Welcher kleiner Refraktor für Herschelkeil?

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alffrommars

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Hallo Gemeinde :)

Ich habe vor mir ein ein kleinen Refraktor samt Herschelkeil für die Sonnenbeobachtung zuzulegen. Ich habe zwar schon ein Folienfilter aber das Bild soll ja nochmals besser sein und die Sicherheit ist auch höher.

Ist dafür ein 80 / 400 oder 100 / 500 sinnvoll bzw. nutzbar?

Hat man irgendwelche Nachteile wenn man einen 1,25" Keil an einem 2" OAZ nutzt?

Der kleine Refraktor wäre ja praktischerweise auch zum Himmelsspaziergang nutzbar.


Bin für jede Anregung dankbar.

Hoffe hier kommt mehr raus als die "Beratung" per Mail eines Shops die mit ner lapidaren Antwort endete und nem Link zu nem B Ware Teleskop 90 / 900.


Gruss
alffrommars
 
Hallo Alf,

im letzten Sommer habe ich die Lacerta-Keile an diversen Teleskopen probiert. Mit dem Backfokus kann es dabei hapern, weshalb sich in vielen Fällen die 1,25" Version empfiehlt - die benötigt weniger. Wichtig ist, dass die Brennweite des Teleskops nicht zu lang für das 1,25" Prisma ist, denn sonst wird das Sonnenbild zu groß und ragt über das Prisma hinaus. Dann fängt es da drinnen an zu backen und noch bevor da was kokelt, wird einfach das Bild schlecht wegen Tubus-Seeing. 1,2m Brennweite sind jedenfalls problemlos mit 1,25".

80/1200 FH: 1,25" Problemlos, bei leichten Seeing-Einbußen langt's nicht mehr so wirklich für Granulation und Penumbra-Strukturen. Öffnungsbedingt.
80/560 Volks-Apo "güldener Tubus": 2" Prisma kommt nicht in den Fokus, 1,25" Prisma war OK, ich glaube aber nicht mehr mit jedem Okular. Backfokus knapp.
100/900 ED-R von Celestron mit Moonlite OAZ: 2" Prisma problemlos
127/960 ED-Triplett (Meade): 1,25" Prisma problemlos. Gute Leistung bezüglich Granulation. Die Geräte produzieren dennoch Blausäume, können also einen Gelbfilter brauchen. Visuell aber kein Muss. Der 80 f/15 FH zeigt die Farbe etwas deutlicher.

Das war jetzt visuell. Für Fotos per DSLR hat der Backfokus dann immer noch nicht gereicht. Um das zu erreichen, habe ich dann das 1,25" Prisma verwendet und statt der 1,25" Okularhalterung bei Teleskop Austria einen T2m/T2m-Adapter bestellt, der innen beidseits 1,25" Filtergewinde hat. Damit der zum Prisma zeigende Filter nicht auf dem Prisma aufsetzt, muss ein kurzer T2 Verlängerungsring dazwischen, möglichst nicht höher, als es der Filter wirklich braucht. Zum Prisma hin dann der Kombifilter ND3/Pol/UV/IR-Cut (bei dem die Orientierung wichtig ist), zur Kamera hin kein Filter. Wenn da ein zweiter Filter dazu kommt, kann es Doppelbilder geben, dann muss man das Prisma justieren. Die Doppelbilder habe ich schon nachvollziehen können mit Baader CaK-Doublestack, die Justage noch nicht. Gibt hier nen Thread dazu.
Wichtig: der Filter mit dem UV/IR-Cut muss immer als erstes kommen, mit der IR-Beschichtung zum Prisma hin, um die Hitze zurückzuspiegeln.
Diese Adaption gibt dann jedenfalls genug Backfokus für Primärfokus-Aufnahmen.
Beim Merkur-Transit hatte ich das noch nicht am Start und musste den Fokus per Barlow herauslegen - das war dann zuviel Brennweite für das Nikon DX Chipformat.
http://www.svenwienstein.de/HTML/merkurtransit_2016.html

Persönlich würde ich sagen, dass mit dem Keil 80mm schon nett sind, dass es aber an Leistungsreserven fehlt. Dadurch sind dann die feineren Strukturen auf der Sonnenoberfläche seltener machbar, als mit größerer Öffnung. Bei 100mm farbreiner Öffnung ist das dann viel besser, beim 5" Triplett...hmm... Halb!-Apo kommt nochmals mehr Detail. Naja, mehr geht immer.

