Was/wo ist der dunkelste Ort Deutschlands

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... Zur Sternpark-Auflistung kann ich noch beitragen, dass ich von dem in der Eifel nicht so begeistert war. Ob sich seit der endgültigen Auszeichnung als Sternenpark vor zwei Jahren noch was verbessert hat, weiß ich aber nicht ...

VG Klaus
Kann ich bestätigen. Ich war vom Sternenpark Eifel auch etwas enttäuscht. Mein Himmel zuhause ist besser. Hohe Geba in der Rhön ist sicher die bessere Wahl.

CS Dietmar
 
@ Jörg,
ich denke so eine Liste wird dir keiner geben. Einmal gäbe es da den Sicherheitsaspekt, den niemand möchte gern sein Material an Leute abgeben, welche in Überzahl anreisen und wenig freundlich sind. Genau so wichtig dürfte aber auch das Interesse der jeweiligen Amateure sein ihren Standort zu schützen. Gute Standorte sind rar und wenn einem der Zugang verwehrt wird, weil da Vandalen Party gemacht haben ist das mehr als bitter.
So übel ist ein Standort im Moor übrigens nicht zwangsläufig, zumindest wenn man auf festem Untergrund steht. ;) Natürlich säuft man ein paar Nächste im Jahr im Nebel ab, aber immer noch besser als im Lichtsumpf unter zu gehen.
Ok verstehe. Auf die Idee ausgeraubt zu werden, bin ich noch nicht gekommen.
 
Gülpe ist nicht der dunkelste Ort . So lange das hier so aussieht wohl eher nicht .
Stimmt! Steht so auch auf der inet Seite vom Sternenpark WH. Die dunkelsten Orte sind nördlich der Kernzone. Es gibt praktische Tipps die man befolgen sollte.....Link
Gut gemachte Seite mit neun ausgewiesenen Beobachtungsplätzen.
Leider ist Görne nicht mehr dabei:cautious:
Hoffentlich ist zum Neumond Dunkelwetter, hätte Lust mal wieder Sterne zu gucken....
 
Ok verstehe. Auf die Idee ausgeraubt zu werden, bin ich noch nicht gekommen.
Wirklich? Ausrauben alleine wäre vielleicht noch das kleinere Übel..
Man bekommt schon manchmal auch ein mulmiges Gefühl so alleine draussen in der Pampa.
Nur du, die Wildschweine und wer weiss wer noch so vorbei kommt..
Ich hab schon öfters überlegt mir einen Taser zu kaufen. Ich schätze mit Pfefferspray alleine kommt man nicht weit.
Aber irgend etwas sollte man dabei haben. Das wäre vielleicht mal einen eigenen Threat wert: "Wie steht es mit der Sicherheit "vor Ort"
lg, Sebastian
 
Hallo,

@ Frank,
ich denke nicht, dass er wie ich auch, nur den Himmel in der direkten Umgebung von Gülpe gemeint hat. Die Zenithelligkeit mag etwas abseits von Gülpe minimal besser sein, aber das macht den Kohl echt nicht fett, nicht bei dieser Gesamtsituation.

@ Sebastian,
wenn Du dich mit Waffen nicht wirklich auskennst kann ich dir nur raten die Finger von so etwas zu lassen, Du gefährdest dich damit damit nur unnötig selbst, außerdem wiegst Du dich in einer nicht vorhandenen Sicherheit. Notfalls entziehe dich dem Konflikt per Flucht, dabei besteht eine relativ anständige Wahrscheinlichkeit mit heiler Haut davon zu kommen. Besteht keine Möglichkeit zur Flucht, dann sage ich hier jetzt besser nichts um mich nicht strafbar zu machen. ;)


MfG

Rainmaker
 
Hallo,

ich bin nicht pessimistisch, ich habe nur eine gewisse Erfahrung und auch eine relativ anständige naturwissenschaftliche Ausbildung erhalten. Die Orte mögen zwar relativ dunkel sein, was aber nicht bedeutet, dass die gleiche Grenzgröße erreicht wird. Das ist ähnlich wie mit zwei Optiken gleicher Größe, aber ungleicher Transmission. Da sieht man mit dem weniger verlustbehafteten Glas auch mehr.
Es geht nicht nur um eine geringe Besiedelung, sondern auch um die Atmosphäre und hier ist der Norden doch ziemlich gekniffen. Ausnahmen sind besondere Wetterlagen, die aber nur alle Jubeljahre mal vorkommen.


