Welcher ND zur Fotografie der partiellen Sonnenfinsternis am 12.08.?

AstRobin

Aktives Mitglied
Ich würde gerne die partielle Sonnenfinsternis bei Sonnenuntergang am 12.08. über meiner Heimatstadt mit einem 600mm f/6,3 Objektiv an einer spiegellosen Kamera fotografieren.

Im Gegensatz zu einer üblichen Sonnenfinsternis, bei der ND100000 – ND1000000 empfohlen wird, findet diese Sonnenfinsternis ja kurz vor Sonnenuntergang statt.

Ich bin besorgt, dass man dann mit ND100000 nicht mehr viel vom Vordergrund, also der Stadt sehen kann, und überlege daher, einen VND2-400 zu kaufen und die Kamera nicht permanent draufzuhalten. Was meint ihr?
 
Zuletzt bearbeitet:
HAllo,

ein ND5-Filter (aka ND100000) ist bei allem, was nicht die Sonne ist, absolut schwarz (unter Brücksichtigng realistischer Belichtungszeiten).

Ich plane, selber einen ND5-Filter einzusetzen und die Aufnahme dann mit einer "Normalaufnahme" ohne Filter am Rechner zu kombinieren. Das erscheint mir die beste Methode, weil man ansonsten irgendeinen Kompromiss wird eingehen müssen.

Gruß
Thomas
 
Die partiell verfinsterte Sonne ist genau so hell wie die unverfinsterte. Falls du einen Filter hast, kannst du den also am Sonnenuntergang ausprobieren.

Aber letztlich brauchst du einen ND5, wenn die Sonne nicht überbelichtet sein soll. Die Fotofolie OD3,8 ist bei f/6 viel zu hell. Also entweder auf den Vordergrund belichten und separat mit OD die Sonne fotografieren und zusammensetzen, oder eine überbelichtete Sonne.

In dem Thread habe ich heute ein paar Bilder mit schwächerem ND3-Filter und dem Handy gepostet – die Sonne ist immer noch sehr hell, und der Vordergrund sehr dunkel, wenn die Sonne einigermaßen korrekt belichtet ist (also zumindest rund, über Details braucht man da gar nicht reden).

Ich habe vor einiger Zeit mal eine Übungsreihe mit Astrosolar OD5 und fester Blende/Belichtungszeit gemacht und die Sonnen dann in eine Tagaufnahme (Automatik-Modus) kopiert. Sah dann so aus:

Sonnenuntergang-1-Mai-2025.jpg
Wenn ich die Ebenen mit hinzufügen oder negativ überblende, sieht es hübscher aus, wobei die Helligkeitsunterschiede nicht mehr so auffällig sind:

IMG_5645.JPG


Beste Grüße,
Alex
 
Welcher ND zur Fotografie der partiellen Sonnenfinsternis am 12.08.?

Ich habe ein 8-fach Rechteckfilterset für den Cokin P Filterhalter mit ND2, ND4, ND8, ND16 Filtern, je einen Vollfilter und einen Verlaufsfilter.

Zwar habe ich das Filterset bis jetzt noch nie an der Sonne ausprobiert. Da sich aber bis zu drei Filterscheiben in den Filterhalter einlegen lassen, bin ich zuversichtlich, dass sich das Kontrastproblem mit einem ND4 oder ND8 Verlaufsfilter + X lösen lässt.

In der Regel sind in so einem Cokin P Filterset auch noch 6, 7 oder 8 Adapter für die häufigsten Fotoobjektivgewinde dabei. (In Chinaqualität ab ca. 50 Euro, höhere Quali kostet halt mehr)


@Kerste
Du hattest vor einem Monat oder ähnlich Mal einen Thread eröffnet, wo alles schon so schön ausgerechnet war, die Gradzahl über Horizont bei größter Abdeckung usw.

Wo ist Dein schöner Thread denn abgeblieben? Ich finde ihn grad nicht.
Gruß und Dank
 
Hi!

Da fällt mir gerade nur der hier ein:

Beste Grüße,
Alex
 
Ja genau, der war's. Danke.


Ich habe nochmal genau überlegt wegen dem ND Verlaufsfilter. Das Filter würde ja vor der Optik sitzen, dort ist das Bild aber nicht scharf. D.h. das Verlaufsfilter vor dem Objektiv ist im Prinzip nur eine Premium-Streulichtblende, die Licht von schräg oben abschirmt. Deshalb wird ein Verlaufsfilter vor dem Objektiv nicht funktionieren. Zumal die Sonne zum Zeitpunkt der größten Verdunklung (Totalität in Spanien) schon sehr tief steht. (Der originäre Zweck eines ND Verlaufsfilters ist die Unterdrückung des Einstreuen von Licht aus einem sehr hellen Himmel.)


