Welcher ND zur Fotografie der partiellen Sonnenfinsternis am 12.08.?

Habe gerade die exakte Scharfeinstellposition meines Leihobjektivs (Sigma 150-600mm, f/5.0-6.3) festgelegt (siehe Bild).
Aber: die noch vorhandenen Sonnenflecken sind bis zum 12.08 alle auf die Sonnen-Hinterseite rotiert und neue Flecken sind am Ostrand noch nicht
aufgetaucht. Hoffentlich kommt da noch was.
Wenn nicht, dann können wir ganz einfach die Sofi mit zwei fast gleichgroßen Pappscheiben auf dem Küchentisch nachstellen und fotografieren, und keiner wird den Unterschied erkennen. Leichte Unsauberkeiten beim Ausschneiden der schwrzen "Mondpappe", und schon haben wir auch ein Fake-Mondrandprofil.

Sonne.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

Aber: die noch vorhandenen Sonnenflecken sind bis zum 12.08 alle auf die Sonnen-Hinterseite rotiert und neue Flecken sind am Ostrand noch nicht
aufgetaucht. Hoffentlich kommt da noch was.

Es könnte in den nächsten Tagen ein größerer Fleck herein rotieren. Er steht derzeit bei circa 230°, ab 270° wird er am Ostrand der Sonne sichtbar. Ob der Fleck so lange durchhält ist die andere Frage.

Solar Orbiter - erdabgewandte Seite der Sonne.

Viele Grüße
Gerd
 
Ich habe mich dafür entschieden, mit Objektiv-Zoom und/ oder Digital-Tele Funktion der Kamera an weit entfernten Wolken oder weit entfernten Berggipfeln mit einer aufgebrochen Kammreihe Schärfe holen zu gehen. So kann ich das Scharfstellen auf Sonne/ Neumond umgehen.

Das Projekt Sonnenfinsternisfoto steht, aus anderen Gründen, bei mir aktuell aber noch auf sehr wackligen Füßen.
Gruß
 
Hallo,

Ich habe heute meine Teleskope für die Sonnenfinsternis zusammengestellt und aufgebaut, ob alles passt. Zum Einsatz kommen mein 110/770mm ED-Refraktor mit einem Herschelprisma zur visuellen Beobachtung und ein 80/400mm Vixen A80SS mit einem ND5.0 Folienfilter zum fotografieren. Beides habe ich Seite an Seite auf meine Losmandy G11 aufgebaut:

Teleskope-SoFi-1.jpg

Bei der Kamera bin ich mir noch uneinig. Entweder fotografiere ich mit der Panasonic LUMIX G70 mit vorgeschalteten 2x Fokal Extender:

Teleskope-SoFi-2.jpg

Oder ich nehme meine Astrokamera mit vorgeschalteten 2x Fokal Extender zum fotografieren der Sonnenfinsternis:

Teleskope-SoFi-3.jpg

Damit der Strom für das Laptop und der Kamera reicht nehme ich mir noch eine Powerbank für das Laptop mit.
Eine weitere Kamera wird meine Panasonic DMC-FZ150 sein, die ich mit Neutralfiltern zum einschrauben in das Objektiv ausstatte. Das Bild vom Sonnenuntergang vom 2. August 2026 habe ich letzte Woche mit dieser Kamera aufgenommen. So könnte der Sonnenuntergang an der Sonnenfinsternis aussehen, mit entsprechend verfinsterter Sonne.


Die Wettervorhersagen sind bis jetzt alle sehr positiv. Es könnte am diesem Abend die Sonnenfinsternis gut zu sehen sein.

Viele Grüße
Gerd
 
Hallo,
ich habe mich natürlich nicht rechtzeitig um einen ND 100.000 Filter gekümmert, aber ich habe einen ND 1000. Wenn die Sonne tief steht, hat dieser Filter dann irgend eine Schutzwirkung? Oder kann man den gar nicht benutzen? Sonnenuntergänge werden ja oft ohne Filter geknipst?

VG Moritz
 
Hallo Moritz,
Deine Frage, ob auch ein ND3 Filter reicht, lässt sich nicht allgemein gültig beantworten.

Das hängt u.a. von folgendem ab:
- Teleskop mit einer hohen typischen Öffnung ab 100 mm ohne Blende
- Fotoobjektiv mit einer typischen Öffnung bis 60 mm Durchmesser und Blende
- Lichtstärke des Fotoobjektivs
- Kleinste Blende des Fotoobjektivs
- Kürzeste mögliche Belichtungszeit der Kamera, z.B. 1/8000
- DSLR Kamera mit runter geklapptem Spiegel im Stand By
- Systemkamera mit offenem Sensor im Stand By
- Systemkamera zwischen den Bildern aus der Sonne drehen oder mit Tuch abdecken, ja oder nein

Mit einem Teleskop ist ND3 sehr wahrscheinlich zu wenig. Ein ND Filter in der Filterschublade hinter dem Objektiv wird gegen die Sonne zu 99,99%, auch massive Reflexe verursachen, geht also sowieso nicht.

