Vixen Ascot ZR 10x50

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randomdobson

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Hallo Astrocommunity,

derzeit bin ich auf der Suche nach einem Fernglas (10x50 oder "kleiner"x"kleiner" aber nicht unter "kleiner"x42...klingt kompliziert...egal) für astronomische "Spaziergänge". Tja und durch Recherche stieß ich auf das "Vixen Ascot ZR 10x50" für 250 Euro. Meine Frage: Hat jemand Erfahrung mit diesem Glas? Hab im Forum, und auch sonst nirgends wirklich ausführliche Testberichte gelesen. Vielleicht besitzt jemand ein anderes Glas der "Ascot" Reihe und mag vielleicht kurz ein paar Eindrücke schildern bzgl. Randschärfe, Sehfeld, und Farbfehlern?
 
Hallo Thomas,

Ich habe gerade heute ein Vixen Ascot 8x32 erhalten und werde es in den nächsten Tagen mal genauer begutachten und hier darüber berichten. Heute kann ich nicht mehr viel dazu sagen, nur eines fällt mir gleich auf, die Mechanik ist wieder nicht sehr hochwertig, das Problem hatte ich auch bei einem vor kurzem getesteten Vixen Foresta 6x32.

aber später mehr...

Beste Grüße
 
Hallo Thomas,

ich hatte mal ein Vixen Apex Pro 8x32. Mit diesem Glas war ich sehr zufrieden, es war gut verarbeitet und hatte eine saubere Abbildung.

Allerdings war dies noch eines der Gläser "Made in Japan". Die neueren kommen fast alle aus China.

Viele Grüße

Carsten
 
Moin Carsten,

ja das stimmt, aber ich denke heutzutage werden fast alle Firmen bzgl. Astrosachen ihre Produkte in China anfertigen. Ohne mich weit aus dem Fenster lehnen zu wollen: Ich finde es gibt aber schon einen Unterschied zwischen den Marken, zumal es ja auch die sehr günstigeren Optiken gibt, die nur "gebrandet" werden, und da hab ich meine größten Zweifel.

Btw. gibt es auch ein 7x50 aber ich denke mal die AP ist da etwas sinnlos groß oder ist das bei Ferngläsern anders zu betrachten?
 
Unter meinen getesteten Ferngläsern (17 Stück) war auch das Vixen Ascot 8x32!

Kurze Beschreibung!

Fühlt sich wertig an, ist es auch, für diese Größe etwas schwer und globig (wasserdicht mit N2 gefüllt), liegt aber gut und bombenfest in der Hand, die rausdrehbaren Augenmuscheln fühlten sich am Auge sehr "globig" an (persönlicher Eindruck, kann von Auge zu Auge variieren), die Optik ist für diesen Preis sehr gut, klar, kontrastreich, scharfe Sterne, wenig Reflexe und Geisterbilder bei hellen Lichtquellen, großes Gesichtsfeld. Im Vergleich zu einem Carl Zeiss Jena 8x30 Jenoptem klar ein helleres und kontrastreicheres Bild mit weniger "Kissenverzerrung" als das CZJ! Das CZJ-Glas hatte aber die bessere Mechanik, sie lief wie Sahne und war bombenfest. Vom Vixen-Glas war die Mechanik nicht schlecht, aber sie erreichte nicht die Wertigkeit des CZJ-Glases! Die Optik ist aber besser (modernere Vergütung).

Das Vixen-Ascot 8x32 fühlte sich z.B. wertiger an als das Vixen Ultima 8x32 Glas (auch Porro beledert), ein Made in Japan Glas. Von diesem Glas war ich allgemein sehr enttäuscht....!

Ob ein Fernglas übrigens in China, Japan, Deutschland, in der Antarktis, auf dem Mond oder im Hinterhof um die Ecke hergestellt worden ist, ist doch völlig egal...!!
Das Ergebnis zählt und nicht wo es hergestellt worden ist!

Es gibt zwei "Prinzipien" von Made in China...!

Einmal von namenhaften Herstellern, die unter eigener Qualitätsaufsicht viele Serien in Cina produzieren lassen, z.B. meine Nikon Action VII 16x50 und 10x40 Gläser (90,- das 50er, 80,- das 40er), für diesen Preis meiner Erfahrungen her ungeschlagen...!

Und einmal "echte" chinesische Hersteller wie z.B. die wohl bekannteste "United Optics", die viele Ferngläser unter Namen wie TS, Omegon, APM oder auch für Celestron etc. herstellt.

