Was/wo ist der dunkelste Ort Deutschlands

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Hi Christian,
super wiedergegeben! Und, nach Jahren des Astrofotografierens auf der ganzen Welt, kann ich dem nur 100% zustimmen.
Und vor allem hier bei uns in Schleswig Holstein ist es ganz genau so (inklusive des Promille-Traktors) ;) wie bei Christian.

Das einzig "gefährliche" was mir mal passiert ist, war als ich vor ein paar Jahren in Texas am Rio Grande in der Nähe des BigBend Ntl. Parkes überraschend Besuch eines Trupps von Border Patrol Agents mit gezogenen Waffen bekommen habe... die waren dann so begeistert von dem was ich da machte, dass von fotografieren auf "beobachten" übergegangen werden musste, weil alle mal den Saturn sehen wollten. In der nächsten Nacht wurde ich dann auf der Zufahrtstraße schon gegrüßt.

Es gilt wie überall - so lange es kein Privatgrund ist - oder man weiter weg als absolut nötig von einem Feldweg im Acker steht (aber wer macht das schon) - ist alles gut. Wo man tagsüber parkt um über die Felder zu wandern (auf Feldwegen), kann man erst recht auch nachts stehen und beobachten (sogar mit Camping-Stuhl... - wer sollte da auch was sagen? Kommt ja keiner...)

Ich bin gespannt, ob es einen hier gibt der mit liest, der schon mal eine Ordnungswidrigkeit (mit Zahlung) begangen als er nachts mit dem Teleskop irgendwo beobachtet hat... Nicht theoretisch - sondern ganz praktisch, in echt?!

Relaxte Ostergüße
Ernie
 
Ich bin gespannt, ob es einen hier gibt der mit liest, der schon mal eine Ordnungswidrigkeit (mit Zahlung) begangen als er nachts mit dem Teleskop irgendwo beobachtet hat... Nicht theoretisch - sondern ganz praktisch, in echt?!
Also ich bin tatsächlich schon Mal um zwei Uhr nachts mitten im Nirgendwo zwei Polizisten begegnet. Die waren erst recht mürrisch, weil sie dachten ich lade meinen Müll ab, aber zum Schluss, nachdem sie auch mal den Orionnebel sehen durften, waren sie glücklich und sind weitergefahren. Das jemand wirklich schon mal ein Ordnungsgeld bekommen hat, halte ich für unwahrscheinlich (es sei denn er befindet sich im Naturschutzgebiet abseits der Wege, hört im Naturschutzgebiet nachts nebenbei laut Musik usw., aber dann ist man auch selbst schuld...)
Grüße Jonas
 
Hallo,

obwohl ich gemerkt habe, dass es kaum möglich ist legal an einem dunklen Ort zu beobachten, habe ich es weiter versucht. Diesmal habe ich versucht die Erlaubnis für eine möglicherweise private Fläche zu erlangen. Käme man aus dem Ort in oder an dem die Fläche liegt, dann wäre es einfach. Man würde die üblichen Verdächtigen anfragen und würde sicher relativ schnell eine Erlaubnis erhalten. Nun liegt der mögliche Beobachtungsort aber hunderte Kilometer entfernt und grenzt nicht direkt an eine Ortschaft, schließlich soll er ja dunkel sein. Hier bietet es sich an beim Grundbuchamt oder beim Liegenschaftskataster anzufragen, zumindest würde man das denken. Leider sieht das in der Realität ganz anders aus. Die Leute sitzen zwar auf den Daten, geben sie aber unter normalen Umständen nicht heraus, denn es gibt ja den Datenschutz. Man braucht ein "berechtigtes Interesse", was in diesem Fall nicht gegeben ist, zumindest nicht für den Amtsschimmel. Es gibt zwar Mittel und Wege doch an die Daten heranzukommen, aber die führen über einen Notar oder über eine Detektei. Das ist aber, wie ihr euch denken könnt, alles andere als kostengünstig. Da ich gerne bei deutlich mehr als nur einem Ort eine für meine Aufnahmen hätte und gerade kein Einfamilienhaus übrig habe, scheidet dieser Weg also komplett aus.

