Welche azimutale Montierung für kleinen 70er ED

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okaluza

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Hallo,

ich habe mir hier im Forum gebraucht einen TS INED70 gekauft (habe in allerdings noch nicht in der Hand). Für den suche ich jetzt eine azimutale Montierung (Preislage bis 300 Euro). Ich habe 3 in der engeren Auswahl bin aber noch sehr unschlüssig, daher hoffe ich auf eure Erfahrung:

- eine GIRO Mini auf Fotostativ. Dies war eigentlich erst mein Favorit, habe aber hier im Forum einen Beitrag gelesen wo jemand genau mit dieser Kombination Probleme hat das ganz auszutarieren.
Vielleicht ist das bei mir aber kein Problem, da ich einen 1,25 Zenitspiegel und HR Planetarys einsetzen möchte. Das dürfte vom Gewicht nicht so hoch sein. Vorteil dieser Lösung ist, das ich - je nach Stativ - komplett im stehen gucken könnte und das ganze auch schön portabel wäre.

- die anderen beiden wären eine Vixen Porta II oder eine GSO ATZ. Welche ist da zum empfehlen? Sehe ich das richtig, das ich da entewder gebückt oder mit einem Stuhl arbeiten muss?


Ich bin kein Neuling, sondern habe das Hoby vor drei Jahren erst einmal aufegeben (bei 2 kleinen Kindern bin ich Abends nicht mehr dazu gekommen raus zu gehen und zu spechteln). Aber so ganz möchte ich es nicht aufgeben und daher jetzt erst mal eine kleine Variante. Früher hatte ich einen 100ED und einen WO 80ED auf einer GP mit ausschließlich LVWs
 
Ich habe eine ATZ und bin ziemlich zufrieden damit. Sie trägt sogar meinen 12-cm-Kometensucher. Alle Schwachpunkte lassen sich justieren. Ich habe bei Amazon eine Rezension geschrieben, die ich der Einfachkeit halber mal hier reinklebe:
Die Zeiten sind vorbei, da fernöstliche Ausrüstung minderwertig ist. Diese Montierung stammt aus Taiwan. Sie ist auch unter dem Namen Voyager mount" im Handel. Vor der Benutzung steht die Montage. Es wird keine Anleitung mitgeliefert, aber das Zusammensetzen erschließt sich von selbst. Bei mir blieb ein kleines dreieckiges Blechteil übrig - ich weiß nicht, wo es hingehört.

Die Montierung ist sehr steif: Angefangen vom Stativ mit vernünftigem Querschnitt und einem wirklich stabilen Stativkopf über dei beiden Feinbewegungstrommeln bis hin zur üppig dimensionierten Teleskopaufnahme (mit Sicherungsschraube). Alles sauber eloxiertes Aluminium und ordentlicher heller Lack. Es gibt nichts zu meckern. Diese Montierung trägt ohne Probleme ein nicht zu langes Instrument von 4-5 kg Masse.
Einziger Wermutstropfen: Die Azimutal-Feinbewegung ging bei mir etwas schwer, die Elevation sehr schwer. Dies wurde auch auf a.de bemängelt. Wer das lesen will: Googeln nach "Fragen zur azimuthalen GSO ATZ von TS" (azimuthal falsch mit h). Es lässt sich aber ganz leicht beheben - die Lager sind ein wenig zu fest angezogen.

Lösen der Lager: Die beiden Schneckengetriebe sind mit metallisch aussehenden Plastikplättchen abgedeckt, die nur geklebt sind. Sie lassen sich mit einem Uhrmacherschraubendreher leicht abheben und auch später wieder aufkleben, ohne zusätzlichen Kleber. Es kommt dann die Schnecke zum Vorschein. Sie ist mit einer Art Vaseline geschmiert, und nicht mit dem honigzähen Chinafett. Man muss dies nicht wechseln. Außerdem sieht man die beiden Sicherungsschräubchen für die Lager. Eines davon (dort wo der Drehknopf nicht sitzt) muss man lösen. Dazu benötigt man einen sehr kleinen Imbusschlüssel. Der kleinste meines Imbus-Satzes im Werkzeugkasten war zu groß, aber ein Satz Uhrmacherschraubendreher enthielt etwas Passendes. Diese Sicherungsschrauben sind nicht extrem "angewamst", so dass man wahrscheinlich auch mit einem Uhrmacherschraubendreher zurechtkommt.

