Oft werden dann auch noch aus solchen Erfahrungen, die falschen Rückschlüsse gezogen, oder irgendwelche Alleinstellungsmerkmale kreiert und herausgehoben.
Hier zeigen sich dann vielmehr Menschliche Eigenschaften als die eines Teleskopsystems.

Gruß
CS
 
Hallo Leute,

wollte auch noch was schreiben...
besonders wenn man mal durch einen billigen 150er F5-Billignewton der Marke "Kugelspiegel" oder Kat-Newton geschaut hat oder durch ein billiges verunglücktes 6" Maksutov . Der Kugelspiegel-Newton war in der Vegrößerungsfähigkeit bereit mit einem 9er Okular bei 83-fach völlig am Ende. Das Maksutov kam allenfalls mit einem 13er auf eine 146-fache Vergrößerung was dann auch schon reichlich Leidensfähigkeit beanspruchte.

mir fallen dazu zwei bestimmte Geräte ein: zum einen ein 150/1800 Mak der auch als "Deep Sky Mak" gehandelt wurde und optisch echt richtig :poop: war. Hatte ich mal einen hier das war echt faszinierend: die Justageschrauben waren nicht zugänglich, also habe ich passende Bohrungen in den hinteren Deckel gemacht und das Ding justiert. Das war dann zwar rund aber immer noch grässlich.

Aber: alle anderen Maks durch die ich bisher geschaut habe oder die ich teils für Freunde wieder hergerichtet habe waren brauchbar bis richtig gut, vom winzigen 70 oder 80mm Meade Mak bis zum 180/2700 Skywatcher Mak.

Bei den Kugelspiegelnewtons denke ich an Seben. Big Boss oder wie das Dingen hieß, Gab noch einen anderen Namen glaube ich. Hatte sowas glücklicherweise nie.

Noch ein Gerät zum Vermeiden ist ein älterer chinesischer 114/640 Mak Newton die sind auch richtig Müll. Sind aber nur wenige von im Umlauf da muß man erst mal einen finden...

Und alles andere funzt entsprechend des Preises mehr oder weniger gut egal ob SC oder klassisches Cassegrain oder (Mak-) Newton oder was auch immer.

Meiner Meinung nach liegt der größte Vorteil bei Refraktoren bei Öffnungen bis etwa 5" oder 6" der Grund ist simpel: bis zu dieser Größe sind Spiegelteleskope oft kompromissbehaftet vor allem bei "Foto-visueller" Auslegung. Ab etwa 6...8" fällt es zunehmend leichter z.B. beim Newton mit dem 90° Strahlengang Backfokus und Obstruktion unter einen Hut zu bringen. Mal ganz abgesehen von der Kohle die man für 5...6" Apo und größer hinlegen muß - da bleibt für die meisten nur der Griff zum Spiegel.


Viele Grüße Felix
 
Hab den direkten Vergleich hier liegen.
Den Anhang 289682 betrachten
(230mm Tubus gegen 115mm Tubus sieht schon fies aus)
Die Nächte in denen der C8 ausspielen kann, was er potentiell hat, sind halt sehr sehr wenige, da er wie gesagt extrem empfindlich auf das jleinste bisschen Seeing sofort mit Matschbild reagiert. Der Refraktor liefert quasi immer scharfe Bilder, die dann nur wabern aber nicht verwischen, und geht sehr oft auch Gewinnbringend über 200x hinaus, sogar bis 257x am Mond mit knackig scharfem Bild.
Ich hatte bisher eine Nacht in der das C8 zumindest am Mond seine Öffnung wirklich ausspielen konnte und dem 120er gezeigt hat wo der Hammer hängt, aber an Jupiter, nope. Aber ich denke, dafür brauchts wirklich eine Nacht mit gutem Seeing und möglichst keinem Temperaturabfall innerhalb der Nacht, dann müsste er in der Theorie dem Apo etwas überlegen sein. Dass das betreffende C8 keine Gurke ist hat die Nacht mit dem Mond gezeigt. Aber mein spezifisches Exemplar vom ED120 ist auch enorm gut, ein traumhaftes bilderbuch Ronchigramm.
Was für den C8 spricht ist natürlich die enorme Kompaktheit. Das ist und bleibt unschlagbar.

