Vorstellung und Diskurs: Astro Wizard - Einfaches Stacking und Bildbearbeitung

Thomas S79

Aktives Mitglied
Liebe Sternenfreunde,

da ich ich über die Suchfunktion hier im Forum noch nichts zu diesen Programmen gefunden habe, möchte ich sie Euch kurz vorstellen. Es geht um die Freeware "Astro Wizard" und das (dazugehörige) Stacking Tool "Stacking Wizard". Beide Programme sind uneingeschränkt in vollem Umfang nutzbar und finanzieren sich über freiwillige Zuwendungen. Dahinter steckt Luke Newbould, in der Astrofotografie als "Lukomatico" bekannt - ein langjähriger praktischer Astrofotograf und YouTuber.

Optisch ähnlich der Menüaufbaus beim GraXpert bieten beide Programme jedoch den kompletten Ablauf des Stackings und der Bildnachbearbeitung als One-Klick Module. Besonders interessant dabei: Kataloge (GAIA), GraXpert sowie die äußerst leistungsfähigen Tools von RC-Astro (hier muss man jedoch die Lizenz besitzen) sind vollständig integriert und können über die eigenständige Kommandozeilenschnittstelle, die CLI, verwendet werden.

Damit dürfte Bildnachbearbeitung auch für den größten Rechnermuffel interessant werden. Ich habe die 2 Programme getestet und berichte Euch hier. Und bin ehrlicher sehr angetan. Einfacher geht es kaum und der bisweilen nervige Bedienungsaufwand in PixInsight entfällt. Auch wenn PI zugegebenermaßen die eierlegende Wollmilchsau bleibt, und mit seinem "Schweizer Taschenmesser" an Möglichkeiten quasi die letzte Instanz. Für eine schnelle und vor allem unkomplizierte Bildbearbeitung kann ich Astro- und Stacking Wizard jedoch uneingeschränkt empfehlen!

Das Projekt wirkt engagiert und transparent, ist aber noch deutlich in Bewegung. Die Programme sind miteinander verbunden, sodass der fertige Stack direkt übergeben werden kann. StackingWizard berücksichtigt ausdrücklich auch ASIAIR- und Smartscope-Daten. Gleichzeitig ist hier für alle, die die RC-Astro Tools* (noch) nicht nutzen, die Überlegung der Anschaffung der nicht ganz preisgünstigen, aber dafür sehr starken Software durch die Implementierung mit Sicherheit neu entfacht. Für alle, die nach einer einfachen und im privaten Setting kostenfreien Möglichkeit zur Nachbearbeitung ihrer Bilder suchen, sei hier aber eine klare Empfehlung ausgesprochen.


Hier die Homepages mit Download:

Astro Wizard: AstroWizard - process your astrophotos, simply

Auf der Homepage befindet sich zudem ein Download eines vollständigen Handbuchs in deutsch.

Stacking Wizard: StackingWizard - stack your subs, simply (public beta)

Beide Dateien haben gerade mal etwas um die 100 MB und werden als .exe Datei heruntergeladen. Eine Installation ist nicht erforderlich. Einfach herunterladen, fertig. Am besten man erstellt sich eine Verknüpfung auf dem Desktop zur heruntergeladenen Datei.

KURZREVIEW Stacking Wizard (Beta-Version)

Nach Festlegung der Ziel- und Arbeitsordner kann es auch schon losgehen.

Einfach alle Aufnahmen in einen Ordner, dazu habe ich alle Kalibirierungs-Dateien in den jeweiligen Unterordnern abgelegt. Das Auslesen, Zuordnung und Prüfung erfolgt automatisch.

Screenshot 2026-10-09 081926.png


Ähnlich wie "Blink" in PI wird zuerst gesichtet und (aus)sortiert. Der Nutzer wird auch hier Step by Step durch den Prozess geführt und bei Inkonsistenzen oder Auffälligkeiten darauf hingewiesen. Die Ansicht ist auf das wesentliche reduziert. Aufnahmen, die das System nicht sicher verifizieren kann, werden als "suspected" markiert. Startrails mit einem kleinen Symbol markiert. Die Vorsortierung funktioniert dabei erstaunlich gut, menschliche Kontrolle wie immer trotzdem empfohlen.