Ansonsten: 5" Öffnung brennen auch hinter dem Keil ein Loch in den Deckel. Man muss wie Fuchs aufpassen beim Okularwechsel, weil beim Lacerta-Keil dann ja auch der ND3/IR-Cut entnommen wird. Tut man einen Deckel drauf, schmilzt flugs der Deckel. Tut man keinen Deckel drauf, sollte man den Kopf und alles was man sonst noch braucht vom grellen Licht klar halten. Unkonzentriertes Rumhampeln geht mit solchen Keilen nicht. Dann wird mal vergessen, den Filter umzuschrauben, und es qualmt, riecht nach Brandblasen oder schlimmeres! Und man muss zusehen, dass die Sonne immer schön im Feld bleibt, sonst qualmt es irgendwo vor dem Prisma. Ich schaue immer an der Wand mit den Kühlrippen, ob der unscharfe Sonnenreflex da sauber durch kommt.

Was den Herschelkeil allgemein angeht: Der Himmelshintergrund wird schon verdammt schwarz im Vergleich zur Folie. Ich denke das liegt schlicht daran, dass in der Folie die immer vorhandenen Micro-Löcher mehr Streulicht produzieren. Alternativ bekommt man ja nun auch wieder schwarz durchgefärbte Glasfilter für die volle Öffnung, nämlich von Optikpraxis. Außer der leicht grünlichen Färbung dürften da wenig Unterschiede zum Herschelkeil auftreten. Ich hatte davon aber noch keinen vor der Linse. Ich finde es prinzipiell attraktiver, die Sonne vor der Bündelung zu dämpfen.
Bleibt beim Lacerta-Keil der sehr spezielle Vorteil, per Polfilter die Helligkeit regeln zu können. Das funktioniert mit dem Kombi-Alles-In-Einem-Filter hervorragend. Aber auch da: Immer dran denken, vor dem ersten Einblick die Hand hinter das Okular zu halten, um dann den Polfilter erstmal auf "dunkel" zu drehen!

Clear Skies
Sven
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Alf, Sven,

das was Sven beschreibt bezüglich der Filter, die in das Okular eingeschraubt werden müssen und bei einem wechsel dann auch umgeschraubt, ist nicht bei jedem Keil so. Bei meinem 1,25" Lunt-Keil ist der ND3 fest mit der 1,25"-Okularaufnahme verbunden. Sofern ich mein Okular wechsle, schraube ich nur den Polfilter von einem zum nächsten, da brennts dir auch kein Loch in den Deckel...

Ich nutze den Keil an einem 80/480 ED APO und im direkten Vergleich zur Folie ist das Bild mit Herschel-Keil kontrastreicher und mit einem Polfilter vor dem Okular ist auch die Helligkeit gut zu regulieren, aber wie Sven schon schreibt, Öffnungsbedingt ist irgendwann halt Ende mit den Details. Dafür kann ich dann auch mit 2x-Barlow und meiner 600D(a) noch die ganze Sonne auf den Sensor bringen. Ein fotografischer Vergleich zum 8" ACF mit 5Dii steht aber noch aus.

 
Hallo zusammen,

ich nutze den 2" Keil aus Österreich am 80/560 ED. Da ist der ND Filter auch fest eingeschraubt und es wird absolut gar nichts heißer als gefahrlos noch anfassbar!!!

Ich habe zudem einen 2" Polfilter in der drehbaren Okularklemme verschraubt, sodass ich die Okulare ohne eine Filterhandlung tauschen kann. Oben scheint zu keiner Zeit auch nur ein Lichtlein heraus.

Toll an dem Keil ist das Finden der Sonne! Da er unten offen ist, kann ihr Projektionsbild auf der inneren Fläche der Kühlrippenrückseite als Finder genutzt werden. Ich habe bereits viele Stunden damit beobachtet und vollstes Vertrauen in die Konstruktion.

Ich komme mit Naglern und Orthos von 18 bis 5 mm problemlos in den Fokus. Besser wär nur noch ein Halpha :-)

Gruß. Olaf
 
Also wenn ich das so lese das man den Keil abfackeln kann etc. dann bleibe ich wohl doch lieber bei der Filterfolie auf meinem 130er PDS.

