Martin_Raabe
Aktives Mitglied
Huhu,
bin seit einiger Zeit am Grübeln über mein persönliches Next-Generation-Teleskop. Und kann mich natürlich nicht entscheiden.
Voller Hoffnung auf neue Gesichtspunkte und Denkanstösse wende ich mich deshalb an das hier versammelte Auditorium...
Also, folgende 2 Gerätschaften stehen zur Auswahl:
1. Ein 8" f6 Newton, OB 24%, selbstgeschliffen (wäre mein erstes Schleifprojekt), OTA selbstgebaut, belüftet, und als besonderes Feature einen hinreichend präzisen Drehkranz zur Drehung des vorderen Tubusteils (Einblickposition).
Dazu als Zubehör einen Komakorrektor und eine gute 2X-Barlow.
2. Ein 8" f10 Maksutov-Cass., OB 33%, Optik von Intes Micro, OTA selbstgebaut, belüftet.
Das Teleskop soll für alle Arten von visueller und fotogr. Beobachtung einsetzbar sein, ausser Sonne. Also müssen Planeten absolut überzeugend sein, ich will eine schöne Sternabbildung im Okular, DeepSky soll visuell und fotografisch Spass machen (Autoguider vorhanden).
Mein jetziges Gerät ist ein 6" f12 Mak-Cass. Das neue Gerät soll insgesamt eine deutliche Leistungssteigerung bringen.
Die Frage der Montierbarkeit sei zunächst ausgeklammert, ich würde wohl für beide Fälle zum Monti-Selbstbau schreiten.
Nach meinen bisherigen Überlegungen komme ich THEORETISCH auf Folgendes:
- Der Newton ist am Planeten besser geeignet weil er den grösseren Kontrastdurchmesser hat (203-49=154mm) als der Mak (203-68=135mm). Hierbei wird am Newton eine Barlow verwendet damit die Okularabberationen auf das Niveau am Mak reduziert sind.
- Der Newton erreicht mit Barlow die gleich gute Feldabbildung im Okular wie der Mak, da die Okularfehler ohnehin grösser sind als die Koma.
- Der Newton ist fotografisch schneller, und hat mit Komakorrektor keine schlechtere Feldabbildung wie der Mak.
- Das maximal mögliche Gesichtsfeld ist im Newton ca. 2x so gross, eine AP von 7mm ist kein Problem. Beim Mak ist die AP
auf ca. 4mm begrenzt.
- Der Newton muss wohl doch häufiger mal justiert werden
- Die Körperwärme/Atemluft kann den Newton eher beeinträchtigen
- Der Mak ist angenehmer in Handhabung, Transport, Einblickposition, Fokussierung. Ist natürlich Geschmacksache...
- Der Mak brauche eine Taukappe
- Der Mak braucht einen Zenitspiegel (der tendenziell das Bild verschlechtert)
- Das thermische Verhalten eines Mak kenne ich zu Genüge, das eines Newton noch nicht. Kann der Newton seine optische Leistung regelmässig zeigen?
Also: der Newton ist optisch nicht schlechter, aber vielseitiger (Feldgrösse, AP, fotogr.Lichtstärke). Der Mak wäre wohl ergonomischer im Handling, hätte optisch aber keine Vorteile.
Kostenmässig kommt die Sache übrigens auf's Gleiche raus (da beim Newton Komakorr, 2" Barlow, kurzbrennweitiges Okular hinzukommen).
Jetzt habe ich aber ganz stark den Eindruck, dass eine Testgruppe von Amateurastronomen, von der sich jeder bei einem Händler eines der beiden Geräte kostenlos aus dem Regal holen dürfte, mehrheitlich dem Mak zuwenden würde. Haftet dem Mak etwas an was ihn so begehrt macht? Warum schnalzt der Amateur begehrlich mit der Zunge wenn er vor einem 8" Mak steht?
Freue mich über alle Kommentare und Denkanstösse! Und natürlich persönliche Erfahrungen zu dieser Frage!!
