Warum sehe ich das nicht???

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Sondermann66

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Hallo zusammen,
in der aktuellen Interstellarum wird in der Rubrik Leser beobachten beschrieben, wie Leser M51 und M101 in ihren Teleskopen, bzw. Ferngläsern sehen.
Beim M51 kann ein Leser mit einem 110/660 Refraktor Zitat: "zwei Galaxienkomponenten sind deutlich und getrennt voneinander sichtbar...."
Daraufhin habe ich gestern Abend miene EQ6 nochmal an 3 Sternen ausgerichtet und habe besagte Galaxie angesteuert, weil ich sie auch sehen wollte. Aber:
Mit meinem 127/952ED Refraktor sah ich nur andeutungsweise einen leichten Nebel. Und selbst dazu mußte ich mich nach 15 min.Beobachtung doch sehr anstrengen.
In einem 127/1500 Maksutov ist mit einem Übersichtsokular bereits gut ein kleines Scheibchen zu erkennen.
Ich habe ein 26er 2" und ein 40er Okular probiert, beides ermöglichte mir kaum, irgend etwas zu erkennen.
Selbiges gilt für M101, den ich gar nicht sah.Im Heft wurde dieser aber schon mit einem 25*100 Fernglas "direkt, leicht sichtbar". Der 110/660 Refraktor zeigte ein "schwaches rundes Nebelchen"
Ich hingegen, mit 127mm, sah: nichts!
Woran kann das liegen, das andere so viel mehr sehen als ich?
Beobachten diese Leser aus tiefsten Dunkelheit, in der es keine Lichtverschmutzung gibt? Oder ist es die Beobachtungserfahrung? ( Die ich aber hoffentlich auch langsam gewinne?)
:erschreck:

Grüße
Sven
 
Hallo Sven,

konntest du denn bei M 51 überhaupt nicht die beiden Komponenten sehen?

Ich weiß nicht von wo aus du beobachtest hast, aber bei M 101 besteht das Problem darin, dass sich die Helligkeit auf eine relativ große Fläche verteilt, so dass sie gerne mal im Hintergrund absäuft. Aber M 51 erscheint mir im Fernglas schon als auffällig.

Zum einen ist es natürlich die Beobachtungserfahrung und zum anderen ist es auch der Beobachtungsstandort. Deep-Sky unter Lichtverschmutzung macht einfach keinen Spaß, darum muss man halt für schwache Nebel, Galaxien und anderes diffuses Zeug eben in mondloser Nacht raus auf's ferne Land. Da nimmt man gerne mal eine Stunde Anfahrt in Kauf.

Außerdem fehlt bei deiner Beobachtung die Vergrößerung. Mit dem 26mm hast du ja nicht mal 60x.
 
Guten Tag,
wäre schön, wenn mal ein "Profi" antworten würde. Ich habe nämlich ähnliche Probleme. Und wenn sich das nicht ändert, werde ich die Fa. ebay bemühen ;-).

Celestron C8

Gruß Fitzz
 
Hm, Nico gehört hier eigentlich schon zu den "Profis".
Und die Antwort steht schon im Einführungsbeitrag:

Woran kann das liegen, das andere so viel mehr sehen als ich?
Beobachten diese Leser aus tiefsten Dunkelheit, in der es keine Lichtverschmutzung gibt? Oder ist es die Beobachtungserfahrung?

Beides!
Und zwischen "dunkel" und "sehr dunkel" gibt es schon noch
ganz erhebliche Unterschiede!
Wenn der Himmel nicht pechschwarz ist, ist es ziemlich
schwierig, überhaupt was vernünftiges bei DeepSky zu sehen.

Ihr solltet mal euren Standort näher beschreiben...

Sonnige Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Servus.

Ich bin kein Profi, und will auch keiner werden. Ich habe nach meiner Enschätzung nach aber in den letzten knapp 30 Jahren ein wenig Erfahrung sammeln können...

Bei der Beobachtung von allen schwachen Objekten, ist ein dunkler und transparenter Himmel sehr von Vorteil.
Wenn der Hintergrund etwas grau erscheint – die Transparenz fehlt, kann das schon eine tiefe Beobachtung vereiteln.

Sucht euch einen wirklich dunklen Standort, weit weg von künstlicher Beleuchtung um schwache Objekte zu beobachten.

