Vixen SP-90L mit Baader 0,96" Orthos ???

donadani

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Hallo Zusammen,

wie einige mitbekommen haben war ich ja auf der Suche nach einer GP oder SP Montierung für meinen FL-90S - nochmal DANKE! an alle, die sich mit Angeboten gemeldet haben :)

Letztendlich bin ich aber bei einem Set in meinem Umfeld fündig geworden bei dem noch etwas mehr als die Monti dabei war... ein Vixen 90L mit SP, Stativ und ein paar Okularen... natürlich alles in renovierungsbedürftigem Zustand... wobei die Bilder (und das Gerät bei Abholung) sahen schlimmer aus als es ist... unter einer cm dicken Staubschicht entpuppt sich das Set nun als nahezu neuwertig... hach ich liebe es! :)

Bilder kommen später auch noch aber mal zur eigentlichen Frage - eines der Okulare ist ein 12,5mm Ortho mit Baader Aufdruck in 0,96" Zoll (made in Japan) - kennt jemand diese Okulare? hab ich noch nie gesehen... können die was?

Gruß vom Vixen Fan :D :D :D
 
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Hi,
die Vixen Orthos, oft eigentlich Tani Okulare haben eine gute Qualität und sind auf der Achse scharf. Natürlich darf man keine Vergütungswunder erwarten, aber die Verarbeitung ist tadellos und gegenüber den sehr gehypten Zeiss Orthos der 60er bis 80er nicht viel schlechter.
Ich habe 5 Stück in 1,25 Zoll in den Brennweiten 4,6,9,12,5 und 25mm, wobei das 4 und 12,5 Celestron gebrandet sind, 6 und 25 Tani (Circle T) und das 9mm Vixen. Ein 7mm Tani hatte ich auch, war aber kaum ein Unterschied zum 6mm zu merken.
Oder vertue ich mich hier und die Baader Okulare sind was ganz anderes?

Ich nutze alle ausser das 4mm am Takahashi Mewlon, der ist eh nur auf der Achse gut, das passt gut zu den Orthos.
Abseits der Achse sind die Orthos bei schnellen Optiken unter f8 nicht gut, randscharf schon garnicht. Bei f10 und mehr funktioniert das deutlich besser, trotzdem sind es keine Nagler.
Der Augenabstand ist natürlich ziemlich gering bei den kleineren Brennweiten und die Fokuslage ändert sich sehr stark mit der Brennweite. Je geringer die Okularbrennweite desto mehr Backfokus wird benötigt.
Dafür sind sie klein und leicht und das tut den oft - aus heutiger Sicht - schrottigen Okularauszügen der Zeit gut.

cs Alex
 

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Hallo Alex, hallo Urs,

die Vulcanos kenne ich - davon hab ich auch einige... ist aber ein anderes... hier mal zwei Bilder.

Alles was an Okus dabei war:

IMG_0201.jpeg




...und das um welches es mir geht - ist auf dem ersten Bild das oben rechts... auf der Karton-Rückseite steht noch "made in Japan"

IMG_0202.jpeg
 
Hey Urs, das ist ja eine ordentliche Sammlung. Ich finde es auch immer wieder interessant, dass auch die einfachen Huygens und Kellner gar nicht so schlecht sind, wenn sie mit etwas mehr Liebe als heutzutage zusammen gebaut werden und das Öffnungsverhältnis langsam genug ist.
Und es hat auch was so ein ~1 Zoll Okular neben ein ES 100 oder 92LER zu stellen.
Da hat sich schon ein bisschen was getan seit Huygens, Kellner, Mittenzwey, Abbe und König.

cs Alex
 
Uuuuuiiiiii ...! :oops:

Da hast Du aber was ganz Feines, glaube ich.

Falls Du mit dem heute ja VÖLLIG überholten und VIIEEEL zu kleinen, TOTAL zu Unrecht manchmal gelobten, altmodischen, technisch mangelhaften Loser-Durchmesser von .965'' :n: nicht klar kommen solltest - ich würde es Dir freundlicherweise abnehmen. :giggle:

So als Astro-Kumpel*. :love:

Dann müsstest Du Dich nicht weiter damit rumärgern. :eek:

Wahrscheinlich sieht man durch das kleine Loch eh' nichts; :cool:
nun gut, fast nichts.



