Vollmondschnipsel mit Nordpol

#1
In der Nacht vom 19. zum 20. März stand der Vollmond in maximaler Südbreite, eine gute Gelegenheit für uns, über den Nordrand zu schauen und den Nordpol zu finden.



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Die beiden Teilbilder des Mosaiks wurden zwischen 0035 und 0038 MEZ - d.h. ca. fünfeinhalb Stunden nach Vollmond - mit 7,5 µm Pixelweite (Chameleon, 2x2 Binning) und f/11 an der "Schüssel" aufgenommen. Es kam mir hier weniger auf hohe Bildauflösung an als vielmehr auf eine gute geografische Orientierung am Nordrand des Mondes.

Der Norpol befindet sich genau am Fußpunkt der gelben Linie auf dem Ringwall des Kraters Peary zwischen den beiden markanten Kleinkratern. Die ganze Gegend lässt sich sehr schön anhand dieser NASA-Karte (rechts) erkunden.

Gruß, Jan
 
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#2
Nachtrag

Eigentlich hatte ich mich mit der Aufnahmeserie aus der Nacht vom 19. auf den 20. März eher für den Ostrand des Mondes interessiert, weil ich dort den Beginn der Schattenwürfe kurz nach Durchlaufen der Vollmondphase beobachten wollte. Ich hatte etwa in der östlichen Äquatorgegend mit der Aufzeichnung der Teilvideos begonnen und bin von dort aus Richtung Norden weitergegangen.

Zunächst hatte ich erwartet, dass die Schattenwürfe in dieser Richtung abnehmen würden. Aber das Gegenteil war der Fall. Denn - wie ich erst später aus dem Jahreskalender lernte - der Mond befand sich zum Zeitpunkt der Vollmondphase diesesmal gleichzeitig auch in größter südlicher Breite, so dass man relativ weit über seine Nordkappe hinwegsehen konnte.

Es lässt sich in der Tat anhand der bekannten Winkelstellungen des Mondes leicht nachrechnen, dass der Beleuchtungswinkel in der Norpolgegend während der Beobachtungszeit mehr als doppelt so weit von der Sichtlinie des Beobachters abwich wie am Ostende der Äquatorlinie. Erst diese Erkenntnis veranlasste mich, die zuletzt aufgenommenen Videoclips meiner Aufnahmeserie auszuwerten. Denn unter diesen Bedingungen sah ich dort eine gute Gelegenheit, den Nordpol selbst in günstiger Stellung und Beleuchtung aufzufinden und zu identifizieren.

Wie ich inzwischen aus verschiedenen Fundstellen im Internet [1,2,3] erfahren habe, wird für das Aufsuchen der Mondpole merkwürdigerweise relativ selten die Vollmondphase gewählt, obwohl diese doch - dafür scheint jedenfalls meine aktuelle Beobachtung zu sprechen - offenbar besser geeignet ist als die Teilmond-Phasen.

Natürlich sind die Vollmondphasen mit gleichzeitiger Extremstellung des Mondes in Breite relativ selten. Ich hoffe deshalb, dass bei der nächsten Gelegenheit zur Ablichtung des Südpols während des kommenden September-Vollmonds bei gleichzeitig maximaler Nordbreite (!) das Wetter mitspielt ...

Gruß, Jan
 
#3
Hallo Jan,

ich habe gestern bei eher schlechten Bedingungen mal einen Vergleich zu Deiner Aufnahme vom letzten Monat angestellt. Der Mond hatte immer noch eine Libration in der Breite von ca. +7° und war zu diesem Zeitpunkt zu ca. 98% beleuchtet - etwas weniger als in Deinem Bild also. Der Termin im Sept. bei -6° ist im Kalender notiert ;).



Viele Grüße,
Maciek
 
#4
Sehr schön, Maciek, und viel besser aufgelöst als meine Aufnahme. Die war allerdings auch nur als Übersicht gedacht und dementsprechend mit 7,5 µm bei f/11 aufgenommen.

Dann bin ich mit Dir gespannt, was im September am Südpol geht ...

Dank und Gruß, Jan
 
#9
Hallo Jan, Hallo Maciek!

Die Bilder habe ich nun eingearbeitet, vielen Dank! Ich freue mich schon auf weitere Versuche von Euch, die Pole abzulichten...

Gruß, Peter
 

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