Ein dunkler und transparenter Standort kann nur noch durch einen dunkleren und transparenteren Standort ersetzt werden.

Das Sehen:

Wichtig: Adaption der Augen!
Noch wichtiger: Adaption der Augen!
Viel wichtiger: Die Adaption der Augen erhalten!

In der Praxis:
Schwaches Rotlicht. Die elektronischen Helferlein sind selbst im Nachtmodus noch zu hell!

Indirektes sehen einüben.
Man schaut etwas am Objekt vorbei, sieht es dadurch aber besser als, wenn man es direkt ansieht.

Der Hintergrund:
Im direkten Sehen schauen wir etwas mit den farbempfindlichen Sehzellen, den Zäpfchen an. Diese sind vor allem im Zentrum unserer Netzhaut, dem gelben Fleck.
Die Zäpfchen sind aber nicht besonders lichtempfindlich, das wenige Licht das von schwachen Objekten ankommt nehmen die nicht mehr wahr.

Im indirekten Sehen schauen wir ein Objekt mit den lichtempfindlichen Stäbchen an, die in der Peripheri unseres Auges sind. In diese Stäbchen wird bei ausreichender Dunkelheit noch das Pigment Rhodopsin eingelagert, was die Lichtempfindlichkeit des Auges in der Nacht nochmals heraufsetzt.

Wir Menschen sind im blaugrünen Spektralbereich in der Nacht am empfindlichsten, deshalb auch schwaches Rotlicht bei der Beobachtung, das beeinflusst die Adaption am geringsten.

Bei der Beobachtung sich Zeit für das Objekt nehmen! Nicht meinen durch einen kurzen Blick durch das Okular alles gesehen zu haben.
Mit den Vergrößerungen variieren, evtl. Filter bei Galaktischen und Planetarischen Nebeln einsetzten.

Fazit:
Dunkler und transparenter Standort.
Schwaches Rotlicht.
Adaption der Augen.
Astronomisches Sehen einüben.
Zeit für das Objekt nehmen.

Und... Öffnung ist nur durch mehr Öffnung zu ersetzten.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Sven und Fitzz,

Also dunkler Himmel und Öffnung wärn auch meine ersten Tipps!

Aus meiner unprofessionellen Erfahrung kann ich rein subjektiv folgendes dazu sagen: Damit mir Deepsky Spaß macht benötige ich mehr als 8Zoll Öffnung, alles darunter riss mich auch nicht gerade vom Hocker. Direkt aus der Stadt kannst schwache Deepskyobjekte mit kleinen Öffnungen m.E. vergessen. Mag sein das manche gerade das reizt doch etwas zu erahnen, mich nicht.
Wenn der Himmel wirklich sehr, sehr dunkel ist (wie zb bei uns in den Alpen) sieht man auch mit kleinen Öffnungen deutlich mehr als in der Stadt. Der Beobachtungsort ist also sehr entscheident.

@Fitzz: Mit dem C8 geht auch Deepskymäßig was, zumindest die hellen Objekte begeistern mich schon. Wichtig ist natürlich auch die richtige Okularwahl (unbedingt 2" für große flächige Objekte). Ich konzentriere mich (eben aus diesen Gründen) mit meinem C8 ausschließlich auf kleine Objekte größerer Flächenhelligkeit wie zb. Planetarische Nebel, Kugelsternhaufen und natürlich auf die Planeten, Mond und die Sonne. Hierfür reicht die Öffnung und auch die Brennweite passt meist ganz gut für notwendige Vergrößerung. Das Spechteln macht mir so jetzt deutlich mehr Spass. Wär also vielleicht auch ein Tipp für dich also nicht gleich alles verscherbeln. So bunt wie auf den langzeitbelichteten Aufnahmen werden diffuse Deepskyobjekte wie Galaxien und Nebel aber auch mit dem größten Instrument nie werden. Gute Eindrücke was man mit welcher Öffnung unter Idealbedingungen sehen kann liefern euch evtl. gezeichnete Bilder.


 
Moin zusammen!