LG
Olli
Diese Aussage kriege ich nicht zusammen.
Am Mond war der C8 deutlich besser, an Jupiter nicht? War das Seeing unter Jupiter schlechter, war es der Kontrast?

Ich habe mit dem SCT8 schon bis 500x vergrößert, mit dem CC6 bis 440x, wenn das Seeing das erlaubt. Am Mond bisher nur bis 370x, der kann nicht so viel wie z.B. Mars. Und Jupiter wieder weniger als der Mond. Aber manchmal ist das Seeing in einer anderen Richtung wirklich auch anders.
 
Es lag am Kontrast, definitiv, und der Seeingunempfindlichkeit vom Apo.
Am Mond kann ich eigentlich immer höher vergrößern als am Jupiter.

LG
Olli
 
Ich versteh es ja selbst nicht ganz. Man sagt immer, Große Öffnungen haben Kontrast über. Und wenn man mal an die 0,5 mm AP kommt oder diese unterschreitet, kann man bei jedem Teleskop sehen, wie der Kontrast in die Knie geht. Und dennoch hab ich auch im direkten Vergleich gemerkt, dass gute Refraktoren mehr Kontrast haben. Mir fehlt noch die logische Erklärung. Das kann nicht nur die Obstruktion sein.
Dennoch finde ich, für Planeten prädestiniert und designt sind Maks. Mit einem 6 oder 7 Zoll Mak kriegt man mehr zu sehen für das Geld und den Aufwand als mit einem Refraktor. Und mit Isolierung ist Auskühlung kein Thema. Man kann (ich kann) mit meinen Maks und dem SCT8 sofort bis 300x vergrößern, wenn das Außenseeing das zulässt.

Es gab jetzt im Herbst ein paar Tage die 500x zuließen, sogar tagsüber!. Da hätte ich gern mal son Vergleich gesehen zwischen 5er Frac und 8er SCT.

Gruß
Stephan
 
Das Hauptproblem von Spiegelteleskopen war schon immer, bzw. ist die Grenzschicht.
Das Wissen über die Grenzschicht bzw. dem Tubusseeing gibt es schon sehr lange.
Ende der 70er erschienen die ersten wissenschaftlichen Artikel, wo solche Einflüsse auf die Bildgebung genauer Untersucht wurden, quasi mit dem Entstehen der Großteleskope.
Wenn heute ein Großteleskop gebaut wird, so wird das ganze Bauvorhaben unter thermischen Aspekten betrachtet.
Das Teleskop, das Gehäuse und die Hilfsinstrumente werden alle thermisch gesteuert.
Gebt mal bei Google Scholar "Telescope Seeing", "Telescope Mirror Airlayer", oder "Telescop Boundary Layer" ein, da findest ihr viele Artikel zu dem Thema.
Die ersten Artikel von Amateurastronomen darüber, erschienen dagegen erst um 2000 herum in S&T und S.u.W.
Und was macht die Amateurscene mit diesem Wissen?
Bis heute werden immer noch die wenigsten Spiegelteleskope mit Lüftern gebaut.
Ganz im Gegenteil, der Einfluss von Tubusseeing und LocalSeeing wird z.T. heruntergespielt und für Bedeutungslos erklärt.
Da wird z.T. mit Engelsgeduld, ein Spiegel über Wochen und Monate immer wieder, 20-30min Poliert, dann wieder 24h auskühlen lassen, 12h Messorgie mit Astigmatismus Kompensationsmessung usw.
Um dann auf dem Acker munter in den Strahlengang der 0.99 Strehl zu atmen. ;)

Hingegen ist der "Fehler" einer moderaten Obstruktion von 20-30% relativ gering im Vergleich zum Tubusseeing.
Die Obstruktion lässt das Gesamtsystem bei guter optischer Qualität, quasi noch über der Beugungsbegrenztheit mit Strehl/EER 0.80 bleiben.
Im Vergleich zum Tubusseeing, wo der Strehl schnell gegen 0 laufen kann.
Man kann das ja sehr schön am Sterntest nachvollziehen.
Die Obstruktion macht einen etwas helleren ersten Beugungsring, während das Tubusseeing entweder das Beugungsscheibchen komplett zerreißt, oder die Beugungsringe mit dem Scheibchen verschmelzen lässt.

Übrigens auch größere APOs haben Thermische Probleme, nur mangels der geringen Verbreitung, hört und liest man nur sehr wenig darüber.