Viele Grüsse
Martin
bin seit einiger Zeit am Grübeln über mein persönliches Next-Generation-Teleskop. Und kann mich natürlich nicht entscheiden.
Voller Hoffnung auf neue Gesichtspunkte und Denkanstösse wende ich mich deshalb an das hier versammelte Auditorium...
Also, folgende 2 Gerätschaften stehen zur Auswahl:
1. Ein 8" f6 Newton, OB 24%, selbstgeschliffen (wäre mein erstes Schleifprojekt), OTA selbstgebaut, belüftet, und als besonderes Feature einen hinreichend präzisen Drehkranz zur Drehung des vorderen Tubusteils (Einblickposition).
Dazu als Zubehör einen Komakorrektor und eine gute 2X-Barlow.
2. Ein 8" f10 Maksutov-Cass., OB 33%, Optik von Intes Micro, OTA selbstgebaut, belüftet.
Das Teleskop soll für alle Arten von visueller und fotogr. Beobachtung einsetzbar sein, ausser Sonne. Also müssen Planeten absolut überzeugend sein, ich will eine schöne Sternabbildung im Okular, DeepSky soll visuell und fotografisch Spass machen (Autoguider vorhanden).
Mein jetziges Gerät ist ein 6" f12 Mak-Cass. Das neue Gerät soll insgesamt eine deutliche Leistungssteigerung bringen.
Die Frage der Montierbarkeit sei zunächst ausgeklammert, ich würde wohl für beide Fälle zum Monti-Selbstbau schreiten.
Nach meinen bisherigen Überlegungen komme ich THEORETISCH auf Folgendes:
- Der Newton ist am Planeten besser geeignet weil er den grösseren Kontrastdurchmesser hat (203-49=154mm) als der Mak (203-68=135mm). Hierbei wird am Newton eine Barlow verwendet damit die Okularabberationen auf das Niveau am Mak reduziert sind.
- Der Newton erreicht mit Barlow die gleich gute Feldabbildung im Okular wie der Mak, da die Okularfehler ohnehin grösser sind als die Koma.
- Der Newton ist fotografisch schneller, und hat mit Komakorrektor keine schlechtere Feldabbildung wie der Mak.
- Das maximal mögliche Gesichtsfeld ist im Newton ca. 2x so gross, eine AP von 7mm ist kein Problem. Beim Mak ist die AP
auf ca. 4mm begrenzt.
- Der Newton muss wohl doch häufiger mal justiert werden
- Die Körperwärme/Atemluft kann den Newton eher beeinträchtigen
- Der Mak ist angenehmer in Handhabung, Transport, Einblickposition, Fokussierung. Ist natürlich Geschmacksache...
- Der Mak brauche eine Taukappe
- Der Mak braucht einen Zenitspiegel (der tendenziell das Bild verschlechtert)
- Das thermische Verhalten eines Mak kenne ich zu Genüge, das eines Newton noch nicht. Kann der Newton seine optische Leistung regelmässig zeigen?
Also: der Newton ist optisch nicht schlechter, aber vielseitiger (Feldgrösse, AP, fotogr.Lichtstärke). Der Mak wäre wohl ergonomischer im Handling, hätte optisch aber keine Vorteile.
Kostenmässig kommt die Sache übrigens auf's Gleiche raus (da beim Newton Komakorr, 2" Barlow, kurzbrennweitiges Okular hinzukommen).
Jetzt habe ich aber ganz stark den Eindruck, dass eine Testgruppe von Amateurastronomen, von der sich jeder bei einem Händler eines der beiden Geräte kostenlos aus dem Regal holen dürfte, mehrheitlich dem Mak zuwenden würde. Haftet dem Mak etwas an was ihn so begehrt macht? Warum schnalzt der Amateur begehrlich mit der Zunge wenn er vor einem 8" Mak steht?
Freue mich über alle Kommentare und Denkanstösse! Und natürlich persönliche Erfahrungen zu dieser Frage!!
Viele Grüsse
Martin