Schon toll, das hier in Deutschland alles so gut geregelt ist. Man kann für alles eine Genehmigung bekommen, aber der Weg die betreffende Person zu fragen ist einem wegen des Datenschutzes nicht mehr möglich. Frei nach Heinrich Heine

„Denk ich an Deutschland in der Nacht, / Dann bin ich um die Beobachtung gebracht“


MfG

Rainmaker
 
Hallo Rainmaker,

man kann es sich aber auch selbst schwer machen. Wenn du unbedingt alles richtig machen möchtest, dann suche dir doch bei Light Pollution Map einen dunklen Ort und frag dann den nächstgelegenen Bauern. Dafür gibt es die datenschutzrechtlich unbedenkliche Türklingel. Der wird dir dann schon sagen, dass ihm das Latte ist.

Alternativ gibt es auch hier und da Ferienwohnungen für den Astrourlaub. Einen 100km entfernten Ort suchen meiner Einschätzung nach nur wenige Leute regelmäßig zwecks Beobachtung oder Fotografie auf, da würde ich eher öfters mal ein (verlängertes) Wochenende JWD am ADW buchen.

VG Klaus
 
Hallo Klaus,

kannst du so sehen, aber bei meinen Aufnahmen wird es etwas schwierig mit dem nächstgelegenen Bauern und an den Almhütten hängt nun mal kein Klingelschild, zumal die dann auch nicht mehr zwingend Einheimischen gehören. Aber auch an anderen Stellen ist es alles andere als leicht jemanden zu finden der einem sagt wem was gehört. Man denke nur an die riesigen Flächen im Osten oder an die bei uns üblichen zergliederten Kleinflächen, welche durch Waldstücke unterbrochen sind.
Ich habe mich eigentlich auch schon von dem vorgesehenen Weg verabschiedet, denn der ist für einen normalen Bürger schlicht nicht gangbar. Eine Behörde oder eine größere Firma kann vielleicht so viel Schreibkram bewältigen und so viel Zeit und Geld einsetzen ...


MfG

Rainmaker
 
Wenn man Dich so liest, fragt man sich wie Du im Leben so klar kommst...? Ist doch alles keine Raketentechnik. Einen öffentlichen oder halböffentlichen Feldweg rein fahren, an einer Stelle wo man niemanden behindert das Auto hinstellen, Astrokram aufbauen und machen...
Wenn man Dich so liest kommt mir das Bild einer Sternwarte vor Augen, die Du irgendwo errichten willst.

Ich mache das seit Jahrzehnten so, überall und auf der ganzen Welt - selbst hier in Schleswig Holstein.

Im Zweifelsfall hinterher um Entschuldigung bitten als vorher um Erlaubnis fragen - das musste ich nur einmal machen, weil ich noch nicht fertig abgebaut hatte als der Bauer früh auf seinen Acker rauf wollte. Er fands cool, und ich habe ihm die Bilder hinterher per Email geschickt... Ein Gewinn für Beide Seiten...


Aber mal ganz im Ernst - eventuell ist ein All-Inc Urlaub mit Handtuch auf dem Liegestuhl am Pool besser für Dich geeignet als die Wald- und-Wiesen-Astronomie? Wobei - das mit dem Handtuch am Pool - ist das nicht auch illegal??? Vielleicht fragst Du besser mal jemanden, bevor Du das einfach so machst :ROFLMAO: (ich habe da keine Erfahrung, weil ich in Ferienhäusern die einsam stehen Astro-Urlaube mache)...

So, dass musste mal raus (ohne vorher um Erlaubnis zu fragen).

Ab jetzt lese ich wieder nur Kopfschüttelnd weiter mit, versprochen...