Da sieht man direkt wenn was nicht stimmt ...

Gruss
alffrommars
 
Hallo Zusammen,

ich bin doch erstaunt, was in meinen Text so rein interpretiert wird. Ich sprach von Kokeln erst nach spürbarer Erwärmung, wenn das Sonnenbild größer als das Prisma ist, oder wenn es durch Fehlbedienung am Prisma vorbei geht. Dies ist bei jedem Herschelkeil so. Weniger schlimm wirkt es sich dabei aus, wenn bei einem kleinen Teleskop der Backfokus des Keils dazu wird, dass er so nah am Objektiv sitzt, dass die Bündelung noch nicht so extrem ist.
Bei korrektem Betrieb des LAC in 1,25" wird auch am 5" nur die Rückwand mit den Kühlrippen ordentlich handwarm.

Die Sonnenfilterfolie habe ich auch jahre lang benutzt, und mich abgemüht, das Teleskop dann lichtdicht zu kriegen. Hier kann man eher mit Öffnung was wett machen. Besser ist eben ein sauber plangeschliffener Glasfilter. Beim gefärbten Glasfilter vor voller Öffnung gibt es keine Löchlein, beim bedampften Glasfilter findet man bezüglich der Löchlein wohl unterschiedliche Qualitäten.

Was die Sonne als Komplettbild angeht: Mit einer 2x Barlow hätte das auch beim 1,25" Lacerta gepasst, nur hätte ich eine zum Einschrauben mit passenden Werten vor Ort haben müssen.

Was den Betrieb des LAC 1,25" mit ND3 und gesondertem Polfilter betrifft: Da man den Filter nicht wie bei der 2" Version im Prismengehäuse unterbringen kann, hat man dann zunächst unter dem Okular den Filterturm. Hier kann man natürlich abhelfen und mit dem beschriebenen T2-Adapter die Filter unter eine Okularfassung mit T2-Gewinde schrauben. Ob da nun ein ND3 ohne vorgeschalteten IR-Cut oder Hotmirror klappt, hängt nur an der Öffnung des Teleskops. 5" sammeln da deutlich mehr Licht, als 80mm, nämlich (127/80)²= 2,5 mal mehr. Somit bekommt auch der Filter 2,5 mal mehr Watt ab. Sind ohne sonstige Verluste 5W bei 1000W/m² Sonneneinstrahlung für 80mm Öffnung, somit ca. 12,5W bei 127mm Öffnung. Mein 12V Mini-Lötkolben hat 15W.

Clear Skies
Sven
 
Ich benutze den Lacerta-Keil seit gut einem Jahr an einem 4-Zoll-Refraktor. Bei vernünftigemUmgang mit dieser Technik passiert da gar nichts! Man muss immer bedenken: Was auch immer den Schutzdeckel des Prismas abfackeln könnte, ist reflektiertes Sonnenlicht, auf 5% reduziert. Vielleicht wird ein schwarzer Deckel bei hohem Sonnenstand und nachgeführtem Teleskop nach 10 Minuten etwas weich. Es brennt da nichts. Auch in die Haut brennt das keine Löcher.

Kurze Rechnung: Mein Teleskop hat 650 mm Brennweite, das gibt ein Sonnenbild von 6,5 mm Durchmesser. Ohne Filter wäre die Beleuchtungsstärke ca. 240x stärker als das bloße SOnnenlicht, das ist schon gefährlich. In Wirklichkeit haben wir aber nur 5% davon, also etwa das 10-fache. Das hält sich wirklich noch in Grenzen.

Mit dem Auge reinschauen sollte man da freilich nicht. Aber ein Alu-Kühlkörper schmilzt nicht zusammen, wirklich nicht.
 
Hallo,

Ich benutze das Lacerta Lacerta Herschelprisma in der
2" Version jetzt schon seit letzten Jahr an meinem
150/3000mm Schiefspiegler.

Das Herschelprisma bleibt bei mir auch lange ununterbrochen
auf die Sonne ausgerichtet, wie beim Transit von Merkur über
mehrere Stunden am Stück.

Weder wird beim Herschelprisma etwas heiß, noch fängt etwas
an zu "kokeln".

Vor dem Prisma habe ich allerdings einen "IF UV/IRcut on KG3"
IR/UV Schutzfilter von Beloptik eingeschraubt.
Dadurch erwärmt sich das Herschelprisma nicht.

