Hallo Katercarlo,
Seeing heißt auf deutsch so viel wie Luftunruhe.
Oft wird eine Skala von 1/10 = sehr schlecht, unbrauchbar
bis 10/10= Extrem ruhige Luft
verwendet um die Luftunruhe beschreiben undquantifizierbar zu machen.
Man unterscheidet zwischen 3 Arten von Seeing:
1.) Tubusseeing: Entsteht im Instrument selbst durch Temperaturunterschiede. Gegenmittel: Instrument genügend Zeit zum Auskühlen lassen, Lüfter verwenden
2.) Lokales Seeing: Entsteht in der näheren Umgebung des Fernrohrs durch unterschiedlich warme Luftschichten: Gegenmittel: Nicht durch offene Fenster beobachten, nicht in der Nähe von über den Tag von der Sonne aufgeheizten
Fläche die Wärme gut speichern und dann Nachts abgeben( Beton, Stein) sondern idealerweise auf einer Wiese beobachten. Auch die Höhe sowie die Lage(Land/Stadt) hat einen Einfluß.
3.) Seeing in den höheren Luftschichten: Diese Turbulenz entsteht in großer Höhe. Gegenmittel: Beobachtungsort von Mitteleuropa(vom Jetstream beeinflußt) in Gebiete verlegen
wo es atmospärisch ruhiger zugeht (Südsee, Karibik) oder aber die Wetterkarten studieren und abwarten bis sich über Mitteleuropa ein stabiles Hoch aufbaut, das dann meist ruhige Luft zur Folge hat.
Das Seeing wirkt sich je nach Öffnung unterschiedlich aus.
Bei kleineren Geräten fängt bei der Planetenbeobachtung der ganze Planet etwas umherzuwandern und zu flimmern an. Bei größeren Geräten bleibt er zwar ortsfest, aber das Teleskop kann sein Leistungsvermögen nicht voll rüberbringen.
Das heißt das du mit einem kleinen Fernrohr( sagen wir 12cm) weniger oft mit Seeing Problemen zu kämpfen hast und es relativ oft bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit
verwenden kannst. Mit größeren Geräten( sagen wir 25cm) wird es diese Nächte viel seltener geben.
Trotzdem wird man in einem großen Gerät(Gleiche Qualität vorausgesetzt) mindestens die Details erkennen wie im kleineren und bei guten Bedingungen natürlich mehr.
Wenn du dieses Thema gerne etwas ausführlicher nachlesen möchtest(mit Formeln) empfehle ich Kapitel 15 "Atmospheric Turbulence" im Buch "How to Make a Telescope" von Jean Texereau.
CS Mike