Z iiii ttttit tterrrn nn nde Grüße,
Urs :rolleyes:

P1050653.JPG


* (und schwerstabhängiger Teleskopiker)
 
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Aber mal ohne Quatsch:

Sieh' mal in die linke Kiste auf meinem ersten Bild - hintere Reihe, 4. Okular von links:
Das ist ein 22er Kellner, ein sehr gutes Okular für die Epoche und den Qualitätsanspruch dieser Zeit und in diesem Segment. Das waren usprünglich Okulare, die mit den Kaufhausteleskopen ausgeliefert worden sind. Das hier beschriebene funktioniert bis heute gut an den entsprechenden Refraktoren.

Und ich bin sicher, dass Deine Baader-Fertigung a) jüngeren Datums und b) von höherer Verarbeitungs- und (zumindest) Vergütungsqualität sein wird.

Auf jeden Fall ein schönes und mit Sicherheit brauchbares Okular!

(30 inklusiver Verdsand okay?) :ROFLMAO::LOL:

Schöne Grüße,
Urs
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey Alex,

- vielen Dank.

Es hat sich tatsächlich ein bisschen was getan, doch die alten Scherben (und auch die unterschiedlichen Konstruktionen!) haben noch immer ihren Himmel - am passenden Instrument und für den entsprechenden Zweck.

Gut, ich bin totaler Fan von ihnen, doch selbst DEEPSKY (im weitesten Sinne) beobachte ich zwischenzeitlich am Refraktor ausschließlich mit den .965''ern - in entsprechender Qualität.

Die Topp-Hersteller, beziehungsweise Brands sind nach wie vor Pentax, Takahashi, Zeiss und Spectros (Schweiz) - alles altes Glas doch bis heute schwer zu schlagen in Sachen Schärfe und brillanz (meine persönliche Meinung).
Und Spectros hat sogar ein 15er WW mit 60° gebaut, das für Sternhaufen wirklich richtig gut ist (auch wenn es schärfemäßig nicht an die Pentax SMC herankommt). Erst gestern war ich über die Abbildung von h & chi persii total positiv überrascht: das war ein richtig stimmiges Bild, mit scharfen Sternen und genügend Material drumherum, scharf bis (fast) zum Rand. Mit nicht einmal einem ganzen Zoll Steckdurchmesser!

Aber das ist, bis heute, alles high-End-Material. :y:
Und macht entsprechend Freude. :giggle:
(Und ist entsprechnd teuer. _jungeschlagen:)

Guckst Du hier:

P1110162korr.JPG

Oder da:

P1130919korr.JPG
(Inzwischen sind nochmal drei dazugekommen.)


Aber selbst die 2. Liga bietet absolut brauchbare Ergebnisse:

P1120225.JPG P1120227.JPG P1120239.JPG

Wobei der Haupt-Haken bei den meisten hier der geringe Augenabstand ist, je nach Bauart halt. Brillenträger sind, zumindest bei der kurzen Brennweiten, schnell mal raus.

So, jetzt ist aber wirklich genug!


Einen schönen Abend in die Runde,
Urs
 
Morgen zusammen,

Urs - die Spectros kenne ich - sehr schöne Okus! :)

Tja - das Baader Ortho kennt ihr also auch nicht... ich habe so eines bisher auch noch nicht gesehen. Wusste auch nicht, dass Baader schon damals eine eigene 0,96" Ortho Serie laufen hatte. Bin gespannt wie es sich gegen ein 12,5er von Vixen schlägt.

cs
 
Die Spectros fand ich auch gut - die Vixens, naja man kann nicht alle über einen Kamm scheren, aber z.B. das Vixen Ortho 5 mm in 0.96"....naja....
Sorry !!
 
Da hast Du natürlich recht, Michael, gerade bei den kurzen Brennweiten wird der Augenabstand bei den Tanis (Vixens) zum Problem.
Und die Spectros spielen schon in einer anderen Liga.
Was ich aber bis heute mag sind die hinlänglich bekannten längerbrennweitigeren "Klassiker" in 20mm, 40mm, 32, 18, 22, usw.