Bei meinem Herschelprisma ist der ND 3.0 fest eingeschraubt.
Auch bei einem Okularwechsel verbleibt dieser Filter im
Okular.
Mit einem einfachen Polfilter läßt sich zudem die Helligkeit
stufenlos regulieren.


An meinem 80/910 Refraktor hatte ich lange Zeit ein
Herschelprisma von Lunt.
Dieses hatte ein deutlich besseres Bild als der zuvor
verwendete Glasobjektivfilter.

Die Details auf der Sonne sind mit kleiner Öffnung wie mit
großer Öffnung abhängig von der Luftruhe.
Auch mit kleiner Öffnung gelingen ebenso detaillierte
Beobachtungen von der Sonne wie mit großen Öffnungen.
Sicher sind mit großer Öffnung noch kleinere Strukturen in
den Umbren und Penumbren zu sehen.
Auch die ungestörte Photosphäre mit dem Netzwerk der
Granulation erscheint strukturierter.

Auch für eine kleine Öffnung kann ich ein Herschelprisma
gut empfehlen. Es sollte aber darauf geachtet werden, ob
auch der Backfokus von der verwendeten Optik ausreichend ist.


Viele Grüße
*entfernt*

 
hallo ,

ich nutze den APM 1 1/4" Herschelkeil an meinem
TAK FS60 , sicherlich auch abhängig von der Qualität
der Optik kann ich an dem kleinen System ein grossartiges
Bild der Sonne geniessen , viele Stukturen sind trotz der
kleinen Öffnung zu sehen -teilweise auch mit dem noch zusätzlich eingesetzten Solar-Continuum Filter noch verbessert trotz das es ein APO ist
bin übrigens auch immer wieder erstaunt was diese kleine
Öffnung bei eben gewohnt erstklassiger TAK Optik bringt
Bester Gruss Hans
 
Den 1.25er Lacerta habe ich auch, im 71/432er William Optics ZS71ED habe ich damit Strukturen in Penumbren und Granulen sehen können. An besondere Wärmethematiken kann ich mich nicht erinnern - also gab es da kein Problem.

<off-topic>
<berufskrank>
Zitat von Sven_Wienstein:
5" sammeln da deutlich mehr Licht, als 80mm, nämlich (127/80)²= 2,5 mal mehr. Somit bekommt auch der Filter 2,5 mal mehr Watt ab. Sind ohne sonstige Verluste 5W bei 1000W/m² Sonneneinstrahlung für 80mm Öffnung, somit ca. 12,5W bei 127mm Öffnung. Mein 12V Mini-Lötkolben hat 15W.
12,5 ist das 2,5fache von 5.
2,5x mehr wären 17,5.
</berufskrank>
</off-topic>

E.
 
Zitat von EckyH:
Den 1.25er Lacerta habe ich auch, im 71/432er William Optics ZS71ED habe ich damit Strukturen in Penumbren und Granulen sehen können.
Diese Formulierung ist leider missverständlich.

Besser: Mit dieser Ausrüstung konnte ich Granulen sehen. Ich konnte damit auch sehen, dass die Penumbren Strukturen haben.

E.
 
Hallo Ecky,

jau, hat den Thread voran gebracht. Beim Nutellaglas hätt ich's jetzt echt wichtig gefunden... Darum haben Mathematiker wohl die Formelschreibweise erfunden, damit es nicht mehr an umgangssprachlichen Formulierungen zugrunde geht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Thread-Teilnehmer,

also folgender Vorgang:

1. Lacerta Keil 1,25" an 5" Refraktor mit Deckel drauf montiert.

2. Um das Gerät am Sonnenreflex auf der Kühlrippen-Wand auszurichten den Deckel auf die 1,25" Klemmung gemacht, damit nicht 8,5% Sonnenlicht unkontrolliert dort herum geistern, wo ich gleich her gehen würde.

3. Deckel ab, Sonne mit Reflex wie vorgesehen ausgerichtet, zum Stuhl gegangen, Okular mit KG3 Kombifilter genommen und den hellen Punkt in der Mitte des schwarzen Deckels nebst Rauchfaden gesehen.
Der Deckel ist real existent und kann als Beweismittel vorgelegt werden. Der Kunststoff ist bis auf eine transparente dünne Folie weggeschmolzen. Dass der Deckel fokusnah sitzt ist einsehbar, ein unglücklicher Fokus auf den Deckel darf gern angenommen, aber nicht generell in Abrede gestellt werden.

