Weitwinkeloku. für Refraktor?

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ChrisR

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moin ich habe ein 150/750 refraktor und wollte mal wissen in welchen sichtfeld und brennweiten-bereich weitwinkeloku. für diesen typ geeignet sind und welchen okulartyp nehme ich für deepskybeobachtung bei höherer vergroßerung? Außerdem ist es normal das das das bild bei höheren vergrößerungen so dunkel erscheint?
 
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Hallo Chris,

es gilt grundsätzlich das Gleiche wie für Newtons mit gleichen optischen Eckdaten. Das Gerät ist okularkritisch und verlangt im Weitwinkelbereich bereits recht teure Okulare. TeleVue Panoptics oder Vixens LVW haben sich hier bewährt.

Ich würde lange Brennweiten empfehlen, die eine Austrittspupille ermöglichen, die der Grenzgröße an deinem Beobachtungsplatz entspricht (schwächere Vergrößerungen hellen nur den Himmelshintergrund auf). Die Austrittspupille errechnet sich für dein Gerät nach der Formel

AP = 150mm / Vergrösserung;

Oder umgekehrt:

V = AP (= visuelle Grenzgrösse) / 150mm.

Aus der so ermittelten minimal sinnvollen Vergrößerung kannst du die entsprechende Okularbrennweite berechnen und die weiteren Okularbrennweiten sionnvoll staffeln.

Höhere Vergrößerungen werden dir nicht viel nutzen, da bei diesem optischen System der sytemeigene Farbfehler sehr schnell zuschlägt. Kugelsternhaufen werden da z.B. schnell zu einer flauen "Suppe" in einem Blausaum. Es hängt von der eigenen Leidensfähigkeit ab, ab wann das nicht mehr akzeptabel ist.

Es ist letztendlich ein Spezialist für Großfeld-Beobachtungen mit schwachen Vergrößerungen.

CS und VG Christian
 
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Hallo Chris,

ja es ist normal dass das Bild dunkler wird je höher du vergrößerst. Das liegt daran dass die Austrittspupille am Okular immer kleiner wird je höher du vergrößerst. Die Berechnung der AP ist Öffnung(in mm)/Vergrößerung. D.h. bei 200 facher Vergrößerung hast du nur noch eine AP von 0,75 was sich nur noch bei hellen Objekten lohnt wie z.B. Doppelsternen oder Planeten.

Gruß
Markus
 
Hey Christian und Markus vielen dank für eure Antworten, nun werde ich erstmal mein Okularsortiment langsam aufstocken
und wer weis wenn ich mir an dem Gerät die Hörner abgestoßen habe (hoffentlich erst in ein paar Jahren) kommt mir vielleicht ein Modell mit größerem Öffnungsverhältnis ins Haus

freundlicher Gruß
Christian
 
Hallo Christian,

das wird wahrscheinlich nicht der Weg sein. Wenn Du Dir zu einem Gerät mit f/5 passende und ggf. teure Okulare anschaffst, macht es keinen Sinn, danach von f/5 Abstand zu nehmen und dann auch auf die Stärken von f/5, nämlich dem (relativ zur Öffnung) großen maximalen Himmelsausschnitt und das helle Bild zu verzichten.
Sollte man Dir jedoch weiß gemacht haben, dass dieses Linsenteleskop besonders für Planetenbeobachtung bei hoher Vergrößerung geeignet ist, und solltest Du nun dafür ein Weitwinkelokular wollen, dann wäre das eine komplette Fehlplanung durch und durch.

Du kannst Dir ein schönes Okular für den maximal (praktisch) nutzbaren Himmelsausschnitt aussuchen. Das kann zum Beispiel ein Okular wie das 41mm Panoptic aus dem Hause Televue sein, Du würdest dabei aber in Kauf nehmen, dass Du höchstwahrscheinlich nicht mit den vollen 150mm Öffnung beobachten kannst, weil das Okular eine Austrittspupille von beinah 8mm Durchmesser liefert. Normalerweise geht aber nur bei Jugendlichen oder Kindern die Iris noch auf 8mm auf, bei Erwachsenen rechnet man besser mit 7mm AP und ab dem 40. Lebensjahr wird das "individuell Verschieden", wobei das wohl auch eine "Trainingsfrage" ist. Angenommen Deine Iris ist 7mm groß und das Okular liefert 8mm AP (AP=Öffnung durch Vergrößerung) dann nutzt Du nur 7/8 der Öffnung. Das fällt aber beim Refraktor nicht negativ auf, außer dass je nach Kopfposition hinter dem Okular die Abbildungsfehler im Bild geringer werden, je mittiger man die Iris (eingerechnet dem Rollen des Augapfels) positionieren kann.