MfG

Rainmaker
 
Hallo Rainmaker,

ich verstehe manche deiner Argumente, aber bedenke, hier geht's um Amateurastronomie/ Hobby. Es mag ja sein, das irgendwo 0,5 mag mehr Grenzgröße herrschen! Die Frage des Forums war die Dunkelheit und komfortable Bedingungen/ Erreichbarkeit der Örtlichkeit.
Was schlägst du für einen Ort/ Gegend vor, wo ist dein Favorit?
Mfg Frank
 
Auf diese Frage habe ich schon geantwortet mit meheren vergleichbaren Orten .


Was mich nur Wurmt ist die Aussage das Gülpe der dunkelste Ort Deutschlands ist . Das ist er seit 2010 nicht , wo der Sternpark in Silber ausgerufen wurde .

Das wie immer gleich die Presse nach Gülpe eingeladen wurde , dort wo sich die Professoren getroffen haben und alles dafür klar gemacht haben, und der Ort in den Ruf des dunkelsten Ortes zu sein scheint , ist schlicht und einfach der Komerz .
Es wurde über Gülpe jahrelang so berichtet und die Leute glauben das . Wenn ich die Gäste in den Unterkünften frage woher sie das wissen und was und wo geschieben wurde taucht immer Gülpe auf . Für den Ort und Gemeinde gut , die Leute kommen und es kommt Geld rein .
Solange aber die Lampen in den Himmel Strahlen in dem Dorf , kann es schon garnicht der dunkelste sein .
Aber es sollte die ganze Region schon gemeint sein und das finde ich auch in Ordnung .

Dann ist klar das die Bedingungen stark schwanken nach Luftfeuchte, Atmosphärischer Staub , Sommer , Winter , Mondphasen..... .
Gülpe hat einen Mittelwert von 21,35 SQML . Im Sternpark Richtung Norden 21,5 .

Nun muß man auch sehen und drüber nachdenken was ich in welcher Höhe fotografieren möchte . Dazu muß ich mich auch schon mal hinsetzen und die Landkarte nehem und schauen ,den Helixnebel zum Beispiel, steht tief im Süden , nur für drei Stunden erreichbar , also wo postiere ich mich das keine Stadt mit seinen Lichtkegel das Bild verunreinigt . Also fahre ich nicht nach Gülpe .
Zum Beobachten reicht der Ort alle male . Das Problem wird eher sein eine Unterkunft zu finden . Lange vorbuchzeiten .

Im Moment scheint mir der dunkelste Ort der Truppenübungsplatz westlich von Zechliner Hütte zu sein . Das sind einige Quadratkilometer .

Weitläufig gesehen ist das Havelland sehr gut, wie auch die Schorfheide , Reinsberger Seenplatte , Magdeburger Börde , Feldberger Seenplatte , Müritzregion .
 
Ja ... zum gekniffenen Norden kommt von mir mal eine Anmerkung. Mich kneift das nämlich auch mächtig.

Visuell ist das mit der extrem humiden Atmosphäre an den Küsten - und in Flensburg habe ich da gefühlt zwei davon - leider wirklich schwieriger. Wenn es nur die Feuchtigkeit ist, und keine Beleuchtung diese Partikel anstrahlt ... alles klar, datt geit! Aber schon ein wenig Licht im Umfeld hellt den nassen Himmelshintergrund dermaßen auf, dass ich mit meinem 28x110 Lichteimer schon von M 33 nix mehr sehe. Dann träume ich ein wenig von der Emberger Alm, wo ich den bislang besten Himmel Richtung südwärts in Auto-Reichweite erlebt habe.