Im 1,25" LAC1 ist ein Fix-Einbau eines Filters zwischen Prisma und Okular nicht vorgesehen. (Mistverständliche Formulierung oben, der schwarze KG3-Kombifilter darf nie zwischen Objektiv und Keil!!! Ist oben nicht so gemeint, aber hier kann Ecky vielleicht wirklich was falsch verstehen.)

Weiter zum korrekten Normaleinsatz mit Filter, etc.:

- Geht das Sonnenbild korrekt durch das Prisma, wird nichts kokeln und der KG3-Kombifilter wird wegen der IR-Cut-Beschichtung nicht warm!

- Geht das Sonnenbild über jedes beliebige Prisma hinaus oder daran vorbei, wird es in jedem normalen Teleskop schnell verdammt warm. Reicht die Bildstörung durch Tubus-Seeing nicht zur Aufgabe solch unsinnigen tuns, wird es nach einer Zeitspanne t kokeln, es sei denn euer Tubus hat innen wie außen nur blankes Metall.

- Dadurch, dass der IR-Cut nicht fest im LAC1 eingebaut werden kann und auch weil er mit dem Okular rotiert werden muss, bedeutet jeder Okularwechsel, dass 8,5% Sonnenlicht hinter dem Prisma austreten. Diese 8,5% Sonnenlicht haben irgendwo in der Gegend definitiv einen Fokus!
Der Gedanke, den LAC1 mit einem Adapter 2" auf T2 mit einem UV/IR-Cut zwischen Prisma und Objektiv zu versehen, scheint mir diesbezüglich nicht unattraktiv. Der Filter sitzt dann aber weit vor dem Fokus und muss daher eine gute Oberfläche haben. Ein großer Vorteil des Filter wäre sicher, dass Staub nicht auf dem Herschelkeil einbrennen kann.

- Die Lichtbelastung auf der Aluwand mit den Kühlrippen ist so hoch, dass ich nun nach Merkurtransit + ca. 3 weitere Beobachtungsstunden dort einen hellen Fleck habe, wo das schwarze Eloxal goldbraun geworden ist. Mag am Eloxal liegen. Ich kenne einen 5" Skywatcher Mak, bei dem der Effekt nach einigen Jahren täglicher Sonneneinstrahlung auf der eloxierten Mensiksusfassung so aufgetreten ist. Interessant... Keine Ahnung, welcher Teil des Spektrums da das Eloxal zersetzt.

Schlußbemerkung: Ich finde einen Herschelkeil wirklich Cool und nehme diesen Thread mal als Nachweis, dass andere das auch tun. Aber man muss hier wirklich mehr aufpassen, als mit einem Filter vor dem Objektiv. Wer etwas anderes erzählt, streut Sand in die Augen!

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

Ich kann nur von meinem eigenen Erfahrungen berichten.

Geht das Sonnenbild über jedes beliebige Prisma hinaus oder daran vorbei, wird es in jedem normalen Teleskop schnell verdammt warm.

Das habe ich an keinen meiner Teleskope zusammengebracht.
Weder am 80/910mm Refraktor, weder am 150/3000mm Schiefspiegler.
Weder mit einem 1,25" Intes, 1,25" Lunt oder 2" Lacerta
Herschelprisma.

Ich suche oft gerade den Sonnenrand nach neuen Flecken und
nach Fackeln ab, hier ist ein großer Teil der Sonne irgendwo
außerhalb vom Prisma, doch nie wurde etwas warm.


Die Lichtbelastung auf der Aluwand mit den Kühlrippen ist so hoch, dass ich nun nach Merkurtransit + ca. 3 weitere Beobachtungsstunden dort einen hellen Fleck habe, wo das schwarze Eloxal goldbraun geworden ist.

Das habe ich an meinem Prisma auch noch nicht feststellen
können, obwohl ich sehr häufig die Sonne beobachte.
Ein Grund hierfür kann sein, das ich vor dem Prisma einen
IR/UV Cut eingeschraubt habe.
Dadurch bleibt die Lichtfalle vom Prisma kalt.
Diese Methode habe ich am Lunt und Lacerta angewendet.