Gruß
CS
 
Wie gesagt, kleinere SCTs und Maks brauchen keine Lüfter, die werden einfach isoliert. Kein Tubusseeing, keine Plume, einfach von Anfang an Gucken
Größere sind möglichst ganz offen, auch die HS-Zelle. Dann gibts auch kein Tubusseeing. Aber für Planeten reichen meist 5-7 Zoll. Fracs haben auch Tubusseeing, aber bei gleicher Öffnung nicht so schlimm wie ein Newt mit Stahlblechtubus. Die meisten Erfahrungen gibt es mit 4"-Fracs oder kleiner, und da ist das sowieso nicht so ein Problem.
 
Eine Grenzschicht bildet sich immer aus, wenn der Hauptspiegel o.Ä. wärmer ist wie die Umgebungsluft, da reichen schon 1-2°C Temperaturunterschied und es entsteht ein Warmluftkissen über dem Spiegel.
Die warme Luft hat einen anderen Brechungsindex wie die kalte Luft, was sich beim Spiegel stärker bemerkbar macht, weil das Bild, die Wellenfront min. zweimal durch ein solches Luftkissen geschickt wird.
Beim Iso-Tubus mit geschlossenem Tubus wie beim MC/SC, wird die Anpassung nur verlangsamt, der Austausch findet jedoch letztlich über den Meniskus, oder der Schmidtplatte satt und es entsteht Konvektion.
Auch beim Gittertubus bildet sich ebenfalls über dem Hauptspiegel eine Grenzschicht, diese kann jedoch evtl. schneller und freier abziehen, wodurch das Teleskop auch schneller auskühlen kann.
Wer schon einmal sein Teleskop, oder seinen Spiegel messen hat lassen, der weiß dass sich jede Optik erst einmal an die Umgebungsluft anpassen muss und das kann Stunden dauern.
Einfach hinstellen und Strehl messen ist leider nicht, zumindest nicht wenn man es genau wissen möchte.
Natürlich verhält sich das Teleskop dann auch so bei der Beobachtung, nur ist es da je nach Jahreszeit noch viel extremer, wenn man z.B. wie jetzt das Teleskop von +20°C vielleicht runterkühlen muss auf -10°C.

Es gibt auch keine Öffnungsbegrenzung, oder eine Sinnvolle Obergrenze für ein Planetenteleskop, diese wird einfach nur individuell von jedem Sternfreund selbst getroffen, oft ist gerade die Öffnung die beste, die man selber hat ;)

Auch zur Öffnungswahl gibt es Wissenschaftlich- Methodische Ansätze, welche sich meist aus Statistischen Seeingmessungen ergeben.
So wurden bisher nur selten Seeingwerte besser als 0,2" Bogensekunden gemessen, was in etwa dem Auflösungsvermögen von einem 20-25" Teleskop entspricht.
In Amateurkreisen werden von passionierten Planetenbeobachtern Öffnungen von 12-16" empfohlen, also wenn man so will wären 14" die goldene Mitte.
Dabei werden oft mehrere Faktoren wie Binokulare Beobachtung, Vergrößerung und Austrittspupille, Seeing, Planetenhöhe usw. berücksichtigt.

Gruß
CS
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man ein durchschnittliches Seeing von 1-1,5" fwhm annimmt, hat man im Bereich 175mm bis 250mm die optimale Öffnung.


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LG
Olli
 
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Nochmal: Wenn man Maks oder SCTs isoliert, braucht man nicht zu warten auf eine Akklimatisation. Und es entsteht keine Konvektion, wenigstens nicht störend. Im offenen Tubus bildet sich kein Luftkissen aus, und hat man einen Quarzspiegel, ist auch dieses Teleskop schnell einsatzbereit.
Weil man 5-7 Zoll Maks so gut isolieren kann, bringen diese Teleskope schnellen und einfachen Erfolg am Planeten
 
Zuletzt bearbeitet:
Mein 10 Zöller hatte gestern selbst nach 1½h noch miese Luftschlieren auf dem Spiegel.
Pyrex...
 