Noch eine Anmerkung: Sowohl M51 als auch M101 beobachtet man zweckmäßigerweise am einfachsten, wenn sie hoch am Himmel stehen. Dann hat man so wenig wie möglich störende Atmosphäre zwischen Optik und Objekt. Beide genannten Messiers ziehen im Moment gegen 2 Uhr morgens durch den Zenit. Mond, Streulicht und Dämmerung sind zu vermeiden.
M51 und den Begleiter NGC 5195 kann man schon mit einem 70-mm-Lidl-Refraktor auseinanderhalten (eigene Erfahrung mitten aus Kiel heraus). M101 sah ich schon unter dunklem Himmel deutlich im 15x70-FG. Man unterschätzt im Teleskop leicht die Größe, ähnlich wie bei M33.
 
Hallo zusammen,
danke erstmal für die Antworten.
Ok, mein Beobachtungsstandort ist nicht der Ort der aller tiefsten Dunkelheit. Ich beobachte aus dem Bergischen heraus, nordwestlich von mir liegt Leverkusen (ca. 10km Luftlinie, wenn überhaupt), ein Stück weiter westlich Köln. Und es gibt hier auch, wenn sonst nicht viel, Straßenlaternen. Also, Lichtkuppeln am Himmel....Ansonsten, kein Licht. Bergisches Land eben.
Die Adaption der Augen versuche ich schon immer zu erreichen, überlege aber trotzdem noch, mir ein schwarzes Tuch über den Schädel zu hängen, schon allein wegen der Laternen. ( Früher gab es direkt gegenüber einen Porschehändler, der hat seine Auto´s mit Flutlichtern bestrahlt, da konnte man gar nichts sehen, selbst der Vollmond verblasste).
Zusätzlich Licht gebrauche ich kaum, da die Laternen, wenn man lange genug draußen ist, alles gut genug erkennen lassen, wenn man sich alles zurecht stellt.
Das mit der Vergrößerung, Nico, da hab ich noch ein Problem mit: Ich dachte, gerade bei weitflächigen Nebeln nimmt man nicht eine all zu hohe Vergrößerung?

Na, ja, mal sehen, ich werde es heute Abend noch mal versuchen, es bietet sich ja an.

Viele Grüße
Sven
 
Ich war soeben noch mal draußen, nicht all zu lange, denn ich muss ja arbeiten.
Ich habe nun mit einem 20mm 66° Okular beobachtet, der Himmel war nicht richtig dunkel, sondern eher dunkelgrau. Ich habe M51 erahnen können, Details oder ein sofortiges erkennen Fehlanzeige. Komischerweise hingegen im Vergleich dazu waren M81/82 besser als nebulöse Wolken zu erkennen.

Eine Frage hätte ich noch: Ab welcher Teleskopöffnung kann man denn unter mittelmäßigen Bedingungen solche Objekte deutlich ausmachen?
Nicht das ich mir jetzt unbedingt ein Neues kaufen möchte, da stehen auch noch andere Projekte an. Aber interessieren würde es mich schon, vor allem, wenn Micha schreibt, das er aus Kiel schon die beiden Galaxien deutlich trennen kann, und das mit einem 70mm Refraktor.

@Nico: da Du dem Köln-Bonner Astro Treff angehörst, kennst Du ja vielleicht die Ecke von Bergisch Gladbach Richtung Wipperfürth....

Grüße
Sven
 
Hallo Sven.

Zitat von Sondermann66:
...
Ok, mein Beobachtungsstandort ist nicht der Ort der aller tiefsten Dunkelheit. ... Leverkusen (ca. 10km Luftlinie, wenn überhaupt), ein Stück weiter westlich Köln. ... Straßenlaternen. ...

Wenn ich mir das so durchlese wirds mir schwindelig. ;)
Schau dir mal dein Beobachtungsgebiet in der Lichtverschmutzungskarte mal an, dann wird deutlich, dass die Beobachtungsbedingungen wegen der Lichtverschmutzung eher suboptimal sind.
Deutschlandweit sind noch einige Gebite in Norddeutschland (Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern), Harz und in den Alpen empfehlenswert. Ansonsten siehts "eher" duester aus.
Ich will dich jetzt nicht entmutigen - habe frueher mal mitten aus Berlin deep-sky betrieben. Nebelige Objekte waren zwar nicht das A und O, mehr habe ich auch nicht erwartet.
Momentan beobachte ich abseits jeglicher Lichtverschmutzung. Da nehme ich auch mal lange Anfahrtsstrecken, mit nicht gerader leichter Beobachtungsausruestung in Kauf. Der Beobachtungsspass wird dadurch aber umso groesser (auch wenn ich von zu Hause aus bei FST:>6mag beobachten koennte).