Das der ND 3.0 beim 1,25" Lacerta Prisma nicht im Gehäuse
verbleiben kann, das ist sehr schade.
Hier wäre man mit einem Lunt Prisma besser beraten.
Eventuell könnte hier der Hersteller mit einer passenden
Okularsteckhülse nachhelfen, in der der ND 3.0 verbleiben
kann.


Viele Grüße
*entfernt*
 
Hallo Sven, hallo zusammen,

3. Deckel ab, Sonne mit Reflex wie vorgesehen ausgerichtet, zum Stuhl gegangen, Okular mit KG3 Kombifilter genommen und den hellen Punkt in der Mitte des schwarzen Deckels nebst Rauchfaden gesehen.
Der Deckel ist real existent und kann als Beweismittel vorgelegt werden. Der Kunststoff ist bis auf eine transparente dünne Folie weggeschmolzen. Dass der Deckel fokusnah sitzt ist einsehbar, ein unglücklicher Fokus auf den Deckel darf gern angenommen, aber nicht generell in Abrede gestellt werden.

in dem Zusammenhang sollte man vielleicht auch berücksichtigen, dass es nicht nur auf die von der Öffnungsgröße abhängige gesammelte Lichtmenge/Energie, sondern auch auf die Energiekonzentration im Fokus ankommt. Bei beispielweise einem f/20-System wie dem 150/3000mm-Kutter ist die wegen dem größeren Sonnenabbild wesentlich geringer als bei einem f/7.5-System.

- Die Lichtbelastung auf der Aluwand mit den Kühlrippen ist so hoch, dass ich nun nach Merkurtransit + ca. 3 weitere Beobachtungsstunden dort einen hellen Fleck habe, wo das schwarze Eloxal goldbraun geworden ist. Mag am Eloxal liegen. Ich kenne einen 5" Skywatcher Mak, bei dem der Effekt nach einigen Jahren täglicher Sonneneinstrahlung auf der eloxierten Mensiksusfassung so aufgetreten ist. Interessant... Keine Ahnung, welcher Teil des Spektrums da das Eloxal zersetzt.

Die Eloxalschicht an sich ist völlig ok. Nur die dort eingelagerten Farbstoffe wurden partiell ausgebleicht. Der schwarze Farbton der Eloxierung wird durch eine Mischung von Farben erreicht. Eine/einige der Farbkomponenten die nicht 100% UV-stabil sind, bleichen mit der Zeit aus und deswegen kommt es zu dem Farbshift nach bronze/goldbraunfarben.

Ciao Werner
 
Guten Abend zusammen, hallo Hans

Den Beitrag von Hans kann ich was den Tak FS 60 voll und ganz bestätigen, der "Kleine" leistet für seine Öffnung/Brennweite an der Sonne erstaunliches (ich gehe jetzt von Folienfilter und Glasfilter aus)...Habe mir vor kurzen das CQ-Modul gegönnt (Brennweiten verlängertes Bauteil, keine Barlowlinse okularseitig!), die Brennweite verlängert sich um den Faktor 1,7 zum "Basismodel"....hatte diese Woche Montag die Gelegenheit zum Testen unter teilweise perfekten Seeingbedingenen waren hier mit einem 12,5 Abbe Okular von Tak die Granulation deulich zu erkennen, eine kleine Fleckengruppe auf der Scheibenmitte war imposant aufgelöst, ein gerad am Sonnenrand verschwindender Fleck war deutlich durch den "Wilson"-Effekt geprägt. Mond und Venus als Tagbeobachtung waren ebenfalls von Erfolg gekrönt. Wie gesagt waren in diesem Fall mit Glasfilter von ICS....Folienfilter nutze ich sonst aber lieber (hatte ich auf 1100m nicht dabei)....allerdings empfinde ich die Sonnenbeobachtung mit Herschelkeil immer ein bisschen "klarer", ich gehe jetzt von rein visueller Beobachtung aus...Ich habe ebenfalls mit dem Prisma von LUNT in der 1,25' Variante gute Erfahrungen gemacht, allerdings an einem Refraktor 100/1200, da geht schon einiges an der Sonne....Ich meine abschließend das die Beobachtung mit Herschelkeil, bei sachgemäßer Handhabung eine sichere Sache sind...Schließe jedoch nicht aus das mal was "riecht"...Die Hersteller achten doch schon aus Haftungsgründen auf eine korrekte Bauweise....egal welche Varianten eingesetzt werden immer mit dem jeweiligen Gerät testen....Gruß aus Schwabach...Bei regnerischem Wetter
 
Hallo Werner,

an UV zu denken ist natürlich naheliegend, aber da liegt eine Menge Glas dazwischen: Das Triplett und der Keil, der ja auf diesem Wege passiert wird.

