Welchen Filter Blau oder

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orion111

Mitglied
Hallo
bin neu hier, und habe auch gleich eine Frage ;): ich habe mir im Novenber ein 6" Newton mit 750mm Brennweite gekauft. War aber nur 4x draußen :(. Bis jetzt habe ich eigendlich nur Jupiter beobachtet. Konnte aber nur das NEB und SEB erkennen. Ich habe gelesen das man mit solch einer Öffnung mehr sehen kann, da ist mir ein Blaufilter eingefallen doch nach langem Suchen im Internet bin ich auf mehreren Seiten darauf gestoßen,dass ich mit meiner Öffnung genau zwischen einem Blau und einem Dunkelblau Filter liege.
Nun meine Frage: welcher Filter ist für diese Öffnung besser, oder könnte man auch einen Mondfilter benutzen, um mehr Detail auf Jupiter und Saturn zu sehen.

Freu mich schon auf die Antworten, da ich schon sehr lange nach einer Endscheidung suche :)
 
Hallo orion. Ich würde Dir wenn dann zu normal blau raten. dunleblau würd ich erst ab 8" einsetzen. Bei mir bringt aber ein gelber Farbfilter #15 am Jupiter den besten Kontrast. CS. Andi
 
Farbfilter an einem Spiegel? Warum? (Sorry, ich habe von Beobachtung überhaupt keine Ahnung.)
 
Hi unbekannter,

Du kannst mit so einem Teleskop schon mehr sehen, aber bevor Du da an Filter denkst, solltest Du ein paar andere Dinge abklopfen (die ggf. sogar weniger kosten).

Filter sind bei der Planetenbeobachtung ein probates Mittel, aber man braucht Beobachtungserfahrung, um sie wirklich sinnvoll einzusetzen und man muss dafür auch den Verlust der durchaus schönen, natürlichebn Farbe der Planeten hinnehmen. Jupiter in Giftgrün oder Babyblau, das akzeptiert sich eben dann, wenn man den Gesamteindruck ohne Filter kennt und bestimmte Details vertieft beobachten will. Wenn man insgesamt quasi "nichts sieht", ist das wohl der Falsche Weg.

Daher möchte ich mal Dinge abklopfen, die vielleicht einem Beobachtungserfolg ohne Filter im Wege stehen.

1. Justage
Du hast einen Newton mit f/5. Wenn die Optik gut ist, kann sie Ihre Leistung nur mit guter Justage zeigen. Einen f/5 Newton mit Chesire-Okular sauber zu justieren ist schon nicht ganz einfach und an 4 Abenden nicht unbedingt gelernt. Mit einem Justierlaser und der Barlowed-Laser-Methode geht es leichter, setzt aber eine einigermaßen stimmige Grundjustage voraus und eine an der richtigen Stelle sitzende Mittenmarkierung auf dem Hauptspiegel.

2. Okulare
Ein f/5 Teleskop stellt manche Okulare vor Probleme und um ein f/5 Teleskop (bei guter Justage) an seine optimalen Planetenvergrößerungen heranzuführen, braucht man auch schon etwas ungewöhnliche Okularbrennweiten. Der Bereich zwischen 5mm und 3,5mm ist am interessantesten. Wenn Du Okulare wie Orthos, Plössls, Kellner oder RKE einsetzt, kann es am besten sein, sie nicht als z.B. 4mm zu kaufen, sondern sie mit einer Barlow einzusetzen. Ein 12mm Okular mit einer 3x Barlow hat einen angenehmeren Augenabstand und durch die Barlow "sieht" das Okular ein unkritisches f/15-Teleskop statt einem für das Okular gemeinen f/5. Justieren muss man trotzdem sauber! Siehe oben.

3. Blendung
Gerade Jupiter ist sehr hell, ähnlich hell wie der Mond. Das Empfinden der Blendung ist nur geringer, weil er im Bild nicht so groß erscheint, bzw. wenn er groß erscheint ist er stark vergrößert und das Bild dadurch abgedunkelt.
Viele Sternfreunde sind durch Jupiter schlicht geblendet und man kann so Details nicht gut sehen, weil sie im Pastell in Pastell einfach überstrahlt werden. Wenn Öffnung[mm] geteilt durch Vergrößerung etwa 0,7mm ergibt (das nennt man 0,7mm Austrittspupille=AP) hat Jupiter erst eine angenehme Helligkeit. Für die meisten, ist immer individuell. Manchmal kann man seine Umgebung beleuchten (wenn man niemanden damit stört) um das Blendempfinden zu reduzieren. Jedenfalls wird's problematisch, wenn das Seeing einfach nicht diese hohe Vergrößerung zulässt, das Bild also unscharf wabert und auch keine scharfen Momente hat. Dann muss man die Vergrößerung zurücknehmen und das Bild wird heller. Hier hilft nur ein Graufilter bzw. der Erfolg mancher Farbfilter dürfte in einer leichten Helligkeitsdämpfung genauso begründet sein, wie in der Wirkung der Farbe. Beim Baader Skyglow ist das wohl so. Viele Sternfreunde nutzen übrigens einen variablen Polfilter, um die Helligkeit in einem gewissen Bereich einzustellen, ich will aber nicht sagen, dass man so ein Ding grundsätzlich haben muss.