Wie die Vorredner schon geschrieben haben saufen die Objekte bei schlechte Himmelstransparenz einfach unter. Da hilft mehr Oeffnung auch nicht besonders viel. Ein sehr dunkeler Beobachtungsplatz ist durch nichts zu ersetzen!

Zitat von Sondermann66:
Eine Frage hätte ich noch: Ab welcher Teleskopöffnung kann man denn unter mittelmäßigen Bedingungen solche Objekte deutlich ausmachen?

Jetzt kommt das Problem: Was bedeutet fuer dich "deutlich"?!
Gut indirekt sichtbar? Gut direkt sichtbar? Gut direkt mit Strukturen sichtbar?
Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass unter guten Beobachtungsbedingungen (FST:~6mag) ich mit meinem kleien Newton (114/500mm Pluto/S) beide Galaxien locker direkt halten konnte. Bei M101 habe ich - im Gegensatz zu M51 - nicht so hoch vergroessert, da M101 eine sehr flechenhafte Galaxie ist. Soweit ich in Erinnerung habe, konnte ich bei M51 beide Komponenten bei hocher Vergroesserung ausmachen.

Mein Tipp fuer deine derzeitige Ausruestung: M51 hoch vergroessern (100x). Bei M101 weniger Vergroesserung (<50x), wegen der o.g. Problematik.

Ich wuerde dir noch raten mal deinen FST-Wert (der schwaechste noch sichtbare Stern ohne Hilfsmitteln - UMi ) an deinem Beobachtungsort zu ermitteln. Liegt der Wert zwischen 5-6mag, dann hast du einen "guten" (fuer deine Verhaeltnisse) Beobachtungsplatz.

Gruesse
m.m.



 
Hallo,
Das meiste wurde ja schon gesagt. Dunkler Himmel is das wichtigste, vor allem am besten kein Mond zu sehn!
Ich habe vor einigen Tagen auch mal wieder m51 besucht. Ich hab ein 10" GSO. Voriges Jahr hatte ich von meinem Beobachtungsstandort gerade mal beim indirekten Sehen etwas erahnen können. Diesmal hatte ich sogar garnichts sehn können. Ich war aber 100 Prozent an der richtigen Stelle. Allerdings war der Himmel diesig und sofort aus die Maus.


Gruß Deadlock
 
Hallo Maciej, und die anderen natürlich auch,
vielen Dank für den Link des kleinen Wagens. Den werde ich mal bei der nächsten klaren Nacht mitnehmen um zu sehen was wir denn für Beobachtungsbedingungen habe. Aber: ich sehe jetzt schon schwarz :schwitz:

Viele Grüße
Sven
 
Hi Sven,

Beobachten diese Leser aus tiefsten Dunkelheit, in der es keine Lichtverschmutzung gibt? Oder ist es die Beobachtungserfahrung?
Ja, beides ist richtig. Man sollte schon einen einigermaßen dunklen Himmel haben, schau mal unter Bortle skala, da solltest du für M51 mindestens Bortle 6 und für M101 Bortle 5 haben. Ab 4" sollten dann beide schon sichtbar sein. Bei M51 sind 2 Kerne NGC5194 und NGC5195 sichtbar. NGC5195 ist nur unwesentlich schwächer. Klar und die sollten mindestens 40° hoch stehen,am besten natürlich nahe am Zenith. Aber das sollte ja bei den beiden kein Problem sein.

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,
ich suche gerade wie blöd, finde zwar viele Hinweise auf Lichtverschmutzung, aber nichts von der Bortle Skala. Hilf mir doch mal bitte mit einem Link weiter,
vielen Dank
Sven
 
Zitat von Sondermann66:
Eine Frage hätte ich noch: Ab welcher Teleskopöffnung kann man denn unter mittelmäßigen Bedingungen solche Objekte deutlich ausmachen?

Es ist ein Irrtum zu glauben, Lichtverschmutzung ließe sich durch Teleskopöffnung stets ausgleichen. Für manche Objekte geht das, aber für lichtschwache Nebelobjekte, insbesondere Galaxien, große PNs und schwache Reflexionsnebel - keine Chance.

