Ja, du sprichst sehr wahrscheinlich von der
X-Trans-losen bzw. Bayer-matrix-losen Sensortechnologie, genauer gesagt von einem Konzept, das auf
RGB-Stacking-Pixel basiert – häufig unter dem Stichwort
„Stacked RGB Sensor“ oder „TrueColor Sensor“ bekannt. Diese Technologie wird derzeit verstärkt für astrophotografische Anwendungen diskutiert – und teilweise auch bereits eingesetzt.
Was ist das Prinzip dahinter?
Bei herkömmlichen Farbsensoren (wie in den meisten DSLRs oder Astro-Cams) wird die
Bayer-Matrix verwendet:
- Jeder Pixel hat nur einen Farbfilter (R, G oder B),
- die Farbinformation wird über Interpolation ("Demosaicing") aus dem Umfeld rekonstruiert,
- das reduziert sowohl Auflösung als auch Lichtempfindlichkeit.
Beim neuen Ansatz:
- Jeder einzelne Pixel enthält alle drei Farbkanäle (R, G, B),
- dies wird durch übereinanderliegende Farbschichten erreicht – ähnlich wie beim analogen Film,
- die Farbinformationen werden ohne Interpolation direkt und vollflächig gewonnen.
Vorteile für die Astrofotografie:
- Keine Demosaicing-Artefakte (z. B. bei Sternen),
- höhere echte Auflösung pro Pixel,
- mehr Lichtausbeute, weil keine Farbfilter "verlorenes Licht" verursachen,
- bessere Farbwiedergabe, besonders bei schwachen Objekten,
- einfachere Kalibrierung und Verarbeitung.
Gibt es bereits Kameras mit dieser Technik?
Aktuell in der Diskussion bzw. im Prototypstatus:
- Foveon X3 Sensoren (z. B. von Sigma): Diese verwenden tatsächlich drei übereinanderliegende Fotodioden pro Pixel für R, G, B. Nachteil: bisher starkes Rauschen und schwache IR-Empfindlichkeit, weshalb sie sich nur bedingt für Deep-Sky eignen.
- Canon SPAD-Sensor-Entwicklung: Canon hat ein Projekt für "Stacked RGB SPAD"-Sensoren angekündigt, allerdings ist das noch in der Forschungsphase.
- Neue Sensoren aus Japan/USA (z. B. Gpixel oder Tower Semiconductor): Hier wird mit quanteneffizienten, gestapelten RGB-Sensoren gearbeitet, mit vielversprechenden Resultaten – einige sind als Industriekameras bereits im Umlauf.
- QHY kündigte kürzlich eine neue Farbkamera auf Basis einer solchen Technologie an, speziell für die Astrofotografie – allerdings handelt es sich teils noch um Vorserien oder Ankündigungen ohne große Serienverfügbarkeit.
Wichtiger Punkt
Diese Sensoren
verzichten tatsächlich auf die Bayer-Matrix, aber nicht alle setzen auf übereinanderliegende RGB-Schichten – es gibt auch Konzepte, bei denen z. B. ein lichtdurchlässiger organischer Film oder spektrale Trennschichten verwendet werden. Wichtig ist:
kein Farbverlust durch Filterung, was besonders bei schwachem Licht (also in der Astrofotografie) einen echten Gewinn bedeutet.
Wenn du magst, kann ich dir konkrete Modelle oder Hersteller nennen, die 2024/2025 bereits erste Geräte mit solcher Technologie auf den Markt gebracht oder angekündigt haben.