Ich selber habe das TS 15x70LE, und es ist das Astroglas, für welches ich mich unter den 17 von mir getesteten Ferngläsern ausschließlich für diesen Zweck entschieden hab (Öffnung und Vergrößerung spielen bei mir eine große Rolle. Es waren auch Zeiss-Modelle und z.B. auch ein Nikon SE Fernglas mit dabei). Für 130,- Euro ist es hervorragend. Es zeigt z.B. auch am Tag ein klareres, kontratreicheres Bild als das 16x50 Nikon Action VII (Vorteil der vollen Mehrschichtvergütung gegenüber einer einfachen Mehrschichtvergütung beim Nikon). Die Mechanik (Okularbrücken) sind richtig fest und bewegen sich nicht wenn man versucht die Okulare zu bewegen (beim äußerlich baugleichen Celestron 15x70 Skymaster waren sie allerdings wackliger! Könnte Serienstreuung sein! Das Skymaster kostet auch nur 90,- und hat auch nur eine einfache Mehrschichtvergütung (flaueres Bild, der blaue Himmel hat einen Grauschleier, beim TS war er blau ohne Grauschleier. Blauweiße Sterne sind beim Skymaster gelblich, beim TS blauweiß)). Kreisrunde AP's ohne Vignettierung. Randschärfe ist besser als die eines Nikon Action EX 10x50 Glas! Reflexe und Geisterbilder auch einen Hauch besser als das Nikon Action EX Glas! In der Mitte des GF ist es nachts bei hellen Lichtquellen so gut wie farbsaumfrei, außerhalb der Mitte sichtbar! Ein Zeiss Conquest 10x56 Glas für knapp 1000,- war schlechter, es hatte außerhalb der Bildmitte von allen getesteten Ferngläsern die stärksten Farbsäume (violett-blau und gelb-grün). Die Sterne werden gut punktförmig abgebildet. Hier sind aber z.B. die Nikon Action Gläser einen Hauch besser!
Die Verarbeitung ist für diesen Preis absolut in Ordnung (siehe auch die Mechanik), das Gummi ist geruchlos!
Die Haptik und das Gefühl des Fernglases in der Hand und am Auge geht absolut in Ordnung! Hier sind aber z.B. die Nikon Action VII Gläser besser, sie fühlen sich in der Beobachtungshandhabung besser an...!

Alles in allem vom PLV her ein wirklich gutes Made in China- eines chinesischen Herstellers -Glas...!

Natürlich gibt es auch "Rotz" aus Made in China! Sogar viel Rotz! Das kann es aber aus "Made in Irgendwo" auch geben...!

Gruß, Matthias
 
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Hallo Thomas!

Ich hatte nun Zeit das Ascot 8x32 zu begutachten und gebe dir wie angekündigt eine Einschätzung dazu. Vielleicht kannst du dir damit einen Eindruck verschaffen.
Ich stelle meinen Bericht auch nochmal separat ein.

Vixen Ascot 8x32 Waterproof

Das Ascot liegt gut in der Hand, ist griffig und die Armierung hat keinen unangenehmen Kunststoffgeruch. Die 830g empfinde ich nicht als zu schwer. Ich bin beim Gewicht nicht sehr überempfindlich und 200 oder 300 g mehr schrecken mich nicht ab, es muss sich nur auch lohnen. Also was zeigt das Glas?
Die Optik bildet im zentralen Bereich wirklich sehr scharf ab. Es fehlt noch etwas bis zur Nikon E Reihe, ist aber wirklich schon sehr ordentlich. Leider baut die Schärfe sehr schnell und deutlich zum Rand hin ab, ähnlich wie beim CZJ Deltrintem. Die moderne MC Vergütung verhilft dem Glas wiederum zu deutlich mehr Brillianz und Kontrast. Ständig störende Farbsäume sind mir bislang nicht aufgefallen, ich hatte jedoch nur Sonnenscheinwetter als Lichtsituation zur Verfügung. Gut, der weiße lange Hals eines Schwans vor einer dunklen Wasserfläche zeigt einen gelben Farbsaum. Diese Extremsituation zwingt jedoch jedem Glas einen kleinen individuellen Farbsaum ab. Es gibt auch keinen auffälligen Farbstich. An frischer grüner Vegetation konnte ich ausmachen, dass die Vergütung minimal mit gelb oder rot abtönt. Am Sternenhimmel gibt es feine punktförmige Sternenabbildung im Zentralen Bereich, habe ich bei der Tagschärfe auch nicht anders erwartet. Alles in allem bin ich mit der optischen Leistung des Gases zufrieden.

Nun zur Mechanik. Es ist ein leidiges Thema und großer Schwachpunkt des Glases. Der Anspruch ein Wasserdichtes Glas zu bauen ist so schlecht umgesetzt wie meines Erachtens nach überflüssig. Da keine innen liegende Fokussiereinheit verwendet wurde, blieb nur die Abdichtung der Okulare auf den Tuben übrig. Da saugen und quälen sie sich nun hin und her, verteidigen sich gegen alle anströmenden Wassermassen und laufen schwer und schwer. Die deutlich zu schwach angesetzte Okularbrücke kann den Kräften nicht standhalten und knickt ein. Das heißt die Okulare verkippen beim Fokussieren und insbesondere beim Richtungswechsel. Diesem Problem konnte ich nur entgegen wirken indem ich das Glas beim fokussieren direkt mit Druck an die Stirn angesetzt habe und somit den Okularen das Spiel genommen habe (bei eingedrehten Okularmuscheln z.B. Brillenträgernutzung nicht möglich und sowieso irgendwann lästig). Schade. Staubdicht und dafür leichtgängig und präzise hätte es auch getan bzw. wäre mir deutlich lieber.