Screenshot 2026-10-09 082822.png


Danach geht es direkt in den automatischen Stacking-Prozess. Auch hier war ich von der Zuverlässigkeit und Qualität der Software angetan.

Screenshot 2026-10-09 085031.png


Das Programm erkennt die Nutzung verschiedener Filter, integriert die Kalibrierungs-Dateien (bei mir Master-Flat, -Darks und -Bias) und lässt am Ende des Stacking Prozesses sowohl den generierten Einzel-Stack sowie einen kombinierten Stack aus allen Aufnahmen abspeichern.

Sctsvcking comb.png


Nach Abschluss des Prozesses lassen sich Stacks speichern, kombinieren und direkt in den Astro Wizard zur Nachbearbeitung überführen.


KURZREVIEW Astro Wizard

Nun startet die eigentliche Bildbearbeitung, die für die meisten astronomischen Aufnahmen wohl völlig adäquat ist. Die Programme verbinden einen geführten Arbeitsablauf mit durchaus anspruchsvollen Bearbeitungsverfahren. Für einen Siril-, PI-Althasen sicher nicht optional und variabel genug dafür aber absolut unterkomplex. Für die schnelle Bearbeitung der letzten Bilder oder Einsteiger meines Erachtens absolut genial. Die Bearbeitung startet mit dem Laden des Stacks insofern es nicht direkt aus dem Stacking Wizard übertragen wurde.

Screenshot 2026-10-09 081042.png


Jeder Prozess wird Schritt für Schritt in insgesamt 9 Einzelprozessen begleitet. Kurze Hinweise zu sehr allgemeinen Bearbeitungstipps finden sich im jeweiligen Schritt in kursiver Schrift am oberen Rand des Bedienungsfelds links. Es finden sich zudem Hilfestellungen bei der Auswahl verschiedener Astrofotografie-Projekte.

Das Programm führt dann auf diese Weise assistiert durch insgesamt 9 Bearbeitungsschritte, Schritt 1-6 dabei linear, danach Feinschliff:

1. Load & Inspect - Bild laden und inspizieren, ggf. Monos kombinieren
2. Cropping & Framing - Zuschneiden, Ausschnitt bestimmen
3. Background Extraction - hier kann GraXpert genutzt werden, falls am Rechner installiert (wird automatisch erkannt) oder der integrierte "Sky-Flattener"
4. Farb-Kalibrierung und Hintergund-Neutralisierung
5. Deconvolution / Schärfe - integriertes Tool oder BlurX
6. Noise Reduction - auch hier gibt es ein integriertes Tool oder NoiseX
7. Stretching
8. Finales "polieren" - Sterne bearbeiten (StarX oder integriertes Tool), letzte Farb- und Hintergrundanpassungen
9. (Projekt-)Dateien sichern, Export, Labeling (GAIA). Signatur usw.

In Summe: Einfacher geht es auf diesem Qualitätsniveau glaube ich nicht!

Probiert es aus und lasst uns gerne diskutieren!

CS Thomas

Anbei noch der übliche M42-Klassiker zur Veranschaulichung der Leistung der Programme. Das Bild entstand am 4. März diesen Jahres mit etwa 3h Belichtung mit meinem Apo.

M42_wizard.jpg


* BlurXTerminator, NoiseXTerminator sowie StarXTerminator sind die üblichen Tools und häufig im Bundle angeboten unter: RC Astro
 
Hallo @Thomas S79 , Ich stacke und bearbeite meine Bilder seit Wochen mit Astro Wizard & Stacking Wizard und bin begeistert, aber danke für die Info..

Ein tolles Software, vor allem auch weil, alle paar Tage kommt eine neuere Version mit neueren Funktionen..

