Hallo Don,
Pohlhöhenwiege könnte man gebrauche
unter Umstände, jo.
Was Sven schon angesprochen hat: es gibt verschiedene Arten von Astrofotgrafie. Da gibts zunächst die Mond/Planetenfotografie, die gerne mit Webcams gemacht wird. Damit fertigt man viele kurzbelichtete Aufnahmen hintereinander an und sucht mit spezieller Software daraus die besten Shots raus um die weiterzuverarbeiten. In diesem Fall kann man evtl. auf eine Polhöhenwiege auch verzichten wenn sich die Gesamtdauer der Belichtungsserie in Grenzen hält. Dann gibts noch die Deep-Sky-Fotografie. Hier werden einige Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten angefertigt und sozusagen gemeinsam weiterverarbeitet. Hier bräuchte man die Polhöhenwiege, weil sonst auch bei automatischer Nachführung Unschärfen ins Spiel kommen. Diese Unschärfen kommen dadurch zustande, dass sich der Himmel nicht entlang einer Linie bewegt, sondern sich quasi in sich dreht. Schon nach kurzer Zeit würde man dann an den Rändern einer Aufnahmne verzogene Sterne sehen.
Soweit zur Polhöhenwiege.
Was das Fernrohr angeht: für Planeten ist in der Fotografie eine hohe Brennweite nötig und auch eine gewisse Lichtstärke, sonst wird das Planetenfoto recht finster oder sehr klein.
Bei Deep Sky Fotografie dagegen setzt man auf eine Öffnung, die im Verhältnis zur Brennweite groß sein sollte. Sonst werden die Belichtungszeiten viel zu lange.
Der 4"-Mak, den Du jetzt näher betrachtest hat im Verhältnis zur Brennweite sehr wenig Öffnung, für Deep Sky fotos praktisch ungeeignet. Für Planeten, naja, groß ist das Gerät nicht. Für Mondaufnahmen kommt man am ehesten auf seine Kosten.
Das Wichtigste beim Knippsen ist die Montierung. Gerade bei Deep Sky Fotografie sollte die stabil sein und präzise laufen. Und selbst wenn das der Fall ist nutzt das Ganze nichts, wenn das Stativ drunter wackelig ist. Bei Deinem verlinkten Teleskop wird genau das vermutlich das Problem sein - soviel zum Marketinggag.
Und dann kommt noch was hinzu: keine Montierung ist so genau, dass Du wirklich lange ohne Guiding belichten kannst. D.h., man braucht was, womit man während der Belichtung immer wieder korrigieren kann, indem man die Position eines Sterns möglichst genau verfolgt. Das kann z.B. ein zweites Fernrohr sein, in das man ein Fadenkreuzoku steckt und damit einen Stern immer in der Mitte hält. So ein Zweitrohr heisst dann Leitrohr.
Wieauchimmer, wenn man mit kurzer Brennweite arbeitet gäbe es schon Möglichkeiten mit diesem Gerät: indem Du die Kamera auf den Mak befestigst und den Mak selber als Leitrohr verwendest. Dann macht auch die Polhöhenwiege Sinn. Die ist übrigens schon im Stativ eingebaut - wie stabil das ganze dann ist, tja ...
Ich habe aber schon den Eindruck, dass DU in erster Linie mehr Information brauchst.
Dazu gibts schöne Seiten, z.B.:
www.svenwienstein.de und www.deepsky-brothers.de
CS
Klaus