das hast Du richtig verstanden. Dann muß das Programm "nur" noch erkennen ob der der Stern rund oder elongiert ist und darüber scharfstellen. Mir geht es darum den Tanz mit diesen V-Kurven etc. zu umgehen.
Hallo Matthias,
Es gibt bei der Sache zwei Dinge zu unterscheiden:
1) Die Wahl des
Qualitaetskriteriums fuer den AF.
2) Die
Optimierungsstrategie den zu finden.
Die meisten Programme verwenden entweder FWHM der Sterne (oder Bildentropie, lassen wir aber mal kurz beiseite) als
Qualitaetskriterium. Das ist ja auch exakt das, was man beim AF auch optimieren will. Wenn man das worauf es ankommt bequem direkt messen kann, dann sind indirekte Surrogate/Ersatzkriterien immer zweite Wahl (weil die muessen dann fuer jedes Fernrohr individuell eingeeicht werden).
Die
Optimierungsstrategie ist bei fast allen Programmen eine Messung um den vollen Fokusbereich und danach das Anfitten einer Fokuskurve. Warum so langatmig? Naja, dabei gehen alle Messpunkte gewichtet ein. Der Schwerpunkt liegt auf Stabilitaet und Praezision selbst unter leichten Messfehlern an allen Punkten (Seeing) und einem Vollaussetzer an einigen (Montierungswackler, Wolke). Gerade bei schnellen Teleskopen (die fotografisch dominant sind) ist der "Schaerfebereich" um den kritischen Fokus schnell mal +- 20um. Da ist ganz klar Praezision Trumpf, insbesondere wenn die Messung selber fehlerbehaftet ist.
Es ist aber prinzipiell kein Problem eine andere Optimierungsstrategie zu verwenden, wie z.B. Gauss-Newton Optimisierung oder selbst "Divide-and-Conquer" waere schneller. Da faehrt der AF in immer kleineren Schritten iterativ auf den Fokus zu und richtig, so macht das macht der schnelle AF in einer DSLR ja auch. Nur wird dann das Ergebnis, also der Fokuspunkt, extrem abhaengig von einzelnen Messpunkten und sollte ein Wackler
einen Messpunkt versauen, dann geht die ganze AF-Geschichte sehr schnell in die Hose. Insbesondere moegen solche Strategien z.B. Backlash ueberhaupt nicht und die bleiben auch schnell in Nebenmaxima haengen. Backlash, Verwackler [...] treten bei einer DSLR weniger auf, weil da in einem verwacklungsfreien Blenden/Belichtungsbereich oder bildstabilisiert gearbeitet wird. Da kann man andere Optimisierungsmethoden verwenden, denn mit einer vollen gefitteten Kurve macht man sicher keine Sportfotografie. Wie dem auch sei, viele andere Optimisierungsmethoden sind tatsaechlich bei Teleskopen/EAF schon probiert woorden, aber es hat sich halt gezeigt, dass ein Fokus basierend auf eine volle Messkurve einfach robuster und praeziser ist.
Was Du vorschlaegst ist allerdings das
Qualitaetskriterium (also 1) zu aendern, weil Du die
Optimierungsstrategie (also 2) zu langsam findest. Du willst die Laenge des Besenstiels aendern, weil dir der Besen zu breit ist. Gruende warum dein vorgeschlagenes Kriterium daher nicht sinnvoll ist, wurden dir ja bereits viele genannt und Ich glaube es duerfte inzwischen klar geworden sein, warum es grundsaetzlich nicht sinnvoll das Problem so anzugehen.
Gruss & CS