Deshalb bleibt meines Ermessens eigentlich nur folgendes übrig:

- Die Gesamthelligkeit mit einem vollflächigen ND Filter auf das Niveau begrenzen, dass der Fotosensor vertragen kann. (Das passende ND Filter leitet sich auf dem Öffnungsdurchmesser und der Lichtstärke des Objektivs ab.)
- Eine Kamera mit einem Dynamikumfang von 14bit oder sogar 16bit benutzen, Kameras mit 12bit Sensoren (so weit verfügbar) in den HDR Modus schalten.
- So weit verfügbar die "Belichtungs"automatik Gegenlicht/ Sonnenuntergang benutzen. Entgegen der Begrifflichkeit triggert die Automatik nicht nur die Belichtungszeit, sondern die Elektronik führt zusätzlich auch einen rechnerischen Ausgleich des hohen Kontrasts durch. Die hellen Bildpunkte werden dunkler gerechnet und die dunklen Bildpunkte heller, sodass die hellen Stellen weniger ausbrennen und die dunklen Stellen weniger absaufen. (Aber auch so eine Elektronik hat Grenzen.)

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Du musst mal mehr ausprobieren...
Das Filter würde ja vor der Optik sitzen, dort ist das Bild aber nicht scharf. D.h. das Verlaufsfilter vor dem Objektiv ist im Prinzip nur eine Premium-Streulichtblende, die Licht von schräg oben abschirmt.
Ich habe je nach Art des Verlaufsfilters eine ziemlich scharfe Linie durch das Bild. Es gibt ja welche, die eine recht harte Kante von ca. einem Zentimeter haben, und welche, die über die ganze Filterlänge von hell zu dunkel gehen: Graduated Neutral Density

Das könnte sogar was bringen, wenn du eine klare Horizontkante hast, also Meer oder Feld, aber keine Türme oder Berge, die nach oben ragen. Die werden dann nämlich mit abgedunkelt, was die Bildbearbeitung ziemlich aufwendig macht. Deshalb habe ich die Verlaufsfilter schon ewig nicht mehr benutzt und belichte lieber auf die hellsten Punkte, und helle den Rest dann in der Bildbearbeitung auf.

Auch interessant ist es, wie sich die verschiedenen Graufilter aufaddieren, das kann teils auch schöne Fehlfarben produzieren, wenn die Neutralfilter halt doch nicht so neutral sind.

Nutz die nächsten Abende mal zum rumprobieren!

Viel Erfolg,
Alex
 
Auch "genaues überlegen" hilft nicht immer: vor der Optik gibt es gar kein Bild.o_O

:n:

Wenn das so wäre, würde eine Bahtinov Maske ja nicht funktionieren.

Vgl. auch mit

Ich habe je nach Art des Verlaufsfilters eine ziemlich scharfe Linie durch das Bild. Es gibt ja welche, die eine recht harte Kante von ca. einem Zentimeter haben, und welche, die über die ganze Filterlänge von hell zu dunkel gehen: Graduated Neutral Density


und belichte lieber auf die hellsten Punkte, und helle den Rest dann in der Bildbearbeitung auf.

Im Klartext wird also die Restdynamik des dunklen "abgesoffenen" Bereichs vervielfacht.

Daher oben meine Hinweise auf den technischen Dynamikumfang des Kamerasensors und den elektronischen Kontrastausgleich durch die Gegenlicht-"Belichtungs"automatik.

Wenn ich auf den hellsten Punkt belichten würde (also die Sonne), würde ich versuchen ca. 2 Blenden überzubelichten, gerade soviel, dass die Sonne nur wenig am Mond ausfrisst.


Nutz die nächsten Abende mal zum rumprobieren!

Würde ich gerne, aber ich habe eine neue Kamera (die alte ist schon weg) und das neue Objektiv steckt noch in der Post. Manche haben halt noch ganz andere Probleme, als das "vergleichsweise triviale Problem" des richtigen Filters und Belichtung. :LOL:

Umso mehr vielen Dank für Deine sachdienlichen Hinweise.
Gruß
 
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Habe mir gerade ein altes Old school M42 Weitwinkelobjektiv auf das Auflagemaß der neuen Kamera adaptiert und damit ein paar Testaufnahmen mit dem Cokin P ND Verlaufsfiltersatz hin gekriegt.