CS

Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, es ist schon toll, mit wie wenig eigenem Input die beiden Programme sehr respektable Ergebnisse liefern. Es wird PI bei mir sicher nicht ersetzen, aber für bestimmte Anwendungsfälle liegen die Wizzards klar vorne: Zum einen für eine schnelle Probebearbeitung, um einen Eindruck von der Qualität meiner Daten zu kriegen, und zum Stacken von Seestar-Mosaiken.
Und für Anfänger, die sich noch nicht in die Tiefen der Astro-Bildbearbeitung eingearbeitet haben (und es evtl. auch gar nicht wollen), sind die Wizzards tatsächlich Gamechanger.

CS Lutz
 
Von mir (leider) ein Daumen runter für die Software bzw. Lukomatico :n:
(sorry, wird ein längerer Text, da es mich aufregt)

Warum?

-> Zur Software:

StackingWizard

Plus: Einfach zu bedienen, man muss nicht nachdenken, Stacking ist gleich mit drin

Minus: SW bietet Dir genau drei Einstellungsmöglichkeiten, wie viel Daten rausgeschmissen werden, etwa 25%, 40% oder 55% (bzw. ähnliche Prozente), völlig unabhängig der Qualität. Ich habe 40 Stunden Aufnahmen eines Objekts, mittels seriöserer Blinktools wie AstroBlink über 70% rausgeworfen und damit wirklich nur noch die Creme de la Creme der Daten behalten, SW wollte dennoch im sanftesten Modus 25% raushauen, weil es halt so auf Prozentwerte eingestellt ist, unabhängig der echten Qualität. Klar kann man dann via dem Standard Blink die Einzeldateien anschauen, macht man nur bei tausenden von Dateien nicht mehr, dafür brauche ich das Tool nicht. Jetzt wurde noch ein Drizzle 2 hinzugefügt, allerding ohne die Möglichkeit die Pixel Fraction einzustellen, die ein Mysterium bleibt. -> Wer seine Daten sauber filtern will, AstroBlink ( -> AstroBlink · FIT/FITS frame selection tool for astrophotography · Adriano Alfaro ).
Zum Stacken dann den Goldstandard Naztronomy (auch für Newbies benutzbar) oder eben manuell wenn man weiß was man tut.

Fazit: Für Leute die null Ahnung (oder Lust) von Datenqualität, Filter und Stacking haben, besser als nichts.

AstroWizard

Plus: Einfach zu bedienen, man muss nicht groß nachdenken oder Ahnung von Bearbeiten von Bildern haben und sich nicht mit dem Thema beschäftigen.

Minus: Es ist ein simpler Wrapper, das heißt, es ist nur eine Benutzeroberfläche, mehr nicht, da steckt nichts individuelles besonders dahinter. Es nimmt die Standard-Bearbeitungsbefehle wie sie zum Beispiel in den Python-Astronomiebibliotheken (wie sie Siril nutzt) sind, trägt einen Mittelwert ein und lässt den Befehl laufen. Und dann heißt es friss oder stirb. Wenn deine Daten gut sind kann es klappen, die Fehlschläge postet man eben nicht. 80% der Arbeit des Tools liefern eh GraXpert bzw. RC Astro (Affility-Link ist natürlich mit dabei). Dann sind die Befehle alle in einer starren, für nicht wenige, zweifelhafte Reihenfolge angeordnet, die passen kann oder auch nicht.
Die in Social Media geteilten Bilder weisen entweder massive Mängel auf (Sterne, Stretching) oder werden nachträglich in Gimp, Lightroom, PS, etc. nachbearbeitet, da es doch nicht gepasst hat. Die paar guten Bilder sind meist von Leuten, die eh schon längst die Klaviatur in Siril oder PI blind können und wissen, was sie tun und nachbearbeiten müssen.

Fazit: Besser als nichts (auch wenn die SeeStar AI z.B. teils bessere Ergebnisse liefert). Gut für absolute Neulinge, die mal sehen wollen, wie ein Beispiel-Workflow aussehen könnte. Sobald man sich aber mal wirklich mit Edits beschäftigen möchte und nicht 90% aller Optionen beraubt sein möchte, Finger weg.


