Hallo Marius,
wenn Du einen detaillierten Atlas im Papierform möchtest, kann es eigentlich nur die Uranometria sein.
Ich finde, die Arbeit von Jose Torres (TriAtlas) oder Toshimi Taki hat großen Respekt verdient! Mir gefallen aber diese Atlanten deswegen nicht besonders, weil sie tw. sehr unübersichtlich sind. An manchen Stellen knubbeln sich die Objektsymbole und die Beschriftungen lassen sich z.T. nicht eindeutig oder nur schwer erkennbar den Objekten zuordnen.
Der Mehrwert der Uranometria (oder anderer gedruckter Kartenwerke zum Kaufen) besteht darin, dass die Karten nicht "einfach" aus einer Software rausgepurzelt sind, sondern vom Grafiker hinsichtlich Lesbarkeit überarbeitet wurden. Ich finde, dass man sich hier mit einem runtergeladenen Atlas keinen Gefallen tut, denn wenn man den noch ausdruckt und ordentlich bindet oder laminiert, fallen auch Kosten an. Man spart dann vielleicht 100+x Euro ein, hat aber einen längst nicht so guten Atlas.
Ich habe die Uranometria (1. Auflage) über eine ganze Dekade benutzt, um mit dem 8"er meine Ziele zu finden. Weil der Kartenmaßstab nicht gerade übersichtlich ist, habe ich zusätzlich den Cambridge Star Atlas 2000.0 von Tirion daneben gelegt, um den Überblick zu ergänzen. Dieser preiswerte Übersichtsatlas war auch stets praktisch für Fernglasbeobachtungen oder im Urlaub. Heutzutage ist für diesen Anwendungsfall der Pocker Sky Atlas von S&T mein Favorit, weil er mehr Objekte enthält als der Deep Sky Reiseatlas. Der ist zwar die ideale Ergänzung zum DSRF, aber mir nicht universell genug. Ich finde auch den Blattschnitt (Kartenanordnung) des PSA sehr gelungen.
Inzwischen verwende ich die Sammlung meiner Papieratlanten (ein laminierter SA2000 liegt auch noch im Regal) kaum noch. Ich bin auf Software umgestiegen. Auf einem Netbook bedeutet das weniger Gewicht als 2 Bände Uranometria, viel schnelleres Blättern und Zoomen und die Informationen zu den Objekten sind in Sekunden aufgerufen. Die Laufzeit des Netbooks von ca. sechs Stunden reicht mir dick aus, meistens beobachte ich nur drei bis vier Stunden am Stück. Mit "Eye&Telescope" habe ich inzwischen alles zur Verfügung, was ich am Teleskop an Informationen zu den Objekten haben will. Damit bleibt mir viel mehr Zeit als früher für den Himmel statt für das Drumherum.
Viele Grüße,
Tom