Die Cokin P Filter sind rechteckige Filterscheiben im Format von ungefähr 95*85 mm. Wenn man die Filterscheiben gegen das Licht hält, sieht es tatsächlich so aus, als ob sie in der Mitte in einem Bereich von 4 bis 5 cm einen kurzen harten Übergang hätten. Diese Übergangshärte hat sich bei den Testaufnahmen aber als genau richtig herausgestellt, denn das "Bild" ist vorm Objektiv unscharf.

Testsetup
- Kamerabody + Bajonettadapter (Auflagemaß selbst adaptiert) + M42 28 mm f2,8 Objektiv + Cokin P Adapter + Cokin P Filterhalter
- Fotomotiv alpinweißes Weissabgleichbrett auf Terrasse vor die Füße gelegt, Sonne (ohne Wolken) auf 12 Uhr und gerade runter fotografiert. Die Sonne stand auf 12 Uhr. Dadurch entstand auf dem Weissabgleichbrett ein Helligkeitsverlauf (Gradient) von oben nach unten, da es nach oben zum Reflektionswinkel der Sonne ging.
- Foto 1: ND8 Verlaufsfilter, Blende 2,8, Bild Normalmodus, Zeitautomatik
- Foto 2: ND8 Verlaufsfilter, Blende 2,8, Bild HDR Modus, Zeitautomatik
- Foto 3: ND8 + ND16 Verlaufsfilter, Blende 2,8, Bild Normalmodus, Zeitautomatik
- Foto 4: ND8 + ND16 Verlaufsfilter, Blende 2,8, Bild HDR Modus, Zeitautomatik


Ergebnisse
- Das ND8 Verlaufsfilter (mit dunkler Seite auf 12 Uhr) hat den Sonnenstand bedingten Helligkeitsverlauf auf dem Weissabgleichbrett ungefähr genau ausgeglichen.
- Eine harte Helligkeitskante entstand weder beim ND8 Bild noch beim ND8 + ND16 Bild
- Insgesamt sind die "halbseitigen" ND Verlaufsfilter wesentlich weniger effektiv als ein vollflächiges Filter
- Erst mit ND8 + ND16 entstand ein Helligkeitsgradient entgegen der Sonne von unten nach oben (ND16 alleine nicht getestet)
- Zwei ND Filterscheiben hintereinander haben weder sichtbare negative Farbeffekte noch sichtbare Reflektionen erzeugt

- Das Foto 4 mit ND8 + ND16 Verlaufsfilter und HDR Aufnahme war - mit großen Abstand - der beste Kandidat für ein Sonnenfoto (ND16 alleine nicht getestet)

- Die Dynamikerhöhung des HDR Modus von 12bit auf ungefähr 15bit durch elektronisches Zusammenrechnen der Helligkeits/ Farbwerte von 5 oder 6 Bildern auf eins verbessert die Qualität eines überkontrastreichen Bilds schon auf dem kleinen Kameradisplay deutlich sichtbar. (Auch ein Weissabgleichbrett leuchtet in der direkten wolkenlosen Sonne schon richtig hell.)

Gruß
 
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Wenn Du eine neue Theoriediskussion über den Strahlengang eines Fotoobjektivs starten willst, dann mach doch dazu am besten einen Thread auf, ja? Denn das hilft ja für die Frage, "welches Filter bei der Sofi in 11 Tagen" nicht weiter!

Sobald ich mehr Zeit habe, poste ich dort dann meine Ergebnisse der Testbilder mit dem Verlaufsfilter, die es nach Deiner "Es gibt vor dem Objektiv gar kein Bild Theorie " in dieser Form nicht geben dürfte. Einverstanden?
Gruß
 
Ich würde gerne die partielle Sonnenfinsternis bei Sonnenuntergang am 12.08. über meiner Heimatstadt mit einem 600mm f/6,3 Objektiv an einer spiegellosen Kamera fotografieren.
(...)
und die Kamera nicht permanent draufzuhalten.

Bei einer klassischen DSLR Kamera wird das eingehende Licht ja in den Sucher reflektiert, solange der Spiegel runtergeklappt ist. Beim Fotografieren in die Sonne schützt der runtergeklappte Spiegel den Fotosensor zwischen den Belichtungen vor dem heißen eingehenden Lichtstrahl.

Ist der Sensor einer spiegellosen Systemkamera beim Fotografieren in die Sonne auch zwischen den Belichtungen die ganze Zeit im heißen Lichtstrahl?

