Nix für ungut!
Wenn du nun eingesehen hast, dass die Forderung "1000-fach!!" Unsinn ist (worauf dich ja durchaus irgendeine unseriöse Werbung gebracht haben könnte), kann's weitergehen.
Als ich im jugendlichen Alter mit der Himmelsbeobachtung begonnen habe, kaufte ich mir eine "Drehbare Sternkarte", die nach Einstellen von Datum und Zeit den momentan sichtbaren Himmelsausschnitt zeigt. Damit habe ich die Sternbilder kennengelernt (zunächst die hellen, auffälligen wie Großer Wagen, Orion, Löwe, Pegasus, Schwan u.s.w., dann das schwache Gefunzel dazwischen).
Die erste eigene Optik, die ich zum Himmel gerichtet habe war ein kleines ausziehbares Teleskop meines Vaters (so eines von der Sorte, die Piraten oder Seehelden in billigen Filmen ans Auge heben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ). Das hat 30-fach vergrößert und damit konnte ich immerhin den Saturnring erkennen. Später kam der Feldstecher hinzu, den mir meine Oma zur Konfirmation geschenkt hatte. Das Ding habe ich immer noch und kann dir nur raten, ebenfalls mit einem Feldstecher mit der Himmelsbeobachtung zu beginnen.
Wenn du dich am Himmel zurechtfindest und z.B. den Saturn unter den Sternen erkennen kannst, dann kann es nicht schaden, sich ein Fernrohr anzuschaffen. Vorher solltest du aber auf alle Fälle mal durch eines durchschauen, damit du eine solide Vorstellung davon bekommst, was du davon erwarten darfst: du siehst *nie, nie und nochmals nie* Bilder im Okular, wie du sie aus Büchern oder dem Internet kennst. Es hat schon einen Grund, dass man das Hubble Space Telescope hochgeschossen hat oder millionenschwere Großobservatorien auf dunklen Berggipfeln in dünner Luft errichtet! Selber sieht man viel weniger und da solltest du selbst einen Eindruck kriegen, damit du nicht enorm enttäuscht bist. Planeten sehen echt winzig aus, auch bei 200- oder 300-fach (um mal realistische Vergrößerungen zu nennen). Man muss lernen, im Fernrohr was zu erkennen.
Mein Rat: besuche eine Volkssternwarte in deiner Nähe oder finde heraus, wer in erreichbarer Nähe ein Fernrohr hat.
Ganz wichtig: wenn man sich z.B. ein Elektrogerät kauft (Fernseher, Stereoanlage...), dann ist klar, was man erwarten kann und wie es bedient wird. Ein "Erfolgserlebnis" stellt sich da meistens schnell ein. Bei einem Fernrohr ist das anders: man muss sich damit vertraut machen und wissen, was man erwarten darf. Aber mit zunehmender Erfahrung siehst du dann immer mehr und wirst merken, dass es 1000 Mal faszinierender ist, eine ferne Galaxie oder einen Planeten mit eigenen Augen zu sehen als ein noch so perfektes Bild "aus der Dose". Wenn du das nachvollzogen hast, wird dich der "Virus Astronomie" nie mehr loslassen...
clear skies,
Tom