Und was sonst noch?

In den letzten Wochen wurden diverse Social Media Kanäle (ich bin z.B. auf Reddit in diversen Subs unterwegs) mit Postings, teils von Bots geflutet, die Werbung für die zwei Tools machen. Meist: "This is my very first capture with my XY and look how amazing AstroWizard made it!!11!!" und ähnlich. Erstaunlicherweise haben die Leute dann meist auch direkt am ersten Tag RC Astro Tools auf dem Rechner und verschwenden ihre Trial Time ohne zu wissen was sie tun...
Und ja, es sind teilweise recht leicht nachweisbare Bot Accounts, wer Screenshots will, gerne.
Dazu kommen Werbevideos von anderen mit ihm verbundenen YouTubern wie Cuiv, die in "Vergleichen" absichtlich andere Software schlecht dastehen lassen um die Qualität (etwas worin das Program garantiert nicht punktet) von AstroWizard zu promoten.

Warum das Ganze, wenn es doch kostenlos ist? Recht simpel: Geld. Affility-Links zu RC Astro Tools und das beliebte Patreon Spiel. Wer es nicht kennt, man animiert Leute zu kleinen Spenden, in dem Fall durch Namenseinblendung der Spender in seinem Tool, Marketing kann er als YouTuber. Nur blöderweise ist das ein Spenden-Abo. Kleine monatliche Beträge die auf dem Kontoauszug nicht auffallen und man schnell mal vergisst. Woher ich das weiß? Ich kenne 3 Entwickler aus einem komplett anderen Bereich, die monatlich so tausende Dollar einnehmen für ein Programme, an denen sie seit teils über einem Jahr nichts mehr gemacht haben.
Ich habe die Astro-Software-Community als eine Open-Source Gemeinschaft ohne Gewinnabsicht kennengelernt, er bedient sich nun der Scripts und Tools anderer und monetarisiert das Ganze in nicht unerheblichem Umfang (und ja, bei Patreon hat er die Tausender-Marke längst überschritten).

Was ich tue? Ich gehe inzwischen dazu über den Leuten Siril schmackhaft zu machen. Das ist längst kein Schreckensgespenst mehr wie man es von früher noch kennen mag. Dank GraXpert (von dessen Arbeit Lukomatico nun finanziel profitiert) und RC Astro Tools kann man auch als Noob innerhalb weniger Minuten (+ Rechnerzeit) zu sauberen Ergebnissen kommen. Vielleicht wird es mal Zeit für ein neues Tutorial Video, das letzte das ich von Deep Space Astro gesehen habe, war schon et was älter.

(tl;dr: Ich habe nichts gegen die Software. Für Neueinsteiger vollkommen okay um mal Bearbeitung kennenzulernen und erste Baby-Schritte zu gehen. Ich habe nur was gegen diesen massiven Bot-Einsatz in den Social Medien und das aggressive Bewerben um das Ganze zu monetarisieren)
 
Von mir (leider) ein Daumen runter für die Software bzw. Lukomatico :n:
(sorry, wird ein längerer Text, da es mich aufregt)

Warum?

-> Zur Software:

StackingWizard

Plus: Einfach zu bedienen, man muss nicht nachdenken, Stacking ist gleich mit drin