Schöne Grüße,
Urs
 
So gerade noch den OAZ eingestellt... läuft jetzt auch wieder so wie er soll :)

Jetzt muss ich mir nur noch die Montierung vornehmen - die lässt sich gerade in Dek. nur bockschwer verstellen entweder zu fest angezogen oder verharztes Fett... schaun mer mal aber alles im super Zustand ohne Kratzer oder Dellen - selten bei so alten Vixens - gerade wenn sie so lang sind! :)
 
Hallo Chris & Mitlesende ... ich rüttel noch mal am Thread ;-) ... bzw. an der ursprünglichen Frage.

Ich würde meinen dicken Hintern darauf verwetten, dass das Okular aus dem (japanischen) Hause Carton stammt.
Hier mal ein Beweisfoto von einem etwas neueren Zoom-Okular:

1790263660556.jpeg


Ob das Okular dann direkt bei Carton gefertigt wurde, oder bei Vixen oder bei GOTO, dürfte am Ende belanglos sein.

Die Auftragsfertigung in Japan hat ja eine lange Vorgeschichte (nicht nur die Amis oder die Deutschen haben beizeiten in Billiglohnländern produzieren lassen und anschließend dann nur das mehr oder weniger belastbare Gütesiegel aufgepappt) ... bevor dann die Sachen nach Taiwan und China ausgelagert wurden.
Das muss ich den Mitlesenden nicht erklären.
Wenn die Sachen tatsächlich in Japan gefertigt wurden, hat das Gütesiegel natürlich einen Wert.
Ja, die bekannten Händler/ Hersteller priesen die Qualitätsfertigung nach den eigenen (hohen) Maßstäben an, aber was am Ende herauskam, wissen alle selbst gut genug. Ich sag nur: BWLer sticht Techniker. Und nur wenige Kapitalisten können es sich leisten, ohne Rücksicht auf Kosten ein Produkt fertigen zu lassen, was einzig und allein die Technik in den Vordergrund rückt.

Aktuell (also nach weiteren 30 Jahren) machen uns aber die Chinesen vor, wie man effizient, qualitativ hochwertig und preisgünstig Konsumgüter herstellt. ;-)
Und ja, ich weiß ... der große Onkel Xi stützt das mit viel Geld. ;-)

Sorry für das kurze off-topic...


So oder so ... jeder ernsthafte Sternlegucker MUSS in seiner Sammlung eine handvoll 24,5er Glasscherben aus einem renommiertem (Reishütten)-Häuschen vorweisen und nutzen können, sonst hat man echt was verpasst. :-)

Mir fehlt noch das eine oder andere Exemplar (auch aufgrund der eingeschränkten Ressourcen wegen gestiegener Nebenkosten), aber bis zur Rente hab ich alles zusammen.

In diesem Sinne CS und allen Freunden der 24,5mm-Klasse immer Spaß beim Beobachten.

PS: Ich wurde übrigens von meinem Optikmeister vor langer heftig ausgeschimpft, als ich für's Reinigen der kleinen Orthos (< 6mm) die Wimpernspuren mit Isopropanol und Wattetupfern nutze.
Wattetupfer enthalten immer noch kleine Holz-Reste, die die Vergütung oder die Augenlinsen an sich beschäfigen können!
Also stets Optiktücher nutzen ... und auch keine Küchenrolle.
# Klugscheissmodus OFF #
:LOL:
 
Moin, moin - nachdem ich die Woche kaum Zeit hatte gestern abend nun endlich das First-light inkl. Test der mitgelieferten Okus... zuerst ein paar Bilder :)

Lulatsch in der Morgendämmerung:

1.jpg


...hat noch eine Seriennummer wobei nur der Herr im Himmel weiß was sich Vixen bei der Nummerierung gedacht hat...

2.jpg


Das (SEHR gute) Objektiv... - mit zum Tubus justierbarer Fassung...

3.jpg


...die orig. Superpolaris - wurde seinerzeit mit der Baader Andruckplatte geupgraded... - in der ein oder anderen Ecke erkennt man noch die Staubschicht unter der das ganze Set begraben war... dafür sind Fotos auch gut - man siehst gleich wo man noch was vergessen hat ;)

4.jpg
 
Auf jeden Fall ein interessantes Gerät an dem vor dem First Light außer einer Generalreinigung auch noch dies und das zu machen war...