4. Seeing
Es ist schon angeklungen, wie weit man maximal Vergrößern kann hängt auch davon ab, ob die Luftunruhe das zulässt. Luftunruhe findet aber auch im Teleskop statt. Es muss ausgekühlt sein. Ein 6" Newton sollte 20 Minuten bekommen, bevor man "ernsthaft" hoch vergrößert und 30 Minuten bis 45 Minuten wird's bis zu einer guten Temperaturanpassung mindestens dauern. Fällt die Nachttemperatur schnell, läuft das Teleskop ihr entsprechend länger hinterher. So lange (und selbst wenn es um Zehntelgrade Unterschied geht) steigen Warmluftschlieren vom Hauptspiegel auf und durchwandern den Tubus. Du kannst sie sehen. Jupiter unscharf zu einem riesen Flatschen stellen und Du siehst den Querschnitt des Strahlengangs mit Fangspiegel, Halterung, ggf. Halterklemmen und... Deiner Hand vor der Teleskopöffnung z.B. oder eben der Luftschlieren vor dem Spiegel. Unbedingt mal probieren!

Was dagegen tun? Viele Sternfreunde basteln sich eine Tubusbelüftung mit einem vibrationsarmen Lüfter aus dem PC-Bereich. Es gibt etliche Anleitungen, der Beitrag ist schon lang genug.

5. Übung.
Man muss das auch lernen, etwas zu sehen. Konzentration, Gewöhnung mit dem Auge am Okular, Bedienung des ganzen ohne die Konzentration zu verlieren. Und dann eben die Fähigkeit, in einem Moment guter Luftruhe, mag es nur eine Viertelsekunde sein, viel Bildinformation aufzunehmen und zu behalten und auch sie mit dem nächsten ruhigen Moment vielleicht in 10 Sekunden oder später abzugleichen.

Tja, und wenn das alles mal so eine ganze Weile klappt, dann kannst Du die Wirkung eines Farbfilter erst richtig schätzen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Andi,

Dein
Zitat von TheKosmokrat:
Ich würde Dir wenn dann zu normal blau raten. dunleblau würd ich erst ab 8" einsetzen. Bei mir bringt aber ein gelber Farbfilter #15 am Jupiter den besten Kontrast.
kann ich noch leicht ergänzen: normalblau ist #80A, dunkelblau wäre #38A.

Ich finde übrigens, daß der Kontrast mit dem Blaufilter höher ist als mit dem Gelbfilter. Dafür nützt letzterer auch etwas am Saturn.

Grüße

fquadrat
 
Hi!

Zitat von smile:
Egal, ob ein Teleskop mit Spiegeln oder Linsen arbeitet, die Planeten haben Farbkontraste, welche man mit einem Filter in Helligkeitskontraste umwandeln kann.

Auf dem rötlichen Mars gibt es Gebiete mit leicht grünlicher oder bläulicher Farbe. Nimmt man einen Rotfilter (#25A geht schon im 114-mm-Newton), so dunkelt er diese Gebiete stark ab. Der Helligkeitskontrast zur roten Bereichen steigt somit merklich.

Grüße

fquadrat
 
Hallo orion111,

guckst du mal hier. Dann hättest du alles (blau, gelb und variabler Polfilter), wahrscheinlich aber nix g'scheit. An Farben habe ich mal nur gelb am Mond getestet, und, nun ja, es war gelb. Am Planeten hatte ich bis jetzt noch keine Möglichkeit. Der Polfilter funktioniert in meinen Augen am Mond sehr gut und leistet mir wirklich gute Dienste. Selbst wenn die Farben nichts taugen sollten, ein variabler Polfilter alleine kostet auch schon um den Dreh...

Wie man die Farben im Dunkeln am besten einstellt, hab ich noch nicht getestet.

