Visueller Schärfeverlust durch Obstruktion
> "ich lach mich kaputt!"
Tom, was nutzt Dir das, Du solltest lieber genauer lesen und sachgerecht argumentieren.
Dieser Thread bezieht sich auf visuelles Beobachten, Deine Bilder besagen deshalb
hierzu rein gar nichts, insbesondere wenn sie bearbeitet sind.
Bei der Schärfeleistung für hochauflösende Fotografie spielt die Obstruktion
dagegen kaum eine Rolle.
Nochmals ganz langsam für den "kaputten binoviewer" ...
Die Berechnung der Kontrastschärfe eines Reflektors gilt nur bei "visuellem Beobachten"!
Martin Birkmaier zur Obstruktion, Zitat:
"In einem sehr guten, 2-teiligen Artikel in Sky&Telescope (July 93, Seite 91 und
Sept. 93, Seite 83) hat William P. Zmek die Anregung und Formeln für dieses
Kapitel geliefert. Die komplizierte Berechnung der Kontrastschärfe kann nach
Zmek durch folgende Prämissen ziemlich vereinfacht werden:
Alle Aussagen gelten nur für den durch das Auge wahrnehmbaren Bereich, d.h. die
nicht wahrnehmbaren Bereiche bleiben unberücksichtigt.
Alle Aussagen beziehen sich nur auf Details mit 20% Kontrast, wie er bei
Planeten und DeepSky Objekten häufig vorkommt.
Als Ergebnis berechnet Zmek nicht diffuse Wahrnehmungsverluste sondern harte
Öffnungsverluste bzw. effektive Durchmesser."
Falls Du Dich wieder eingerenkt hast hier nochmals der LINK...
Faustregeln zur Berechnung der visuellen Kontrastschärfe nach William P. Zmek
Astrooptik, Uwe Laux, (c) 1999, Zitat:
"Bei allen rotationssymmetrischen Spiegelsystemen findet durch Gegen- bzw.
Ablenkspiegel eine Zentralabschattung statt. Sie stellt einen Eingriff in die
Wellenfront und auf das Beugungsbild dar. Das hat zur Folge, daß durch diese
Zentralabschattung das Auflösungsvermögen (AV) verbessert wird (theoretisch),
der Kontrast für mittlere Ortsfrequenzen geht aber zurück. Das Bild wird
kontrastärmer als beim Refraktor und dies umso mehr, je größer die relative
Zentralabschattung ist. Es findet eine Umverteilung der Intensitäten des
Beugungsscheibchens statt...
Zentralabschattung: Auch Obstruktion, ist besonders bei Spiegelsystemen
relevant. Alle rotationssymmetrischen Spiegelsysteme ... sind
konstruktionsbedingt mit Zentralabschattung behaftet...
Bei den Spiegelsystemen ... kommt eine Streuung und Beugung am Haltekreuz
hinzu. Da das Haltekreuz nicht in der Pupille liegt, gibt es oftmals
asymmetrische Beugungs- und Streulichteffekte (z. Bsp. beim Schmidtteleskop ...)
Diese wirken sich besonders bei astrometrischen Aufgabenstellungen sehr störend
aus. Da Spiegelsysteme oftmals nicht die Beugungsgrenze erreichen (optische Güte
und Seeing), verschmilzt das erste Maximum mit dem Bildkern. Somit verschlechtert
sich in der Praxis das [Auflösungsvermögen] AV eines Spiegels erheblich, da die
theoretische Verkleinerung des Punktbildes in den Spiegelfehlern und Seeing
untergeht."
Abschließend noch ein
Zitat von Walter_E_Schön...
"Man bezieht daher meistens auf den Durchmesser, weil die wichtigste Konsequenz
der Obstruktion, nämlich der Verlust an Auflösung und Kontrast durch Beugung,
damit recht gut korreliert: Wenn man vom Gesamt-Öffnungsdurchmesser den kleinen
Durchmesser des Fangspiegels (d.h. den Durchmesser der in axialer Richtung
gesehenen Kreisscheibe) abzieht, erhält man einen Wert, der in etwa dem
Durchmesser eines nicht obstruierten Teleskops, z.B. eines Refaktors, mit etwa
gleicher Bildschärfe entspricht.
Ein Newton von 150 mm Hauptspiegeldurchmesser und 20% durchmesserbezogener
Obstruktion (= 30 mm Durchmesser) hat also etwa die gleiche Auflösung und den
gleichen Kontrast wie ein Refraktor von ca. 120 mm Öffnungsdurchmesser...
...die Mondoberfläche, Planeten und andere Beobachtungsobjekte enthalten
beinahe unendlich viele Strukturen ganz unterschiedlicher Frequenz, und wie
schon vor mehr als drei Jahrzehnten von E. Heynacher und F. Köber nachgewiesen
wurde (siehe Zeiss-Informationen Nr. 51 von 1968), spielt für den visuellen
Schärfeeindruck in einem Bild der Kontrast in der groben Strukturen (vorliegen)
die Hauptrolle."
Übrigens war der visuelle Eindruck des Saturn in meinem 80mm FL-APO meist deutlich
besser (Kontrast/Schärfe) als Dein obiges Bild vom 76/700 Newton hier wiedergibt.
Mein 7" MC (Kontrastschärfe eines 120er APO`s) kann zwar nochmals sichtbar zulegen;
er tut dies aber Aufgrund des meist vorhandenen mäßigen Seeings leider zu selten.
Fallende Temperaturen mag er gar nicht, trotz (kleinen) Lüfters ergeben sich sichtbare
Bildverschlechterungen durch Tubusseeing.
Nochmals, falls Du es wieder vergessen hast...
Bei der Schärfeleistung für hochauflösende Fotografie spielt die Obstruktion
dagegen kaum eine Rolle.
"the obstruction has less effects in CCD than in visual"
Wenn Du Dich nun weiter kaputt lachen willst tu das ruhig - A M E N ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />