welchen Filter Nebel-EAA?

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VisuSCor

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Hallo,

angeregt durch die Empfehlung hier bin ich am Überlegen, ob ich mir einen entsprechenden Filter zulege, aber gleichzeitig auf 2 verschiedene Filtertypen gestossen. Jetzt überlege ich, ob überhaupt für meine Anwendung und wenn ja, welcher Filter der richtige wäre.

Es geht um EAA, also kurze Belichtungen von max 10 bis 20 Sekunden und Live-Stacking. Also keine langbelichteten Astrofotografien. Ich gehe mal davon aus, dass die Filter Licht schlucken und damit einher geht eben die Frage, ob ich dann noch klar komme und die Filter Sinn machen.

Es geht um die Visualisierung von Emmissionsnebeln.

Dann bin ich auf zwei verschiedene Filter von ZWOptical gestossen:
filterverleich.jpg


Zum Filter links folgende Beschreibung: H-Alpha, H-Beta und O-III werden nahezu ungehindert durchgelassen. Der rechst wird als SII Schmalbandfilter (7 nm) verkauft, ohne nähere Angaben zu den beiden anderen Linien. Quelle: TS Homepage

Kann jemand was dazu sagen?

CS.Oli
 
Hi Oli,

rechts sind die Bänder der drei einzelnen Filter angegeben. Links eben die beiden Bandpässe des Dual-Band Filters..

Viele Grüße
Sven
 
Hallo,

denk dran, die Filter lassen nur einen relativ schmalen Lichtbereich des Kontinuums durch. Um so dunkler werden Deine Aufnahmen. D.h. längere Belichtungszeiten sind nötig für ein gutes S/R und Du hast eventuell nicht genügend helle Sterne zum Livestacken bei kurzen Belichtungen. Statt ca. 400nm Bandbreite ohne Filter fürs Kontinuum hast Du nur noch ca. 40-50nm mit den zwei/drei Bändern. D.h. Deine nötige Belichtungszeit verzehnfacht sich fast. Bei Reflektionsnebeln sieht es da ganz duster aus.
Aber - nur Versuch macht kluch ...

Gruß

*entfernt*

PS: Ich sehe gerade, der rechte lässt sogar nur SII durch. Der wäre für EAA nix. Da wirkt er wie ein Dunkelfilter.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Danke, also erstmal den Duoband und dann weitersehen.

Wenn die rechts hinter dem Filter ein "s" dazu geschrieben hätten, oder zu der jeweiligen Filterkurve den Produktnamen, dann wäre auch mir Noob klar gewesen. :)

Danke Heiko, das wäre meine nächste Frage gewesen.... muss ich mal drüber nachdenken.

CS.Oli
 
danke - super Hinweis! Hatte ich dort nicht gesehen.

CS.Oli
 
Hi Oli,

ich kann nur aus meiner visuellen Praxis mit einem 12" sagen, die Filter machen ganz schön dunkel.
Du siehst fast keine Sterne mehr (unter 12" würde ich die nicht benutzen wollen, da sieht man dann gar nichts mehr).

Wenn allerdings ein Nebel (zb Cirrus und OIII) gut darauf anspricht, dann siehst du denn auf einmal mit viel Kontrast vor sternenleeren Hintergrund. Weiß jetzt nicht ob das Live-Stacking dann funktioniert.

Also nach meinen Erfahrungen mit EAA ( ;) ) glaube ich, dass das schwierig wird.

Gruß
Peter
 
Das würde mich dann sehr interessieren. Bitte berichte dann.

Gruß
 
Hallo Peter,

gern - ich hoffe ich vergesse es nicht hier in diesem Thread zu posten.

CS.Oli
 
Hallo Oli,

ich habe auch gerade ein bisschen mit Livestacking gespielt.
Allerdings nutze ich aktuell eine Altair294pro an einem EF200/2.8L@f4. Dazwischen hängt entweder ein IDAS D1 oder ein NB2.
Der D1 erlaubt an einer f4-Optik wirklich recht kurze (5sec...20sec) Belichtungszeiten. Der NB2 benötigt allerdings bereits (für ansprechende Ergebnisse) Belichtungszeiten im Bereich 40sec und deutlich mehr. Bei einem f6.3-System müsste man die notwendigen Zeiten etwa verdreifachen...
Wobei der NB2 ein "echter" Duoband mit etwa 25nm HWB ist, der o.g. ZWO ist eigentlich ein Triband - wobei ich mir nicht im Klaren bin, ob bei Ha/O3-Objekten der Hbeta-Anteil den O3-Anteil nicht verschmiert, da ja beide türkis sind und die Hb-Strukturen identisch den Ha-Strukturen sind. Praktischer wäre in meinen Augen ein Duoband Ha+Hb: identische Strukturen, und die Summe des Lichtes aus zwei Wellenbereichen, quasi ein ha-boost-filter ;)

viele Grüße - Ronald
 
Ich verwende Integrationszeiten von 10-40s mit Filter bei starkem Gain. Meine Lichtstärke ist f5,2. Das stacken klappt gut, Ich denke auch da ich ja mit der Atik Horizon einen recht großen Chip habe und mit 600 mm Brennweite dann ein recht großes Feld… Da finden sich eigentlich immer Sterne trotz Filter.