Trotzdem gibt es noch eine Empfehlung für den Norden. Wenn man auf Rügen an der Südküste einen straßenbeleuchtungsfreien Platz mit Blick über den Bodden hat ... dann ist der Blick bis an den Horizont wirklich atemberaubend. Das Zeug, das man dort nach Süden in den Blick bekommt, benötigt sonst die Alpen. :) Auf dem Bodden ist extrem wenig Verkehr, an der Nord-Küste von Festland-McPomm ist es auch sehr beleuchtungsfrei. Vilm ist leider dicht ... das wäre ideal.

Ja, so bleibt mir hier in unmittelbarer Nähe der Stadtmitte von Flensburg fast nur die Fotografie. Und die, das kann ich klar sagen, geht auch bei Lichtverschmutzung noch hervorragend. Die digitale Technik macht da (SQM 17,5 !!!) einiges möglich. Man braucht zur Überwindung des wirklich flachen S(ignal)/N(oise)-Verhältnisses, das auch nur sehr kurze Belichtungszeiten zulässt, allerdings wesentlich mehr Integrationszeit als unter bestem Himmel ... so Faktor 5x bis 10x länger. :)))

Gruß Gotthard
 
Zuletzt bearbeitet:
Gotthard , wir schweifen aber , aber ich wollte nur noch mal dazu schreiben 5-10x länger belichten :

Ich würde trotzdem nicht 5-10min lange einem Bild gönnen . Persönlich würde ich bei meinen 3-4 min bleiben pro Bild , aber ebend dann davon viele .
Der Vorteil ist , dass die Nebel sich im Bild von den dunkleren Himmel besser trennen lassen . Kann man auch etwas mehr strecken im Ergebnis . Somit bleiben mir die Sternfarben erhalten und er ist nicht weiß .

Das hast du gut geschrieben , die Wassertröpfchen werden vom Licht zum aufhellen gebracht .
Das beste ist wenn tagsüber ein Lüftchen weht . Also die ganze Feuchtigkeit die die Sonne tagsüber verdampft , einfach weg weht . Staub inklusive . Das gibt den knackig blauen Himmel bis zum Horizont .

Ich bin normalerweise im April zum Heringsangeln auch dort oben zwischen Strahlsund und Rügen . War ganz angetan von der See wo wenig Licht sein sollte . Im großen und ganzen war es recht gut , aber trotzdem etwas aufgehellt . Blickrichtung Brandshagen nach Rügen . Ich komme nur leider nicht zum Fotografieren in den zwei Tagen .
 
Hallo,

@ Frank,
also ich würde das erste Posting anders interpretieren, aber sei es drum.
0,5mag ist übrigens schon sehr viel und macht einen nicht ganz so kurze Anfahrt durchaus vertretbar.

Was ich für eine Gegend vorschlage hängt stark davon ab was man wann machen möchte. Unter der Woche würde ich im heimischen Garten bleiben oder mit nicht zu schwerer Ausrüstung vielleicht 50-70km Landstraße fahren. Bei mehr Zeit und geplanten speziellen Projekten dürfen es auch gerne 700km oder etwas mehr sein. Bei diesen spezielleren Projekten spielten bei mir aber auch die umgebende Landschaft und Phänomene wie das Zodiakallicht eine Rolle. Längere Fußwege mit schwerer Ausrüstung nehme ich dabei auch durchaus in kauf.
Im Norden durchaus erträglich ist ein C-förmiger Bereich um die Stadt Uchte, aber Achtung, die Nutzung der Randstreifen der Straßen ist dort wegen der Raserei der Anwohner teils lebensgefährlich. Problematisch ist die relativ hohe Luftfeuchte (Moor) und die Beleuchtung der Gasförderanlagen.
In McPom gibt es eine ganze Menge sehr guter Beobachtungsplätze. Eigentlich kann man bei der Menge gar keine speziellen angeben. Einfach mal auf der Karte schauen und von größeren Städten wegbleiben. Bitte auch unbedingt von Viehställen Abstand halten. In der Nacht sind die teils nicht oder gering beleuchtet, aber am sehr frühen Morgen wird dann die oft exessive Beleuchtung eingeschaltet.
Der Harz wäre auch durchaus tauglich, nur müsste man dort einen privaten Stellplatz finden, den sonst steht man eigentlich immer in einem Schutzgebiet. Meine Versuche eine Genehmigung zu erhalten sind bisher grandios gescheitert ...