Dann löst man das Lager ein wenig. Dazu muss man die geschlitzte Scheibe drehen, aus der die Achse kommt. Das Spezialwerkzeug hatte ich nicht und ich habe es mir auch nicht gebaut (obwohl möglich), sondern habe mit einer Wasserpumpenzange zugegriffen. Auch hier sitzt nichts sehr fest, so dass man keine wesentlichen Blessuren schafft. Man löst das Lager so weit, dass die Montierung butterweich läuft, aber kein Spiel hat. Das ist ganz wenig.

Danach dreht man die Sicherungsschraube wieder auf und klebt das Abdeckplättchen.
Das liest sich länger als es dauert und ist in 5 Minuten erledigt.
 
Hallo,

habe ebenfalls die von Uwe beschriebene GSO ATZ Montierung und kann seinen Bericht in weiten Teilen unterschreiben. Das Problem mit den Lagern hatte ich bei mir nicht, musste also nichts daran verstellen. Kann sein dass das mittlerweile ab Werk besser eingestellt wird, mein Kauf liegt noch nicht allzu lang zurück. Ansonsten ist das Teil wirklich sehr stabil und auch gut verarbeitet. Wie du allerdings schon vermutet hast, wirst du mit dem 70er aber gebückt oder mit Stuhl arbeiten müssen, da die Stativbeine nicht so hoch ausziehen lassen damit eine bequeme Beobachtung im stehen möglich ist. Wenn du nur mit 1,25 Zoll Zenitspiegel und leichten Okularen arbeitest sollte auch das Ausbalancieren kein Problem sein. Der 70er wird bombenfest montiert sein. Ich betreibe die Montierung mit einem leichten 130/650 Newton, das geht sehr gut. Der 100/600 ED Apo war meines Erachtens schon zu lang und zu schwer dafür, ist aber auch eine Frage wie leidensfähig man beim Fokussieren ist (mir ist das nichts wenn bei 40-50x das Bild beim Fokussieren schon zittert).

Eins noch: Wenn das Teleskop nicht perfekt ausbalanciert ist muss man um die Feinverstellung in der Höhe benutzen zu können diese Achse klemmen. Damit kann man dann nicht mehr frei schwenken. Könnte mir aber vorstellen dass das mit dem 70er nicht so ist (geringes Gewicht).

Die Vixen Porta sieht gut verarbeitet aus, scheint mir aber insgesamt für weniger Gewicht ausgelegt zu sein als die ATZ. Sollte aber für den 70er (wenn du nie was größeres draufsetzen willst) auch gut gehen.

Grüße,

Jan
 
Hallo Oliver,

ich benutze die Skydob3 von Intercon-Spacetec für meinen TeleVue-76. Ich bin äußerst zufrieden. Damit lässt sich die Reibung wunderbar einstellen, so dass man ruckelfrei Nachführen kann. Ein großer Pluspunkt ist auch, dass sich das Höhenlager nur um etwas mehr als 90° drehen lässt. Damit kann bei einem Ungleichgewicht (z.B. Kopflast) und zu wenig Klemmung, das Objektiv nicht aus versehen auf die Stativbeine schlagen oder nach unten hängen. Außerdem ist sie sehr kompakt und sofort einsatzbereit. Mit entsprechend stabilen Stativ benutze ich darauf sogar manchmal meinen Vixen ED 102SS (3,6kg).
Schau hier: http://www.intercon-spacetec.de/produkte/kategorie/produktkategorie/azimutal/produkt/skydob_3/
 

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Moin,

Ich benutze für meinen 80er ED eine Vixen Porta I.
Ich bin damit sehr zufrieden und sie trägt den Refraktor sicher und stabil. Der Refi ist sehr schwer und massiv, ich denke er ist auf jeden Fall schwerer als der 70er TS INED.
Ein großer Vorteil der Porta ist die Feinstellung über flexible Wellen in den Achsen. Das möchte ich nicht mehr missen, da es meiner Meinung nach viel mehr Ruhe in die Beobachtung bringt, wenn man dabei schwenkt. Auch ist mir die Bewegung des Teleskops bei einer Einarmgabel lieber als bei Achsenkreuzen vom Ayo- oder Giro-Typ.

