Drei Nächte sind schon etwas wenig für diesen großartigen Himmel. Ich empfehle eine sorgfältige Vorbereitung. Es macht Spaß, sich vorab mit den möglichen Beobachtungszielen zu beschäftigen.
Die Highlights (Maggiwolken, 47 Tuc, Omega Cen, Eta Carinae) wurden ja schon genannt. Die Detailfülle der LMC oder auch von Eta Carinae kann man nur in vielen Stunden Beobachtung erfassen. Dann lohnt es sich natürlich, die ganzen schönen und altbekannten Nebel im Schützen und Skorpion mal schön hoch am Himmel stehen zu haben. M 17 z.B. ist unter dem sehr dunklem Himmel auf einmal unerwartet groß, der Nebelkomplex erstreckt sich sehr weit über den uns wohlbekannten "Schwanenhaken" hinaus. Auch M 8 und M 16 zeigen viele Details, die man von zuhause vermutlich noch nie wahrgenommen hat.
Jenseitst der nicht ständig genannten Objekte ist NGC 1365, der Fornax Propeller mein Tipp!
Weiterhin sehr spannend fand ich die vielen Dunkelnebel, die auch schon das Fernglas zeigt. Mein Tipp: der Dark Dooodad in der Musca, sieht aus, als wäre dort "die Himmelsleinwand aufgeschnitten". Im Teleskop sehr cool ist der Snake Nebel, B 72 im Oph.
Literatur und Online-Quellen mit möglichen Beobachtungszielen gibt es mehr als genug. Alles davon taugt als Quelle für die eigene Vorbereitung.
Ich habe mir aus solchen Quellen dann selbst ein paar Beobachtungsprojekte für
Eye&Telescope erstellt. Damit konnte ich vor Ort die Zeit optimal für eine entspannte Beobachtung nutzen. Aufsuchkarten braucht man nicht ausdrucken, mit dem Dobson findet man leicht per E&T den Weg am Himmel. OK, als Programmautor bin ich da voreingenommen und sicherlich derjenige Mensch, der diese Software am besten kennt. Doch die Kombi von Vorbereitungsmöglichkeiten sowie die Unterstützung der Beobachtung durch die Karten und letztlich das Logbuch sorgt dafür, dass man keine Zeit verplempert. Nein, ich beobachte nict nach der Stechuhr und Masse ist auch nicht das Ziel. Ich schaue gerne in Ruhe, wenn es interessante Befunde gibt, schreibe ich sie ins Logbuch und zuhause weiß ich, was ich Jahre vorher damals wie gesehen habe.
Ja, man muss keine Software und kein Notebook beim Beobachten benutzen. Wenn doch, gibt es auch andere Programme oder Apps. Man muss sich auch nichts aufschreiben. Nein, man braucht sich nicht vorbereiten. Nein, es ist kein Wettkampf. Und ja, es ist naheliegend, dass 3 Nächte viel zu wenig sind. Aber egal, da kommt eh bald ein weiterer Aufenthalt.
Hier habe ich zwei Dateien in Dropbox abgelegt. Bei Interesse runterladen und die HTML-Datei im Browser öffnen. Die kleine Javascript-Datei wird nur gebraucht, wenn man die Tabellen in der HTML Datei sortieren können möchte.
Das ist der Auszug aus meinem Eye&Telescope Logbuch vom Aufenthalt in Namibia im Mai 2018. Dabei habe ich allerdings nur die Beobachtungen mit dem 14,5" Dobson berücksichtigt. Das sind natürlich nicht alles Highlights, aber welcher Beobachter will nur die Highlights sehen? Da ist soviel mehr. Insgesamt habe ich bei 3 Aufenthalten in Namibia hunderte von Objekten beobachtet, alles ohne Hast und dabei waren etliche sehr interessant, die nicht in den üblichen Verdächtigen zugerechnet werden.
Viele Grüße und CS
Tom