In den deutschen Alpen gibt es Massen an tollen Standorten, auch auf geringen Höhen. Die mir für die normale Astronomie zugänglichen Standorte, bzw. von den Amateuren genutzten Standorte werde ich hier aber nicht verraten, da ich es mir mit den Leuten nicht verscherzen will. Die Standorte die ich für meine Projekte ausgesucht habe werde ich auch nicht verraten. Mir war es bisher nicht möglich auch nur eine Genehmigung zu erhalten und ich habe keine Lust, dass dort jemand nachts auftaucht, wenn ich vielleicht mal was nicht genehmigtes mache.

Ich empfehle hier einfach sich mit Gesetzeslage in den Ländern Österreichs zu beschäftigen. Es gibt da ein paar Lücken die ein Biwak ermöglichen und da man in dem Land an vielen Stellen leicht auf die notwendige Höhe kommt sollte es kein zu großes Problem sein was passendes zu finden. Bitte aber unbedingt die Schutzgebiete und mögliche nächtliche Fahrverbote beachten, nicht dass die Reisekasse unnötig geschröpft wird.

@ André,
das marktschreierische Getue um Gülpe nervt mich inzwischen auch nur noch. Klar, die wollen ein paar Mäuse extra machen, aber das man deshalb die Gegebenheiten mal einfach zu Seite schiebt finde ich auch in Zeiten von fakenews einfach stören.

Die Gegend um Putzar könnt auch recht brauchbar sein, wobei ich im Moment eher ein klein wenig weiter südöstlich beobachte, bzw. Aufnahmen mache. Auch die Gegend Prezelle könnte lohnend sein. Ich war bisher noch nicht dort, aber ein Projekt ist durchaus in der Planung.


MfG

Rainmaker
 
Ihr habt Sorgen.....
In meinem Dorf wohne ich an der höchsten Strasse direkt am Wald. Wenn ich nachts etwas aus dem Kofferraum ausladen will weist Du vor Dunkelheit nicht wo Du hintreten darfst. Abends kommen die Fledermäuse, Kreuzottern und Ringelnatter sind hier daheim. Die ganze Nacht ruft der Uhu. Die Dunkelheit bei mir ist manchmal echt müssig. Nach langer Zeit der Abwesenheit von Fernrohren habe ich aufgrund dieser Dunkelheit wieder neu mit den Beobachtungen begonnen. Wie gut das niemand weiss wo mein Haus wohnt ?.....
 
Hallo siebeelfer ,
den Uhu hab ich hier in Berlin auch . Habe einen Park vor mir . :y::cool: . Die Fledermäuse fliegen hier ab der Dämerung auch vor den Fenstern rum . Also jetzt noch nicht, erst ab den wärmeren Temperaturen .

Bevor du auf die Fre...e fällst baue dir doch LED Lampen auf - neuster Technik - die dir den Weg weisen , hahaha :unsure::LOL::ROFLMAO: .
 
Da bringt Ihr mich auf eine Idee:
Rein rechtlich kann ich meinem geplanten Beobachtungsplatz also vergessen.
Der liegt 50m hinter so einem grünweissem Schild mit einem Uhu drauf.
Da kommt im Dunkeln eh keine [zensiert] mehr vorbei. Ist 2km Luftlinie von zu Hause entfernt.
Könnte nur etwas riechen, da der Bauer Pferdeäppel in der Nähe zwischenlagert.
Wobei das im Naturschutzgebiet bestimmt auch nicht erlaubt ist.

Ich könnte aber 30 Km zu meinem Modellflugvereinsgelände fahren.
Der ist 2ha groß und liegt in der Pampa zwischen Kuhwiesen und Rübenäckern.
Wegen Corona darf sich da tagsüber nur eine Person z.Zt. max 1.5h aufhalten. - Ohne Kommentar -
Nachtflug macht keiner, also wäre das doch eine legale Location.
Auch wenn da Naturschutzgebiet drumherum ist ?