Ist das bei der Wahl des richtigen ND-Filters zu berücksichtigen? Oder sollte man vorsichtshalber vielleicht gleich lieber nur mit einer klassischen Spiegelreflexkamera mit einem Fotoobjektiv in die Sonne fotografieren?
Gruß
 
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Hallo,

Ich finde, ihr macht es euch zu kompliziert...
Ich habe so einige partielle Sonnenfinsternisse fotografiert, ausnahmslos mit spiegellosen Kameras.



2015-03-20-SoFi.jpg

Partielle Sonnenfinsternis vom 20. März 2015.
Kamera: Panasonic Lumix DMC-FZ 150 mit einem 1,7x Telekonverter.
Filter: Baader AstroSolar ND 5.0



Für Sonnenstände die vom Horizont noch ein Stück entfernt sind wie bei der Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 kommt an der Kamera nur ein passender Sonnenfilter in Frage, wie eine Filterfolie die bei einer Sonnenbeobachtung eingesetzt wird. Die Baader Folie macht ein weißes Bild, die von ICS ein orange-gelbes Bild. Das Bild mit der ICS Folie wird ästhetischer sein.



2022-10-25-SoFi-10.jpg



2022-10-25-SoFi.jpg

Partielle Sonnenfinsternis vom 25. Oktober 2022.
Kamera: Panasonic Lumix G70.
Optik: 80/400mm Refraktor mit einem 2x Teleexenter.

Filter: Baader AstroSolar ND 5.0



Das spannende ist die fortschreitende Verfinsterung die sich mit der Annäherung an den Horizont ergibt.
Bei Sonnenuntergängen setze ich meist fotografische Neutralfilter vor dem Objektiv ein, falls der Horizont frei von Dunst und die Sonne zu hell ist. Die beste natürlichste Lichtdämpfung ist Dunst am Horizont. Mit einer Dunstschicht am Horizont lässt sich die Sonne gleichzeitig mit dem Vordergrund aufnehmen.



2022-06-18-Sonnenuntergang-3.jpg

Sonnenuntergang mit Saharastaub.
Kamera: Panasonic Lumix G70.
300mm Brennweite. Freihand, ohne Filter.



Das unberechenbare an dieser Sonnenfinsternis sind die Bedingungen am Horizont beim Sonnenuntergang die entweder eine entsprechende Filterung bei klaren Horizont erfordern oder nur schwache oder auch keine Filter bei einem dunstigen Horizont.



2022-03-20-Sonnenuntergang.jpg

Sonnenuntergang hinter einer Dunstschicht.
Kamera: Panasonic Lumix G70.
Freihand, ohne Filter.



Ist der Sensor einer spiegellosen Systemkamera beim Fotografieren in die Sonne auch zwischen den Belichtungen die ganze Zeit im heißen Lichtstrahl?

Der Sensor einer spiegellosen Kamera ist immer offen. Eine spiegellose Kamera funktioniert im Grunde genommen erst mal nicht anders als eine Astro-Kamera. Das Live-Bild auf dem Monitor oder elektronischen Sucher muss ja irgendwo herkommen.
Wenn allerdings der Chip die gesamte Zeit einem "heißen Lichtstrahl" ausgesetzt ist, dann passt die Filterung nicht. Es gibt fotografische UV/IR Sperrfilter, die vor das Objektiv der Kamera eingeschraubt werden. Diese können als zusätzlicher Schutz verwendet werden.
Am besten in den nächsten Tagen noch einmal testen, welche Filterung am Sonnenuntergang ausreichend ist.

Viele Grüße
Gerd
 
Die Baader Folie macht ein weißes Bild, die von ICS ein orange-gelbes Bild. Das Bild mit der ICS Folie wird ästhetischer sein.
Ich stimme dir weitestgehend zu, wobei die Ästhetik auch Gewönung ist. Ich vermute aber, dass bei dem Sonnenstand die Färbung durch den Sonnenuntergang in der neutralweißen Folie besser rüberkommen könnte, als wenn sie von vornherein rötlich-gelblich ist.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Gerd,

danke für Deine Sofi Beispiele und Antworten. :y:

Ich finde, ihr macht es euch zu kompliziert...

Ja natürlich, denn wir träumen? von einer Skyscene mit Sofi und Vordergrund. Die Frage ist: Ist der Kontrastunterschied ist so groß, dass man im Endeffekt die Sonne und die Szenerie einzeln fotografieren muss und die zwei Bilder dann zusammenbasteln muss?


Der Sensor einer spiegellosen Kamera ist immer offen. Eine spiegellose Kamera funktioniert im Grunde genommen erst mal nicht anders als eine Astro-Kamera. Das Live-Bild auf dem Monitor oder elektronischen Sucher muss ja irgendwo herkommen.

