Hallo Tom,
9 Leute, 10 Antworten, hier die 11. ...
Es hängt vom Objekt ab, das du beobachtest, und beginne nicht bei den Extremen, sondern in der Mitte.
Hier meine persönliche Reihenfolge:
1.)
DeepSky und Allround:
Habe auch einen 8" f6 Dobson und ich finde für Galaxien, Nebel, Sternhaufen
ein Okular mit ca. 10-13mm Brennweite optimal. Warum? Bei niederigerer Vergrößerung ist der Himmelshintergrund nicht dunkel genug und Details sind zu klein; bei höherer Vergrößerung (z.B. schon bei 8mm) wird das Objekt selbst zu dunkel und das Seeing macht sich oft als Schärfeverlust bemerkbar, man erkennt meist nicht mehr.
Für einen ästhetischen Bildeindruck und um z.B. den Orionnebel noch einigermaßen ins Bild zu bekommen, ist auch ein möglichst
großes Gesichtsfeld essentiell, so ca.
80° sollten es schon sein und die Abbildung am Rand sollte auch noch in Ordnung sein, also kein zu billiges Okular (sicher nicht unter 100€).
Achtung: Dieser erhabene Bildeindruck läßt sich mit einem Okular längerer Brennweite (und somit geringerer Vergrößerung), aber kleinerem scheinbaren Gesichtsfeld, das insgesamt den
gleichen Himmelsbereich abbildet, nicht annähernd erreichen, weil die Objekte klein werden und sich im hellen Hintergrund verlieren!
2.)
Kugelsternhaufen und auch Mond:
Diese visuell spektakulären und leicht beobachtbaren Objekte brauchen auch ein großes Gesichtsfeld wie unter 1.) und noch mehr Vergrößerung, so ca.
6-8mm Brennweite dürfte für die Kugelhaufen ideal sein. Der Mond verträgt allerdings bei guten Bedingungen noch deutlich mehr Vergrößerung
3.) Hochvergrößerung:
Mond und Planeten:
Planeten sind eine Herausforderung, ein Kampf gegen das atmosphärische und das hausgemachte Seeing (Teleskop in Folie einpacken, Spiegel gut ausgekühlt). Höchste Vergrößerung alleine macht leider noch kein gutes Bild, essentiell ist das Glück mit dem Wetter, ein ausgekühltes, gut justiertes Teleskop und für mich ein Binoansatz mit Barlowlinse (und ADC). Wenn das alles passt, kann dieses Setting mit einer effektiven Brennweite so um die 4-5 mm auch für unglaubliche Details am Mond (ev. mit billigem Rotfilter) verwendet werden.
4. )
Übersichtsokulare:
immer längere Brennweiten von 18 über 25 bis ca. 35 mm bilden bei immer geringerer Vergrößerung immer weitere Bereiche des Himmels mit zunehmend hellerer Flächenhelligkeit ab. Bis wie weit das etwas bringt, hängt von der Himmelsqualität ab, ohne Filter finde ich die Abbildung bereits bei ca. 25mm Brennweite in durchschnittlichem, ländlichen Gebiet schon unattraktiv, weil der Himmelshintergrund zu hell ist. Spätestens bei Erreichen des maximalen Pupillendurchmessers des eigenen Auges (z.B. 5mm bei 30mm Okularbrennweite am f6 Teleskop) ist eine längere Brennweite nur mehr gleichbedeutend mit einem Verlust an Teleskopdurchmesser.
Fazit: lieber mit einem einzelnen, sinnvollen Okular beginnen, als ein Set preisgünstiger Okulare in Brennweiten, die man zum Teil wenig nützten kann.
Hoffe, das ist hilfreich,
CS Nik