Ich werde mir trotzdem erstmal die 56Km sparen. Wo kein Richter, da kein Henker.
Grüße,

Alexander
 
Es gibt auch Leute, die wollen einen Leiterschein machen bevor sie eine Leiter betreten.... Ich war schon auf zwei Modellflugplätzen und da war nachts um drei tatsächlich gar kein Ordnungsamt-Mitarbeiter zugegen.

VG Klaus
 
Bei all dem Geflapse sei angemerkt, dass man sich natürlich nicht aufführen sollte wie die Axt im Walde. Ich baue kein Zelt auf und würde auch zurückschrecken, wenn durch meine Anwesenheit kein anderer mehr auf zB einem Wanderparkplatz parken könnte. Wenn ich (nach meistens allerhöchstens drei Stunden) einen Beobachtungsplatz verlasse, sieht er hinterher aus wie vorher.

Die meisten nervigen Regeln gibt es meiner Meinung nach eh nur, weil sich irgendwer irgendwo irgendwann nicht benehmen konnte.

VG Klaus
 
Hallo zusammen,

habe jetzt nicht alles hier gelesen. Bei der "Jagd" nach einem möglichst dunklen Beobachtungsplatz sollte man m.E. auch ein Auge auf folgende Dinge werfen. Nur "dunkel" allein reicht nicht....

- Welche Objekte möchte ich denn beobachten?
- Wie genau sind die Witterungsbedingungen vor Ort (häufige Nebellagen, hohe Luftfeuchtigkeit, stärkere Winde). Das kann alles wirklich störend sein...trotz dunklem Himmel
- Wie sind die Seeingbedingungen? Es gibt DS-Objekte, die leben geradezu auf bei guten Seeingbedingungen, bzw. manches wird erst dann überhaupt sichtbar (z.B. M57 Zentralstern, schwächste Komponenten Trapez, etc.)
- Wie ist die Erreichbarkeit? Infrastrukturelle Hemmnisse...

Viele Grüße
Werner
 
Hallo,

bei meiner ganzen Anfragerei hat sich jetzt noch ein weiteres Landratsamt gemeldet und das nach nur knapp einem Monat Wartezeit. Der Angestellte teilte mit mit, das bei einem längeren Aufenthalt, auch auf einer Fläche ohne besonderen Schutzstatus, sowohl der Eigentümer, als AUCH die Naturschutzbehörde ihre Einwilligung geben müssen. Für eine Einwilligung müssen natürlich bei der Behörde die Termine vorher angegeben werden. So wie es also aussieht steht man beim Beobachten auf freiem Feld ganz mies da, weil man eigentlich immer damit rechnen muss mindestens eine Ordnungswidrigkeit zu begehen. Sicher ist man wohl wirklich nur auf seinem eigenen privaten Grund und Boden innerhalb einer Ortschaft. Tolle Wurst, die Möglichkeit der immer weiter um sich greifenden Lichtverschmutzung auszuweichen tendieren damit wohl für die meisten Amateure gegen null, zumindest, wenn man es offiziell machen will.

Um nochmals auf die Lichtverschmutzung zurück zu kommen, bei meinen Nachbarn laufen die Weihnachtsbeleuchtungen immer noch auf Volllast. Trotzdem ist natürlich alles ganz toll umweltfreundlich, weil es ja LEDs sind und die sparen ja Strom ...


MfG

Rainmaker
 
Ganz ehrlich, mit der Einstellung empfehle ich dann immer gerne “Briefmarkensammeln” als alternatives Hobby...

Oder, einfach mal raus fahren und Sterne fotografieren.

Gruß
Ernie
 
Hallo,

was ist an der Einstellung, es erst mal ganz legal zu versuchen, so verwerflich, dass man gleich das Hobby wechseln sollte. Wenigstens habe ich gelernt, dass es scheinbar nicht mehr sinnvoll ist es mit dem offiziellen und legalem Weg zu versuchen. Einmal, weil die Behörden einen zum ganzen Teil wohl nicht mal ernst nehmen, warum sonst würden wohl so wenige Rückmeldungen auf Anfragen erfolgen. Zum anderen habe ich gelernt, dass wir in diesem Land so komplett mit Vorschriften zugeklatscht sind, dass ein nicht ganz seltenes Hobby nur noch in der Illegalität zu betreiben ist, wenn man mal einen richtig dunklen Himmel sehen möchte. Ein Hoch auf die Bundesrepublik (oder ist es doch die Bundesbürokratie ?) Deutschland.
Von jetzt an lege ich etwas für mögliche Strafen zurück und sch... äh, flatuliere auf das was man darf. Willkommen im astronomischen Untergrund.


MfG

Rainmaker

PS: Ich wette selbst das Sammeln von Postwertzeichen birgt in der BRD gewisse Fallstricke und Risiken ...
 
... und nicht zu vergessen...könnte das dann dem Nährstoffhaushalt im Boden zuwiderlaufen. ;) ;)

Viele Grüße
Werner
 
Moin!
Leute, einfach mal die Kirche im Dorf lassen. Schön wäre z.B. ein "Allemansrätt" wie in Schweden. Leider können aber viele hier bei uns im Lande damit nicht sinnvoll umgehen. Daher die vielen Regeln.
ich halte es wie folgt:
1. Maßvoll, nicht übertreiben, gilt vor allem an Plätzen, wo schon Gleichgesinnte angefangen haben, wenn der Platz schon überquillt, muss man nicht auch noch dazu. Und man muss vom Bauer "Horst" nicht die Futterwiese runter trampeln, kommt nicht gut.
2. Sich auf evtl. Ordnungsstrafen erkundigen, ist hilfreich in Bezug auf die Höhe, und wo kein Kläger da kein Richter. Ein freundliches Gespräch mit einem Besitzer wirkt wunder.
3. Freundlich sein, auch wenn man zum Schluss mit sich den Mund fusselig geredet hat, wegen der vielen Fragen, kann nervig sein, vor allem wenn man konzentriert einnordet oder sein Alignment macht.
4. Alles was mit gebracht wurde, kommt wieder mit nach Hause.

Hatte mit dieser Einstellung bei den Ausflügen noch nie Probleme.

Eines hat man leider nicht im Griff, wenn dort zwielichtige Gestalten an die Wertsachen wollen. Ist mir zum Glück, noch nicht passiert und ich drücke uns allen die Daumen.
 
Hallo,

@Thomas,
mit "nicht sinnvoll umgehen" sagst du was. Wenn ich allein schon sehe, was für einen Lichtzirkus die Leute allein schob veranstalten um einen Feldweg entlang zu gehen. Gegen die Taschenlampen sich Laserkanonen gar nichts. Bittet man die dann die Lampe aus zu machen, dann wird einem erst recht ins Gesicht geleuchtet, weil man ja wissen will, was für ein Perverser da vor einem steht. Bei der An- und Abfahrt sind diese angeblichen Naturliebhaber auch nicht viel besser. Immer schön die ganze Landschaft mit Fernlicht ausleuchten, weil man sonst ja nicht sicher bei einer vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit von 30km auf einem Feldweg fahren kann...
Rücksicht ist für viele inzwischen ein absolutes Fremdwort. Ordnungsstrafen alleine bringen es aber auch nicht. Es muss sehr viel früher, im Kindesalter, angesetzt werden, aber wenn die Erziehung der Fernseher übernimmt, dann darf man so etwas wohl nicht erwarten. Kommen dann noch das liebe Ego und die Like-Geilheit hinzu, dann ist solch ein Verhalten wohl nicht anders zu erwarten. Nachtfotografie im Moor - Das Juwel 2.0

@ Niki,

Beton? Im Boden? Bist Du des Wahnsinns fette Beute? Durch Beton wird der pH-Wert des Bodens lokal erhöht. man, mach dir mal Gedanken was das für ein Leid unter den Mikroorganismen verursacht. Das ist nichts anderes als Massenmord mit anderen Mitteln.