Minus: SW bietet Dir genau drei Einstellungsmöglichkeiten, wie viel Daten rausgeschmissen werden, etwa 25%, 40% oder 55% (bzw. ähnliche Prozente), völlig unabhängig der Qualität. Ich habe 40 Stunden Aufnahmen eines Objekts, mittels seriöserer Blinktools wie AstroBlink über 70% rausgeworfen und damit wirklich nur noch die Creme de la Creme der Daten behalten, SW wollte dennoch im sanftesten Modus 25% raushauen, weil es halt so auf Prozentwerte eingestellt ist, unabhängig der echten Qualität. Klar kann man dann via dem Standard Blink die Einzeldateien anschauen, macht man nur bei tausenden von Dateien nicht mehr, dafür brauche ich das Tool nicht. Jetzt wurde noch ein Drizzle 2 hinzugefügt, allerding ohne die Möglichkeit die Pixel Fraction einzustellen, die ein Mysterium bleibt. -> Wer seine Daten sauber filtern will, AstroBlink ( -> AstroBlink · FIT/FITS frame selection tool for astrophotography · Adriano Alfaro ).
Zum Stacken dann den Goldstandard Naztronomy (auch für Newbies benutzbar) oder eben manuell wenn man weiß was man tut.

Fazit: Für Leute die null Ahnung (oder Lust) von Datenqualität, Filter und Stacking haben, besser als nichts.

AstroWizard

Plus: Einfach zu bedienen, man muss nicht groß nachdenken oder Ahnung von Bearbeiten von Bildern haben und sich nicht mit dem Thema beschäftigen.

Minus: Es ist ein simpler Wrapper, das heißt, es ist nur eine Benutzeroberfläche, mehr nicht, da steckt nichts individuelles besonders dahinter. Es nimmt die Standard-Bearbeitungsbefehle wie sie zum Beispiel in den Python-Astronomiebibliotheken (wie sie Siril nutzt) sind, trägt einen Mittelwert ein und lässt den Befehl laufen. Und dann heißt es friss oder stirb. Wenn deine Daten gut sind kann es klappen, die Fehlschläge postet man eben nicht. 80% der Arbeit des Tools liefern eh GraXpert bzw. RC Astro (Affility-Link ist natürlich mit dabei). Dann sind die Befehle alle in einer starren, für nicht wenige, zweifelhafte Reihenfolge angeordnet, die passen kann oder auch nicht.
Die in Social Media geteilten Bilder weisen entweder massive Mängel auf (Sterne, Stretching) oder werden nachträglich in Gimp, Lightroom, PS, etc. nachbearbeitet, da es doch nicht gepasst hat. Die paar guten Bilder sind meist von Leuten, die eh schon längst die Klaviatur in Siril oder PI blind können und wissen, was sie tun und nachbearbeiten müssen.

Fazit: Besser als nichts (auch wenn die SeeStar AI z.B. teils bessere Ergebnisse liefert). Gut für absolute Neulinge, die mal sehen wollen, wie ein Beispiel-Workflow aussehen könnte. Sobald man sich aber mal wirklich mit Edits beschäftigen möchte und nicht 90% aller Optionen beraubt sein möchte, Finger weg.


Und was sonst noch?

In den letzten Wochen wurden diverse Social Media Kanäle (ich bin z.B. auf Reddit in diversen Subs unterwegs) mit Postings, teils von Bots geflutet, die Werbung für die zwei Tools machen. Meist: "This is my very first capture with my XY and look how amazing AstroWizard made it!!11!!" und ähnlich. Erstaunlicherweise haben die Leute dann meist auch direkt am ersten Tag RC Astro Tools auf dem Rechner und verschwenden ihre Trial Time ohne zu wissen was sie tun...
Und ja, es sind teilweise recht leicht nachweisbare Bot Accounts, wer Screenshots will, gerne.
Dazu kommen Werbevideos von anderen mit ihm verbundenen YouTubern wie Cuiv, die in "Vergleichen" absichtlich andere Software schlecht dastehen lassen um die Qualität (etwas worin das Program garantiert nicht punktet) von AstroWizard zu promoten.