Beispiel: M33 kann man an einem wirklich guten Standort mit dem freien Auge sehen, sie ist nicht einmal besonders schwierig. In Stadtnähe bleibt sie unsichtbar - egal wie groß das Teleskop ist.

M51 zählt zu den flächenhelleren Galaxien und ist auch von Stadtrandlagen auszumachen. Man muss sich dann auf Einschränkungen gefasst machen. Ich habe vor 15 Jahren noch aus der Stadt beobachtet und bekam sie mit meinem 6-Zoll-Mak nur in einer Ausnahmenacht zu Gesicht: Die Galaxie stand fast im Zenit, wir hatten eine Rückseitenlage mit sehr klarem Himmel, fst um 5m0. Ich konnte beide Komponenten sehen. Ein Genuss war das nicht.

Von einem dunklen Landhimmel aus, wobei fst=6m0 / Bortle 4-5 schon schlecht sind, ist das Galaxienpaar ein schönes Fernglasobjekt. Natürlich hilft jahrelange Beobachtungserfahrung, um mit einem solchen Instrument Einzelheiten zu sehen. *Hier* nützt jetzt Öffnung: Anfänger sehen in einem großen Gerät das, was Erfahrene im besseren Fernglas ausmachen. Darüber darf man sich nicht ärgern, auch den Erfahrenen ging es anfangs so.
 
Zitat von Sondermann66:
127/952ED Refraktor

Ich habe ein 26er 2" und ein 40er Okular probiert, beides ermöglichte mir kaum, irgend etwas zu erkennen.

26mm: 37x Vergrößerung, 3.5mm Austrittspupille
40mm: 24x Vergrößerung, 5.3mm Austrittspupille

Nicht als rhetorische Frage, sondern als Frage gestellt: Ist das sinnvoll?

Ich selbst meine M51 bei APs von circa 3mm und weniger besser sehen zu können, als bei APs oberhalb von 3mm.
Dabei ergeben sich bei mir am 10" f/5 Vergrößerungen von circa 80-fach aufwärts.
Unter einem Himmel mit circa mag 5 kam mir das bislang gewinnbringender vor gegenüber größeren Austrittspupillen.
Bislang habe ich mir M51 auch nur in Zenitnähe angeschaut, abgesehen von ein paar wirklich außerordentlich dunklen und transparenten Nächten, die sich im letzten Sommer ergeben haben (Flugverbotsphase Vulkan).

Aber wie gesagt möchte ich selsbt gerne eine fundierte Meinung zu dieser Geschichte hören und die Auflistung nicht als Aussage verstanden wissen.

Bernd.
 
Mel Bartels hat sich damit beschäftigt, bei welcher Vergrößerung ein Nebelobjekt am besten zu erkennen ist. Der Aufsatz (in englisch): ODM. Ich glaube, das Thomas Pfleger in seiner Software dieses oder ein ähnliches Konzept umgesetzt hat.
Auf jeden Fall ist die Aussage, die größte AP zu benutzen, unrichtig. Dies gilt insbesondere bei aufgehelltem Himmel, wobei aufgehellt auch bei Bortle 4 auftritt. Es lohnt sich nach meiner Erfahrung so weit zu vergrößern, dass der Himmel abgedunkelt ist, aber nicht schwarz.
Ich beobachte oft Kometen, die enthalten wegen der verwaschenen Grenzen zusätliche Herausforderungen. Fein abgestufte Okularbrennweiten im Bereich oft verwendeter Austrittspupillen sind sehr nützlich für schwierige Objekte. 20% Änderung der Vergrößerung ist in Ordnung, mehr sollte es nicht sein.
 
Hi Uwe.

Ich kann mit Deinem Kommentar irgenwie *noch* nicht viel anfangen.
Was genau willst Du damit sagen? Irgendwie finde ich nur etwas zwischen den Zeilen, was ich zu verstehen glaube.

Auf jeden Fall ist die Aussage, die größte AP zu benutzen, unrichtig. Dies gilt insbesondere bei aufgehelltem Himmel, wobei aufgehellt auch bei Bortle 4 auftritt. Es lohnt sich nach meiner Erfahrung so weit zu vergrößern, dass der Himmel abgedunkelt ist, aber nicht schwarz.
Meinst Du damit unterm Strich das Gleiche wie ich auch, nämlich dass Sven eventuell die Vergrößerung erhöhen und die Austrittspupille verkleinern sollte?