Ob die Porta besser oder schlechter ist als die GSO kann ich mangels Vergleich nicht sagen. Aber auf jeden Fall ist sie nicht schlecht und ich bin sehr zufrieden. Das Schneckenspiel lässt sich einstellen und die Achsen lassen sich bei Bedarf auch zerlegen. Die Verarbeitungsqualität ist absolut Vixen-like.
Die Porta II lässt sich leichter vom Stativ trennen als die I. Das ist der wesentlich Unterschied. Wenn Du eine gebrauchte Porta I bekommen kannst, kannst Du bedenkenlos zuschlagen.

Bis dann:
Marcus


EDIT:
Die flexiblen Wellen habe ich selbst angebaut, fällt mir gerade ein. Sie stammen von einem LIDL-Scope. Standardmäßig dabei sind zwei aufsteckbare Wellen, die aber auch sehr gut ihren Zweck erfüllen.
Marcus
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hier noch ein Bildchen von der AZT mit 'nem 80er ED.
 

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Hallo,

danke für die bisherigen Antworten. Ist denn eine Vixen Porta etwas höher als die ATZ? Die ATZ wirkt vom Kopf her relativ groß - läßt sich das denn klein verpacken für die Reise?

Ich glaube Porta oder ATZ wird es, mir gefällt das mit der Feineintstellung. Was ich bisher so gelesen habe, ist eine gute Austarierung des Teleskops wichtig für eine azimutale Montierung. Die TS INED70 hat eine sehr kurze eingebaute Prismenschiene, da kann man wohl nicht so viel austarieren oder sehe ich das falsch? Man müßte also noch eine längere Prismenschiene montieren zum besseren Austarieren.
 
Hi,

Ich habe eben mal schnell nachgemessen. Die Höhen-Drehachse der Porta 1 liegt bei voll ausgezogenem Stativ bei 1,38m Höhe.

Bis dann:
Marcus
 
> läßt sich das denn klein verpacken für die Reise?

Ja. Die gesamte Montierung lässt sich mit einer zentralen Schraube vom Stativ lösen. Wenn man dort eine Knebelschraube anbringt, geht es buchstäblich im Handumdrehen. Ansonsten eben im Inbusumdrehen.

> müßte also noch eine längere Prismenschiene

Ein 70er muss nicht unbedingt völlig austariert sein, ist mein 80er APO auch nicht. Bei größeren Optiken wie meinem 6-Zoll-Mak ist eine lange Schiene von Vorteil.
 

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Genau! Sowas gab es auch 1986 und hat schon dabei geholfen, Kontakt zu einem anderen Sternfreund zu bekommen.

Grüße

fquadrat
 
Moin zusammen!

> Das soll eine Art Behelfsschraubendreher sein

Das Teil heißt unter alten Hasen "Bresser-Plek" - eben weil dieser "Behelfsschraubenzieher" früher schon jedem Bresser-Teleskop beilag... ;)

http://de.wikipedia.org/wiki/Plektrum

Achso: Ich besitze seit Jahren eine Vixen-Porta. Die hält sowohl meinen 120-mm-Kometensucher als auch den 90er FH. Lange, flexible Stellwellen an den Achsen verhindern schlappe Arme beim Nachführen. Das kann die GSO-Monti nicht mit den Stellknöpfen.
 
Doch, da kann man auch "lange flexible Wellen" anschließen. :)

Das kann man im Bild oben direkt unter dem "Plek" sehen. Man müsste die Dinger mal im direkten Vergleich testen.
 
> Doch, da kann man auch "lange flexible Wellen" anschließen.

Okay, dann nehme ich das zurück. Es ist wirklich angebracht, lange Wellen zu nehmen, denn diese Stellknöpfe sind unbequem ohne Ende.
 
