Vixen ED 102/920 - kleiner Bericht

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hasebergen

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Nachdem vor einigen Tagen der Vixen-102/900er Fluorit ins Haus kam, stellt sich natürlich die Frage nach dem Vixen-ED102/920 ... behalten oder weggeben? Zwei 102er? Nun gestern auf den Balkon und beide nacheinander an gleichen Objekten ... man kann kurz zusammenfassen: der ED hat die gleiche exzellente Bild"klasse" wie der FL - einfach r i c h t i g gut. Klar, am Mond und an der Venus zeigte er doch natürlich bei höheren Vergrößerungen dieses Quentchen mehr an Farbe als der völlig farbneutrale Fluorit. Ansonsten der ED - ein wirklich klasse Optik. Seeing war tatsächlich mal besser - also an die Doppelsterne: der 102er "muss" ja laut Dawes ca 1"1 trennen können. Der hier nächstliegende DS zeta Cancri - mit seinen 1"14. Den löste der ED einfach mal gut auf: beide Sternscheibchen mit einem kleinen schwarzen "Zwischenraums-Streifen". Klasse.
Dann der "Whopper" - in den Seeingmässigen-lucky moments meinte ich, Sirius B - das wäre meine Erstsichtung!! - gesehen zu haben. Schon an der richtigen Position aber eben nur - Sirius A ist ja nun der Flackermann - Blickweise. Grenze zwischen Einbildung und Sichtung ist hier ja fliessend. 100% kann ich es nicht sagen - aber da "kann schon was gewesen sein". Weiter zum 1"0 DS 52 Ori: deutlich sichtbare "8" bei den beieinander liegenden Komponenten. Und ein kleiner fieser
DS-Tester: STF/Struve 694 AB (8m6 & 8m7 / 1“5; zwischen den Hörnern des Stieres) - einfach getrennt, obwohl der DS an und für sich recht dunkel ist. Mond ...Plato: in den ruhigen Momenten konnte ich erstmals drei Kleinkrater sicher sehen, einen dazu unsicher (184/263). Und - trotz des schon recht tief im SW stehender Position - blickweise die E-Komponente im Orionnebel. Dabei darf man nicht vergessen - wir reden hier von einem ca 4er Stadthimmel aus Stuttgart.
Kurz: so ein Vixen 102er ED ist einfach ein richtig gutes Teleskop und macht viel Spass. Reicht eigentlich aus, ob es der Fluorit wirklich sein "muss" - nun, das muss Jede/r selbst wissen. Klar - bietet letzterer das farbneutrale "Quentchen" mehr, aber, das würde "nur" am Mond oder den Planeten etwas auffallen. Sonst wohl eher - nada. Und genügsam ist so ein Vixen ED auch noch: reicht doch eine NP auf stabilem Stativ oder einer Säule locker aus.

Aber zwei 102er machen dann letztlich keinen Sinn - und da das Bessere "der Feind" des Guten ist, werde ich den 102er ED abgeben. Schon schweren Herzens, aber wie gesagt; zwei 102er der fast identischen Oberklasse machen wenig Sinn.

Wer von Euch hat noch das Glück, so einen ED 102/920 nutzen zu können? Wie sind Eure Erfahrungen?

Greetzle Hannes
 
Hallo Hannes,

hatte auch schon beide klassische 4-Zoll ED´s von Vixen sowohl den S also auch den SS - insbesondere letzteren fand ich klasse - weil so schön kompakt. Was mir eindrucksvoll in Erinnerung geblieben ist - ist die spährische Korrektur der beiden ED´s, die einfach perfekt zu sein schien. Bzgl. Farbe verhielten sie sich so wie zu erwarten der kurze zeigte mehr als der lange, dieser wiederum etwas mehr als einer mit Fluorit-Element. Trotzdem beide top! Ich weiß noch, dass ich mit dem Kurzen bei einem Blick auf Venus von der guten Definition der Planetenscheibe und einem relativ moderaten Farbfehler überrascht war.

Hängen geblieben ist bei mir aber letzten Endes auch der FL :)

Klare Nächte, viele Grüße und stay safe!
Christoph
 
Hi Christoph, ja gerade was die Korrektur betrifft, exzellent. Beide.
Und hätte ich den Fluorit nicht für einen sehr fairen Preis bekommen - zu dem handelsüblichen Kursen von 1300-1500€ hätte ich keinen Fluorit gekauft und der ED bliebe ... ich gebe den auch wirklich recht schweren Herzens ab, das darfst Du mir glauben.
Aber 2 102er machen eben eigentlich nicht wirklich Sinn - und so sehr Sammler bin ich nun auch nicht (obwohl sich da schon sowas wie eine - garnicht geplante ;-) - Sammlung eingefunden hat. Wäre ich Sammler - der ED bliebe ...