Frei von diesem (Nicht-)Problem wären Okulare wie ein 30mm Meade UWA Serie 5000, ein 30mm UWA von Teleskopwerkstatt, ein 28mm UWAN oder auch (Königsklasse) ein 31mm Nagler, welches immer noch mehr wahren Himmel zeigt, als ein 35mm Panoptic aus demselben Hause. Die beste Randabbildung zeigt sich da noch beim Nagler, es fragt sich halt, ob man den Preis dafür zahlen will. Die anderen genannten Okulare umfassen so das, was man noch bei f/5 für tauglich ansieht. Günstigere Möglichkeiten gibt es natürlich immer, aber ob man diese dann bei f/5 für tauglich hält, steht auf dem Blatt mit der persönlichen Leidensfähigkeit notiert.

Im Bereich mittlerer und hoher Vergrößerung stellt sich die Okularfrage natürlich jedes mal neu. Da könnte man nun Bücher drüber schreiben. Konkrete Frage, konkretes Beobachtungsziel will ich dafür aber schon haben.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,

das dieses Teleskop nicht für die Beobachtung von Planeten geeignet ist war mir schon klar dafür habe ich es mir auch nicht besorgt.

Weitwinkelokulare interesieren mehr als Übersichtsinstrumente und für die Beobachtung von offenen Sternenhaufen scheinen sie auch ganz nützlich zu sein da manche von ihnen eher weit ausgedehnt sind.Was sagst du zu Omegon SWA die sind etwas günstiger.

Meine Frage nach mittleren und höheren Vergrößerungen bezieht sich mehr auf kompakte Deepsky Objekte, gibt es da vielleicht eine alternative zu Plösselokularen. Mir ist schon klar das ich mit 150mm Öffnung nicht zu viel erwarten sollte aber irgendwie muss man ja anfangen.

mfg
Christian
 
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Hi Christian,

sorry, man muss auf alles gefasst sein bei so einem durchaus speziellen Gerät.

Also natürlich sind WW-Okus für Sternhaufen auch mit mittleren und sogar hohen Vergrößerungsbereich schön. Bei Deiner allgemeinen Frage denkt man aber zunächst an die Spezialfähigkeit des Geräts und den gleichzeitig problematischsten Fall.

Ich denke die Omegon SWA werden für f/5 nicht die ideale Option sein. Möglich sind ja im Prinzip fast alle Okulare.

Ich denke spannend wären an dem Gerät im mittleren Bereich LVW oder Speers Waler. Alternativ wären die LVW Nachbauten der Hyperion/Stratus Reihe zu betrachten, wobei ich persönlich das auf die Brennweiten ab 13mm abwärts einschränken würde, ansonsten hat das Original schon deutliche Vorteile. Für die Speers Waler gibt es so ein Pendant nicht und Alternativen wie UWAN oder UWA sind nicht günstiger. Es sind aber immerhin Alternativen.
Das gilt grob auch für hohe Vergrößerung weiter, wobei man hier ggf. auch auf Okulare mit "nur" 60° zurückgreifen kann, nämlich auf die TMB/Burgess Planetary bzw. deren Label-Varianten unter verschiedenen Namen (Planetary HR, APM New UWA, etc, pp). Alles vom selben Fließband.

Clear Skies
Sven

 
Moin Sven,

vielen Dank für deine konkreten und außführlichen Antworten.

Ich glaube ein TeleVue Panoptic 35mm und zwei Speers Waler mit 13,4mm und 7,2mm werde ich mir demnächst besorgen, vielleicht auch noch eine Brennweite zwischen 35 und 13,4 das sollte erstmal reichen.

freundliche grüße
Christian
 
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