Viele Grüße
Markus
 
Hey, vielen Dank für diese Antwort! :) Leuchtet mir nun absolut ein. Ich dachte man verwendet die Filter um die störenden Farbfehler bei nicht so guten Refraktoren zu eliminieren.

Liebe Grüße
Konstantin

Zitat von fquadrat:
Hi!

Zitat von smile:
Egal, ob ein Teleskop mit Spiegeln oder Linsen arbeitet, die Planeten haben Farbkontraste, welche man mit einem Filter in Helligkeitskontraste umwandeln kann.

Auf dem rötlichen Mars gibt es Gebiete mit leicht grünlicher oder bläulicher Farbe. Nimmt man einen Rotfilter (#25A geht schon im 114-mm-Newton), so dunkelt er diese Gebiete stark ab. Der Helligkeitskontrast zur roten Bereichen steigt somit merklich.

Grüße

fquadrat
 
Hi Markus

der Link ist schon viel besser doch ist der Filter den auch genauso Leistungsfähig wie viele einzelne Filter???
Danke für diesen Kompromiss.

Gruß
orion111
 
Hallo,

ganz ehrlich? Keine Ahnung. Ich denke aber, dass ein reiner Farbfilter bestimmt besser sein wird. Ich bin auch Anfänger und habe mit Farbfiltern keine Erfahrung. Ich habe diesen gewählt, weil ich eben einen variablen Polfilter bekomme, der in meinen Augen prima funktioniert und den ich nicht mehr missen möchte, und auch noch ein bissl Farbe dabei habe (zum Spielen). Wie gesagt, ein reiner Polfilter kostet auch schon 40 €. Wenn du nur auf die Farbe aus bist, dann kauf die Filter lieber einzeln.

Auch noch ne kleine Anmerkung: Details an Jupiter habe ich erst nach mehrmaligem und längerem Beobachten gesehen (ohne Filter). Am Anfang ging es mir auch wie dir, nur hell und ein bissl bräunlich. Versuch also mal, das Sehen zu üben. Hat mir viel gebracht. Der Einsatz von Farbe am Jupiter gelingt mir hoffentlich heute Abend. So Gott will ;)

Viele Grüße
Markus
 
Hey
könnte mir jemand sagen ob man mit einem Mondfilter auch Details auf Jupiter sieht??? Braucht man ja sowieso für den Mond ;)

Gruß
orion111
 
Hallo Konstantin,


Zitat von smile:
Ich dachte man verwendet die Filter um die störenden Farbfehler bei nicht so guten Refraktoren zu eliminieren.
Man nimmt für diesen Zweck Gelb- (#12, #15) oder spezielle Interferenzfilter ("Minus-Violett-Filter").

Es gibt aber eben auch Filter, die für bestimmte Objekte oder Umweltbedingungen gedacht sind, und zwar weitaus mehr als die zur Farbfehlerkorrektur.

Farbfilter nimmt man für Planeten, Neutralfilter z.B. für den sehr hellen Mond und Deep-Sky-Filter zur Unterdrückung von störenden Linienemissionen (Entladungslampen). UHC-Filter lassen hauptsächlich die nützlichen Spektrallinien von Emissionsnebeln durch, und Linienfilter picken sich aus diesen dann eine oder ein enges Dublett heraus.

Alle im vorigen Absatz genanten Filter sind am Reflektor genauso gebräuchlich wie am Refraktor, auch die Farbfilter.

Grüße

fquadrat
 
Hey Sven

warum ziehst du deinen Beitrag zurück? Er war sehr gut und hat für mich sehr viele Erkentnisse gebracht. Ich bin erst 13 und ich brauche viele verschiedene Meinungen um eine eigene zu bilden!!!!

Viele Grüße
orion111
 
Hi Orion,

der Beitrag ist doch noch da, schau nochmal den Thread durch. Sven war wohl etwas "angefasst", weil er einen langen Text geschrieben hatte, indem deine Frage bereits beantwortet war. Lies dir das alles etwas genauer durch, vieles entdeckt man erst beim zweiten Hinsehen. :super:

Manchmal hilft es auch, wenn du am Anfang dein Alter verrätst. Dann können sich die Leute besser auf deine Fragen einstellen. Und: verrrate uns mal deinen Vornamen, denn wir reden uns hier nicht mit dem Avatar, sondern lieber mit dem Vornamen an.

Viele Grüße und klare Nächte

Logi :huhu:
 
Hey,
Danke für dein Verständnis.Ich heiße Luca und bin seit einem Jahr total begeistert von der Astronomie.

Viele Grüße
Luca
 
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