Re: Weil man verrückt ist????
Hallo,
vielleicht muß man ja wirklich etwas verrückt sein. So wie ich. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Bei mir ist das besipielsweise so gelaufen:
Ich war ein begeisterter Newtonianer - bin das auch immer noch - mein erstes Gerät war ein 114/900er Newton, zwei Jahre darauf folgte ein äquatorial montierter 10"-Newton. damals - es war so um 1999 rum (wahnsinn, 5 Jahre her), da war das in diesem Forum noch genau andersrum. Der Newton wurde verdammt und verdonnert, weil doch die großen FH-refraktoren so toll seien. Dalas gabs den Bresser Phönix, einer unserer besonders musikalisch bewnaderten Forumsfreunde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> hatte sich so einen zugelegt. Im Allgemeinen der Tenor: Der Refraktor
muß dem Newton einfach überlegen sein.
Wie wohl so ein Bresser Phönix sein wird? Irgendwo quälte es mich, es interessierte mich, ob ein 6" f/8 FH wirklich einen 10" Newton am Planeten versenken kann.
Dann gabs bei LIDL den Optus-Refraktor (70/700). Mein Arbeitskollege holte sich so einen (ich hab ihm den Floh ins Ohr gesetzt, geb ich ja zu) und der hat natürlich ein Teil mit excellenter Optik erwischt und ich war jedsmal platt, was der Kleine denn so kann, und auch der Kontrast an deep sky war toll.
Dann hab ich meinen 4,5er Newton auf 5,1" upgegradet, hatte auch mal einen 6" f/5 und beide Geräte gefielen mir am Planeten nicht. Der 130/900er Newton zeigte zwar am Mond /Sonne die gleichen Details wie der 90/1000er Vixenrefraktor eines befreundeten Forumskollegen aus Darmstadt, aber die Bildästhetik im Vixen war einfach besser! Stell Dir das so vor: Du fertigst die selbe Zeichnung mit den selben Strichen einmal mit einem frisch gespitzten und einem stumpfgesschriebenen Bleistift an.
Also begann ich, geistig auf einen FH Refraktor hochzurüsten. Wenn, dann gleich den größten, sonst bin ich eh net zufrieden. Der 5,1" Newton samt Skyview wurde an einen Arbeitskollegen verkauft, und zu Weihnachten gabs eine EQ-6 auf einem wahrhaft tollen Holzstativ.
Später kam dann ein selektierter und optimierter, vermessener 152/1200mm FH mit 93% Strehl im Grünen bei voller 152mm Öffnung.
Parallel hat sich ein weiterer Kollege (scheint irgendwie ansteckend zu sein, das Astrovirus) einen 8" f/6 GSO Dobson geholt.
An deep sky - das haben wir ausgiebig probiert - schenkt der 6" FH dem 8" Dobson absolut nichts oder auch umgekehrt - der Dobson hat ein minimal(!) hellerses Bild dafür aber den schlechteren Detailkontrast - hier bringt dem FH der 99% Zenithspiegel schon was.
Wenn Du mal mit so einem Refraktor Kugelsternhaufen gesehn hast, weißt Du, was ein wundervoll schönes Bild ist - ich muß da den Zehnzollspiegel, der ebenfalls in der 90er Strehl-Liga spielt, rausholen, um da mithalten zu können. Der 8er schaffts net ganz.
Guck mal mit nem 6" f/8 FH Kugelhaufen , dan weißt Du, was ich meine!
Am Planeten, Mond und Sonne brauchts den Chromacorr - da is das aber visuell echt Klasse und wird auch nur vom 10er in wirklichen Spitzennächten übertroffen.
Der Mond mit Chromacorr und bei 250-facher Vergrößerung ist einfach unbeschreiblich scharf, Detailreich und von wunderbaren Oberflächenkontrasten durchzeichent.
ein 6 oder 8" Spiegel werden rein physikalisch das gleiche ziegen, aber das Refraktorbild ist einfach schön.
Dem gesllt sich noch der Vorteil eines bequemen Beobachtens im Sitzen hinzu, der die Detailwahrnehmungsfähigkeit durchaus steigern kann. Mit 2" MAxbrightspiegel + Chromacorr ist der gewählte Refraktor alles andere als kopflastig, der Hebel reduziert sich auf etwa 50-60cm, Höhenunterschiede kann man fast immer durch Verdehen des Zenithspiegels oder etwas aufrechtere oder flachere Sitzhaltung ausgleichen.
Da soll KEIN Plädoyer für nen Refraktor sein - ich will -und muß Gott sei Dank - keinem Etwas verkaufen - es sind nur die Punkte, die mir ganz persönlich an dem Refraktor sehr gut gefallen.
Alles also relativ subjektive Gründe.
Mann kann Golf oder Astra fahren. Man kann Refraktor oder Reflektor spechteln.
Hauptsache es gefällt einem ganz persönlich.
Viele Grüße
Markus
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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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Markus A. R. Langlotz
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