Mich wundert es sehr, dass nach über 10 Beiträgen das Thema Austrittspupille noch nicht erwähnt wurde, da ich wie beschrieben an der Whirlpoolgalaxie (um die es hier geht!) gerade im AP Bereich um die 3mm herum nicht gerade kleine Unterschiede festzustellen meine.

Gerade für M51 war meine Überlegung, mein vorhandenes Speers Waler 13.4mm mit einem ZoomSet auszustatten, um die AP noch weiter senken zu können, bzw. die Vergrößerung zu erhöhen. Je nach Abend bzw. Himmelshelligkeit sind die Unterschiede zwischen 15mm und 13.4mm enorm. Der Bereich zwischen 13.4mm und 10mm soll bei mir deshalb bald gefüllt werden.. alles bezogen auf die APs und Vergrößerungen die sich bei mir an 10" f/5 ergeben.
 
Aber dann liege ich Doch mit der AP von 3,5 mm mit dem 26mm genau in Deiner Mitte.

Das hingegen verstehe ich nicht: 20% Änderung der Vergrößerung ist in Ordnung, mehr sollte es nicht sein.


Grüße
Sven

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich fände es interessant mal ein paar eigene Erfahrungen zu sammeln. Ich nutze zum Beispiel für M51 an meinem 10" f/5 Austrittspupillen zwischen 2 und 3mm, wenn ich auch manche dieser Austrittspupillen nicht mit waschechten "puren" Okularen erreichen kann, sondern Teilweise nur durch Okular- / Barlowkombinationen.

Sven,
noch etwas aus meiner eigenen Beobachtererfahrung zu M51.
Wenn der Himmel wirklich sehr dunkel ist und auch sehr transparent ist - damit meine ich ~mag 6 - dann kann ich mich von meinem StarmapPro blenden lassen und sehe M51 danach im Okular trotzdem bei direktem Hinsehen mit "einigermaßen" Struktur und klar getrennt und zwar auf Anhieb.
Wenn der Himmel allerdings weniger dunkel und weniger transparent ist, dann sehe ich nach langer Zeit der Dunkeladaption nicht annährend das, was ich bei gutem Himmel direkt nach der Blendung sehe.
Also wieder absolute Gültigkeit vom alten Spruch, dass der dunkle Himmel absolute Wichtigkeit hat.

Noch was subjektives: was ich im 10" Teleskop in einer schönen Nacht nach "ausreichender" Dunkeladaption zu sehen meine gefällt mir sehr, sehr gut, M51 ist sogar mehr oder weniger mein Lieblingsobjekt, was ich schon des öfteren im Forum erwähnt habe. Weniger als das was ich sehe sollte es aber nicht sein.
Vermutlich würde ich mit jedem Zoll Teleskopöffung weniger an meinem Beobachtungsstandort an 90% der Abende mehr oder weniger leer ausgehen, da ich mich nicht allzu oft über mag 6 freuen kann und auch nicht immer sicherstellen kann, dass der Nachbar auf meine Bitte hin daran denkt, vor dem Schlafengehen die Lampen auszuschalten. Im Winter, wenn die Bäume keine schützenden Blätter mehr haben bin ich sowieso nie ganz von Lampen in der Umgebung abgeschirmt. "Rausfahren" würde helfen, mache ich aber nicht immer.
 
Zitat von Sondermann66:
Das hingegen verstehe ich nicht: 20% Änderung der Vergrößerung ist in Ordnung, mehr sollte es nicht sein.

Die Okulare sollten in diesem wichtigen AP-Bereich so gestuft sein, dass man 20%-Anderung hinbekommt. Also Okulare mit 40-20-10-5-mm, das ist zu grob, es ist ja jedes Mal eine Verdopplung/Halbierung. Für mein f/4.5-Instrument habe ich immer 20-15-12-10-8 mm in verschiedenen Hosen/Jacken-Taschen.
 
Hallo Sven !

Es gibt noch eine weitere Methode lichtschwache Objekte wahrzunehmen..