Viel Erfolg weiterhin, egal bei welchem Hobby,

Ernie
 
Hallo Ernie,

nein, ich bin nicht so veranlagt wie Du es vielleicht denkst. Ich habe nur bei der Beschäftigung mit dem Thema mitbekommen, dass es sehr teuer werden kann, wenn man sich nicht an den von amtlicher Seite vorgesehenen Weg hält. Also habe ich mir mal den Spaß gemacht es genau so zu versuchen, wie es die Obrigkeit gerne hätte. Mein Vorteil ist, dass ich noch die Vergünstigung habe, dass an den Bildern ein "öffentliches Interesse" besteht, was manches leichter macht.
Dekliniert man mal den ganzen amtlichen Murks durch, kommt man sehr schnell zu dem Schluss, dass es da vorn und hinten kräftig klemmt. Vieles ist nicht sinnvoll durchführbar und die Leute können ihrer Freizeitbeschäftigung eben nur noch nachgehen, weil sie die Regeln missachten, ob bewusst oder unbewusst ist ja eigentlich egal. In diesem Land sind wir inzwischen komplett überreguliert und viele Regelungen schießen über das Ziel hinaus und bewirken exakt das Gegenteil. Kein Wunder warum hier immer weniger funktioniert und viele manches besser gar nicht mehr so genau wissen wollen, weil man sonst ja wüsste, das man es so nicht nicht mehr machen darf.


MfG

Rainmaker
 
Hallo,

ich glaube, es gibt gar keinen Weg, wie es die Obrigkeit gerne hätte. Sie geht einfach davon aus, dass die meisten sich an Regeln sowieso nicht halten, die kein Mensch kennt und erst recht keiner kontrolliert. Geregelt ist auch vieles, weil es halt irgendwie geregelt sein muss, falls es Stress geben sollte. Und das ist dann halt allemal besser, als wenn dann das Recht des Stärkeren gilt. So würde ich das mal sehen. Die Grenzen der deutschen Bürokratiemühlen auszuloten ist allerdings schon ein sehr spezielles Hobby, finde ich.

VG
Klaus
 
Hallo Klaus,

ich werde es mir ganz sicher nicht zum Hobby machen die Grenzen, oder besser Sinnhaftigkeit, der Bürokratie voll auszuloten. Dabei ist nichts zu gewinnen, außer der totale Verlust des Vertrauens und ein warmes Plätzchen in der geschlossenen. Ich denke aber auch, dass man sich durchaus mit der rechtlichen Seite unseres Hobbys beschäftigen sollte und sei es nur um das Risiko Probleme zu bekommen zu minimieren.
Wäre ich Realist, dann würde ich sagen, dass Du nicht so Unrecht hast mit der Sicht auf die Obrigkeit, aber ich bin optimistischer Realist. Ich bin also der Meinung, dass es einen Weg geben sollte es so zu tun, dass es keinen Ärger gibt. ;)
Mal im Ernst, wenn ich hier sehe wie sich die Sache in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, dann könnte man schon den Mut verlieren. Ja man könnte sogar der Meinung sein, dass es vielleicht das Ziel der Regelungen sei viele Dinge durch zu viele Regeln im Keim zu ersticken ...

Das mit dem nicht kontrollieren sehe ich inzwischen etwas anders. Besonders in Bayern scheint es inzwischen rund zu gegehen. Im blauen Forum fand ich schon Links zu Beobachtungsberichten in denen beiläufig mitgeteilt wurde, dass langjährige Beobachtungsplätze aufgegeben werden mussten, weil nun ein nächtliches Aufenthaltsverbot ausgesprochen wurde, welches auch kontrolliert wird. Es ist schon traurig, wen ein parkendes Auto mit einem Teleskop daneben die Tiere stört, während die vorbeifahrenen PKW kein Problem darstellen. ich frage mich was in solchen Köpfen vorgeht. Vielleicht frage ich mich das aber doch lieber nicht, sonst sperren die nachts auch noch die Straßen ...


MfG

Rainmaker
 
Naja dann muss man in Bayern vielleicht doch mal was anderes wählen. Obwohl man dort ja immerhin den Ansatz von einem Anti-Lichtverschmutzungsgesetz hat. Man muss auch das Positive sehen.

VG Klaus
 
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