Ich verwende den L-eNhance aus der Stadt heraus und bei viel Mondlicht. Ich habe den Eindruck, dass meine EAA Ergebnisse dadurch besser werden... Ob das noch EAA ist bei den langen Integrationszeiten ist aber durchaus diskussionswürdig ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die Tipps! Lange Belichtungszeiten kommen bei mir ja schon deshalb nicht in Frage, weil ich dann mit dem CPC Karussel fahre.

CS.Oli
 
kurze Frage an die Filterfachleute:

ich habe einen ES 2" UHC Filter, der auf der einen Seite ein M48 Filtergewinde männlich hat, auf der anderen Seite wäre wohl auch ein M48 Filtergewinde drin, aber da ist der Sicherungsring für den Filter eingeschraubt und damit das Gewinde belegt.

Jetzt habe ich aber an meinem Olifraktor genau dieses Gewinde an dem Helicalfokussierer und könnte den Filter prima zwischen Fokussierer und T2 Adapter schrauben.

Die Frage ist: wie kriege ich den Sicherungsring da raus? Gibts da ein Werkzeug oder einen Trick? Da sind ja zwei Einkerbungen...

uhc filter.jpg


Mir ist natürlich klar, dass das Filterglas damit lose ist und das würde ich entsprechend vorsichtig handeln, sollte kein Problem sein. Sobald der Filter angeschraubt ist ist das Glas ja wieder sicher.

CS.Oli
 
eigentlich wollte ich nur messen wie groß ich das Werkzeug machen muss...

uhc filter werkzeug.jpg


... dann ist mir aufgefallen, dass ich das Werkzeug bereits in der Hand halte. Die Schieblehre kann man ja arretieren und dann mit den Dornen einfach in die Kerben am Filter und ... VORSICHTIG drehen ... geht perfekt!

CS.Oli
 
Ich mache zwar kein EAA, es ist aber dasselbe Prinzip wie bei Schmalbandaufnahmen.

Man kann sich den Effekt von den Schmalbandfiltern einfach pi mal Daumen ausrechnen, wenn man die Durchlassfenster mit denen von Interferenzfiltern vergleicht. Die OSCs haben zwar keine steilen Kanten bei ihren Farbfolien, aber dafür überlappen sich die Fenster mehr und pi mal Daumen passt das.

Wenn der Duoband von ZWO 15nm Durchlassfenster bei HA hat und ein roter Interferenzfarbfilter ca. 100nm, dann lässt der Duoband 15/100 des Kontinuums, d.h. des Sternlichts durch. Um auf die selbe Sternhelligkeit zu kommen, muss man also 100/15 mal länger belichten. OIII/H Beta liegen zwischen blau und grün. Da der Durchlass aber größer ist, kommt man auch für blau und grün auf ähnliche Werte. Das selbe gilt für den Hintergrund.

Wenn man hier bei schon Striche bekommt, kann man entsprechend das Gain erhöhen, bis das durch die Verstärkung kompensiert ist und man wieder die selbe Belichtungszeit wie ohne Filter hat. Unter Umständen bekommt man trotz dann niedrigerem Ausleserauschen Probleme mit sehr schwachen Strukturen, aber man kann zumindest die Belichtungszeit in einem Rahmen halten, der sicher runde Sterne produziert. Bei EAA würde ich vermuten, dass das Ergebnis mit der Qualität der Kallibrierung der Einzelframes steht und fällt.

CS Joachim
 
Hallo Leute,

ich hab den Explore Scientific UHC Filter inzwischen bei einigen Sessions verwendet und schon den Eindruck, dass die Bildqualität besser ist als ohne, obwohl man nie genau sagen kann, welchen Einfluß das Wetter noch hat.

Den 2" Filter habe ich in ein Gewindepäckle gepackt, damit ich ihn zwischen die T2-Verschraubungen schrauben kann: eine M48a x M42i kam auf die Seite des Filters wo das M48 Innengewinde ist (rechte Seite). Den Sicherungsring der Gewindefassung habe ich durch eine Verschraubung M48i x M42a ersetzt, dadurch habe ich jetzt auf dieser Seite auch M42 zur Verfügung.

DSC03303.JPG


Der Grund war, dass ich sonst keinen Filter an mein 50 mm Objektivgehäuse bekomme, weil ich bei allen anderen Möglichkeiten nicht mehr in den Fokus komme.

Das so geschaffene "Päckle" aus Kamera und Filter finde ich aber ganz praktisch, denn ich habe nun die Wahl, ob ich das Ganze an das Objektiv schraube oder die die 1,25" Hülse einsetze so die Kamera ans Teleskop stecke. Wahlweise geht jetzt natürlich auch am Teleskop Direktverschraubung auf T2 oder 2" Filtergewinde.