Die Anmerkung auf die Energiekonzentration im Fokus abhängig vom Öffnungsverhältnis ist allerdings richtig. Nur folgendes: Das Innenleben eines Teleskops sollte schwarz sein. Lege ich schwarz lackiertes Metall in die Mittagssonne, so wird es hübsch warm. Ein Refraktor hat einen geschlossenen Tubus. Nach der halben Brennweite als Laufweg ist die Energiekonzentration ja schon um mindestens Faktor 4 angestiegen, denn nur den Sonnenmittelpunkt betrachtet hat dieser Strahlenkegel dann seinen Durchmesser halbiert.
Wenn nichts warm wird: Wo bleibt die Wärme? Ich denke eher, dass der vordere Teil des OAZ, der recht ungefährlich im Innern des Teleskops liegt, beleuchtet und so punktuell erwärmt wird. Mag sein, dass die Wärme sich irgendwo verteilt - Tubus-Seeing macht sie dabei in jedem Fall. Aber wenn sie mit dem mindestens Vierfachen normaler Sonneneinstrahlung wieder abgestrahlt werden muss, dann frage ich mich eigentlich: Wo? Selbst wenn der Alutubus die Wärme gut verteilt, sollte doch auffällig werden, dass Teile des Teleskops, die im Schatten liegen, warm werden wie in der prallen Sonne.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

nur ein paar kurze Anmerkungen:

an UV zu denken ist natürlich naheliegend, aber da liegt eine Menge Glas dazwischen: Das Triplett und der Keil, der ja auf diesem Wege passiert wird.

die meisten Gläser (SF mal ausgenommen) haben am kurzwelligen Spektrumsende eine merkliche Transmission bis herunter zu 300~350nm. UBK 7 z.B. hat bei 350nm noch einen Reintransmissionsgrad von 0,978. Selbst bei 5cm Glasweg wär' die Durchlässigkeit hier noch bei 89%.

Die Anmerkung auf die Energiekonzentration im Fokus abhängig vom Öffnungsverhältnis ist allerdings richtig. Nur folgendes: Das Innenleben eines Teleskops sollte schwarz sein. Lege ich schwarz lackiertes Metall in die Mittagssonne, so wird es hübsch warm.
...
Selbst wenn der Alutubus die Wärme gut verteilt, sollte doch auffällig werden, dass Teile des Teleskops, die im Schatten liegen, warm werden wie in der prallen Sonne.

1. Bei dem Refraktor gibt es nur die kleine Eintrittsöffnung als "Energiesammelfläche", während (theoretisch) das ganze lange Teleskoprohr als Abstrahlfläche wirken kann.
2. Die Wärmeleitung in Metallen ist ein sehr effektiver Prozess. Insofern wird die Energie sehr schnell verteilt, ohne dass es zu einer punktuellen Erwärmung kommt.
3. Der Kunststoff Deines Deckels ist dagegen ein schlechter Wärmeleiter und hier wirkt sich die erhöhte Energiekonzentration dann aus: das Material vermag die Wärme nicht schnell genug an die Umgebung abzugeben und verschmort.

Ciao Werner
 
Hallo,

Außerhalb vom Prisma oder nur außerhalb der Feldblende des Okulars? Ich glaube mit 910mm Brennweite nur außerhalb der Feldblende, die hinter dem IR-Filter liegt.

910mm besitze ich schon eine Weile nicht mehr.
Bei 3000mm Brennweite liegt das Sonnenscheibchen außerhalb vom
Prisma, bzw., auf dem Rand vom Filterträger vom IR/UV Cut,
wenn es denn überhaupt so weit kommt und nicht schon an
den Blenden im Fangspiegeltubus "hängen" bleibt.


Nur sollte man eben auch bedenken, sobald die Sonne nicht mehr
mittig eingestellt ist, wird zum einem der Lichtkegel im Tubus
streifend und überstreicht damit eine größere Fläche, oder
dringt erst gar nicht in den Tubus ein, sondern wird von
den Blenden im Tubus eliminiert.