Schönen Sonntag, natürlich klare Nächte und ... gesund bleiben ;-)
Greetzle Hannes
 
Hallo Hannes !

Vor zwei oder drei Jahren erwarb ich den ED102S von Christoph. Die Optik ist erstklassig. Selbst der zur Zeit sehr niedrig stehende Jupiter offenbart viele Details. Im Vergleich zu einem IM Maksutov Cassegrain mit sechs Zoll Öffnung hat er die Nase vorn. Einzig die Fokuslage des OAZ finde ich kritisch: Für gängige zwei Zoll Zenitspiegel oder für den Baader Herschelkeil müsste der OAZ noch weiter hineingedreht werden können. Ein 2 Zoll Baader Zenitprisma und einen 1,25 Zoll Lunt Herschelkeil hatte ich mir daraufhin zugelegt.
Der ED ist leicht, handlich und vor allem schnell temperiert. Während andere ihr Spiegelteleskop noch justieren bzw. austemperieren, beobachte ich schon....
Mit f/9 ist der ED sehr unkritisch gegenüber Okularen. Im 35er Panoptik ist Hatschi Persei eine wahre Pracht. Auch ein 42mm uralt TS moderates WW Okular ist fast randscharf und kann gut mit grossen offenen Sternhaufen wie Praesepe im Krebs.
Mein 10 Zoll Newton steht nur noch in der Ecke. Ich nutze nur noch den 102er ED und einen klassischen Vixen 80L 3 Zoll f/15.

CS
Oliver
 
Lieber Hannes,
nachdem der wunderschöne ED 102/920 ja nun offenbar verkauft wurde, frage ich mich, wie sich wohl ein 102/1000 dagegen schlagen würde. In Ettlingen steht ein solcher samt Montierung von privat zum Verkauf.
Viele Grüße
Guido
 
...oh ja, bei diesem Vergleich kann ich das "Leiden" ein Stück mitgehen, zu meinen Vehrenberg-Zeiten hatte ich das gleiche Experiment auch einmal durchgemacht - und habe dann letztendlich dann doch den Fluorid-Refraktor bevorzugt. Die Wagschale ist dann später Richtung ED gekippt, als die famosen 102SS mit 660mm- bzw. 114SS mit 600mm-Brennweite auf den Markt kamen. Aber Doppelsternbeobachtung mit dem FL - das ging fast immer gut...

Stefan Korth
 
Lieber Hannes,
nachdem der wunderschöne ED 102/920 ja nun offenbar verkauft wurde, frage ich mich, wie sich wohl ein 102/1000 dagegen schlagen würde. In Ettlingen steht ein solcher samt Montierung von privat zum Verkauf.
Viele Grüße
Guido

Moin Guido,

ganz einfach: der M102 ist wesentlich blaustichiger...

Als Sammlerstück oder dritt-, viert-Refraktor sicher schönes Teil der 102M aber sollte es der erst- oder zweit-Refraktor werden nimm besser einen ED oder FL - ist doch schon ein beachtlicher Unterschied. Wenn es unbedingt ein FH von Vixen sein soll würde ich eher zum 90M (90/1000) greifen den ich da auch schon viel angenehmer finde.

Gruß
Christoph
 
Hi lieber Guido,

Also, der 102/1000er als FH ist schon an und für sich ein gutes Gerät. SidebySide habe ich die beiden ED & FH noch nicht gehabt.
Allerdings nannte ich einen 102/1300er Pulsar aus den 80ern eine Zeitlang "mein eigen". Und aus der Erinnerung (ich habe beide leider nie parallel einsetzen können) - war der ED schon - obwohl "nur" f/9 - klar farbreiner. Waren am Mond beim f/13er FH schon ab 130/150fach die ersten bekannten Blausäume erkennbar und das Gesamtbild ganz leicht gelblich "angewärmt", verhielt sich das bei ED schon sehr viel neutraler - hier waren vergleichbare Blausäume ab 180/200fach sichtbar und das Gesamtbild war deutlich "weisser" und neutraler.
Am DS nehmen sie sich beide nichts, mit beiden habe ich recht einfach die Dawes-Grenze für 102mm erreicht, 1"14 am z Cnc. Beide sehr schöne "Ab-Bildner".

By the way: ich hatte den ED mit seinem Nachfolger bei mir - dem 102/900er Fluorit side-by-side -von der Abbildungsqualität nahmen sich beide nichts. Natürlich ist der Fl am Mond und an der Venus (bisher) schon noch das Quentchen farbneutraler, da bin ich bis 260fach gegangen, und da war - okay die atmosphärische Refraktion mal aussen vor gelassen - natürlich keine Falschfarbe zu sehen. Sollte am f9-Fluoriten aber auch so sein.

Ganz ehrlich: hätte ich den Fluoriten nicht für einen guten (sondern "marktüblichen") Preis bekommen, wäre das Verhältnis "Mehr-Aufwand/Mehr-Effekt" schon sehr in Frage zu stellen. Denn der ED war schon klasse. Und auf den freut sich nun die neue Besitzerin.