DSC03301.JPG


Direkte Vergleichsaufnahmen habe ich noch nicht gemacht. Es gibt zwar Aufnahmen mit und ohne Filter aber an unterschiedlichen Tagen und es ist dann immer nicht klar, ob das Wetter nicht doch eine Rolle gespielt hat. Bisher war mir die Zeit, die ich am Teleskop hatte immer zu wertvoll für ausführliche Tests, denn wenn es läuft, will ich eigentlich lieber was sehen.

Inwischen überlege ich mir, ob es sinnvoll ist, statt dem eigentlich visuellen UHC-Filter von ES den Optlong L-Enhance zu kaufen. Kann jemand einschätzen, ob sich das lohnt? Sind ja 200 EUR im Spiel...

vgl UHC.jpg


Klar ist der Durchlass deutlich breiter, aber was der geringere Durch lass bringt - ausser mehr Belichtungszeit - ist mir nicht so hundert prozentig klar.

Danke für weitere Tipps und Einschätzungen

CS.Oli
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Oli, @VisuSCor

ich hab den Explore Scientific UHC Filter inzwischen bei einigen Sessions verwendet und schon den Eindruck, dass die Bildqualität besser ist als ohne, obwohl man nie genau sagen kann, welchen Einfluß das Wetter noch hat.

war ja eigentlich klar auf wen ich treffe, wenn ich bei google "eaa nebel filter" eingebe. ;)

Susanne und ich wollen auch EAA Erfahrungen mit Nebel ersehen und dann stolpert man zwangsläufig über das Thema Filter. Ich würde mich freuen wenn Du über Deine Erfahrungen berichtest. Vielleicht hast Du ja Tipps und Empfehlungen für uns?

Viele Grüße München bei Nacht - Ewald
 
Hallo Ewald,

die Wege des Internet sind doch seltsam - ich bin sicher einer, der am wenigsten kompetenten Leuten auf diesem Gebiet. LOL... Ich kann Dir nur den Tipp geben, Dich mal bei CN zu dem Thema umzuschauen. Zum Beispiel hier: EAA - Filter Use? - Electronically Assisted Astronomy (EAA) - Cloudy Nights
Ich meine ich hätte sogar mal einen ausführlichen Test-Thread zu dem Thema Filter gesehen, speziell den Optlong im Fokus, das finde ich aber nicht mehr. Falls doch, dann poste ich es später noch.

Meine Erfahrungen seit den ersten Posts hier sind leider rudimentär: ich bin schlicht nicht weiter gekommen. Das liegt daran, dass ich aufgrund des Wetters seit September vielleicht 20 Beobachtungsnächte hatte. Und da fängt man eigentlich immer wieder bei Null an, so fühlt sich das jedenfalls an. Ausserdem habe ich einige "Baustellen", was ich probieren will. In den letzten Monaten war da meine Polhöhenwiege für das CPC800 und die Einnordung immer das Hauptthema - auch weil ich mir davon verspreche, längere Belichtungszeiten für die Nutzung der Filter möglich zu machen. Beim C8 azimutal ist halt bei 24 s Belichtungszeit einfach Schluß, was die Nutzung der Filter erschwert.

Bisherige Erfahrung: die Filter konnte ich nur bei bestimmten Objekten gewinnbringend einsetzen: den L-eNhance zum Beispiel nur an M27 und an M57. Hier eine Aufnahme von M27 bei f/10 mit der ASI 224: M27 testing my new L-Enhance filter - EAA goodies - Photo Gallery - Cloudy Nights. Im Nachhineien muss ich gestehen, dass ich garnicht mehr weiß wie ich das hinbekommen habe. ;)

Da ich die letzten Monate ausnahmslos nach Galaxien gejagt habe, hab ich das Filterthema wieder in den Hintergrund geschoben. Gerade bin ich aber dabei, das wieder auszugraben, denn die Zeit der Nebel steht ja bevor und die Polhöhenwiege habe ich so langsam im Griff. Jetzt fehlt nur noch das passende Wetter im Juli und August.

Drücken wir uns die Daumen.

CS.Oli
 
Hallo Oli,

entweder kopierst Du genau die Vorgehensweise und Ausrüstung der Beispielbilden, dann sollte das Ergebnis vergleichbar sein,
oder Du probierst es mit deinem Geräteaufbau und den verfügbaren Filtern!

Wenn Du dann diese verschiedenen Bilder hier zeigst, kann man vielleicht besser was dazu sagen.

Nichts bringt mehr Erkenntnisse und Erfahrung, als eigen erstellte Testreihen, die dann auch gleich den Werdegang zum Optimum dokumentieren!


Gruß Günter
 
werde ich gerne tun, im Moment fehlt es halt an Gelegenheit.

CS.Oli
 
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