Tja.. Eine gute brauchbare Optik im traurigen Gewand. Nicht das erste moderne Porro Glas bei dem ich zu diesem Fazit gekommen bin (auch Pentax 8x40 PCF WP II).

Ich kann es also nicht uneingeschrämkt empfehlen. Ob du die schwache Mechanik verkraften kannst, musst du selbst wissen. Ich bin in solchen Punkten sehr pedantisch und störe mich daran. In meinem Speziellen Fall muss ich dazu sagen, dass ich das Glas für schmale 99 euro erstanden habe. Und wenn man sich erstmal eingeguckt hat und dioptrie und alles gut eingestellt ist, macht es schon Spaß es zu nutzen. Die Brillianz und Schärfe ist wirklich sehr gut. Ich werde es vermutlich behalten.

Beste Grüße
Stefan
 
Zitat von randomdobson:
Hallo Matthias,

danke für deinen Bericht, aber wie sieht es mit der Randschärfe des angesprochenen Vixen´s aus?

Die Randschärfe war besser als z.B. das Nikon Action EX 10x50, welches Sterne am Rand als kleine Bananen abbildete.

Stefans Bericht beschreibt die Randschärfe eher schlecht, aber Randschärfe ist für mich nicht so wichtig in der Praxis, da man mit dem Auge immer in die Bildmitte guckt und nicht zum Rand! Randunschärfen fallen mir nur auf, wenn ich zum Rand des GFs schaue, wenn es nicht gerade extrem ist, aber so beobachte ich nicht, also für mich reletiv uninteressant, wenn es nicht wie gesagt unter aller Kanone ist...!
Beim Vixen hat es mich nicht gestört! Es gab schlechtere wie z.B. das CZJ 8x30 Jenoptem!

In dieser Sache war nur das Nikon SE 12x50 CF (Weltklasse-Porro-Glas) vorbildlich, wo man wirklich wörtlich sagen kann "das ist bis zum Rand scharf", Sterne werden auch am Rand punktförmig abgebildet, sogar besser als am "astronomischen Primus" Fujinon FMT-SX2 10x50!

Stefans Bericht in Sachen Mechanik kann ich nicht ganz beitreten! Mein Modell lief zwar relativ schwer, sowas stört mich aber nicht, aber sonst war die Mechanik in der Beobachtungspraxis nicht im geringsten nachteilig, hat sich also bei mir in keinster Weise irgendwie nachteilig ausgewirkt, es gibt aber bessere Mechaniken, kein Zweifel...!

Gruß, Matthias
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Zitat von Gamma_7:
Stefans Bericht beschreibt die Randschärfe eher schlecht, aber Randschärfe ist für mich nicht so wichtig in der Praxis, da man mit dem Auge immer in die Bildmitte guckt und nicht zum Rand! Randunschärfen fallen mir nur auf, wenn ich zum Rand des GFs schaue, wenn es nicht gerade extrem ist, aber so beobachte ich nicht...

Das sehe ich ganz genau so, ich bewege ein Handglas auch immer in Blickrichtung und nutze daher eigentlich permanent den zentralen Bildbereich. Der Randbereich spielt eigentlich erst bei größeren auf Stativen befestigten Gläsern eine Rolle, bei freihand genutzten Gläsern eher weniger. Deshalb bin ich von der Optik des Ascot alles in allem wirklich angetan.

 
Zitat von Gamma_7:
Stefans Bericht in Sachen Mechanik kann ich nicht ganz beitreten! Mein Modell lief zwar relativ schwer, sowas stört mich aber nicht, aber sonst war die Mechanik in der Beobachtungspraxis nicht im geringsten nachteilig, hat sich also bei mir in keinster Weise irgendwie nachteilig ausgewirkt, es gibt aber bessere Mechaniken, kein Zweifel...!

Gut dass du dich auch hinsichtlich der Mechanik nochmal geäußert hast. Deine Beschreibung dazu hat mich verwundert und dazu verleitet die Mitteltriebkonstruktion bei meinem Exemplar einfach mal zu öffnen. Tatsächlich ließ sich die Zentralschraube noch deutlich nachstraffen wodurch das von mir bemängelte Kippen größtenteils behoben werden konnte. Toll!
Jetzt läuft der Mitteltrieb leider noch deutlich straffer als zuvor aber stabil. Das kommt dann deiner Beschreibung sehr nahe und ist mir aber sorum auch lieber. Danke.

Gruß
Stefan
 
Hallo ihr zwei,

danke nochmal für eure Einschätzungen und Meinungen bzgl. der Randschärfe. Ja ich werde wirklich nur freihändig gucken und kein Stativ benutzen, weil es halt für "zwischen durch" ist (also wenn keine Zeit ist dobsonartiges aus dem Haus zu tragen). Da ich noch bzgl. Ferngläser wirklich unerfahren bin, wollte ich auch fürs erstemal nicht gleich ein Fujinon oder ähnliches kaufen, da falls ich damit wirklich nicht so viel anfangen kann, bzw. unzufrieden bin ich nicht gleich einen Batzen Geld aus dem Fenster geworfen habe.
 
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