Hallo TJ,
eine schwierige Frage ist das, die mich auch schon einige Zeit beschäftigt. Deshalb schreib ich dir einfach mal meine Überlegungen:
Ich habe mir auf dem letzten ITV den Millenium Star Atlas und die Uranometria angeschaut. Dazu muss man wissen, dass ich bisher mit dem Programm TheSky während den Beobachtungen mit meinem TAL 1 (vom Balkon) gearbeitet habe. Deshalb bin ich es (leider) gewohnt, Sterne bis z.B. 13 mag auf der Karte zu haben und beliebig zoomen zu können etc. Da ich gerne auch schwache Objekte beobachte, ist das sehr von Vorteil.
Eigentlich hatte ich vor, mir die Uranometria dort zu kaufen. Doch als ich sie dann mal durchgeblättert habe (das wirkt besser als die Beispielseiten im Internet) stellte ich für mich fest:
- überfüllt mit einer Unmenge Objekte samt Beschriftung, das wird z. T. sehr unübersichtlich. Dabei habe ich grundsätzlich nichts gegen Datenfülle, im Gegenteil, aber es sollte in einem gesunden Verhältnis zur Sternanzahl und zum Karten-Maßstab sein.
- zu wenige Sterne. Dabei einfach folgende Überlegung (schau dir die Beispielseiten mal an): Wieviele Sterne sind pro Quadratgrad (= Gradnetzeinteilung, entspricht grob einem Gesichtsfeld) eingezeichnet? Ich würde mal sagen, es sind im Schnitt vielleicht 1 bis 3 Stück. Das ist mir aus obigen Gründe zu wenig.
Dann konnte ich mir den Millenium Star Atlas anschauen:
Durch den größeren Maßstab und die deutlich höhere Sternanzahl wäre er für mich einigermaßen ok. Aber natürlich keine Vorteile ohne Nachteile:
- noch deutlich unhandlicher (schwer, groß), man verliert leichter den Überblick, da man immer nur kleine Auschnitte eines Sternbildes sieht (schlecht für grob-Orientierung)
- keine Field Guide wie bei der Uranometria dabei, weniger Objekte als in der Uranometria.
Deshalb bin ich zu folgendem langfristigen Ziel gekommen: Statt in einen der beiden jeweils für mich nicht optimalen Atlanten zu investieren, möchte ich einen Laptop beim Feldeinsatz betreiben. Das ist mit einigen Problemen verbunden (Strom, Kälte, Feuchtigkeit usw.) und sicher nicht billiger, aber für mich wohl die sinnvollste Lösung. Ich habe nämlich keine Lust, mir vorher ständig Sternkarten ausdrucken zu müssen.
Gründe:
- Ich habe sowohl Übersichtskarten als auch Detailkarten jeweils dabei, da frei zoombar
- Die mögliche Grenzgröße für Sterne ist von Atlanten unerreichbar
- Die Grenzgröße für Deep-Sky-Objekte ist einstellbar: Alles was deutlich zu schwach ist, braucht nicht angezeigt werden und verwirrt so nicht
- Darstellung von beweglichen Objekten sehr genau möglich (man denke nur an NY40)
- Ich kann meine eigene Datenbanken etc. erstellen und dann benutzen
- und einige andere
Das ist zwar jetzt alles nicht ganz entsprechend deiner Frage, aber vielleicht als weitere Idee nützlich?
Viele Grüße
Christian