Mit einem wenig lichtstarken Fotoobjektiv mit kleiner Blende/ hoher Blendenzahl 32 reicht ND3 wahrscheinlich. Den kleinsten Isowert der Kamera einstellen.

Eine Systemkamera zwischen den Aufnahmen aus der Sonne drehen.

Falls sich das schwarze Fotoobjektiv aufheizt, mit einem Tuch abdecken. Eine heiße Optik macht schlechte Fotos.

So in etwa. Keine Gewährleistung. :LOL:
Gruß
 
Mit einem wenig lichtstarken Fotoobjektiv mit kleiner Blende/ hoher Blendenzahl 32 reicht ND3 wahrscheinlich. Den kleinsten Isowert der Kamera einstellen.
Hallo Heinrich,
danke dir, ich werde es je nach Situation beurteilen. Wenn die Sonne bis zuletzt hell leuchtet, lieber kein Risiko. Da nehme ich dann das Handy+Sofi-Brille. Wenn es schon etwas dunstig wird und die Sonne abdunkelt, versuch ich es.
Objektiv ist ein 18-270mm f/3.5-6.3 an der Pentax KP.

VG Moritz
 
Nochmal besser auf den Punkt gebracht. Mit einer Fotokamera direkt in die Sonne hast Du im Prinzip zwei ganz unterschiedliche Probleme:

1. Thermische Überhitzung des Fotosensors und der anderen Kameraelektronik
Eine solche Überhitzung tritt mit einem normalen Fotoobjektiv aber nicht innerhalb von 30 sec auf, die man für ein Foto in die Sonne benötigt. Das Problem besteht hauptsächlich im dauerhaften Ausrichten auf die Sonne auf einem Stativ. Eine DSLR Kamera ist - mit runtergeklaptem Spiegel im Standby - diesbezüglich resistenter. Meine spiegellose Systemkamera halte ich aber nicht länger als eine Minute in die Sonne. (Steht auch in der Bedienungsanleitung drin, dass man das nicht machen soll). Aber auch abgekippt auf dem Stativ heizen sich das schwarze Objektiv und das schwarze Kameragehäuse in der prallen Sonne stark auf. Die 30 bis 60 Sekunden für Belichtung kommen dann ja auf diese Ausgangtemperatur noch oben drauf! Deshalb werde ich meine Kamera samt Objektiv zwischen den Belichtungen mit einem hellem fuselfreien Kunstfasertuch abdecken.

2. Überbelichtung
Die kleinste Blende des Objektivs und die kürzeste Belichtungszeit und ggf. ein Filter mit einem niedrigem ND Wert reichen unter Umständen nicht aus, um die Helligkeit der Sonne genug zu reduzieren. Dieses Problem tritt verstärkt bei hohen Brennweiten auf, da die Sonne dann einen großen Flächenteil des Bilds einnimmt. Mit einem 28 mm Weitwinkelobjektiv wird aus der zu hellen Sonne nur ein kleiner überbelichteter Punkt. Solange man die thermische Überhitzung vermeidet (siehe oben), kann man die (Über)belichtung einfach durchprobieren.


In meinem Posting weiter oben, hatte ich Sonnentestfotos an einem Windradmast mit einem ND Verlaufsfilter gemacht. Darunter waren auch Tests ganz ohne Verlausfilter in die volle Sonne. Meiner Systemkamera geht es noch gut.

Gruß
 
Hallo Heinrich,
danke für die wertvollen Tipps.

Das mit der thermischen Resistenz der Kamera finde ich erstmal beruhigend. Ich denke, gerade im Urlaub hat man die Sonne ja bei einem Schnappschuss schnell mal mit drauf und auch mit dem Handy ist mir das schon passiert.
Aber mit dem offenen Objektiv über längere Zeit in die Sonne gerichtet, wird es dann natürlich zu heiß.
Ich habe überlegt, abseits der Sonne zu fokussieren und dann manuell zu fahren. Dann kann man kurz knipsen und wieder abdrehen. Die Automatik nutzt ja mE Offenblende, das ist mir zu riskant.

Was die Überbelichtung angeht, da mache ich mir auch wenig Hoffnung. Ich denke, ein Komposit wie man es bei Vollmond öfter sieht, wird ohne perfekt passendes Setup nicht klappen. Versuch macht kluch. :)

VG Moritz
 
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