Gruß
*entfernt*
 
Hallo Gerd,

auch wenn streifendes Auftreffen auf den Tubus oder im OAZ eine völlig verkorkste Blendenkonstruktion bedeutet, wirst Du sicherlich recht haben: Das taucht in der Praxis sicher öfter auf, als ich denke...
Bei einem gut konstruierten Teleskop werden also die Blenden heiß, bei einem Gerät mit schlechter Streulicht-Eliminierung ist das ganze dann völlig unproblematisch.
Öööh... ich bin dann lieber vorsichtig beim Einstellen und nehme den schwarzen Himmel neben der Sonne als kleines Privileg. ;)

Clear Skies
Sven
 
Hallo zusammen,

für die Sonnenbeobachtung habe ich einen 80/480 Triplet Refraktor in Kombination mit einem Baader 2" Herschelkeil.
Das funktioniert problemlos, auch am Rand der Sonne wird das Licht auf die Keramikfläche des Keils gestrahlt. Wenn man einen 1,25" Keil verwendet wurde das Licht dann wohl auf das Reduzierstück fallen können. Sowas kann man im Zweifelsfall ja auch austauschen wenn es zu heiß werden würde.

@Alf: Im Biete-Forum bietet jemand einen 80mm APO an, vielleicht ist der ja interessant für dich. Ich werde meinem auch bald dort reinsetzen, weil ich was größeres haben will.
 
Hallo,

Keine Ahnung was du für Teleskope benutzt, aber:

Bei einem gut konstruierten Teleskop werden also die Blenden heiß

Bei meinem Schiefspiegler wird die vordere Blende nicht mal
warm, und die ist unmittelbar an der Eintrittsöffnung vom
Fangspiegeltubus.
Wie sollte sie auch warm werden, das "Lichtscheibchen" ist hier
noch mehrere Zentimeter groß.
Hier kann ich noch meine Hand hinhalten, ohne das mir etwas
passiert...


Öööh... ich bin dann lieber vorsichtig beim Einstellen und nehme den schwarzen Himmel neben der Sonne als kleines Privileg.

Welches Privileg hast du hier?
Auch ich habe einem schwarzen Himmel rund um die Sonne, nur
mache ich mir, im Gegensatz zu dir, keinerlei Sorgen um die
Sonne einzustellen.
Übrigens, es gibt auch Sonnensucher um die Sonne einzustellen,
mit einfachen Mitteln selbst gebaut.
So geht das einstellen der Sonne in kinderleicht, in nur
einem einzigen Augenblick...


Nun, ich habe erst heute Vormittag wieder die Sonne im
Weißlicht beobachtet, in der Kombination IR/UV Cut,
Herschelprisma, ND 3.0 und Polfilter.
Wieder hatte ich ein schönes und scharfes Bild im Okular.
Es ist wieder nichts heiß geworden, nichts hat zu qualmen
oder kockeln angefangen.
Die Sonne hatte ich in wenigen Sekunden eingestellt, und
das mit 3000mm Brennweite...


Viele Grüße, viel Spaß und ein bisschen weniger Angst beim
beobachten der Sonne!

Gruß
*entfernt*

 
Hallo Gerd,

Du sprachst von streifendem Sonnenlicht direkt auf dem Tubus. Mit Deinem Schiefspiegler habe ich Dich in diesem Refraktor-Thread sicherlich viel zu wenig wahrgenommen. An dieser Stelle wird's unsinnig, weiter einen Austausch an Eventualitäten-Geschwafel zu führen.
Ich weiß, an welchen Stellen mein Gerät warm werden kann und kenne seit dem Rauchfaden eine Stelle mehr.
Wenn Du dafür stehen möchtest, dass Sonnenbeobachtung mit Keilprisma ein feines Spiel für sorglose Beobachter ist, werde ich mich nicht dagegen auflehnen.

Clear Skies
Sven
 
Na gut, lassen wir es...


dass Sonnenbeobachtung mit Keilprisma ein feines Spiel für sorglose Beobachter

Bei jeder Art der Sonnenbeobachtung musst du aufpassen, das
alles passt.
Eine Beobachtung mit Prisma ist sicher nicht gefährlicher als
andere Arten der Lichtdämpfung.


Viele Grüße und eine schöne (Beobachtungs-) Zeit
*entfernt*
 
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