Ja, stimmt. Aber die meisten Astrokameras haben eine Kühlung (und vielleicht sogar auch ein thermische Notabschaltung?). Schon klar, dass der warme Lichtstrahl aus dem Objektiv nicht sofort die Siliziumoberfläche schmilzt wie ein Laser. Aber thermische Überhitzung über einen längeren Zeitraum ist ja ein klassischer Zerstörungsauslöser für ein elektrisches Bauteil. Da wird ein empfindlicher Fotosensor wohl keine große Ausnahme sein ...

Auf den Punkt gefragt, wenn ich wenn ich ein ND Verlaufsfilter zusammen mit meiner spiegellosen Systemkamera einsetzen will, wie weit kann ich dann mit dem vollflächigen ND-Filter runter (z.B. ND4 oder ND2 statt ND5), ohne dass mir der Sensor weg schmilzt?

Ich habe sogar gerade vor einer Stunde noch einen alten Beroflex M42 300mm f5,6 mit Blende 32 auf dem Flohmarkt gefunden. :D Jetzt kann das neue Autofokus Objektiv so lange bei DHL über"wintern", wie es will. :LOL:
Gruß
 
Hallo,

ich bin da auch schon am Planen.
Für mich ist hier die Horizontnähe das Besondere an dieser Sonnenfinsternis.
Partielle Ereignisse habe ich mit Teleskop / Objektiv und Baader Folie schon im Kasten.

Hier möchte ich auf jeden nur die größte Bedeckung kurz vor Sonnenuntergang aufnehmen und dabei die Stimmung, die Umgebung so real wie möglich einfangen.

Zum Einsatz soll meine Canon Eos 1000D mit Tamron 18-200mm Objektiv kommen. Ohne Filter, selbst den UV390 Filter werde ich wohl weglassen.
Beim Polarlicht hat der schon mal zu Newton Ringen geführt und beim Sonnenuntergang könnte es auch zu Reflexionen kommen.

Für heute ist ein Testlauf geplant, nicht nur für die Sonne selbst sondern auch um die passende Umgebung zu finden.
Ein See in der Nähe steht da bei mir an erster Stelle. Vielleicht wäre auch eine Spiegelung im Wasser möglich.
Hoffentlich passt das mit der freien Sicht, mal sehen ob ich da einen günstigen Platz finden kann.

Viele Überlegungen, große Vorfreude, hoffentlich spielt da am 12.08. auch das Wetter mit.

Gruß,
Holger
 
Hallo,

Hier möchte ich auf jeden nur die größte Bedeckung kurz vor Sonnenuntergang aufnehmen und dabei die Stimmung, die Umgebung so real wie möglich einfangen.

Zum Einsatz soll meine Canon Eos 1000D mit Tamron 18-200mm Objektiv kommen. Ohne Filter, selbst den UV390 Filter werde ich wohl weglassen.

Ich würde am diesem Abend auch nicht mit Filtern oder sonstigen experimentieren.
Von Beginn bis zum Ende der Finsternis vergehen gerade mal etwas mehr als eine Stunde, das meiste davon spielt sich in der Nähe vom Horizont ab. Gerade am Horizont braucht es abends viel Glück mit dem Wetter. Im Gegensatz zum Sonnenaufgang an dem sich nach der Nacht oft keine Wolken am Horizont befinden, sind am Abendhimmel doch oft Wolken und Dunst am Horizont zu sehen.

Ich wünsche allen viel Glück bei der Sonnenfinsternis.
Gerd
 
Ich würde am diesem Abend auch nicht mit Filtern oder sonstigen experimentieren. Von Beginn bis zum Ende der Finsternis vergehen gerade mal etwas mehr als eine Stunde, das meiste davon spielt sich in der Nähe vom Horizont ab.

Ja, sobald man ein komplizierteres Fotosetup plant, muss man alles vorher genau durchtesten. Beim Event noch schnell spontan was hinbasteln ist illusorisch.
Gruß
 
Hallo,

ich habe einen passenden Ort gefunden und die Sonne heute ab 20:20 Uhr aufgenommen. Die Höhe passt dann ungefähr zum 12.08. kurz nach 20 Uhr.
Recht klar, auch am Horizont, also wenig Dunst und die Sonne noch ziemlich grell.

Reflexe hat der UV390 Filter nicht ergeben, ich werde ihn aber dennoch weglassen.

Kamera Canon Eos 1000D mit Tamron 18-200mm Objektiv.
Ich habe die kleinste Iso verwendet: 100 und die kürzeste Belichtungszeit 1/4000

Mir der Blende und Brennweite habe ich etwas experimentiert.
Am besten gefiel mir F20 mit mittlerer Brennweite.