Ich nenne es mal eine erweiterte Form des sog. "Field Sweeping"..
Dazu eignet sich am besten ein Fernglas.
Wichtig ist dass man die genaue Position des Objektes kennt.
Dort,wo das Objekt sein muesste,bewegt man das Fernglas auf und ab,oder nach rechts und links,dabei direkt die Position fixieren und auch "indirekt"..so koennen mit etwas Gedult und Uebung "nicht sichtbare" Objekte "sichtbar" oder "erahnbar" werden..

Eine fuer mich noch erfolgsversprechendere Methode ist das anfangs erwaehnte "Erweiterte Field Sweeping"..
Hierbei geht es nicht um das hin und her bewegen,sondern um das "umkreisen" des nicht sichtbaren oder schwach sichtbaren Objektes..
Durch "diese" Methode werden die "Staebchen" noch mehr gereizt als beim einfachem Field Sweeping oder beim klassischem indirekten Sehen..

Einfach ausgedrueckt : Ich sehe "M 51" nicht,weiss aber dessen Position,umkreise diese Position ganz langsam und mit viel Gedult,und mit etwas Uebung erkenne ich die Galaxie.....einfach mal versuchen..

Mfg

Mike S
 
Nachtrag:

Durch dieses "Umkreisen" des nicht sichtbaren bzw schwach sichtbaren Objektes finde ich genau "den" Punkt,der bei der "Indirekten" Betrachtungsweise die "Hoechste" Wahrnehmung bringt..

Mike S
 
Hi,
also ich kann M51 am Stadtrand im 12'' Dobson deutlich sehen, bei transparentem Himmel sehe ich die Spieralstruktur, somindest indirekt.
Das gleiche müsste unter dunklem Landhimmel auch mit 8'' zu sehen sein.
Gruss Patrick
 
Hallo Sven,

Wenn du absolut nichts siehst, kann das aber auch an einer ganz banalen Sache liegen: Sind deine Glasflächen vom Refraktor, Okularen u. Zenitspiegel auch halbwegs sauber? Vielleicht hilft Dir ja schon eine Grundreinigung sämtlicher Glasflächen ein ganzes Stück weiter.

Gruss

Manfred
 
Danke für die Antworten.
Die Glasflächen sind sauber, ja, auch wenn derzeit jede Menge Birkenpollen unterwegs sind.
Die letzten Nächten waren hier bei uns ziemlich dunkel, so das ich jetzt auch mal fast alle Sterne des kleinen Wagens sehen konnte. Aber eben auch nur fast.
Immerhin gelang es mir nun, doch einige Objekte deutlicher zu sehen. Auch wenn ich die Städtischen Mitarbeiter, die meinen, eine Landstraße beleuchten zu müssen, auf den Mond schießen könnte.
M51 habe ich außen vor gelassen, warum weiß ich auch nicht, dafür aber M81/82, welche relativ gut erkennbar waren, wenn auch ohne Strukturen. ( Kann man die eigentlich sehen, die Strukturen?)

@ Mike: Vielen Dank für diese Vorgehensweise. Das werde ich auf jeden Fall ausprobieren!

Grüße
Sven
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Sven,

ich kenne deine Beobachtungserfahrung nicht. Deine Frage müßte etwas präziser gestellt werden. Welche Strukturen bei welchen Beobachtungsbedingungen und welche Galaxie genau? Bei M81 siehst du etwas völlig anderes als bei M82.

Für visuelles "Sehen" z.B. der Spiralarme bei M81 brauchst du mindestens schon einen guten 12", besser deutlich größer und einen sehr dunklen Himmel. Keine Chance damit hast du selbst im 18" in Vorstadtregionen. Wolken-/Staubstrukturen in M82 sind bereits mit deutlich kleineren Instrumenten und weniger transparentem Himmel zu erkennen.

Gruß
Werner

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
"Fast alle Sterne im kleinen Wagen" - das ist fst um 4m5. Normale Stadtranbedingungen also. Auch wenn dein Beobachtungsplatz dunkel ist, so ist es der Himmel nicht. Um wirklich etwas zu sehen bei Galaxien und Nebeln, musst du weiter weg ins Dunkle. Die Lichtverschmutzungskarten sind dabei eine Hilfe.
Vor einiger Zeit habe ich in der Interstellarum mal einen Aufsatz zur Suche nach einem Bebachtungsplatz geschrieben.
 
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