MfG

Rainmaker
 
Wenn ich allein schon sehe, was für einen Lichtzirkus die Leute allein schob veranstalten um einen Feldweg entlang zu gehen. Gegen die Taschenlampen sich Laserkanonen gar nichts.
Hallo!
Ja, maßvoll, rücksichtsvoll und gesunder Menschenverstand sind leider ein immer knapper werdendes Gut.

Beton? Im Boden? Bist Du des Wahnsinns fette Beute? Durch Beton wird der pH-Wert des Bodens lokal erhöht. man, mach dir mal Gedanken was das für ein Leid unter den Mikroorganismen verursacht. Das ist nichts anderes als Massenmord mit anderen Mitteln.
Ein bisschen Ironie und/oder Zynismus ist bei dem Thema ruhig angebracht. Astronomie im Bunker, da geht das Kopfkino mit mir wieder durch .... ;) :) :oops:
 
Hallo zusammen,

nach Durchsicht dieses Threads – und der wiederholten Empfehlung, doch nach Österreich auszuweichen – möchte ich hier mal meine Gedanken als Einwohner der gelobten Alpenrepublik mit Euch teilen.

Grundsätzlich finde ich die Gedanken und Sorgen zu den rechtlichen Aspekten – ob es denn zulässig sei, die Nacht irgendwo in der Pampa zu verbringen – reichlich bizarr. Als Österreicher, wohlgemerkt, wären mir solche Gedanken noch nie untergekommen, solange es öffentliches Gut betrifft und nicht etwa Privatgrund.

Natürlich macht es einen wesentlichen Unterschied, ob man ortsansässig und ortskundig ist, oder nicht. Ich bin in der Stadt aufgewachsen (hilft, was die Wurstigkeit anbelangt, was andere über mein Tun oder Lassen denken) und lebe nunmehr am Land, wo die Uhren hinsichtlich Vorschriften doch wesentlich anders ticken und Gesetze noch mit Hausverstand angewendet werden – oder auch gar nicht.

Natürlich ist das lokal unterschiedlich: In ausgewiesenen Tourismusgebieten wie Tirol bekommen die Einheimischen nach der Saison schon mal den Touristenkoller und reagieren privat allergisch und unwirsch auf die devisenbringenden „Piefkes“… Das fällt dann in die Kategorie „milieubedingte Unmutsäußerung“ und ist meist nicht persönlich bzw. nachtragend gemeint.

Dass sich jedoch jemand darüber beschweren würde, wenn jemand nachts z.B. auf einem Kehren-Parkplatz einer Paßstrasse ein Fernrohr aufbaut und fotografiert – oder gar die Polizei ruft – das halte ich doch für arg abwegig. Vielmehr – und das ist meine Erfahrung – erntet man Interesse, wenn sich nachts zufällig mal jemand in die Nähe verirrt.

Als Ausländer würde ich gemeinsam mit einem Einheimischen, der das gleiche Interesse teilt, die ersten Nächte vor Ort verbringen. Falls doch jemand in der Nacht kommt und fragt, kann man sich dann auf den XY, der einem diesen Platz gezeigt hat, verweisen.
Campieren (Zelt aufbauen) oder dergleichen sollte man jedoch nicht.


Zu den anderen Aspekten hier im Thread (was kann passieren, Sicherheitsthema) meine Erfahrungen:


In abgelegenen Gegenden ist die Natur allgegenwärtig – d.h. mit dem empörten Bellen der Rehe ist immer zu rechnen, ein unvermitteltes Rascheln in der Nähe (Hase, Igel, Marder, etc.) darf einen nicht schrecken und es kann auch schon mal passieren, dass eine Fledermaus im wiederholten Tiefflug deutlich näher kommt, als man sich das wünscht.
Insbesondere bei der Heimfahrt am frühen Morgen sollte man im Straßenverkehr tunlichst auf das Wild Acht geben (eigene Übermüdung!).
Aber das macht auch den besonderen Reiz aus, einmal Fuchs oder Uhu in freier Wildbahn sehen zu können.