Hallo Leute,

Na wenn hier fleißig Bilder gepostet werden, will ich auch nicht hinten an stehen. ;)
Das hier ist meine Porta I mit dem 80/560er ED und einem 26er Nagler drauf:

Link zur Grafik: http://imageshack.us/a/img853/420/portaul.jpg

Eben frisch in meinem Astrokeller aufgenommen. Die flexiblen Wellen stammen wie gesagt von einem Lidlscope. Der Refraktor mit Spiegel und Okular wiegt 5kg und wird problemlos getragen.
Ich denke, die Porta ist etwas kompakter als die GSO. Letztere ist dagegen vermutlich etwas flexibler und eventuell tragkräftiger. Beide haben sicherlich ihre Vorzüge. Einen direkten Vergleich würde ich auch mal sehr spannend finden.

Viel Erfolg bei der Entscheidung:
Marcus
 
Ich hatte vor der Skydob auch eine Montierung mit Feinbewegungen. Bei hohen Vergrößerungen fand ich das Nachführen gleichzeitig in Azimut und Höhe, ständig an zwei Rädchen drehen, nicht so komfortabel. Hier gefällt mir das ruckelfreie Nachschieben besser, aber das ist natürlich mein persönlicher Geschmack. Was mir bei der Porta und der ATZ (aber auch bei vielen anderen Montierungen) auch nicht gefällt, ist die Art der Klemmung. Die Prismenschiene mit einer Schraube zu halten ist einfach gru­se­lig und primitiv. Die Skydob hat einen Prismenschuh, der flächig auf die Schiene drückt und damit auch keine Eindrücke hinterlässt wie eine einzelne Schraube.
 
Moin Ralf!

> Die Skydob hat einen Prismenschuh, der flächig auf die Schiene drückt und damit auch keine Eindrücke hinterlässt wie eine einzelne Schraube.

Wen stört's?! Man braucht die Schraube ja nicht anknallen bis Blut kommt. Oder willst Du Deine Prismenschiene nach Gebrauch etwa in die Präsentationsvitrine legen?! ;)

Die Vixen Porta hat übrigens zwei Schrauben an der Klemmung. Die zweite dient zur Sicherung, fall man beim Lösen der großen Klemmschraube vergißt, den Teleskoptubus festzuhalten. :o Tolles Feature! :super:
 
Zitat von selenograph:
Ich hatte vor der Skydob auch eine Montierung mit Feinbewegungen. Bei hohen Vergrößerungen fand ich das Nachführen gleichzeitig in Azimut und Höhe, ständig an zwei Rädchen drehen, nicht so komfortabel. Hier gefällt mir das ruckelfreie Nachschieben besser, aber das ist natürlich mein persönlicher Geschmack.

Wenn ich das rihtig verstanden habe, so kann man mit einer Porta doch beides machen. Ich denke man kann frei Nachschieben und wenn man will mit der Feineinstellung arbeiten, oder ist das falsch?
 
> oder ist das falsch?

Nein. Die Porta kann man auch wie einen Dobson am Tubus bewegen.
 
Die AZT hat auch eine Sicherungsschraube und man kann das Teleskop um die Achsen ohne die Feinverstellung bewegen. Wahrscheinlich nehmen sich die 3 Montierungen nicht viel. Da kann man also nach Tragkraft bzw. Geschmack entscheiden. ;)

GG
 
Link zur Grafik: http://www.kerste.de/images/ED80-frei.jpg Hi!

Der Vollständigkeit halber noch eine Porta 1 mit den beiden Adaptern für GP-Anschluss auf einem Berlebach-Uni28-Stativ, da mir das Original-Stativ zu niedrig und zu klapprig war.

Mit dem ED80 brauche ich keine flexiblen Wellen, nur passt das verchromte Plastik nicht zum sonstigen hochwertigen Eindruck.

Bei der Porta 1 waren da noch zwei Adapter nötig, einmal auf Fotogewinde (der schwarze Ring) und einmal auf GP-Stativkopf.

Ganz praktisch ist, dass das Teleskop auf der Gummiablage liegen kann, wenn man schweres Okularzubehör abbaut und der Tubus durchrutscht.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo,

da viele hier ihre Bilder gepostet habe, will ich nicht nachstehen und zeigen, wie ich mich entschieden habe. Leider konnte ich es - dank dem Wetter - noch nicht ausprobieren und daher steht es seit 5 Tagen bei uns im Wohnzimmer und wartet auf den ersten Einsatz.

 

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