Hier mal 4 Bilder:

F20
87mm
IMG_8823-1920px-f20-87mm.JPG

67mm
IMG_8830-1920px-f20-67mm.JPG

200mm
IMG_8824-1920px-f20-200mm.JPG


F29 mit 200mm
IMG_8846-1920px-f29-200mm.JPG

Die Sonne etwas definierter aber dunklerer Hintergrund. Meist werde ich wohl F20 nehmen aber auch mal mehr.

Gruß,
Holger
 
Ja, sobald man ein komplizierteres Fotosetup plant, muss man alles vorher genau durchtesten. Beim Event noch schnell spontan was hinbasteln ist illusorisch.

Ich habe mich gerade gefragt, ob es Sinn machen würde, aus einer ein Euro Münze oder ähnlich einen kleinen Dummymond zu basteln, ihn an einem dünnen 2 bis 3 m langen Stab mit Kabelbindern am Fotoobjektiv zu fixieren, um ihn einmal testweise durch die Sonne fahren zu lassen.

Ich weiß schon, das hört sich erstmal total spleenig an.

Aber was besseres ist mir bisher nicht eingefallen, um das Ausfressen der Sonnenhelligkeit am Mond zu simulieren. Denn dieses Bilddetail ist der kritische Punkt der Szene. Man kann nur soviel belichten, bis das Ausfressen beginnt. Wenn die Sonne ein Viertel des Monds überstrahlt, sieht die Szene blöd aus.
Gruß

P. S.: Die 300 mm Festbrennweite vom Flohmarkt ist geputzt und trocknet.
 
Nein, das macht keinen Sinn – sonst würde das auch mit jedem Schmidt-Cassegrain oder jedem Spiegel-Teleobjektiv am Mond funktionieren. Die Blende muss in der Bildebene sein – visuell also da, wo die Feldblende sitzt.

Fotografisch fällt mir da grad nur der Aufbau eines Protuberanzenansatzes ein, und da war das eine polierte Edelstahlkegelblende, die saumäßig heiß wurde und monatlich gewechselt werden musste, damit der Durchmesser zum Sonnendurchmesser passte. In der Broschüre ist der Aufbau auf S. 27 abgebildet.

Ich weiß nicht genau, wie heute fotografisch helle Sterne ausgeblendet werden, um z.B. Exoplaneten besser nachzuweisen – aber einfach mit Fangspiegel oder "Dreck auf dem Objektiv" geht das nicht, der wird in der Unendlichkeit abgebildet.

Beste Grüße,
Alex
 
Ja, Du hast Recht. Nach Deinem Posting verstehe ich nun auch, warum es nicht funktionieren würde.

In fotografischen Begrifflichkeiten ausgedrückt: Die Meterdistanz und damit auch die Schärfe der Ein-Euro-Münze auf 3m und der Sonne auf unendlich liegen so weit auseinander, dass man immer nur auf eins von beiden scharf stellen kann. Da die Sonne hier eine helle Gegenlichtquelle ist, würde schon allein die Unschärfe bei einem von beiden zum Ausfressen an der Münze führen.

Dass bedeutet also, nur ein Objekt ab ca. 100 m Entfernung, z.B. der Zwiebelturm einer Kirche, kann ein sinnvoller Mondsimulator sein. Denn 100 m und unendlich liegen in fotografischen (Winkel)distanzen nah genug bei einander, (was man am manuellen Fokusring eines Fotoobjektivs leicht erkennen kann,) so dass beide Objekte (Sonne und Zwiebelturm) gleichzeitig (fast) scharf abgebildet werden können.

Vielleicht findet ja jemand irgendwo einen genau Größe passenden Zwiebelturm einer Kirche und kann die 85%/ 90% Sonnenfinsternis dann noch zu einer totalen 100% Sonnenfinsternis aufpimpen. ;) :LOL:
Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe gerade noch den künstlichen Besserwisser gefragt, wie man das Problem des übermäßig hohen Helligkeitskontrasts bei einem Sonnenuntergangfoto am besten löst. [Ich habe ganz bewußt nicht explizit nach Sonnenfinsternis-Foto gefragt, denn die Lernmenge an Internetartikeln wäre vermutlich viel zu klein für eine verläßliche Antwort.]

Da wir nur noch 10 Tage Zeit haben und die Antwort in knackig kurzen Stichpunkten ist, erlaube ich mir ausnahmsweise das hier zu posten.