- der DEK Feintrieb war extrem stramm und ging nur mit sehr viel Kraft zu Drehen... - ein Vorbesitzer hatte hier irgend ein grünes Teufelszeug als Fett verwendet, das über die Jahre so zäh wurde dass nix mehr ging - nach kompletter Demontage, Reinigung und Neufettung läuft der Trieb nun wieder sauber - zum Glück nur im Wellengehäuse die Achslagerung ist noch leichtgängig und einwandfrei.

- der OAZ saß auch recht stramm - auch hier komplett zerlegt und gleiches Prozedere - nun wieder fein.

- interessanter Weise wurde der komplette Okularstutzen des Suchers, der bei Vixen aus Kunststoff besteht gegen ein identisches Teil aus schwarz lackiertem Messing getauscht?!? hatte mich schon gewundert warum der Sucher so schwer ist ;) Beim Zusammenbau wurden dann aber leider beide okularseitigen Linsen verdreht eingebaut was das Sucherbild entsprechend schlecht machte... Nachdem diese nun wieder richtig gedreht sind ist das Bild auch wieder über das gesamte Gesichtsfeld scharf :)

Vixen hat ja seinerzeit durchgängig gute bis sehr gute Qualität geliefert was die Optiken angeht - zumindest hatte ich bei all meinen Vixen-Refis noch nie eine richtige Gurke dabei - aber Unterschiede gab es durchaus. Ich hatte schon einige Achros als auch ED oder FL Apos, die bzgl. Korrektur "nur" gut waren. Dieser hier ist richtig gut - viel mir schon beim ersten Test am Mond auf - der Fokus ist extrem gut und einfach zu finden, "rastet förmlich ein" wie man so schön sagt... und das Bild ist dann wirklich top. Der Sterntest bestätigte dies dann - absolut perfekte Zentrierung mit einem Airybällchen wie selbst Zeiss sie nicht besser hin bekommt - der Beugungsring perfekt rund und geschlossen - selten so gut gesehen bei Vixen Optiken. Auch die Fresnelmuster sind sehr gut - selbst mit 3mm Okular lassen sich die Ringe beiderseits des Fokus noch klar erkennen - was bei diesem langen Lulatsch ca. 433fach - also völlige Übervergrößerung bedeutet und absolut keine Selbstverständlichkeit ist.

Spaßhalber hab ich dann gestern Abend auch gleich noch den FL90S daneben gestellt und an Saturn verglichen... - Unterschiede sind da aber eher in Nuancen als richtigen Unterschieden zu sehen. Das Bild im FL ist minimal heller und der Kontrast der Bänderung auf dem Planeten etwas höher - ich konnte jedoch trotz zigfachem hin und her Wechseln keine wirklichen Unterschiede in der Detailerkennung ausmachen - immer wenn ich dachte "ja doch - der FL ist besser" und dann zum Achromat zurückwechselte - stellte sich gleich wieder ein "hmmm - das ist aber auch verdammt gut" ein ;) - schon fazinierend was ein sehr guter Achromat kann :)

Die Okulare hab ich natürlich auch getestet... das 35 Eudiascopic und 12,5mm Baader Ortho performen extrem gut am 90L - das 5mm Vixen Ortho fällt dagegen deutlich ab - da hab ich dann lieber mein 3-6mm Nagler verwendet.

Eigentlich wollte ich ja nur eine passende Montierung für den FL-90S - jetzt muss ich mir aber überlegen ob ich nicht einfach beide behalte ;) die 90L sind ja nicht gerade häufig zu treffen und dann in dem tollen Zustand mit Top-Optik schon gar nicht! ...und hat auch einfach was so ein langes Teleskop... bei 90mm Öffnung ist das ja noch relativ leicht handlebar...

Schönen Sonntag und klare Nächte!
 
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Vergleich an Jupiter...

IMG_1880.JPG


...der Riese zieht seine vier Hauptmonde wie Küken im Gänsemarsch hinter sich her...

In beiden Optiken beeindruckend mit gleichem Ergebnis wie schon an Saturn.

Das Baader Ortho 12,5 ist klasse - Augenabstand ist viel angenehmer als beim Vixen 12,5er Ortho oder 10er Silberplössel, die ich noch hier habe - das oben erwähnte Zeiss hab ich gar nicht... :D
 
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