ohne, Stahl
 
Also, du solltest den Tubus oben abschirmen gegen Strahlungsverlust. Zunächst musst du warten, bis der Spiegel seine Temperatur verloren hat, was je nach Dicke des Spiegels lange dauert. Aber nicht abgeschirmt wird das nie was, weil die obere Hälfte des Tubus immer einige Grad kälter ist, und dann hast du immer Ofenrohrseeing. Das ist wahrscheinlich nach 1,5 h nicht mehr vom Spiegel gekommen
 
ich werd wohl einfach mal nen Lüfter hinten saugen lassen
 
Ich lese hier fleißig mit. Das Newtons bzw. Spiegelteleskope eine Weile brauchen um "auszukühlen" ist ja bekannt. Wie sieht es bei Refraktoren aus? Die benötigen meines Wissens nicht so lange um auszukühlen. Aber, kommt es da nicht auf das Material an? Ich meine die verschiedenen Glassorten eines Objektivs, Tubus, Okularauszug? Oder sind diese Faktoren zu vernachlässigen?
Bei meinem Vixen 4" Refraktor braucht der Tubus ca. eine 3/4 Std., um sich der Umgebungstemperatur anzupassen.
Wie sieht das bei einem 5" oder gar einem 6" aus? Größere Masse, größeres Volumen?
Thomas
 
mein 120er liefert nach 20min schon 1mm AP, nach einer dreiviertel Stunde gehen 200x. Und das aus dem warmen Wohnzimmer raus auf den kalten Balkon knapp über Gefrierpunkt. Klar, bei -10°C wird das länger dauern, aber was auskühlen betrifft gibts kaum was schnelleres als einen Zweilinser.
Wer es spontan mag ist mit nem ED gut beraten.

LG
Olli
 
Gestern Nacht waren zeitweise super Bedingungen und ich hatte den 10er Newton aus dem Schuppen und den 6er APO in der Sternwarte genutzt. Ziele waren Jupiter, Mars und der M42.
Temperatur im Schuppen -2, in der geschlossenen Sternwarte -10, draußen -12 und fallend.

Der Newton hat einen komplett frei liegenden Hauptspiegel aus Glaskeramik und war nach 45 Minuten soweit. Bis dahin mit Bino und ADK am APO bei 260 fach viele schöne Details auch einfacher zu erfassen als monokular bei 300x.

Dann mit dem Newton und der Düring Barlow + ADK (Danke für den Tipp - geht echt gut) langsam bis auf 470x. Die Details bei der hohen Vergrößerung noch etwas einfacher zu sehen.
Dann mal das Bino ohne ADK mit Barlow an den Newton bei 360x: an Jupiter deutlich und selbst am Mars bei über 60 Grad sieht man die Atmosphärendispersion. Bino Beobachten im Stehen fand ich auch recht unruhig.
Wenn ich so drüber nachdenke war das das erste Mal überhaupt für mich, dass ich mit Bino am Newton beobachtet habe. Die Barlow gleicht die Koma und den Glasweg aus.
Im direkten Vergleich binokular im Sitzen deutlich entspannter als im Stehen. 260x im Bino sieht gefühlt aus wie 360x mono.

Am Ende hab ich den Newton wieder eingepackt und bin beim APO geblieben. Bequemlichkeit und ich kann mich im Sitzen einfach besser konzentrieren. Gerade die feinen Details die erst auf den zweiten Blick rauskommen gehen im Stehen verloren.

Ich hätte ja gerne den 20er Dobson mal wieder benutzt aber bei hohen Vergrößerungen ist ohne Nachführung noch schneller Schluss mit Detailbeobachtungen. Eine Plattform passt nicht drunter ohne das Konzept des 20”f3 kaputt und einen Tritt nötig zu machen. Und die nahe Stadt und der helle Schnee haben den Dunst in Bodennähe so beleuchtet, dass Deep Sky nicht viel gebracht hätte. Der 20er Dob ist so nicht meine erste Wahl bei Planeten obwohl die Optik hervorragend ist. Die Spikes der konventionellen Streben und die fehlende Nachführung macht den spezialisierten 10er da einfach besser.

Der offene Newton passt sich schnell an, der große LuftspaltTriplett wäre deutlich im Nachteil gewesen. Mit SCs die ich früher bis 14 Zoll hatte gab es immer Temperaturprobleme, selbst bei meinem 14er ACF nach Totalumbau auf neuen Tubus und Lüfter. Deswegen bin ich auch von den SCs wieder weg.