_____________________

Was sind die bevorzugte Optionen, um einen Sonnenuntergang mit sehr hohem Kontrast zu fotografieren?

Antwort (gekürzt):
- Verwenden Sie Stacking/ Bracketing von Belichtungsreihen des Motivs oder benutzen Sie HDR, das automatisch 2 bis 4 Bilder zusammen mischt. Das erhöht die Dynamik, um sehr helle und sehr dunkle Details im Himmel und im Vordergrund zu erhalten.
- Verwenden Sie Verlaufsfilter (GND), um die Helligkeit des Himmel und des Vordergrund schon direkt beim Ablichten auszubalancieren.
- Fotografieren Sie im RAW-Format und belichten Sie auf Mitteltöne, um die Highlights und die Schatten zu erhalten.
- Erhöhen Sie die Belichtung zirka um zwei Blendestufen über die gemessene Belichtung, um den Dynamikumfang der dunklen Bildelemente zu verbessern.
- Benutzen Sie ein Stativ, um die Bildausrichtung bei Belichtungsreihen oder Langzeitbelichtungen gleich zu halten.
- Erwägen Sie einen zirkularen Polarisationsfilter, um die Farben des Himmels zu vertiefen und Reflexionen zu reduzieren, während natürliche Farben erhalten bleiben.
- Halten Sie ISO niedrig (z.B. 100–400) und die Blende zwischen f/8 und f/11 für Schärfe und mittlere Schärfentiefe.
- Schließen Sie Vordergrund-Silhouetten oder interessante Vordergrundelemente ein, um den Kontrast zu betonen.
- Verwenden Sie mittlere bis lange Brennweiten, um die Szene zu komprimieren und den Himmel hervorzuheben.
- Erstellen Sie mehrere Bildkompositionen: Horizontlinie oben/unten, Wassereinfluss, Silhouetten.
- Bearbeiten Sie die Bilder später mit Lightroom/Photoshop nach.

________________________

Die Punkte sind für mich alle schlüssig. (Bitte kein KI Gemecker, sonst ggf. bitte einfach ignorieren.)

Gruß
 
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Noch eine kurze Anmerkung zu

- Erhöhen Sie die Belichtung zirka um zwei Blendestufen über die gemessene Belichtung, um den Dynamikumfang der dunklen Bildelemente zu verbessern.

Der Standardtrick, die Belichtung bei Gegenlicht um circa 2 Blenden zu erhöhen, um die dunklem Bildelemente aufzuhellen und deren Bildinformation zunächst erstmal besser zu erfassen (auch wenn das Gesamtbild in der Nachbearbeitung nacher unter Umständen wieder dunkler gemacht wird) funktioniert in den meisten Gegenlichtsituationen.

In denen ist aber auch kein Mond als harte Blendenkante drin, die schnell überstrahlt und ausgefressen wird.

Man kann die Aufhellung der dunklen Bildelemente nur so lange machen, bis die Mondkante beginnt auszufressen! Es könnte auch genau umgekehrt sein, dass man die elektronisch gemessene Belichtung sogar noch um 2 Blenden reduzieren muss, um das Ausfressen an der Mondkante zu verhindern!

Die anderen obigen KI-Tips vom Sonnenuntergang sollten wohl übertragbar sein, insbesondere da die Sonne zum Zeitpunkt der Sofi schon sehr tief steht. Testet aber alles vorher nochmal genau durch.

Wenn man nicht stacken will und die Kamera kein HDR kann, könnte - wie ich oben schon erwähnte - auch die Szenenautomatik Sonnenuntergang/ Gegenlicht nützlich sein. (Das hatte der künstliche Besserwisser unterschlagen.) Bei meiner Kamera muss ich dazu den Belichtungsmodus "Szene" einstellen und dann "Sonnenuntergang" auswählen. Allerdings kann ich bei meiner Kamera dann gar keine weiteren individuellen Einstellungen mehr machen; es ist ein Vollautomatik-Zug. :confused:

Gruß
 
Moin,
ich habe weitere Sonnenfototest gemacht. Die Warnung des Herstellers in der Bedienungsanleitung, mit nicht mit dem Objektiv direkt in die Sonne zu fotografieren, konnte mich nicht abhalten. :p Zwischen Fotos habe ich das Objektiv aber abgesenkt.