Warum das Ganze, wenn es doch kostenlos ist? Recht simpel: Geld. Affility-Links zu RC Astro Tools und das beliebte Patreon Spiel. Wer es nicht kennt, man animiert Leute zu kleinen Spenden, in dem Fall durch Namenseinblendung der Spender in seinem Tool, Marketing kann er als YouTuber. Nur blöderweise ist das ein Spenden-Abo. Kleine monatliche Beträge die auf dem Kontoauszug nicht auffallen und man schnell mal vergisst. Woher ich das weiß? Ich kenne 3 Entwickler aus einem komplett anderen Bereich, die monatlich so tausende Dollar einnehmen für ein Programme, an denen sie seit teils über einem Jahr nichts mehr gemacht haben.
Ich habe die Astro-Software-Community als eine Open-Source Gemeinschaft ohne Gewinnabsicht kennengelernt, er bedient sich nun der Scripts und Tools anderer und monetarisiert das Ganze in nicht unerheblichem Umfang (und ja, bei Patreon hat er die Tausender-Marke längst überschritten).

Was ich tue? Ich gehe inzwischen dazu über den Leuten Siril schmackhaft zu machen. Das ist längst kein Schreckensgespenst mehr wie man es von früher noch kennen mag. Dank GraXpert (von dessen Arbeit Lukomatico nun finanziel profitiert) und RC Astro Tools kann man auch als Noob innerhalb weniger Minuten (+ Rechnerzeit) zu sauberen Ergebnissen kommen. Vielleicht wird es mal Zeit für ein neues Tutorial Video, das letzte das ich von Deep Space Astro gesehen habe, war schon et was älter.

(tl;dr: Ich habe nichts gegen die Software. Für Neueinsteiger vollkommen okay um mal Bearbeitung kennenzulernen und erste Baby-Schritte zu gehen. Ich habe nur was gegen diesen massiven Bot-Einsatz in den Social Medien und das aggressive Bewerben um das Ganze zu monetarisieren)

Danke für Deine Einschätzung. Ein paar Anmerkungen habe ich.

"SW bietet Dir genau drei Einstellungsmöglichkeiten, wie viel Daten rausgeschmissen werden, etwa 25%, 40% oder 55% (bzw. ähnliche Prozente), völlig unabhängig der Qualität."

Wie oben im Screenshot ersichtlich, bietet das Stacking Tool doch aber ähnlich wie bei Blink die Auswahl, welche Bilder ich in den Stack integriere. Da ist es doch sehr wohl möglich jedes einzelne Bild hinzuzufügen und ganz gezielt auszuwählen, auch Bilder die das Programm als zu schlecht bewertet, mit einem Häkchen zu versehen und in den Stack zu integrieren. Die Bildauswahl ist auch immer ein fester Schritt des Stacking-Prozesses. Die von Dir angemerkte Option, wie viele Daten "rausgeschmissen" werden, ist mir weder aufgefallen noch habe ich sie gesehen oder in den Einstellungen gefunden. Ich habe das Programm jetzt aber auch nicht mit 40h Belichtungszeit gefüttert, vielleicht sind da aufgrund der Größe des Stacks andere Einschränkungen, die ich noch gar nicht mitbekommen habe.

Und natürlich ist es ein simpler Wrapper, der keine individuelle Bildbearbeitung ersetzt. Erst recht nicht, einen kompletten Baukasten wie PI oder Siril. Das hat niemand behauptet noch angestrebt.

Deine Kritik am "Social Media Behaviour" kann ich im Kern nachvollziehen. Da ich jedoch selber beschlossen habe, abseits gelegentlicher YT-Tutorials was SM angeht zu detoxen, habe ich keine Accounts mehr auf Insta, Reddit und dem ganzen anderen Mist. Demnach kommt da bei mir auch nichts an. Ich bin über einen Youtube Channel auf die Programme aufmerksam geworden, da war auch nichts offensiv oder fragwürdig.

Das Patreon ein Spenden-Abo ist, ist jetzt kein Geheimnis, auch, dass man das jederzeit beenden kann. Da jetzt ein Hauptkritikpunkt draus zu machen, empfinde ich als überzogen. Zumal die beiden Programme während der Nutzung keinesfalls offensiv permanent Banner einblenden oder ähnliches. Es gibt lediglich am Ende der Bearbeitung einen (normalen) Button, der wahlweise über Paypal oder Patreon die Möglichkeit bietet, das Projekt zu unterstützen. Wer nicht will lässt es und wird da auch keinesfalls genervt oder genötigt. Das ist gängiges Procedere.