Fazit:
Wieder mal eine interessante Nacht. Bino im Stehen muss ich wohl noch üben. Im direkten Vergleich zeigen beide genutzten Geräte unter sehr guten Bedingungen in etwa gleiche Details am Planeten.

Der 10er Newton und der 6er APO haben natürlich jeweils ganz unterschiedliche Vor- und Nachteile. Schade ist, dass es einen so konsequent visuell optimierten Newton nicht zu kaufen gibt. Ich hatte ihn gebraucht gekauft und noch etwas gebastelt. Wenn man mal allerdings so einen Newton in Serie produzieren wollte wäre er vermutlich preislich nicht sehr weit unter dem APO.
Was wohl ein 7 kg leichter 10 Zoll Newton mit Gittertubus und 2 Zoll FT in Serie kosten würde?

CS Alex
 

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Wie gesagt, isoliert geht es Maks, SCts und auch Refraktoren sofort bis über 200x
Klar brauchen größere Refraktoren oder Dreilinser nicht isoliert länger als kleinere Zweilinser.
Aber ein Blechnewton akklimatisiert nie, wenn er nicht abgeschirmt ist. Das Tubusseeing ist übrigens bei Refraktoren nicht so schlimm wie bei Reflektoren mit geschlossenem Tubus.
 
Was ist ADK und die Düring-Barlow? Und wer ist aus Glasgow?

Ich hab die Nächte bis auf die letzte auch immer zwei Teleskope rausgestellt, aber immer weniger geguckt. Es war mir einfach zu kalt. Die vorletzte Nacht war nur mehr das CC6 draußen, ungenutzt. Ich hab mich nicht getraut, die Finger klebten fest.

Stephan
 
Ein ADK ist ein Korrektor für die athmosphärische Dispersion. Gibts mit 2 oder 4 Keilplatten, die mit 4 haben den Vorteil, dass der Strahlengang nicht in eine Richtung unerwünscht abgelenkt wird.
Die 2,7fach Barlow, von Gerd Düring gerechnet, korrigiert auch die Koma von schnellen Newtons und gleicht den Glasweg meines Binokularansatzes aus. War ein Tipp von Quanten und ist das neuste Teil in meinem Zubehörkoffer.

cs Alex
 
Danke, Alex, und dann gabs noch den Glaswegian. Ist das ein Veganer aus Glasgow?

Ih hab auch eine Selbstbau-Barlow mit 2,7x. Aber nicht gerechnet, sondern weil ich die Linsen hatte. Ist das normal, dass die Barlows das große Gesichtsfeld von Weitwinkelokus nicht übertragen, vor allem bei langen Brennweiten. Also das 15 mm 66° geht noch gut aber das 20 mm wird stark begrenzt und das 62° 26 mm total
Wie groß ist ungefähr der Abstand zwischen Barlow und Oku?

Gruß
Stephan
 
Tja Schreibfehler kommen sogar in Glasgow vor.

Zum Thema Abstände und Vignetierung bei Barlow Linsen kann ich nicht viel sagen. Ich nutze diese: APM Komakorrigierende 1 1/4" ED Barlow 2,7-fach

Vignetierung ist mir nicht aufgefallen, auch mit einem APM UF 24mm mit maximaler Feldblende für 1,25 Zoll.

cs Alex
 
Danke, Alex. Aber was ist denn nun dieser Glaswegian? Diese Barlow sieht ziemlich aus wie meine, auch von den Abständen her. Aber meine ist nicht gerechnet sondern nur gebastelt. Aber der Abstand von Barlow und Oku scheint nicht viel am Guckwinkel zu ändern.

Stephan
 

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Hallo,

Ein Glaswegian=Veganer Glasgow=GWK=Glaswegekorrektor dient zum Lichtweg aus gleich beim Binoansatz.
Da der Fokusweg vom OAZ meist nicht ausreicht kann man ihn mit einem GWK verlängern. Die GWK's gibt mit verschiedenen Faktoren bz. 1,25fach, 1,7fach und 2,3fach zum verlängern.

Gruß Thomas
 
Hallo Thomas,
Super, da weiß ich bescheid. Ersetzen die einfach Luftweg durch Glasweg? Wie ein Pentaprisma?
Gruß
Stephan

PS ich mach ja selbst gerne Wortwitze, aber wenn andere die machen... Glaswegian ist gut. Vor allem, wenn das wirklich ein gläserner Lichtweg ist
 
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