Dazu habe ich nun auch endlich ein passenden Dummymond gefunden, der mir einen Teil der Sonne verdunkelt. Den Mast eines Windrads. Ich habe keinen einzigen weiteren hohen Turm gefunden, bei dem ich mich in ca. 40 bis 50m Entfernung frei beweglich genau im Schlagschatten aufstellen konnte, sodass die Blende (der Windradmast) und die Sonne ungefähr in gleichem fotografischen Schärfebereich liegen, was die die zwingende Voraussetzung für das Testen des Überstrahlens/ Ausfressens ist. (Siehe Diskussion oben.) Außerdem sind Windradmasten mit einer nahezu perfekten, matten grau-grünen Farbe gestrichen, aber die meisten Kirchturmdächer haben irgendwo immer was spiegelndes dran, was sie ungeeignet macht. Ein Hoch auf die erneuerbaren Energien. :LOL:

Meine vorrangigen Testobjekte des Versuchs waren:
- Test des Überstrahlens/ Ausfressens mit einem 300 mm Tele
- Test der Szenenautomatik ("Belichtungs"automatik) Sonnenuntergang
- Test eines Stapels aus mehreren ND-Filtern

Alles drei hat nicht zufriedenstellend funktioniert. Ich bin sowas von froh, dass ich es VORHER getestet habe. :D

Hier mal ein paar Testfotos.



p1.jpg


Szenenautomatik Sonnenuntergang mit dünner Schleierwolke vor Sonne funktioniert halbwegs



p2.jpg


Szenenautomatik ohne Wolke funktioniert gar nicht. Die mittleren Helligkeitswerte fehlen, damit der Algorithmus funktioniert.



p3.jpg


Das gleiche Bild mit ND16 Verlaufsfilter und Zeitautomatik, 5 Blenden unterbelichtet (EV -5), wir nähern uns. Kleine Spiegelung des Filters, die man retouchieren könnte.


p4.jpg


Stapel aus mehreren ND Filtern erzeugt Spiegelungen und Regenbögen



Weitere Ergebnisse/ Probleme
- Genaues Scharfstellen an der Sonne ist nicht möglich, der Lichtkreis der Sonne durch die Atmosphäre ist viel zu ausgefranzt. Worauf stellt man das Objektiv scharf, wenn es nicht zufällig ein paar Wolken gibt?
- Mit hoher Brennweite von 300 mm in die Sonne kommt die Zeitautomatik ohne Filter an die Grenze. Dann ist eine große Fläche des Bilds sehr hell. Die kürzeste Belichtungszeit von 1/8000 reicht dann auch bei Blende 32 nicht mehr aus.
- Mit einem passenden (vollflächigen) ND4 oder ND8 Filter für "mit hoher Brennweite in die Sonne fotografieren",
- - wird des Live-Sucherdisplay einer Systemkamera so dunkel, dass man außer der Sonne nichts mehr sieht. Man irrt mit hoher Brennweite erstmal ein wenig am Himmel rum, bis man die Sonne findet.
- - werden die anderen Details sehr dunkel.
- Nur ein einzelnes! ND16 oder ND32 Verlaufsfilter (, es ist für Gesamthelligkeit viel weniger effektiv) mildert den Kontrastumfang eines Fotos in die Sonne genug ab, sodass andere Bildelemente (z.B. Wolken) gut erkennbar werden.
- Ohne ein solches Verlaufsfilter wird man immer einen Kompromiss zwischen Absaufen der Szenerie im Dunkeln und Überstrahlen/ Ausfressens des Mondes machen müssen.
- Das schwarze Fotoobjektiv wird in der Sonne regelrecht heiß. Ich werde mir ein fuselfreies Tuch zum Abdecken zwischen den Fotos mitnehmen.


Resümees

Die Sonne ist einfach zu hell, um sie zu fotografieren. :LOL:

Die Brennweite von 300 mm war natürlich zu hoch, um eine Fotoszene mit weiteren Bildelementen um die Sonne zu arrangieren. Ca. 100 mm dürften, je nach dem Stand der Sonne und der Phase der Verdunklung, das absolute Maximum sein, um eine Skyscene zu erzeugen. Wenn man einen langsam ansteigenden Berg als Szenenhintergrund zur Verfügung hat, eventuell auch maximal 150 mm Brennweite.

Nichts desto trotz war der Versuch mit dem 300 mm Tele am Windradmast in die Sonne genau der richtige Test, um die Probleme eines Sonnenfotos mit Blendenabdeckung aka Sonnenfinsternis bestmöglich zu untersuchen.
Gruß

P. S. Ein gelb leuchtendes Getreidefeld als Vordergrund würde das gelbe Leuchten der Sonne optimal zur Geltung bringen. Leider sind die meisten Getreidefelder jetzt schon abgemäht. Aber vielleicht findet jemand eine Wiese mit hohem verdörrtem langen Grass als Vordergrund.
 
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