Der 102/1000er FH in Ettlingen - kommt immer drauf an, was dabei ist (Zubehör) und wieviel dafür aufgerufen wird. Wenn es mit Montierung (wahrscheinlich SP/GP, Stativ und einigen Okularen so um die 400/500 € im guten Zustand liegen sollte, machst Du damit nichts falsch. )

Kannst Dich auch gerne via PN melden.

Beste Grüße und - gesund bleiben! - Hannes
 
Danke sehr für die Infos.
Kann man eigentlich irgendwo die "Evolutionen" der Vixen Refraktoren nachvollziehen? Ich war bislang z.B. der Meinung, die alten Refraktoren z.B. die NP 80 L aus Mitte der Achtziger - oftmals mit den Vehrenberg-Labels wären als "made in Japan" z.B. generell besser als die neueren 80er. Ich bin jetzt bei den 80-Refraktoren. Bei den 102ern wird es ähnlich sein. Dabei geht es mir um die Unterschiede zwischen den 102er "Nicht-Fluoriten"...
Ich habe im Web noch keine "Liebhaberseite" zu den Vixen-Refraktoren gefunden.
Viele Grüße
Guido
 
So aus der Hüfte geschossen würde ich die Vixen-Refraktor-Historie einmal so umreißen (Kaufhaus-Fernrohre einmal außen vor gelassen):

80M, 80L, 90M, 90L, 102M, 102S, FL55S, FL70S, FL90S, FL102S, ED102S, ED102SS, ED114SS, ED130S, NA120S, NA130S, NA140S -> Made in Japan
ED80Sf, ED100Sf -> Made in China

Da sind jene Optiken, die ich noch aus meiner Vehrenberg-/Vixen-Europe-Zeit kenne, die 2006 geendet ist. Danach gabe es noch weitere Refraktoren, die mir zumindest hinsichtlich Optik- und Mechanikausführung auch japanisch aussehen, aber mit Gewissheit kann ich das nicht sagen.
Nicht aufgeführt habe ich die ersten ED130/150 und den 130er Photaron, die in den 80er Jahren als Nutzlast für die Atlux-Montierung auf den Markt kamen, höllisch schwer waren und ... Optik-Eigenheiten hatten, die Vixen dann in späteren Baureihen in den Griff bekommen hat.
Eine Fanseite ist mir aktuell nicht wirklich untergekommen, es gibt aber verschiedene Foren/Gruppen außerhalb der a.de - Welt, da tummeln sich hin und wieder auch Vixen-Geräte. Ich bin nicht so sehr der Fernoptik-Historiker als dass ich das systematisch nachverfolge - aber wer weiß, vielleicht kommt das ja noch.
Abschließend noch meine Einschätzung zum 102M im Vergleich zum FL oder ED - deutlich bunter (kein Wunder), den würde ich nur befiltert empfehlen, um die Farbfehler wegzubekommen. Fans von 90L und 102L (mit 1.500mm Brennweite) habe ich auch hin und wieder getroffen, aber die wenigen Geräte, die ich da gesehen hatte, kamen mit gewaltigen (=überrepräsentierten) Beugungsringen daher. Will sagen - zu wenig in der nullten Ordnung, zu viel im Ring. Nein, für Doppelsterne waren die nicht wirklich hübsch, außer man steht eben auf ... Beugungsringe..

Stefan Korth
 
Hi Guido

"Ich habe im Web noch keine "Liebhaberseite" zu den Vixen-Refraktoren gefunden. "

ich selbst bau da an einer solchen Seite für ältere Teleskope - u.a. eben auch Vixen - schau doch mal hier Amateurastronomie.com - Tips und Erfahrungen für die Amateurastronomie im Bereich -> Klassiker - Refraktoren. Nahezu alles Geräte, die ich mal in den Händen gehabt habe und dazu meine Eindrücke eines auch schon etwas nicht mehr ganz kurz beim Thema seienden Sternguckers (~40 Jahre ...) . Natürlich rein subjektiv.

Beste Grüße Hannes
 
Gerade neu hier. Hier muss ich noch meinen Weg finden. Entschuldigung für meinen Google Übersetzer Deutsch.
Ich kann bestätigen, dass es ein ausgezeichnetes Teleskop ist. Ich beobachte damit seit vielen Jahren. Momentan beobachte ich es seltener. Aber ein paar Mal im Jahr kommt er immer noch aus der Mottenkugel. Er wird den Leistungen, von denen Topicstarter erzählt, voll und ganz gerecht. Sirius B und Trennen von STF2094 in Herkules (achtförmig). Beides schwierig, aber es gelang ihnen. Fast noch kein Klassiker.
IMAG0292 (482x640).jpg

John.
 
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