Die menschlichen Besucher sind nachts üblicherweise nicht vorhanden, solange man nicht extrem auffällig mit der Stirnlampe in der Gegend herumleuchtet (Rotlicht verwenden!) oder mit aufgeblendetem Fernlicht suchend auf Feldwegen herumkurvt. Meine nächtlichen Erlebnisse aus 5 Jahren Astrofotografie im ländlichen Oberösterreich (je nur 1x passiert):
  • Der örtliche Jäger schaut vorbei und äußert seine Sorge, dass ihm ein Wilderer seinen Bock schießen will. Verabschiedet sich freundlich nach kurzer Klärung, was ich hier mache.

  • Ein PKW hält an der Feldwegeinfahrt an der ich fotografiere – aufgrund der Dunkelheit und des Abstandes von ca. 150m nimmt er mich nicht wahr. Er wartet einige Zeit im PKW, steigt dann aus, öffnet den Kofferraum und entnimmt mutmaßlich Müllsäcke zur illegalen Entsorgung am Wegrand. In diesem Moment mache ich mich durch Licht und Rufe bemerkbar, worauf der Unbekannte seine Gegenstände hastig wieder einlädt und rasch das Weite sucht.

  • Etwas abseits einer Bundesstraße steht ein einzelnes Windrad, das ich von unten mit der Milchstrasse im Hintergrund fotografieren will. Fahre dazu um ca. 0 Uhr in den unbefestigten Weg, der zum Windrad führt, und treffe dort auf eine geparkten VW-Bus. Offenbar störe ich ein geheimes Schäferstündchen oder ein dubioses „Kofferraumgeschäft“. Mir ist sehr mulmig zumute und ich bin erleichtert, als der Bus ob meiner Anwesenheit fluchtartig die Szene verläßt.
    Merke: In urbaner Nähe oder an stark befahrenen Straßen ist es besser nicht empfehlenswert, sich nachts aufzuhalten! Besser man sucht sich einen Platz, an den sich auch bei Tag kaum jemand verirrt.

  • An so einem völlig abgelegenen Platz sehe und höre ich um ca. 0 Uhr eine ganze Gruppe Menschen, welche sich auf der Straße zu Fuß auf mich zubewegt. In etwa 200m Entfernung mache ich durch Schwenken meiner Stirnlampe auf mich aufmerksam und bin auf die Reaktion gespannt. Die Gruppe besteht aus Jugendlichen, deren Betreuer die Aufgabe gestellt haben, das Handy mal beiseitezulegen und den dunklen Nachthimmel durch eine Nachtwanderung zu erleben. Einer der Betreuer ist sehr interessiert und wir plaudern eine Weile, bevor er der weitergezogenen Gruppe nacheilt.

  • Ein Traktor fährt an meinem Beobachtungsplatz vorbei. Der auf der Ackerschiene stehende Passagier läßt vermuten, dass der Lenker den Feldweg als sog. „Promillestrasse“ für seinen Nachhauseweg gewählt hat, um einem allfälligen Zusammentreffen mit der Polizei vorbeugend aus dem Wege zu gehen. Man grüßt durch Handzeichen im unausgesprochenen Einvernehmen, nichts gesehen zu haben.

  • Mehrere Schüsse gellen in kurzem Abstand durch die Nacht. Ich notiere mir Uhrzeit und Richtung, aus der die abrupte Ruhestörung zu kommen scheint und hoffe, dass ich morgen von keinem Gewaltverbrechen in den Nachrichten lese. Ich vermute, dass jemand seine mutmaßlich illegal besessene Pistole ausprobiert hat und sollte Recht behalten: Es war wohl das, was man landläufig als „Gaudischießen“ bezeichnet.

Was ich hier nicht aufgelistet habe sind die fleißigen Landwirte, die manchmal auch mitten in der Nacht mit Mähdrescher, Güllefaß oder Mähwerk ihre Runden ziehen. Die bemerken dich jedoch aufgrund der Entfernung gar nicht.
Ich denke, diese Schilderungen geben einen Eindruck, wie man hier in Österreich "tickt" und was man erwarten kann bzw. was nicht.

LG
Christian
 
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