Klar ist auch, dass es sich um Programme handelt, die primär Einsteiger ansprechen. Fortgeschrittene Nutzer sind in ihren Programmen, sei es nun PI oder Siril solide unterwegs. Für die schnelle Nachbearbeitung einiger Bilder finde ich die beiden Wizards trotzdem absolut empfehlenswert, dabei bleibe ich. Wer mehr Tiefgang und individuelle Möglichkeiten möchte, wird sich sowieso der etablierten Software zuwenden.

CS
Thomas
 
Dann halt doch nochmal eine Antwort, ist ja ein Diskurs Unterforum :)

Zum Stacking Wizard:
Ich habe Datensätze für Objekte mit (zehn)tausenden Einzelaufnahmen. Wenn ich die komplett durch SW jage und auf "sanfte" Stufe stelle, was das niedrigste ist, kickt er etwa 25% raus.
Wenn ich diese vorab aber mit professionelleren Ansätzen wie AstroBlink von Adriano Alfano (übrigens auch gratis) rigoros aussortiere, also so mal 80% raushaue, dass wirklich nur solche mit einer Score von 90+ übrig bleiben und diese durch SW jage, schmeißt er auf der sanftesten (!) Stufe, Überraschung, 25% raus.
Es ist also keine echte Qualitätsfilterung sondern einfach eine simple Prozentuale, das kann Naztonomy auch, nur individueller, welches dann auch noch besser stackt (Stichwort Mosaike). Vorteil SW: Standard-Blink-Tool und Stacking in einem, nicht wie meist in zwei Schritten.

Zum AstroWizard:
Ich habe gerade die tagesaktuelle Version heruntergeladen. Meinen Kritikpunkt der fehlenden Optionen hat er nun behoben und die Optionen teilweise freigeschalten, dann kann man aber meiner Meinung auch gleich beim Original bleiben. Wo ich ihm voll zustimme, ist aber sein Kritikpunkt von der Homepage: PixInsight und Siril werden in Tutorials oft zu kompliziert vorgestellt, das schreckt Anfänger oft an. Die Videos auf empfohlene Kanäle wie Deep Space Astro sind inzwischen auch dank der neuen Tools wie RC Astro oder GraXpert veraltet und immer noch zu kompliziert. Hier ist dringend "Aufklärungsarbeit" notwendig.

Wo AW scheitert ist a) die Sternbearbeitung und b) das Stretching. Die restliche Arbeit übernehmen eh externe Scripts und Tools. Daran erkennt man dann auch für gewöhnlich mit AW bearbeitete Bilder. Dies erfordert nämlich für viele Bilder etwas feinfühligeres und individuelleres Arbeiten. Spätestens wenn ich dann das GHS in AW aufmache, merke ich, dass ich beim Original besser aufgehoben bin.

Fazit: SW und AW bleiben ein ordentlicher Wrapper für Neulinge in dem Hobby, keine Kritik hier. Wer aber das Beste aus seinen Daten holen will, sollte bald weiterziehen. Die Kritik mit der Monetarisierung aus der Arbeit anderer bleibt. Penetrant werde ich nach jeder Bearbeitung aufgefordert einer der Spendenkanäle beizutreten und muss das aktiv wegklicken; auf Social Media tummeln sich Fake-Accounts um das zu bewerben. Das kenne ich aus der Astro-Community anders. Ist halt primär doch ein YouTuber der Geld verdienen will...
 
Ich finde es recht gelungen, wenn es schnell gehen muss oder für eine erste Bearbeitung. Viele Prozesse, zB BlurXTerminator lassen sich individuell beeinflussen.

Hier eine gute deutschsprachige Anleitung, nicht ganz aktuell, aber ein sehr guter Einstieg. Für alle, die es einmal ausprobieren wollen.


VG

Mario

PS: Auch sehr gut für SmartScope Astronomen :)
 
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